Lebensmittelsicherheit (B.Sc.)

Analytik, Technologie, Qualität, Recht

Sie haben Freude am Umgang mit Lebensmitteln? Naturwissenschaften – Chemie, Mikrobiologie, Mathematik und Physik – faszinieren Sie? Sie suchen ein Studium mit hohem Praxisbezug und besten Berufsaussichten? Dann passt der Studiengang Lebensmittelsicherheit an der Hochschule Geisenheim und der privaten Kooperationshochschule Fresenius (Idstein) genau zu Ihnen.

Die vier Säulen des Studiums sind Analytik, Technologie, Qualität und Recht. Sie beschäftigen sich mit den Inhaltsstoffen von Rohwaren, der Beurteilung von Qualitätsmerkmalen von Lebensmitteln, mit Lagerung und Transport, den Anforderungen an die Produzenten sowie mit gesetzlichen Rahmenbedingungen. Mit Ihrer praxisnahen und interdisziplinären Ausbildung sorgen Sie im Beruf dafür später dafür, dass nur sichere Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden.

Ihre Ansprechpersonen für die Studien- und Vorpraktikumsberatung

Simone Loos-Theisen
Prof. Dr. Simone Loos-Theisen
Gebäude 6601
Raum Erdgeschoss
Tel. +49 6722 502 789
Simone.LoosTheisen(at)hs-gm.de Details
Christian Altenkirch
Christian Altenkirch, B.Sc.
Fakten, Fristen und Voraussetzungen auf einen Blick
Studienabschluss Bachelor of Science
Regelstudienzeit 6 Semester
Studienbeginn Wintersemester
Zulassungsvoraussetzung Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder gleichwertige anerkannte berufliche Qualifikation („Studieren ohne Abitur“)
Praxisvoraussetzung Studium 12 Wochen Vorpraktikum, davon 6 Wochen bis Studienbeginn bei Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung im selben Jahr
Dualer Einstieg Möglich
Studienfachberatung Prof. Dr. Simone Loos-Theisen
Vorpraktikumsberatung Christian Altenkirch, B.Sc.
Weiterführendes Studium Lebensmittelsicherheit (M.Sc.) in Vorbereitung
Bewerbungsfrist ab Mai bis 01. September (siehe Termine und Fristen), Studienbewerber mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung bis 15. August via uni-assist
Inhalte des Studiums Lebensmittelsicherheit
Eine rothaarige Studierende im Laborkittel schaut durch ein Mikroskop © Hochschule Geisenheim / ppsstudios.com

Das erste Jahr des Studiums steht im Zeichen der Naturwissenschaften: Mathematik, Physik, Verfahrenstechnik, Mikrobiologie und Chemie pauken Studierende dabei nicht nur in Vorlesungen. Sie bringen die Inhalte in den vielfältigen Laborpraktika direkt zur Anwendung. Sie führen Sterilisationsversuche durch, kultivieren Mikroorganismen, sie extrahieren und analysieren einzelne Bestandteile von Lebensmitteln.

Ab dem 2. Studienjahr stehen Praxis und Vernetzung mit Unternehmen im Fokus. Tierische und pflanzliche Lebensmittel, Convenience-Lebensmittel – also Fertigprodukte –, Back- und Süßwaren sowie Getränke bilden die produktorientierten Schwerpunkte, in denen Studierende sich vertiefen können. Die Studierenden produzieren eigenständig viele Lebensmittel wie Frankfurter Würstchen, Salami, Brötchen, rösten selbst Kaffee oder brauen Bier. Dabei betrachten sie immer alle Aspekte der Lebensmittelsicherheit wie HACCP. Sie beschäftigen sich mit den Inhaltsstoffen von Rohwaren, der Beurteilung von Qualitätsmerkmalen von Lebensmitteln, mit Lagerung und Transport, den Anforderungen an die Produzenten sowie mit gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Im 3. Studienjahr bearbeiten die Studierenden im Regelfall in Kooperation mit einem Unternehmen in Fallstudienprojekten einzelne Fragestellungen aus der Lebensmittelwirtschaft selbstständig. So festigen sie ihr individuelles Fach-Profil. Ihr Studium schließen sie nach sechs Semestern mit der Bachelor-Thesis ab.

