Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit an der Hochschule Geisenheim

Nachhaltigkeit an der Hochschule Geisenheim

Die Hochschule Geisenheim hat als Ziel, die Hochschulentwicklung an umfassenden Nachhaltigkeitsprinzipien auszurichten. Dafür wurde ein Nachhaltigkeitsbüro als zentrale Koordinations- und Steuerungsstelle eingerichtet, das in der neu geschaffenen Abteilung „Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit“ angesiedelt ist. Die Abteilung ist dafür verantwortlich, einen ganzheitlichen Ansatz (Whole Institution Approach) zur nachhaltigen Entwicklung der Hochschule auszuarbeiten. Dies geschieht transparent, unter breiter Beteiligung aller Hochschulangehörigen und mit der Absicht, bestehendes Engagement zu stärken. Dieser ganzheitliche Entwicklungsansatz umfasst fünf Handlungsfelder: Hochschulverwaltung/Governance, Betrieb, Lehre & Studium, Forschung und Transfer. Ziel ist es, die Hochschule insgesamt möglichst ressourcenschonend zu gestalten.

Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen, Nachrichten von der Hochschule rund um das Thema Nachhaltigkeit sowie Tipps zu den Themen:

Veranstaltungen und Termine

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Wir müssen die Aufgabe, die Welt von morgen positiver, grüner und fairer zu gestalten, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln angehen. Herausforderungen wie Ernährungssicherheit, Klimawandel, Ressourceneffizienz und Umweltschutz lassen sich nur im globalen Verbund, mit guten Ideen, klugen Köpfen, mit Engagement im Großen wie im Kleinen bewältigen.Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim



Energie sparen

Wir stehen persönlich und beruflich in diesem Herbst und Winter gemeinsam vor großen Herausforderungen was die Energieversorgung angeht. Neben den gesetzlichen Vorgaben der Bundes- und Landesregierung ist es an uns allen einen größtmöglichen Beitrag zum Energie sparen an der Hochschule zu leisten. Die hier gesammelten Anregungen und Tipps lassen sich leicht umsetzen und werden laufend aktualisiert. Darüber hinaus wurde ein Krisenstab Energie eingesetzt, der die übergeordneten Maßnahmen diskutiert und koordiniert.

Wenn wir nun genug Momentum entwickeln, können wir uns alle auch gegenseitig für einen sparsamen Umgang mit Energie, aber auch mit allen anderen wertvollen Ressourcen (Wasser, Papier, Labormaterial, Plastik, etc.) sensibilisieren. Diesen bewussten Umgang werden wir nicht nur im kommenden Winter, sondern auch für die nachfolgenden Generationen dringend brauchen.

