Gartenbauwissenschaft (M.Sc.)

Forschung für die Zukunft der grünen Branche

Im Master-Studiengang Gartenbauwissenschaft vertiefen Studierende naturwissenschaftliche Grundlagen und anwendungsorientierte Fachkenntnisse rund um die Erzeugung gartenbaulicher Produkte und deren Vermarktung. Sie wählen dabei zwischen den Schwerpunkten Pflanzenbau und Ökonomie, um ihr Fachprofil zu schärfen. In allen Modulen stehen aktuelle Fragestellungen im Fokus, etwa zu den Auswirkungen des Klimawandels oder molekularbiologischen Züchtungsmethoden.

Besonderheit ist das integrierte Forschungssemester, in dem die Studierenden mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Projekten beispielsweise zu den Themen nachhaltige Produktion, vertikale Begrünung und Markenbildung arbeiten. Die Master-Thesis können Studierende – wie das zweite bzw. dritte Studiensemester – problemlos im Ausland absolvieren.

Der Studiengang richtet sich an Bachelor-Absolventinnen und Absolventen des Gartenbaus und der Biologie, ebenso wie an Botaniker, Landwirte und Agrarbiologen. Die Regelstudienzeit von drei Semestern gilt für Studierende mit Abschluss eines 7-semestrigen Bachelor-Studiums. Absolventinnen und Absolventen eines 6-semestrigen Bachelor-Studiums absolvieren in Abstimmung mit der Studiengangsleitung ein zusätzliches Semester.

Fakten, Fristen und Voraussetzungen auf einen Blick
Studienabschluss Master of Science
Regelstudienzeit 3 Semester für Absolvent/-innen eines 7-semestrigen Bachelor-Studiums; 4 Semester für Absolvent/-innen eines 6-semestrigen Bachelor-Studiums
Studienbeginn Sommersemester
Zulassungsvoraussetzungen B.Sc. Gartenbau oder vergleichbar Abschluss mit der Note 2,3 oder besser; 2 Referenzen (nur Kontaktdaten); Motivationsschreiben
Studienfachberatung Prof. Dr. Heiko Mibus-Schoppe
Bewerbung 15. Mai bis 15. Oktober 2018
Ihr Ansprechpartner für die Studienberatung
Heiko Mibus-Schoppe
Prof. Dr. Heiko Mibus-Schoppe
Gebäude 1000
Raum 301
Tel. +49 6722 502 532
Heiko.Mibus-Schoppe(at)hs-gm.de Details
Studieninhalte

In Forschungsprojekten und Modulen behandeln Studierende der Gartenbauwissenschaft pflanzenbauliche, technologische sowie betriebs- und marktwirtschaftliche Fragestellungen. Sie lernen wissenschaftliche Forschungsmethoden kennen und erwerben wichtige Schlüsselqualifikationen. Im ersten Studienjahr nehmen die Studierenden auch regelmäßig am „Current Topics“-Seminar teil.

Studierende mit Studienschwerpunkt Pflanzenbau vertiefen ihre Kenntnisse über gartenbauliche Produktion auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technologie. Kernmodule des ersten Semesters sind Ertragsphysiologie und Intensivproduktion unter Glas. Controlling und Strategisches Management sind die Kernmodule im 1. Semester des Studienschwerpunkts Ökonomie.

Eine junge Frau im weißen Laborkittel zupft einzelne Johnnisbeeren von einer Rispe. © Hochschschule Geisenheim
Eine junge Frau und ein junger Mann stehen in einem Gewächshaus auf den zwei Seiten einer begrünten Wand. © Hessen schafft Wissen – Steffen Böttcher
Eine junge Frau im Laborkittel untersucht eine offenbar mit Schädlingen befallene Tomatenpflanze.  © Hessen schafft Wissen / Steffen Boettcher
Bildschirmfoto einer modellierten Gurkenpflanze. © Hochschschule Geisenheim
Eine junge Frau im Laborkittel sitzt vor einem Mikroskop, das an einen Bildschirm angeschlossen ist. Neben ihr steht eine rot blühende Pflanze.  © Hessen schafft Wissen / Steffen Boettcher
Erdbeeren liegen auf einer runden, schwarzen Platte in einem Labor.  © Hessen schafft Wissen / Steffen Boettcher

Das Forschungssemester als wichtiger Baustein des Studiums

Im 2. Semester absolvieren die Studierenden je nach gewähltem Schwerpunkt ein oder zwei Forschungsmodule. Dabei profitieren sie von den modernen Laboren und großzügigen Forschungsflächen der Hochschule Geisenheim. Studierende arbeiten mit Wissenschaftlern und Doktoranden an aktuellen Forschungsprojekten und werden für ein Semester in die Arbeitsgruppe integriert. Dank dieses Konzepts lernen sie, wissenschaftliche Fragestellungen und Projekte eigenständig vorzubereiten, zu bearbeiten und durchzuführen. Wahlmodule wie Spezielle Phytomedizin, Energie und Umwelt, Virtuelle Pflanzen oder der Laborkurs Molekularbiologische Diagnostik ermöglichen den Studierenden darüber hinaus eine individuelle Schwerpunktbildung.