Dank Praxiserfahrungen und fundierten naturwissenschaftlichen Kenntnissen sind die Absolventinnen und Absolventen fit für den Berufseinstieg. Zu ihren Kompetenzen zählen prozessorientiertes Qualitätsmanagement, wissenschaftliches Arbeiten sowie Fach-Englisch.

Im Studium Lebensmittelsicherheit erwerben die Studierende Kenntnisse, mit denen sie in Prüfungen bei externen Dienstleistern verschiedene berufsrelevante Zertifikate erlangen können. Dazu zählen der Ausbilderschein, der Sachkundenachweis Schädlingsbekämpfung, das Cambridge Zertifikat und der Nachweis über die Befähigung zur Arbeit als Qualitätsbeauftragte/r.

Ein junger Mann im Laborkittel hantiert mit Abklatsch-Proben. © Hochschule Geisenheim / ppsstudios.com
Eine Person macht einen Abstrich am Auslauf eines Stahltanks. © Hochschule Geisenheim / pps-studios.com
Ein Dozent steht mit einer Gruppe Studenten um einen Tisch. Sie schauen sich unterschiedliche, nicht geröstete Kaffeebohnen an. © Hochschule Geisenheim / pps-studios.com

Ein Blick hinter die Kulissen des Studiengangs

Informationen zum Vorpraktikum

Neben der Hochschulzugangsberechtigung müssen Studieninteressierte bei der Einschreibung für das Studium an der Hochschule Geisenheim ein Vorpraktikum nachweisen. Warum? Durch das Vorpraktikum erhalten sie einen wichtigen Einblick in die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für eine Tätigkeit in der Lebensmittelwirtschaft. Ebenso lernen sie den Arbeits- und Produktionsablauf und die Betriebsorganisation im angestrebten Berufsfeld kennen. Dank des Praktikums haben sie erste wichtige Praxiserfahrungen gesammelt und wissen, was im Studium und im Beruf auf sie zukommt.

Die Mindestdauer für das Vollzeitpraktikum in einem ausbildungsberechtigten Unternehmen der Lebensmittelherstellung, -analytik oder -überwachung, dem Groß- und Einzelhandel sowie verwandten Branchen beträgt 12 Wochen.

Ausnahme sind Bewerberinnen und Bewerber, die im gleichen Jahr der Erlangung der Studienberechtigung (z. B. Abitur) ihr Studium beginnen wollen. Sie müssen zur Immatrikulation mindestens 6 Wochen Vorpraktikum nachweisen. Die weiteren 6 Wochen können bis zur Einschreibungsfrist in das dritte Semester nachgewiesen werden. Die Ausbildungsdauer pro Betrieb muss mindestens 4 Wochen am Stück betragen. Das Praktikum soll dazu dienen, technische und organisatorische Abläufe und Strukturen eines Betriebs der Lebensmittelwirtschaft kennen zu lernen.

Dualer Einstieg ins Studium

Die Hochschule Geisenheim ermöglicht Interessierten den dualen Einstieg ins Bachelor-Studium Lebensmittelsicherheit; sie können das Studium parallel zur Ausbildung aufnehmen.

Die duale Variante unterstreicht den Praxisbezug und ist für diejenigen spannend, die schon früh in der Ausbildung anspruchsvolle Fragestellungen beantworten wollen.

Ablauf des Dualen Einstiegs in die Lebensmittelsicherheit

Die Besonderheit am dualen Einstieg ist die lange Praxisphase von mindestens 15 Monaten vor dem Studium. Zwei weitere Praxisphasen sind zwischen dem zweiten und dritten sowie dem vierten und fünften Fachsemester vorgesehen. Zusätzlich können die dual Studierenden auf Wunsch ein oder mehrere Fallstudienprojekte im fünften Fachsemester sowie die Bachelor-Thesis im sechsten Semester im Lebensmittelunternehmen anfertigen, in dem sie auch ihre Ausbildung absolvieren.

Im Studium selbst besuchen dual Studierende dieselben Veranstaltungen wie ihre Kommilitonen, die keine Ausbildung machen.

