Aktuelles LN

Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz

Aktuelles vom Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz

AMBITO als Hervorragendes Beispiel ausgezeichnet (22.09.2022)

"Ausgezeichnet: AmBiTo-Projekt (www.ambito.eco) ist ein „Hervorragendes Beispiel der UN-Dekade“

"Im Rahmen des UN-Dekade-Projektwettbewerbs zeichnete das Bundesumweltministerium (BMUV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) aktuelle, repräsentative Projekte zur Wiederherstellung, Erhaltung oder Pflege von Ökosystemen aus und machte sie öffentlichkeitswirksam bekannt. Die ausgezeichneten Projekte dienen als Best-practice-Beispiele und sollen weitere Aktivitäten zur Wiederherstellung von Ökosystemen in Deutschland anregen. Die Auszeichnung hat die Bedeutung eines Qualitätssiegels, das zur Reputation der Projekte beiträgt." (https://www.undekade-restoration.de/projektwettbewerb/)

Entwicklung und Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits für den Weinbau in Deutschland "Dieses Projekt ist ein repräsentatives Projekt zur Wiederherstellung, Erhaltung oder Pflege von Ökosystemen." (Quelle: https://www.undekade-restoration.de/projekte/ambito/)

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Auswirkungen von Gletschern auf arktische und alpine Gebirgsgewässer (14.09.2022)
Der Gletscherbach Mída an einem Gletscherende. Hier das das unterste Ende (Gletschertor) des Gletschers Virkisjökull (Vatnajökull) © Martin Reiss

Das Forschungsnetzwerk AASER (Arctic & Alpine Stream Ecosystem Research) hat vor 25 Jahren eine Grundlage geschaffen, um zu verstehen, wie Gletscher die biologische Vielfalt, Hydrologie, Geomorphologie und Wasserqualität von Flüssen in acht europäischen Bergregionen beeinflussen. Inzwischen schmelzen Gletscher weltweit aufgrund der Klimaerwärmung stark und erhebliche Eisverluste sind zu verzeichnen. Im Folgeprojekt AASER25 bietet sich bis Ende 2022 die Möglichkeit, zeitliche Veränderungen direkt zu beobachten. Gemeinsam in einem international besetzten Forscherteam (Uni Leeds, Uni Birmingham, Norwegian Institute for Water Research, Science Museum Trento, Uni Genf, Uni Iceland, Reykjavik, Uni Marburg) wird Dr. Martin Reiss vom Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz der Hochschule Geisenheim University gewonnene Ergebnisse für ein Untersuchungsgebiet in Island (Flussgebiet Vestari-Jökulsá) in eine europaweite Analyse einfließen lassen. Dies geschieht, um die Auswirkungen des Gletscherschwunds auf die flussabwärts gelegenen Ökosysteme zu dokumentieren, politische Entscheidungsträger und Naturschutzgruppen zu informieren und einen Beitrag zu künftigen IPCC- und IPBES-Berichten zu leisten.

Kontakt:
Dr. Martin Reiss
Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz
Kompetenzzentrum Kulturlandschaft
martin.reiss(at)hs-gm.de
Tel.: 06722 502 654

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Gletschermündung in Island © Martin Reiss
Regionalkonferenz zur Klimaanpassung an der Hochschule Geisenheim: Trinkwasser zu kostbar für die Bewässerung (07.07.2022)
Bodenabtrag in Weinberg-Steillagen am Rothenberg in Geisenheim bei Starkregen (24. Juni 2022) © Timo Strack

07.07.2022

Das Wasser im Rheingau wird zu knapp – und der Verbrauch steigt an.

Erst die Dürre, dann der Sturzregen: Bei einer Regionalkonferenz zum Abschluss des Projekts KliA-Net („Kooperationen zur Klimaanpassung in Weinbau-Landschaften“) diskutierten an der Hochschule Geisenheim am 22. Juni 2022 mehr als 50 Fachleute bestehende und künftige Wasserkonflikte in der Region. Winzer wie Gilbert Laquai aus Lorch schilderten eindrücklich die existenziellen Probleme durch die wiederholte extreme Trockenheit. Zwei Tage nach der Konferenz wurde die Kehrseite deutlich: Knapp 30 Liter Regen pro Quadratmeter – keine ungewöhnliche Menge – spülten in Geisenheim wertvollen Weinbergsboden durch Wege und Gräben talwärts.