Auslandsaufenthalte als Sprungbrett für die internationale Karriere

Das dritte Semester dient ausschließlich zur Anfertigung einer in der Regel forschungsorientierten Master-Thesis. Diese können Studierende, ebenso wie das zweite oder dritte Studiensemester, selbstverständlich auch an einer Hochschule im Ausland absolvieren. Mit Partnerhochschulen in den USA, Neuseeland, Schweden und Dänemark hat die Hochschule Geisenheim konkrete Absprachen für ein Master-Semester im Ausland. Weitere Hochschulen und Länder sind in Absprache wählbar.

Studienverlaufsplan

1. Semester

Kernmodule Studienschwerpunkt Pflanzenbau Kernmodule Studienschwerpunkt Ökonomie Pflichtmodule für beide Schwerpunkte
Ertragsphysiologie (6 CP) Controlling (6 CP) Current Topics (6 CP)
Intensivproduktion unter Glas (6 CP) Strategisches Management (6 CP) Forschungsmethoden (6 CP)
    Wahlmodul I (6 CP)
Wahlmodule Pflanzenbau Wahlmodule Ökonomie Wahlmodule für beide Schwerpunkte
Controlling (6 CP) Ertragsphysiologie (6 CP) Wasserhaushalt und Bewässerung (6 CP)
Strategisches Management (6 CP) Intensivproduktion unter Glas (6 CP) Spezielle Biotechnologie (6 CP)

2. Semester

Kernmodule Studienschwerpunkt Pflanzenbau Kernmodule Studienschwerpunkt Ökonomie Pflichtmodule für beide Schwerpunkte
Wahlmodul II (6 CP) Forschungsmodul II (9 CP) Forschungsmodul I (9 CP)
Wahlmodul III (6 CP) Current Topics (6 CP) Wahlmodul I (6 CP)
Current Topics (3 CP)    
Wahlmodule für beide Schwerpunkte    
Laborkurs Molekularbiologische Diagnostik (6 CP) Spezielle Phytomedizin (6 CP) Energie und Umwelt (6 CP)
Virtuelle Pflanzen (6 CP) Persönlichkeitsentwicklung und Zeitmanagement (6 CP) Kaffee, Tee, Kakao (6 CP)
Biodiversität und Naturschutz (6 CP) Internationaler Gartenbau (6 CP) Ökophysiologie und spezielle Ernährungsfragen der Rebe (6 CP)

3. Semester

Pflichtmodul für beide Schwerpunkte
Master-Thesis (30 CP)
Vorlesungszeiten

Die Vorlesungszeiten und Prüfungszeiträume der Hochschule Geisenheim University werden im Senat der Hochschule beschlossen.

Die spezifischen Termine der Studiengänge und der Prüfungstermine (Klausuren) werden in der Geschäftsstelle Prüfungswesen festgelegt. Die Übersicht finden Sie in den spezifischen Informationen zu Ihrem Studiengang.

Berufliche Perspektiven für Absolventinnen und Absolventen

Studierende entwickeln im Master-Studiengang Gartenbauwissenschaft eine ausgeprägte Forschungskompetenz. Sie können nach dem Abschluss eine universitäre Forschungslaufbahn einschlagen oder an das Studium eine Promotion anschließen. Sie finden außerdem Stellen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen der grünen Branche.

Sechs kleine Pflänzchen liegen in einer Petrischale. Eine davon wird mit einer Pinzette entnommen.© Hochschschule Geisenheim
Eine junge Frau mit Laborkittel und blauen Laborhandschuhen betrachtet den Inhalt einer Petrischale von unten. © Hessen schafft Wissen – Steffen Böttcher
Eine Hand schiebt einen Objektträger unter ein Mikroskop. © Hochschschule Geisenheim

Mit ihren fachlichen, theoretischen und methodischen Kenntnissen sind die Absolventinnen und Absolventen gefragte Fachkräfte in einem sich ständig wandelnden Berufsfeld. Sie übernehmen Managementaufgaben in Betrieben der Garten- und Pflanzenbaubranche, sind im Qualitätsmanagement und in Prüfanstalten tätig. Weitere Berufsfelder sind Beratung und Öffentlichkeitsarbeit in privaten und öffentlichen Einrichtungen.

