Oenologie (M.Sc.)

Forschungskompetenz und Führungsqualitäten für den weinbaulichen Produktionsbereich

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU, Fachbereich Agrarwissenschaft, Ökotrophologie und Umweltmanagement) und die Hochschule Geisenheim bieten gemeinsam den viersemestrigen Studiengang Oenologie mit dem Abschluss Master of Science (M.Sc.) an.

Der Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Studienrichtungen Weinbau und Oenologie, der Weinwirtschaft, Getränketechnologie sowie an Agrar- und Ernährungswissenschaftler. Diese qualifizieren sich im Master-Studium für Führungsaufgaben in weinbaulichen und oenologischen Betriebsbereichen. Ebenso erwerben sie eine vertiefte Forschungskompetenz, die ihnen die Tür zu einer wissenschaftlichen Karriere öffnet.

Bachelor-Absolventinnen und Absolventen aus verwandten Bereichen, die beispielsweise über Kenntnisse in Biochemie und Molekularbiologie oder Botanik verfügen, können mit Auflagen zum Studium zugelassen werden. Ihre Studienzeit verlängert sich dadurch in der Regel um ein Jahr.

Fakten, Fristen und Voraussetzungen auf einen Blick
Studienabschluss Master of Science
Regelstudienzeit 4 Semester
Studienorte Gießen, Geisenheim
Studienbeginn Wintersemester (empfohlen) oder Sommersemester
Zulassungsvoraussetzung B.Sc. Getränketechnologie oder Weinbau und Oenologie; weitere Abschlüsse, mit denen Bewerber/-innen nötige Grundlagenkenntnisse vorweisen, können nach einer Einzelfallprüfung anerkannt werden
Zulassungsbeschränkung keine
Studienfachberatung Dr. Christian von Wallbrunn
Bewerbung über die JLU Gießen: die allgemeinen Bewerbungsfristen der JLU Gießen enden für den Studienbeginn im Wintersemester am 15.07. und für einen Studienbeginn im Sommersemester am 15.01.
Ihr Ansprechpartner für die Studienberatung
Christian von Wallbrunn
Dr. Christian von Wallbrunn
Gebäude 6120
Raum 01.61
Tel. +49 6722 502 333
Christian.Wallbrunn(at)hs-gm.de Details
Studieninhalte
Eine rothaarige Studierende im Laborkittel schaut durch ein Mikroskop © Hochschule Geisenheim / ppsstudios.com

Das viersemestrige Master-Studium Oenologie (M.Sc.) ist in jeweils zwei Semester an der JLU Gießen und der Hochschule Geisenheim eingeteilt. Die Studierenden belegen insgesamt acht obligatorische Kernmodule und acht weitere Profilmodule, die sie mit Blick auf die persönliche Schwerpunktbildung auswählen.

Der Studiengang umfasst Inhalte der Biochemie und Biotechnologie in der Pflanzenproduktion, im Weinbau und der Oenologie. Ebenso verankert sind die molekulare Phytopathologie, Biometrie und Versuchswesen als methodische Komponente sowie Verfahrenstechniken in der Oenologie. Weitere Kernmodule sind die Technik und Mikrobiologie in der Oenologie sowie Ökophysiologie und spezielle Ernährungsfragen der Rebe.

Individuell Schwerpunkte und wissenschaftliche Qualifikation

Individuelle Schwerpunkte setzen die Studierenden mit der Auswahl ihrer Profilmodule; dies können beispielsweise Weine der Welt, ökologischer Weinbau, Vertrieb und Logistik für Wein sowie spezielle Oenologie sein. Insbesondere können sie sich auch für eine wissenschaftliche Laufbahn qualifizieren: Absolventinnen und Absolventen verfügen über die Kompetenz, angewandte Forschungsvorhaben in den Bereichen Weinbau und Oenologie selbstständig durchzuführen. Sie erwerben im Studium vertiefte naturwissenschaftliche und technologische Kenntnisse.

Die Bewerbung um einen Platz im Masterstudiengang Getränketechnologie erfolgt bei der JLU Gießen. Die aktuellen Bewerbungsfristen und Modalitäten finden Sie hier.