Computer
  • Verringern Sie die Helligkeit Ihres Monitors: Die Augen gewöhnen sich schnell um. Probieren Sie auch mal den Nachtmodus verschiedener Programme (dunkler Hintergrund, weiße Schrift).
  • Prüfen Sie die Energiespareinstellungen Ihres PCs. Das automatische Abschalten des Bildschirms nach bereits fünf Minuten Inaktivität kann ein gutes Backup sein, wenn Sie mal vergessen sollten, Ihren Monitor beim Verlassen des Büros auszuschalten.
  • Setzen Sie für häufig besuchte Webseiten Lesezeichen, denn jede Suchmaschinen-Anfrage verbraucht Strom!
  • Probieren Sie Alternativen zu Google aus: Ecosia liefert dieselben Ergebnisse wie die Suchmaschine Bing, nutzt ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen und investiert die Gewinne aus Suchanfragen in Wiederaufforstungsprojekte weltweit.
  • Vermeiden Sie E-Mail-Anhänge: Ein Server-Link spart nicht nur Energie, sondern schont das Postfach und verbessert den Workflow!
  • Video-Konferenzen sind persönlicher, wenn man sich bei der Begrüßung sieht, aber gerade die Übertragung von Videodaten benötigt viel Energie. Prüfen Sie daher die Notwendigkeit der permanenten Videoübertragung.
Geräte und Lampen
  • Simpel und effektiv: Schalten Sie die Lichter beim Verlassen des Raumes und in den Fluren, Treppenhäusern und Toiletten nach Möglichkeit aus. Lieber schalten Sie Lampen und Geräten bei Bedarf wieder ein, als einen permanenten Stromfresser riskieren (im schlimmsten Fall über Nacht!).
  • Elektrische Geräte ausschalten und effektiver nutzen: Benötige ich den zweiten Bildschirm wirklich? Und wie sieht es im Kühlschrank aus – wird er benötigt (und auf dieser niedrigen Temperatur) oder kühlt er vor allem Altlasten, die beseitigt werden können, und kann die Temperatur ein wenig nach oben korrigiert werden?
  • Existieren dezentrale Server, die ausgeschaltet werden können? Datenmigration ist lästig, aber gerade Server laufen rund um die Uhr mit entsprechendem Strombedarf. Zudem bietet die Hochschule eine zentrale IT-Infrastruktur, bei der auch die Datensicherheit gewährleistet ist.
  • Nutzen Sie den Geschirrspüler nur bei voller Beladung und entsprechend des Verschmutzungsgrades das Energiespar- oder Gläserprogramm.
  • Werfen Sie einen Blick nach oben: Welches Leuchtmittel bringt bei Ihnen Licht ins Dunkle? Können Sie die Nutzung von Lampen in Ihrem Büro eventuell optimieren, in dem Sie sie je nach Bedarf nur teilweise nutzen oder im Tagesverlauf wenn möglich ganz ausschalten? 
Standby
  • Gerade Kaffeemaschinen für Filterkaffee sind oft den ganzen Tag an. Besser ist es, mit den Kolleginnen und Kollegen abzusprechen, wann die besten Kaffeezeiten sind, und ein schönes Ritual für den gemeinsamen Austausch schaffen. Das spart Energie und fördert das Betriebsklima.
  • Wo vorhanden, helfen Steckerleisten mit Kippschalter auch beim Sparen. Wenn Sie solche Leisten nutzen, achten Sie – wie beim Entfernen des Steckers – bitte darauf, dass die versorgten Geräte bereits heruntergefahren sind!
  • Nicht vergessen: Computer inklusive Bildschirme ausschalten! Im Standby Modus benötigen Docking Station und Monitor ca. 6 W pro Stunde fürs Nichtstun. Jährlich kommen so ca. 35 kWh Strom pro Arbeitsplatz zusammen!
Fenster und Lüften

Sommer:

  • Ventilatoren verbrauchen sehr viel Strom und machen oft Lärm. Lässt sich ihr Einsatz durch das Herstellen eines Durchzugs vermeiden?
  • Bitte an die Frühaufsteher: Morgens kräftig durchlüften und nochmal kühle Luft in die Räume lassen, anschließend Fenster samt Fensterläden oder Rollos schließen und die Sonne aussperren. Gerne nach Absprache auch bei den Kolleginnen und Kollegen.
  • Für alle, die etwas später anfangen: Rollos mit Ostausrichtung am besten bereits abends schließen.

Winter:

  • Auch hier gilt: Stoßlüften statt Dauerlüften. Rollos lassen Sie im Winter idealerweise auf, um solare Gewinne (= Wärme) einzufahren.
  • Auf ausreichenden Abstand des Arbeitsplatzes zum Fenster achten: Gerade in älteren Gebäuden mit schlecht isolierten Fenstern führt der Strahlungswärmeverlust zu einem verringerten Behaglichkeitsempfinden („Zug“). Hierbei hilft auch eine erhöhte Raumlufttemperatur nur bedingt, weil abstrahlende Kälte durchs Fenster spürbar bleibt. Prüfen Sie doch einmal, ob durch ein Umstellen der Bürotische nicht bereits mehr Behaglichkeit geschaffen werden kann.
  • (Selbstgemachte) Zugluftstopper, die man mit Vogelsand, Stoff o.ä. füllen kann, machen einen großen Unterschied, falls das Wegrücken vom Fenster oder der Tür nicht möglich ist.
Augen auf im Team
  • Gemeinsame Rundgänge durch Büros, Labore, Werkstätten oder Versuchshallen sensibilisieren für Energiefresser und geben neue Impulse für Effizienzmaßnahmen. Wenn wir diese gemeinsam umsetzen, verbessern wir unsere CO2-Bilanz!
  • Bei Anregungen, Fragen und sonstigem Unterstützungsbedarf wenden Sie sich bitte an nachhaltigkeitsbuero(at)hs-gm.de.