Wie gehen wir in Zukunft im Rheingau mit unserem Wasser um? Dazu diskutierten auf dem Podium im Gerd-Erbslöh-Hörsaal der Hochschule Geisenheim Christiane Wagner vom Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung Umwelt Wiesbaden, Mario Schellhardt, Geschäftsführer Rheingau Wasser, Jochen Quasten als Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Geisenheim und Gilbert Laquai für den Rheingauer Weinbauverband. Unter Moderation von Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Leiter des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft und des Instituts für Landschaftsplanung und Naturschutz der Hochschule, analysierten sie gemeinsam mit dem Publikum die Probleme und suchten vor allem nach Lösungen.

Die zunehmend über lange Zeiträume fehlenden Niederschläge im Rheingau – wie auch insgesamt in Deutschland – führen regional zu einer Verknappung der Verfügbarkeit von Wasser. Verschärft wird die Situation in Hitzeperioden, da hier in den Kommunen der Wasserverbrauch kräftig ansteigt. Daraus resultieren mitunter bereits heute Versorgungsprobleme: Das als Trinkwasser genutzte unterirdische Grundwasser, unsere wichtigste Wasserressource mit entsprechend hoher Qualität und strengen hygienischen Anforderungen, wird künftig zu wertvoll, um auch als Bewässerungswasser in der Landwirtschaft, im Rheingau vor allem auch im Weinbau, eingesetzt zu werden. In der Diskussion wurde sehr schnell klar, dass die Ressource Wasser im Rheingau schon jetzt umfassend erschlossen und die Menge an verfügbarem Wasser ausgeschöpft ist. Deshalb wird Nicht-Trinkwasser als sogenanntes Klarwasser für die Bewässerung bereitgestellt. Für die Zukunft wird eine Verstärkung dieses Angebots angestrebt; eine Klarwasser-Karte, die einen flächendeckenden Überblick für den Rheingau gibt, ist erklärtes Ziel der Wasserversorger.

Damit der noch fallende Niederschlag in der Fläche effektiver zurückgehalten wird, erscheint die Querterrassierung in Steillagen als beste Lösung. Allerdings erweist sich die Flurneuordnung aus Sicht der Kommunen sowie der Winzerinnen und Winzer aufgrund hoher Zeitspannen in der Umsetzung als wesentliche Herausforderung. Die staatliche Verwaltung müsse, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden, vor allem mit mehr Personal ausgestattet werden, um Planungsprozesse zu beschleunigen. Um Junganlagen durch Bewässerung vor dem Vertrocknen zu schützen, sehen Winzerinnen und Winzer den Bedarf einer verstärkten finanziellen Förderung.

Einen wichtigen Schritt zur Problemlösung, der auch auf dem Podium angesprochen wurde, hat KliA-Net bereits getan: Akteurinnen und Akteure aus Weinbau und Naturschutz zusammenzubringen und die Kommunikation miteinander zu stärken. Die Regionalkonferenz an der Hochschule Geisenheim war das letzte Vernetzungstreffen im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts zur Klimaanpassung im Weinbau am Beispiel des Rheingaus. KliA-Net, dessen Projektteam sich aus Mitarbeitenden der Stadt Eltville, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, dem Rheingauer Weinbauverband sowie der Hochschule Geisenheim zusammensetzt, hat ein Netzwerk aus Klimaakteurinnen und -akteuren etabliert, das Maßnahmen zur Klimaanpassung in Kommunen des Rheingaus und vor allem im Weinbau umsetzen möchte.

Alle Beteiligten waren sich bei der Konferenz einig, dass die Zusammenarbeit zur Ressource Wasser und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unbedingt fortgesetzt und ausgeweitet werden müsse. Dazu stellte der Eltviller Bürgermeister Patrick Kunkel klar, dass sich die im Zweckverband Rheingau zusammengeschlossenen Kommunen in Kooperation mit den bisherigen Projektpartnern verstärkt engagieren wollen.

Informationen zum Projekt und Ergebnisse der Konferenz unter www.klianet.de.