Studienverlaufsplan
1. Semester Molecular Phytopathology Biochemie in der Pflanzenproduktion Angewandte Statistik Umweltchemie Profilmodul
2. Semester Profilmodul Profilmodul Profilmodul Profilmodul Profilmodul
3. Semester Technik und Mikrobiologie in der Oenologie Biotechnologie und Gentechnik in Weinbau, Oenologie und Getränketechnologie Ökophysiologie und spezielle Ernährungsfragen der Rebe Profilmodul Profilmodul
4. Semester Verfahrensstrategien im Weinbau Master-Thesis      
Berufliche Perspektiven für Absolventinnen und Absolventen

Die Kombination aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Ausbildung im Master-Studiengang Oenologie macht Absolventinnen und Absolventen zu international gefragten Fachleuten des Weinbaus. Sie führen Weinbaubetriebe und sind in verantwortlichen Positionen von Betrieben der Wein- und Getränkewirtschaft tätig. Sie arbeiten in Produktion, Qualitätsmanagement, Vertrieb und Personalwesen.

Mit ihren naturwissenschaftlichen und technologischen Kenntnissen sind die Absolventinnen und Absolventen ebenfalls für die Arbeit in der Forschung qualifiziert. Sie haben die Möglichkeit, in privaten Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen wissenschaftlich zu arbeiten. Ebenso steht ihnen der Weg zur Promotion im weinbaulichen und oenologischen Bereich sowie daran angelehnten naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebieten offen.

Dr. Christian von Wallbrunn mit einer Absolventin bei der Akademischen Abschlussfeier. © Hochschule Geisenheim / Winfried Schönbach
Eine junge Frau im Laborkittel betrachtet den Inhalt eines Reagenzglases. © Hochschschule Geisenheim
Ein Labor mit Kolben, in denen verschiedenfarbige Flüssigkeiten stehen. © Hochschschule Geisenheim
Ein junger Mann im blauen T-Shirt steht vor Edelstahlfässern in einem Weinkeller © Hessen schafft Wissen – Steffen Böttcher
Lebensmittel-, Wein- und Getränkeforschung an der Hochschule Geisenheim

Die Wissenschaft der Weinbereitung

Das Institut für Oenologie entwickelt, optimiert und bewertet önologische und weintechnologische Prozesse sowie Behandlungsstoffe in der gesamten Weinbereitung von der Ernte der Trauben bis zur Verpackung und Lagerung der Weine. Unsere Forschungsprojekte orientieren sich neben dem übergreifenden Forschungsprogrammen bzw. den -schwerpunkten der Hochschule Geisenheim auch an den speziellen Interessengruppen und deren Anforderungen an den Wein bzw. dessen Bereitungsprozess. Neben den gesetzgebenden Instanzen und Überwachungsbehörden sind dies die öffentliche Beratung und die Interessenverbände, Weingüter, Winzergenossenschaften und Weinkellereien sowie die vor- und nachgelagerten Stufen des Weinbereitungsprozesses.  

Aus diesen Rahmenbedingungen leiten sich unsere grundsätzlichen Arbeitsschwerpunkte ab:

  • önologische Anpassungen an den Klimawandel sowie an Verbrauchertrends
  • Verbesserung der Verfahrenstechnologien mit dem Schwerpunkt physikalische Verfahren
  • Überprüfung der Eignung von Bedarfsgegenständen für die Weinbereitung sowie
  • die Prüfung und Begutachtung neuer Maschinen und Geräte, die für die Weinbereitung erforderlich werden

Diese Forschungsansätze berücksichtigen neben der Erhaltung und Verbesserung der Weinqualität auch Fragestellung der Lebensmittelsicherheit, des Umweltmanagements und der Wirtschaftlichkeit und schließen somit den Nachhaltigkeitsgedanken ein.  

Aufgrund der starken Vernetzung unserer Arbeitsschwerpunkte mit anderen wissenschaftlichen Teilgebieten und der themenübergreifenden Fragestellungen arbeiten wir sehr intensiv mit den anderen Instituten der Hochschule bzw. externen Partnern zusammen.