Fairer Handel

Wir wollen Fairtrade-University werden

Die Hochschule Geisenheim möchte sich als Fairtrade-University zertifizieren lassen; ein Siegel, das „TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt“ vergibt. Das Studierendenparlament und der Senat haben der ursprünglich studentischen Initiative, an diesem Prozess teilzunehmen, einstimmig grünes Licht gegeben. Im Zuge der Zertifizierung hat die Hochschule eine Steuerungsgruppe mit Studierenden, wissenschaftlichen und administrativ-technischen Mitarbeitenden sowie Professorinnen und Professoren gegründet. Vorsitzender ist Präsident Prof. Dr. Hans Reiner Schultz.

Die Steuerungsgruppe sorgt für die Vernetzung interessierter Akteurinnen und Akteure und übernimmt die Kommunikation rund um das Thema Fairer Handel intern und extern. Die Gruppe organisiert Aktionen und hat ein Auge auf die Einhaltung der Richtlinien. Dabei ist Fairer Handel allein nicht genug: Weitere Schwerpunktthemen in der Information und bei Veranstaltungen sollen unter anderem Ökologische Produktion, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverschwendung und Ressourceneffizienz sein.

Was ist Fairer Handel?

Ob bei Kleidung, Kaffee oder Obst und Gemüse: Wenn wir einkaufen, bestimmen wir mit, ob die Menschen, die unsere Waren produzieren, verarbeiten, transportieren und verkaufen, gut davon leben können. Oftmals kommt von dem, was wir bezahlen, zu wenig bei den Bäuerinnen und Bauern oder Arbeiterinnen und Arbeitern in allen Teilen der Welt an. Indem sie Produktionskosten, Löhne und Wertschöpfungsketten transparent machen, wollen verschiedene Initiativen dazu beitragen, den Handel fairer, nachhaltiger und solidarischer zu gestalten.

Wichtige Eckpfeiler des Fairen Handels sind:

  • faire Mindestpreise, damit alle Menschen, die zur Wertschöpfung beitragen, eine stabile Existenz aufbauen können
  • langfristige und zuverlässige Handelspartnerschaften
  • Einhaltung von Arbeitsschutzrechten, insbesondere Verbot von Kinderarbeit
  • schonender Umgang mit der Umwelt bei Anbau, Produktion und Weiterverarbeitung

Ein wesentlicher Baustein ist daneben die Kommunikation und Bildung zum Thema, an dem die Hochschule Geisenheim heute und in Zukunft intensiv mitwirken will.

Fair gehandelte Produkte am Campus

In der Mensa

  • Kaffee
  • Tee
  • Charitea
  • Lemonaid

Im Bereich Merchandise

  • Baumwolltaschen
  • Pullover des AStA
Mehr über die Kampagne „Fairtrade-University“

Die Kampagne Fairtrade-Universities wurde als Projekt Nachhaltigkeit 2019 durch die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. Fairtrade-Universities fördern das Bewusstsein und das Engagement von Hochschulakteurinnen und -aktuere für fairen Handel – verbunden mit der Umsetzung konkreter Projekte auf dem Campus. Die Kampagne bietet Hochschulen und Universitäten:

  • Einarbeitung und Weiterbildung im fairen Handel mit seinen sozialen, ökologischen, kulturellen und ökonomischen Aspekten
  • Vernetzung, Kooperation und Partnerschaften – national und international, u.a. Fairtrade-Universities in anderen Ländern
  • Orientierungsrahmen im Nachhaltigkeitsdiskurs und konkrete Handlungsoption für Verwaltung, Gastronomie, Gewerbe und Studierendenschaft
  • Plattform für studentische Initiativen, Projekte und Aktionen
  • Synergieeffekte durch das Zusammenspiel von Praxis, Lehre und Forschung
  • Startschuss für die Etablierung eines transdisziplinären Dialogs von Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft zur nachhaltigen Entwicklung

(Quelle: www.fairtrade-universities.de)

Mitglieder der Steuerungsgruppe
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe bei der konstituierenden Sitzung.

