Daniel-Renn-Stiftung

Unterstützt Studierende für Aufenthalte in den USA

Gemeinsame Aktion: Desinfektionsmittel in der Coronavirus-Krise

Südkurier, Reiner Jäckle 28. März 2020

Die Daniel-Renn-Stiftung und die Hochschule Geisenheim unterstützen gemeinam die Produktion von Desinfektionsmitteln in Zeiten der Coronavirus SARS-CoV-2-Krise - Alkohol gesucht, jetzt unterstützen!

Julica und Andrea Renn stellen Desinfektionsmittel her!

"Wenn man zum Nichtstun gezwungen wird, kann das durchaus auch Kreativität fördern. Der beste Beweis dafür ist Julica Renn aus Hagnau. Die 32-jährige Hotelière führt mit ihren Eltern zusammen den dortigen Burgunderhof. In die Schlagzeilen kam sie in den vergangenen beiden Jahren allerdings durch ihre Brennkünste in Sachen Gin. Sie entwickelte eine eigene Kreation, mit der sie international Erfolg hat. Durch die Corona-Krise ist auch sie ausgebremst worden. Zum einen muss das Hotel bis auf Weiteres geschlossen bleiben und zum anderen läuft der Vertrieb der Gin-Marke ausschließlich auf dem digitalen Weg. „Wir sind mit Ausbuchungen von Hotelgästen beschäftigt“, erklärt Julica Renn. „Das füllt uns aber keinesfalls aus.“ Auch die Gin- und Weinbestellungen seien überschaubar. Auf der Suche nach einer Beschäftigung erhielt sie einen Anruf von einem Freund. Durch die momentane große Nachfrage nach Desinfektionsmitteln rücken Destillateure immer häufiger in den Fokus. (---) " Südkurier, Reiner Jäckle 28. März 2020

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Hintergrund:

Die flächendeckende Schließung von Gastronomie und Hotellerie hat auch zur Folge……

…. Alkohol ist auch das Geschäft von Julica Renn. Mit ihren Eltern führt die 32-Jährige nicht nur das Hotel Burgunderhof in Hagnau, sondern baut auch Wein an, destilliert Gin und betreibt eine eigene Brennerei. Und Schnapsbrenner sind bei der Alkoholversorgung zunehmend gefragt. Während Großbetriebe wie Jägermeister, Klosterfrau oder Berentzen ihren Alkohol bereits für die Desinfektion liefern, helfen zunehmend auch die unzähligen Kleinbetriebe, den Nachschub zu sichern. Dafür wurde die Alkoholsteuer ausgesetzt.

Julica Renn hat hier gleich mehrere Ideen. Zunächst hatte sie kurz vor der Krise noch 1.400 Liter Bio-Ethanol für ihren Gin geordert. „Irgendwie hatte ich so eine Ahnung“, sagt die Geschäftsfrau. Die werden nun allerdings nicht zu Trinkbarem, sondern gehen sukzessive an die Bären- und die Panda-Apotheke in Markdorf, die daraus Desinfektionsmittel herstellt. Gleichzeitig will Julica Renn über die Stiftung ihrer Familie und mit der Weinbau-Hochschule in Geisenheim großflächig Alkohol einsammeln. „In den Betrieben der Studenten und Alumni lagern sicher noch viele tausend Liter“, ist Renn überzeugt. Zudem arbeite man mit Partnern an der Produktion von Handdesinfektionsgeld, das künftig mit dem Alkohol des Burgunderhofs hergestellt werden solle.

„Innerhalb von nur vier Wochen haben wir praktisch unser komplettes Geschäftsmodell umgestellt“, sagt die Junior-Chefin des geschlossenen Hotelbetriebs. Wobei es in einer Situation, in der die Nachfrage das Angebot derart übersteigt, dafür keines großen Business-Plans bedarf. Ein kleines Trostpflaster gibt es aber auch im Stammgeschäft: Der Online-Handel mit Gin und Wein brummt. Dass in der Krise offenbar mehr Alkohol getrunken wird, kann Renn an den Umsätzen ihres Online-Shops ablesen. Trotz allem wünscht sich die Familie nichts mehr, als dass bald die ersten Gäste wiederkommen.

Alte Bauernmedizin jetzt Desinfektionsmittel

Der Burgunderhof in Hagnau am Bodensee (Baden-Würtemberg) ist in der ganzen Republik bekannt. Bis nach Sylt in die berühmte „Sansibar“ liefert die hofeigene Brennerei ihren Obstschnaps und Wein, der aus zwei Hektar Reben und drei Hektar Obstbäumen gewonnen wird. Und jetzt hat der Familienbetrieb um Vater Heiner (68), Mutter Andrea (63) und Tochter Julica Renn (32) neben der Schnapsproduktion auf Corona-Betrieb umgestellt.

Zeit dazu haben sie: Denn das familieneigene Hotel hat aufgrund von Corona zwangsweise geschlossen.

Im kupfernen Brennkessel destillieren die drei zur Zeit alte Weine aus dem Lager und sogenannten „Vorlauf“, ein Abfallprodukt des Brennvorgangs, zu 80-prozentigem Alkohol. Und der wird dringend in Arztpraxen und Kliniken für die Desinfektion von Flächen etwa in OP-Sälen benötigt.