Wasserkonflikte im Rheingau durch den Klimawandel (20.06.2022)
Bildquelle: KliA-Net

Regionalkonferenz der Weinbau-Akteure in der Hochschule Geisenheim

„Kooperationen zur Klimaanpassung in Weinbau-Landschaften“ – kurz KliA-Net – heißt das vom Bundesumweltministerium geförderte Modellprojekt, dessen Ziel es unter anderem ist, geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Weinbaulandschaft mit ihren Funktionen und den Reben angesichts wachsender Folgen des Klimawandels zu erforschen und umzusetzen. Am Mittwoch, 22. Juni 2022, findet um 19 Uhr im Gerd-Erbslöh-Hörsaal (HS 30) im Campusgebäude, in der Von-Lade-Str. 1, eine Regionalkonferenz der Klimaakteure an der Hochschule Geisenheim statt.

Die drei Projektpartner, die Hochschule Geisenheim, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und die Stadt Eltville am Rhein erarbeiten seit Projektstart 2019 in Kooperation mit dem Rheingauer Weinbauverband und mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Boden- und Wassermanagement konkrete Maßnahmen. Sie stehen mit Weinbaubetrieben im Austausch zu Handlungsempfehlungen, um den klimatischen Veränderungen in der Weinbauregion zu begegnen. Über 200 Akteure haben sich im KliA-Net-Netzwerk bereits zusammengeschlossen, darunter auch viele Winzerinnen und Winzer. In den vergangenen Jahren gab es bei insgesamt fünf Netzwerktreffen einen Dialog über neue Forschungsergebnisse und praktische Maßnahmen, um die vom Weinbau geprägte Landschaft fit für den Klimawandel zu machen.  

Die nun stattfindende Regionalkonferenz wird zugleich das letzte Vernetzungstreffen im Rahmen des bis Ende Oktober 2022 geförderten Projekts sein. Diesmal steht das Thema „Wasserversorgung“ im Fokus, zu dem nach einer Einführung zu bestehenden und künftigen Wasserkonflikten in der Region Christiane Wagner vom Regierungspräsidium Darmstadt, Mario Schellhardt von Rheingau Wasser und Jochen Quasten von der Stadt Geisenheim auf dem Podium diskutieren. Nach einem Ausblick zur Verstetigung des Netzwerkes KliA-Net können sich im Anschluss die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Imbiss und Getränken weiter austauschen.

Zur Regionalkonferenz ist auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Um eine Anmeldung bis zum 20. Juni 2022 wird online unter https://www.eltville-marktplatz.de/veranstaltungen/ gebeten.

Unter www.klianet.de gibt es weitere Informationen zum aktuellen Projektstand, relevante Studien und die Möglichkeit, dem Netzwerk beizutreten – denn wichtig ist, die gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen aus dem Förderprogramm umzusetzen und zu verstetigen. Deshalb erhalten die Netzwerkmitglieder auch zukünftig relevante Informationen.

Hochschule Geisenheim und University of Belgrade konkretisieren Kooperation (13.06.2022)
AG Landschaftsplanung und Naturschutz zu Gast auf War Island in Belgrad (C) Eckhard Jedicke

AG Landschaftsplanung und Naturschutz zu Besuch in Belgrad

Der Fachbereich für Landschaftsarchitektur und Gartenbau (University of Belgrade) und das Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz wollen künftig sowohl in der Lehre als auch der Forschung kollaborieren. Im Zeichen einer intensiven internationalen Kooperation besuchten Mitarbeitende des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft (KULT) und des Instituts für Landschaftsplanung und Naturschutz, gefördert durch das ERASMUS+ Programm, die Faculty of Forestry der University of Belgrade

Bereits 2020 unterzeichneten beiden Hochschulen ein Kooperationsabkommen, aufgrund der Pandemie begann der Austausch der beiden Einrichtungen zunächst auf digitalem Wege. Zur Sondierung und Profilbildung der Partnerschaft reisten Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Dr. Martin Reiss, Dr. Jörn Schultheiß und Katharina Adler vom 23.05.2022 bis zum 31.05.2022 nach Serbien. Vor allem mit Prof. Dr. Jelena Tomićević-Dubljević und Prof. Dr. Ivana Lozjanin führten sie intensive Diskussionen über mögliche gemeinsame Lehrveranstaltungen, Projekte und Promotionen. Als erstes Ergebnis ist ein Seminar für Studierende  zur Digitalisierung von Kulturlandschaften in Serbien für den kommenden Oktober in Belgrad geplant. Die nachhaltige Entwicklung von Auenlandschaften mit Wäldern, Grünland und Feuchtgebieten an Donau und Save, kleinstrukturierte Agrar- und Waldlandschaften der Mittelgebirge, das Management von Schutzgebieten und das kulturelle Erbe waren weitere Themen bei Exkursionen und einem Besuch im staatlichen Institute for Nature Conservation of Serbia.