FAQ Fairer Handel

Was sind die Grundsätze des Fairen Handels?

Wer sich mit dem Thema Fairer Handel auseinandersetzt, sollte darauf achten, wie die Anbieter fairen Handel wirklich definieren. Dieser umfasst nämlich weit mehr Aspekte als rein monetäre. Die World Fair Trade Organisation (WFTO) hat 10 Grundsätze fairen Handels definiert:

  1. Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzentinnen und Produzenten schaffen
  2. Transparenz und Rechenschaftspflicht
  3. Faire Handelspraktiken
  4. Faire Bezahlung
  5. Keine ausbeuterische Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit
  6. Verpflichtung zu Nicht-Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit & wirtschaftlichem Empowerment von Frauen und Versammlungsfreiheit
  7. Sicherstellung guter Arbeitsbedingungen
  8. Förderung der Aus- und Weiterbildung
  9. Förderung des Fairen Handels
  10. Schutz der Umwelt
Wie fair ist ein Produkt mit dem Fairtrade Siegel wirklich?

Im Gegensatz zu „bio“ ist der Begriff „fair“ rechtlich nicht geschützt. Jedes Unternehmen kann ihn nach eigenen Vorstellungen in seiner Kommunikation verwenden; in der Regel geht mit der Nutzung aber die Einhaltung verschiedener sozialer und ökologischer Mindesstandards in Produktion und Vermarktung einher. Es gibt jedoch anerkannte Siegel und Zeichen, die nach den international definierten Fair-Handels-Prinzipien arbeiten. Diese stellt der kleine Infofilm des Forum Fairer Handel e.V. vor.

Und ist das Produkt mit diesen Labels auch wirklich zu 100 Prozent fair? Anerkannte Siegel agieren nach der „All that can be fair must be fair“-Regel. Besteht ein Produkt nur aus einem Rohstoff, muss dieser immer zu 100 Prozent fair gehandelt sein. Lebensmittel wie Schokolade oder Kekse sind aber Mischprodukte, da sieht es schon anders aus. Da nicht alle Zutaten über den Fairen Handel verfügbar sind, gilt bei solchen Produkten: Alle Bestandteile des Produktes, die fair gehandelt erhältlich sind, müssen aus Fairem Handel stammen. So liegt der Anteil der fair gehandelten Bestandteile in der Regel bei über 50 Prozent, teilweise bei 100 Prozent. Nach den Fairtrade-Standards muss dieser allerdings „nur“ mindestens 20 Prozent betragen.

Welchen Siegeln kann ich vertrauen?

Bei insgesamt rund 1.000 Siegeln und Labels allein auf Lebensmittelverpackungen in Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher schnell den Überblick verlieren. Insbesondere der Begriff „fair“ und dessen Verwendung auf Siegeln, sind nicht klar geregelt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es deshalb wichtig, die einzelnen Siegel näher unter die Lupe zu nehmen: Gibt es transparente und überprüfbare Kriterien, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert werden? Das Portal LABEL-ONLINE des Vereins Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. gibt einen Überblick und bietet eine Suchfunktion für Labels an. Auf Label-online werden Labels nach einer einheitlichen Matrix bewertet. Untersucht wird beispielsweise, welchen Anspruch Labels formulieren, wie unabhängig ihre Vergabe ist, welche Kontrollen vorgesehen sind und wie transparent dieser Prozess für Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Gefördert wird das Portal durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.


Ökologische Produktion

Was bedeutet „Ökologische Produktion“

Wer seine Produkte ökologisch erzeugt, der bedient sich bestimmter Methoden und Verfahren, die die Umwelt schonen. Das umfasst beispielsweise auch artgerechte Tierhaltung. Das „Bio“-Label nutzen und mit Begrifflichkeiten wie „aus kontrolliert biologischem Anbau“ oder „aus ökologischem Anbau“ werben, dürfen Hersteller nur, wenn sie gewisse Vorgaben erfüllen. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird unabhängig überprüft.