Julica, nebenbei Hubschrauber-Pilotin, sagt: „Eine Krankenschwester rief mich unter Tränen an, fragte, ob wir helfen können. Wir arbeiten mit Apothekern zusammen, die unsere Mittel vertreiben.“

Beim Schnapsbrennen muss der verunreinigte „Vorlauf“ normalerweise an die Industrie gegeben werden. Nur das „Herzstück“ ist alkoholisch genießbar. Die Renns haben nun auch einen Aufruf an die Bauern in der Umgebung gestartet, ihren „Vorlauf“ zur Brennerei zu bringen. Viele sind diesem Aufruf schon gefolgt, schon 100 Liter kamen so zusammen.

Erst am 2. April erlaubte der Zoll aufgrund der Materialnot auch kleinen „Abfindungsbrennereien“ wie der von den Renns in die Produktion von Desinfektionsmitteln einzusteigen, ohne horrende Alkoholsteuern zahlen zu müssen. „Steuerfreie Verwendung von Alkohol für Desinfektionsmittel“, heißt das. Seitdem haben die Renns schon 160 Liter produziert.

Mutter Andrea sagt: „Der ,Vorlauf’ war seit langem ein Bauernmittel gegen Entzündungen. Man kann ihn auch in die Nase ziehen, wenn man Schnupfen hat. Früher war das auch etwas verlacht.“

Jetzt wird dieses Bauernmittel zum Kampf gegen Coronaviren eingesetzt, die daran zugrunde gehen. 

Weil Tochter Julica seit drei Jahren ihren „Mile High 69“-Gin produziert und dafür 96-prozentigen sogenannten „Primasprit“ verwendet, konnte der Familienbetrieb örtlichen Apothekern schon vorher helfen. Denn dieser „Primasprit“ kann statt zum Trinken ebenfalls als Desinfektionsmittel genutzt werden. Verdienen tun die Renns daran nichts. Es ist ein Verlustgeschäft, sie arbeiten umsonst. Und sie haben schon etwa 1000 Flaschen Wein aus dem Lager in den Brennkessel gekippt. 

Allerdings läuft das sonstige Geschäft trotz Krise gut. „Der Alkoholabsatz hat um 60 Prozent zugelegt“, sagt Julica. Offenbar gönnen sich die Kunden den Schnaps nun gerne zu Hause, wo Gaststätten und Bars geschlossen sind.

Vater Heiner, der 1990 vom „Feinschmecker Magazin“ zum „König der Destillateure“ gekürt wurde, sagt: „Das befriedigt uns ungemein, dass wir die Zeit jetzt sinnvoll nutzen können. Unsere Familie begann besonders nach dem Krieg mit dem Schnapsbrennen, da Schnaps ein beliebtes Tauschmittel war.“

Die Nutzung von „Vorlauf“ und gebrannten Weinen als Desinfektionsmittel der Renns ist jetzt ein bundesweites Modellprojekt. Die Winzer-Hochschule Geisenheim in Hessen will das in Zusammenarbeit mit der an den verstorbenen Sohn gegründeten Daniel-Renn-Stiftung  jetzt in ganz Deutschland starten.

Kontakt

Daniel-Renn-Stiftung Deutschland
Am Sonnenbühl 70
88709 Hagnau
E-Mail: info(at)burgunderhof.de
URL: www.daniel-renn.de

TV-Beiträge

RegioTV

MILE HIGH 69® GIN

"Um eine hohe Qualität des MILE HIGH 69® GIN zu gewährleisten, ist die Menge der Produktion auf 1852 Flaschen pro Batch beschränkt. Davon abgesehen: die Brennerei, die auserlesenen Botanicals, das aufwändige Mazerations- und Destillationsverfahren sowie der hohe Qualitätsanspruch lassen keine großen Mengen zu." - ein Produkt von Julica Renn

URL: www.milehigh69.com

Daniel Renn - ein Geisenheimer!

Unterstützt Studierende für Aufenthalte in den USA

Daniel Renn, Sohn einer Winzerfamilie am Bodensee, nahm über die Carl Duisberg Gesellschaft am „work and study program” teil. Dieses beinhaltete ein Vollzeitstudium in den Bereichen Weinbau, Marketing und Management an der Ohio State University.

Sein Trainee-Programm absolvierte er bei Walter Schug, einem der bekanntesten Winzer der USA, in Sonoma Napa Valley, Kalifomien. Im Januar 1998 kehrte er nach Deutschland zurück und erhielt einen Studienplatz an der Hochschule Geisenheim.

Den Studiengang zum Diplom-Ingenieur für Weinbau und Oenologie wollte er mit einem MBA Studium in den USA kombinieren. Sein größter Wunsch war es, der jüngste „Master of Wine” zu werden.

Am 19. Juni 1998 kam Daniel Renn im Alter von 21 Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Seit diesem Tag und trotz des unermesslichen Schmerzes und der Trauer um den Verlust des Sohnes möchte die Familie Renn mit der Unterstützung dieser Stiftung jungen Menschen in der Weinwirtschaft eine Chance bieten, sich im Ausland weiterzubilden.