Erster Schritt: Beratung

Der duale Einstieg in die Lebensmittelsicherheit ruht auf den Schultern von drei Parteien: der Hochschule Geisenheim, dem Unternehmen der Lebensmittelindustrie und nicht zuletzt den Studierenden. Vor Beginn der Ausbildung schließen diese Parteien einen Vertrag, der die Modalitäten im Betrieb und auch die finanziellen Bedingungen festschreibt. Der erste Schritt ist dabei eine umfassende persönliche Beratung an der Hochschule Geisenheim.

Ihre Ansprechpartnerin

Simone Loos-Theisen
Prof. Dr. Simone Loos-Theisen
Gebäude 6601
Raum Erdgeschoss
Tel. +49 6722 502 789
Simone.LoosTheisen(at)hs-gm.de Details
Vorlesungszeiten

Die Vorlesungszeiten und Prüfungszeiträume der Hochschule Geisenheim University werden im Senat der Hochschule beschlossen.

Die spezifischen Termine der Studiengänge und der Prüfungstermine (Klausuren) werden in der Geschäftsstelle Prüfungswesen festgelegt. Die Übersicht finden Sie in den spezifischen Informationen zu Ihrem Studiengang.

Zwei starke Partner: Die Kooperation mit der Hochschule Fresenius, Idstein

Profitieren Sie von einer einmaligen Kooperation

Die Hochschule Geisenheim bietet den Studiengang Lebensmittelsicherheit in Kooperation mit der privaten Hochschule Fresenius in Idstein an. Warum? In Geisenheim profitieren Studierende von der forschungsintensiven und anwendungsbezogenen Lehre, in Idstein von einer hervorragenden Ausstattung in den Bereichen Chemie und Analytik.

Der Stundenplan ist perfekt auf das Studium an zwei Hochschulen ausgelegt: In den ersten Semestern lernen Studierende zwei Tage in der Woche in Idstein und belegen drei Tage die Woche Module an der Hochschule Geisenheim. Die nötige Fahrzeit wird so auf ein Minimum reduziert. Mit dem Semester-Ticket, dessen Kosten mit dem Semesterbeitrag abgegolten sind, können Studierende beide Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln beinahe von überall aus dem Rhein-Main-Gebiet flexibel erreichen.

Keine Studiengebühren, zwei hochkarätige Netzwerke

Die Kurse an der Hochschule Fresenius, die als private Institution normalerweise Gebühren verlangt, sind für Studierende der Hochschule Geisenheim im regulären Semesterbeitrag inklusive. Ein weiterer Vorteil ist der direkte Zugang zu den hochkarätigen Netzwerken, die beide Hochschulen haben; sei es in der Zusammenarbeit mit den Dozentinnen und Dozenten oder mit den starken Partnern aus Wirtschaft und Forschung.

Das Verwaltungsgebäude der Hochschule Geisenheim mit einer Büste des Gründers Eduard von Lade. © Hochschule Geisenheim / Winfried Schönbach
Der Campus der Hochschule Geisenheim
Studierende vor dem modernen Instituts- und Laborgebäude der Hochschule Geisenheim © Hochschule Geisenheim / ppsstudios.com
Der Campus der Hochschule Fresenius, Idstein © Hochschule Fresenius, Idstein
Der Campus der privaten Hochschule Fresenius, Idstein © Hochschule Fresenius

Unser Partner, die private Hochschule Fresenius, Idstein

Idstein ist Sitz des Fachbereichs Chemie und Biologie der privaten Hochschule Fresenius. Es ist eine große Besonderheit, dass eine staatliche und eine private Hochschule gemeinsam einen Studiengang konzipieren und anbieten.

Mehr über den Standort erfahren Sie in den beiden Videos rechts.

Ihre Perspektiven nach dem Bachelor-Studium

Künftige Arbeitgeber von Absolventinnen oder Absolventen des Studiengangs Lebensmittelsicherheit sind herstellende und verarbeitende Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft oder Behörden wie BfR, BMEL, BMJV, BVL. Einsatzbereiche sind vor allem das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung. Hinzu kommen der dienstleistende Bereich und der Handel, der mehr und mehr die Qualitätssicherung in den Fokus rückt.

Durch ihre ausgeprägte analytische Ausbildung sind Studierende nach ihrem Abschluss gleichermaßen in der Lage, verschiedenste Tätigkeiten in Laboren oder Forschungseinrichtungen aufzunehmen. Nicht zuletzt sind sie für Aufgaben in der Lebensmittelüberwachung gut qualifiziert.