Bio im Fokus: Geisenheimer Systemvergleich INBIODYN

Im Jahre 2006 wurde in Geisenheim am Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau ein Langzeitversuch zum Vergleich von integrierter, biologisch-organischer und biologisch-dynamischer Bewirtschaftung im Weinbau angelegt. Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen der integrierten, biologisch-organischen und biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise auf Wachstum und Ertrag der Rebe sowie die Most- und Weinqualität zu untersuchen. Die Mechanismen, die für die eventuellen Änderungen verantwortlich sind, sollen genauer betrachtet werden (Döring et al. 2015). Dadurch sollen die untersuchten Bewirtschaftungssysteme optimiert werden und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Außerdem sollen die Bewirtschaftungssysteme in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden.

Verbundprojekt VITIFIT: Gesunde Reben im Ökoweinbau durch Forschung, Innovation und Transfer

Die Bekämpfung des Falschen Mehltaus der Rebe, hervorgerufen durch Plasmopara viticola, ist eine der großen Herausforderungen im Weinbau. Dies gilt insbesondere für den ökologischen Weinbau. Aufgrund des drohenden Verbots kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel und wegen massiver Auswirkungen des Klimawandels gerät der ökologische Weinbau zunehmend in eine wirtschaftliche Krise. Das katastrophale Peronospora-Jahr 2016 ist allen Winzerinnen und Winzern noch in schlechter Erinnerung. Ziel des in 2019 gestarteten Verbundvorhabens VITIFIT ist, in enger Zusammenarbeit mit den Öko-Anbauverbänden und der Weinbaupraxis einen Maßnahmenkatalog mit praxistauglichen Strategien zur Gesunderhaltung der Rebe zu erarbeiten. Dabei steht der Erreger des Falschen Mehltaus im Zentrum.


Lebensmittel- und Ressourcenverschwendung

Warum ist Lebensmittelverschwendung mein Problem?

Menschen in Deutschland werfen pro Kopf und Jahr 55 Kilogramm Lebensmittel weg, wie der Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus dem Jahr 2020 zeigt. Und dabei ist knapp die Hälfte der entsorgten Lebensmittel prinzipiell noch genieß- und verwertbar. Doch das ist nicht das einzige Problem: 2016 lag der Verlust oder die Verschwendung von Obst und Gemüse von Nachernte bis in den Einzelhandel bei 21,6 Prozent, der von Fleisch und anderen tierischen Produkten bei fast 12 Prozent. Für die Produktion all dieser Lebensmittel wurden Ressourcen – Wasser, Energie, Zeit – genutzt, die letztendlich verschwendet wurden.

Die Menschheit verbraucht aktuell in acht Monaten des Jahres so viele Ressourcen, wie die Erde binnen eines Jahres zur Verfügung stellen kann. Vor dem Hintergrund von weltweitem Hunger und Wasserknappheit hat dieses Verhalten nicht erst für die nächste Generation dramatische negative Folgen. Wir werben deshalb für den bewussten Umgang mit unseren Ressourcen und forschen, um diese zu schützen.

Wir forschen, um unsere Ressourcen zu schützen

Experimentierfeld Digitalisierung im Weinbau und Ackerbau unter Nutzung von Multikoptern, vernetzter Sensorik und satellitengestützter Kommunikationskanäle

Projektleiter: Prof. Dr. Rainer Keicher, Institut für Technik, und Prof. Dr. Manfred Stoll, Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau
Projektstart: 28.02.2020
Projektende: 27.02.2023
Webseite des Projektes: http://www.diwakopter.de

Ziel des Experimentierfeldes ist es, die Digitalisierung der Produktionsverfahren am Beispiel ausgewählter Raum- und Feldkulturen unter Nutzung heute verfügbarer vernetzter Sensorik und Aktorik darzustellen. Hierbei wird gezielt auf unbemannte luftgestützte Systeme gesetzt, um die Vorteile der bodenschonenden Verfahren auszuschöpfen. Als Kommunikationskanäle werden, neben herkömmlicher 5G-Technik, auch satellitengestützte Systeme genutzt. Sämtliche während der Produktion anfallenden Daten werden automatisiert erfasst und stehen allen autorisierten Nutzern zur Verfügung. Hierzu wird eine geeignete Dateninfrastruktur eingerichtet, auf welche alle Daten einlaufen.