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Straße in Belgrad mit schattenspendenden Regenschirmen. (C) Katharina Adler
Hochwasserprobleme in Serbien. Dieser Bach überflutet regelmäßig das davor liegende neu bebaute Gebiet. (C) Katharina Adler
Ćelije Monastery wurde St. George the Great Martyr gewidmet und ist ca. 3 km südwestlich von Lajkovac (Serbien). (C) Katharina Adler
Zu Besuch in der serbischen Stadt Novi Sad. Diese trägt 2022 als erste Stadt außerhalb der EU den Titel Europäische Kulturhauptstadtvon. links: Eckhard Jedicke, Martin Reiss und Jörn Schultheiß. (C) Katharina Adler
KliA-Net: Regionalkonferenz zum Thema Wasserversorgung bringt am 22. Juni Weinbau und Klimaschutz der Hochschule Geisenheim zusammen (09.06.2022)
© Prof. Dr. Eckhard Jedicke

„Kooperationen zur Klimaanpassung in Weinbau-Landschaften“ – kurz KliA-Net – heißt das vom Bundesumweltministerium geförderte Modellprojekt, dessen Ziel es unter anderem ist, geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Weinbaulandschaft mit ihren Funktionen und den Reben angesichts wachsender Folgen des Klimawandels zu erforschen und umzusetzen. Am Mittwoch, 22. Juni 2022, findet um 19 Uhr an der Hochschule Geisenheim, Gerd-Erbslöh-Hörsaal, eine Regionalkonferenz der Klimaakteurinnen und -akteure statt.

Die drei Projektpartner, die Hochschule Geisenheim, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und die Stadt Eltville am Rhein, erarbeiten seit Projektstart 2019 in Kooperation mit dem Rheingauer Weinbauverband und mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Boden- und Wassermanagement konkrete Maßnahmen. Sie stehen mit Weinbaubetrieben im Austausch zu Handlungsempfehlungen, um den klimatischen Veränderungen in der Weinbauregion zu begegnen. Über 200 Akteure haben sich im KliA-Net-Netzwerk bereits zusammengeschlossen, darunter auch viele Winzerinnen und Winzer. In den vergangenen Jahren gab es bei insgesamt fünf Netzwerktreffen einen Dialog über neue Forschungsergebnisse und praktische Maßnahmen, um die vom Weinbau geprägte Landschaft fit für den Klimawandel zu machen.   

Die nun stattfindende Regionalkonferenz wird zugleich das letzte Vernetzungstreffen im Rahmen des bis Ende Oktober 2022 geförderten Projekts sein. Diesmal steht das Thema „Wasserversorgung“ im Fokus, zu dem nach einer Einführung zu bestehenden und künftigen Wasserkonflikten in der Region Christiane Wagner vom Regierungspräsidium Darmstadt, Gilbert Laquai als Vertreter des Rheingauer Weinbauverbandes, Mario Schellhardt von Rheingau Wasser und Jochen Quasten von der Hochschulstadt Geisenheim auf dem Podium diskutieren. Nach einem Ausblick zur Verstetigung des Netzwerkes KliA-Net können sich im Anschluss die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Imbiss und Getränken weiter austauschen. 

Zur Regionalkonferenz ist auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Um eine Anmeldung bis zum 20. Juni wird online unter https://www.eltville-marktplatz.de/veranstaltungen/ gebeten.

Unter www.klianet.de gibt es weitere Informationen zum aktuellen Projektstand, relevante Studien und die Möglichkeit, dem Netzwerk beizutreten – denn wichtig ist, die gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen aus dem Förderprogramm umzusetzen und zu verstetigen. Deshalb erhalten die Netzwerkmitglieder auch zukünftig relevante Informationen.  

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Eltville vom 07. Juni 2022