Die Absolventinnen und Absolventen profitieren beim Berufseinstieg von den Netzwerken, die sie sich dank des hohen Praxisbezugs während ihres Studiums aufgebaut haben.

Wissenschaftliche Vertiefung im Masterstudium

Eine Dozentin steht mit einer Gruppe von Studierenden im Labor. Alle tragen Laborkittel. © Hochschule Geisenheim / pps-studios.com

Das Bachelorstudium befähigt die Absolventinnen und Absolventen, Fragestellungen nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden zu lösen; die beste Voraussetzung für ein anschließendes Masterstudium. Ihnen stehen nach dem Abschluss diverse Masterstudiengänge offen, um sich wissenschaftlich weiter zu qualifizieren – als Getränketechnologe, in der Weinwirtschaft oder als Oenologe. Ein weiterführender Masterstudiengang Lebensmittelsicherheit ist in Vorbereitung.

Lebensmittel- und Getränkeforschung an der Hochschule Geisenheim

Analytik, Technologie, Qualität - wir machen Lebensmittel und Getränke sicher

Zum Institut für Lebensmittelsicherheit zählen die Professur für Getränketechnologie, Prof. Dr.-Ing. Bernd Lindemann, und die Professur für Lebensmittelsicherheit, Prof. Dr. Simone Loos-Theisen.

Das Institut für Lebensmittelsicherheit ist in zwei Themenschwerpunkten aktiv:

  1.       Fragestellungen der Sicherheit, der Konformität und der Legalität von Lebensmitteln
  2.       Getränketechnologie mit den Schwerpunkten Brauerei und Kaffeerösterei

Tätigkeiten erstrecken sich von der Entwicklung und Verbesserung von Analysenmethoden, der Untersuchung der Lebensmittelherstellprozesse bis zur Identifizierung von Inhaltsstoffen.

In der Brauereitechnologie wird eine Fülle von Themen bearbeitet, die die Verfahrenstechnik der Bierherstellung, die Analytik von Inhaltsstoffen sowie die Gewinnung und Verwertung von Nebenströmen betreffen. Ein Schwerpunkt bildet die Erforschung der Filtrierbarkeit von Bier.

In der Lebensmittelforschung geht es um die Entwicklung von Schnellnachweismethoden qualitäts- und sicherheitsrelevanter Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Zum Beispiel werden allergieauslösende Proteine von Lebensmitteln im Verlauf unterschiedlichster Herstellverfahren untersucht.

Folgende technische Einrichtungen stehen dem Institut für Forschungsaktivitäten zur Verfügung:

  • Abfüllanlagen für Flaschen und Kegs
  • Backautomat
  • Brauereien (klassisch manuell; halbautomatisch unter GLP-Bedingungen; moderne Läutertechnik – dynamische Siebfiltration)
  • Brennerei
  • Melangeure
  • Nachweismethoden (Immunologie, Lebensmittelmikrobiologie, Proteinchemie)
  • Ölschneckenpresse
  • Perkolatoren
  • Röstereien (Trommelröster, Wirbelschichtröster)
  • Sensorische Analyseeinrichtung
  • Sprühtrocknung

Das Institut ist stark eingebunden in der Lehre in den beiden Studiengängen Lebensmittelsicherheit und Getränketechnologie. Es beinhaltet die Leitung des Studiengangs Lebensmittelsicherheit. Darüber hinaus werden Lehrmaterialien für die berufliche Weiterbildung mit dem Schwerpunkt E-Learning und Blended Learning entwickelt.

 

Professur für Lebensmittelsicherheit

Forschungsaktivitäten liegen in folgenden Themenbereichen:

  • Schnellnachweismethoden von Allergenen und weiterer qualitäts- und sicherheitsrelevanter Inhaltsstoffe in Lebensmitteln
  • Untersuchungen zur Technologie und Sensorik von Backwaren, Kakao und Schokolade, Käse, pflanzlichen Ölen, Tee, Kräuter- und Früchtetee
  • Tenazität von Mikroorganismen in Lebensmitteln

Das Studium ist abwechslungsreich, interessant und lehrreich. Natürlich ist es auch anstrengend, aber es macht trotzdem eine Menge Spaß.Natascha, Studentin Lebensmittelsicherheit (B.Sc.)