Georeferenziertes Sensor-gestütztes Daten-Management-System zur teilflächenspezifischen Bewässerung und Düngung von Freilandgemüse (GeoSenSys)

Projektleiterin: Prof. Dr. Jana Zinkernagel, Institut für Gemüsebau
Projektstart: 01.02.2020
Projektende: 31.05.2023
Webseite des Projektes: https://www.hs-geisenheim.de/forschung/institute/gemuesebau/ueberblick-institut-fuer-gemuesebau/bewaesserung/geosensys/

Im Rahmen von GeoSenSys soll eine Webanwendung entwickelt werden, die dem Anwender Handlungsempfehlungen zur teilflächenspezifischen N-Düngung und Bewässerung gibt und sich auf Geoinformationssysteme (GIS) stützt.

Intelligente Regelsysteme verbinden Informationen der Bodencharakteristik, der C-N-Dynamik, der Bestandesentwicklung und des Düngungs- und Bewässerungsbedarfs. Sie visualisieren diese in einer browserbasierten Webanwendung. Es entstehen Bewässerungs- und N-Düngungskarten für Teilflächen, um teilflächenspezifische Handlungsempfehlungen für beide Wachstumsfaktoren ableiten zu können.

Von wissenschaftlichem Interesse ist, ein Entscheidungshilfesystem unter Verwendung neuronaler Netze zu entwickeln, welches den Wasserbedarf auf Grundlage gemessener Boden-, Pflanzen- und Umweltparameter schätzen kann. Um Entscheidungen zur N-Düngung und zur Bewässerung koppeln zu können, wird ein Mineralisierungsmodell entwickelt und mit dem Wasserbedarfsmodell verknüpft. Dies bedingt eine wissenschaftliche Evaluierung der spektroskopisch gemessenen Bestandesentwicklung, sowie des Wasser- und N-Status' der Beispielskultur Spinat.

Der modellierte Wasserbedarf wird mit Evapotranspirationsmessungen (Eddy-Covariance) überprüft, der modellierten N-Bedarf mit Nmin-Proben. GeoSenSys wird abschließend in Praxisbetrieben evaluiert.

OPTIBERRY – Optimale Nutzung von Nebenprodukten der Beerenobstproduktion
Erdbeeren liegen auf einer runden, schwarzen Platte in einem Labor.  © Hessen schafft Wissen / Steffen Boettcher

Projektleiter: Prof. Dr. Ralf Schweiggert, Institut für Getränkeforschung
Projektstart: 01.03.2020
Projektende: 01.03.2022
Webseite des Projektes: https://www.faccejpi.com/

In Europa werden fast 2 Millionen Tonnen Beeren angebaut, aber mehr als 15 Prozent dieser Beeren gelangen aus Qualitätsgründen nicht auf den Frischmarkt. Ein Teil dieser Früchte findet eine Bestimmung in der Industrie, wird aber zu Dumpingpreisen verkauft. Dabei werden der Beerenbiomasse wirtschaftlich relevante Verwendungsmöglichkeiten und Bio-Aktivitäten zugeordnet. Die meisten Beerenarten sind reich an einer Vielzahl funktioneller Inhaltsstoffe wie z.B. Polyphenole. Dies bietet vielfältige Möglichkeiten für die angestrebte biobasierte Produktentwicklung im Rahmen des Projekts OPTIBERRY, das inbesondere auf innovative Verarbeitungs- und Extraktionskonzepte zielt. Damit können Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren, die nicht für die Direktvermarktung geeignet sind, doch noch der Wertschöpfung dienen. Diese Verwertung führt zu einer belastbareren Beeren-Lieferkette, die eine sichere und langfristige, nachhaltige Beziehung zwischen dem Anbauer und seinen potenziellen Kunden schafft.

10 Tipps: Beugen Sie Lebensmittelverschwendung vor!

Mit einem Klick: Tipps als hochauflösende PDF-Datei

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Tabea Dietrich
Tabea Dietrich
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