Mit dem Abschluss als Master of Science qualifizieren sich Gartenbauwissenschaftler insbesondere auch für Fach- und Führungsaufgaben in global agierenden Unternehmen. Denjenigen, die im Studium Erfahrung im Ausland gesammelt haben, eröffnen sich international vielfältige Karrieremöglichkeiten – sei es in der Züchtung, der grünen Biotechnologie oder dem Marketing.

Gartenbauwissenschaftliche Forschung an der Hochschule Geisenheim

Bewässerung, Klimawandel und virtuelle Pflanzen im Fokus

Die Forschung am Institut für Gemüsebau ist auf pflanzlichen Wasserhaushalt und Bewässerung, auf Produktqualität und auf die Auswirkungen des Klimawandels in der Gemüseproduktion ausgerichtet. Methodisch arbeiten wir primär mit Feldexperimenten und kombinieren diese mit der Systemmodellierung. Die so gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen der Entwicklung innovativer Technologien und ressourcenschonender Anbausysteme.

Das Ziel der Steuerbarkeit von Gemüsequalität durch Kulturmaßnahmen wird experimentell in Untersuchungen zu wertgebenden Inhaltsstoffen und zur Sensorik verfolgt. Zur zerstörungsfreien Analyse von Qualitätsparametern werden spektroskopische Verfahren getestet und evaluiert.

Die Erforschung des pflanzlichen Wasserhaushaltes im Kontext einer ressourcenschonenden Bewässerungssteuerung steht im Fokus unserer Forschung. Die Wirkung von Trockenstress auf physiologische Prozesse, Ertrag und Qualität werden in empirischen Studien und im Rahmen der Modell-basierten Systemanalyse („virtual crops“) untersucht. Entscheidungshilfesysteme zur Bewässerung von Freilandgemüse werden auf Grundlage der "Geisenheimer Steuerung" durch die Mitwirkung von Nutzern und Praktikern stetig verbessert.

In der Klimafolgenforschung werden die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Physiologie, Phänologie, Qualität, Ertrag und letztendlich auf Anbauverfahren von Gemüse ermittelt. In einem FACE- System (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) werden die Auswirkungen verringerter Wasserversorgung und erhöhter atmosphärischen CO2-Konzentration erforscht.

Obstbau – nachhaltig und produktiv!

Das Institut für Obstbau arbeitet in den Bereichen des Beeren-, Kern- und Steinobstes. Der Transfer grundlagenorientierter Erkenntnisse in eine nachhaltige Produktion ist oberstes Ziel. Die Hauptarbeitsgebiete sind zurzeit Züchtung und Züchtungsforschung bei Apfel, Birne und bei den Beerenobstarten Rote Johannisbeere und Stachelbeere. Aufbauend auf die Züchtung wird für kolumnare Apfelsorten ein neues Anbausystem erforscht. Weitere Schwerpunkte sind der Wasserhaushalt bzw. die Bewässerung obstbaulicher Kulturen und deren Ertragsphysiologie und Qualitätsbildung, u.a. auch im geschützten Anbau. Fragen zur Dormanz der Erdbeere und der räumlichen Modellierung phänologischer Phasen wie der Beginn der Blüte werden im Bereich klimabedingter Veränderungen des Anbaus erforscht.

 

Von A wie Aussaat bis Z wie Zucht - beim Thema Pflanzen blühen wir auf

In urbanen Innen- und Außenbereichen sind Zierpflanzen und Bäume extremen Umweltbedingungen ausgesetzt. Klimawandelbedingt werden Hitze- und Trockenstressereignisse in der Stadt zukünftig häufiger und in verstärkter Form auftreten und sich auf die dortigen Pflanzen auswirken. Solche Bedingungen stellen besondere Anforderungen an die Pflanzenselektion, die Pflanzenproduktion und die Pflanzenverwendung. Durch die Integration dieser Fachgebiete ist es an unserem Institut möglich, Pflanzen und ihre Physiologie über die gesamte Lebensdauer hinweg zu erforschen. Beginnend bei der Züchtung über die Produktion bis zur Vermarktung und Verwendung von Pflanzen gilt dies sowohl für einjährige Zierpflanzen als auch für jahrhunderte alte Gehölze. Um dieses breite Forschungsfeld zu bearbeiten haben wir internationale, nationale und regionale Netzwerke von Kooperationspartnern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen aufgebaut. Neben der Durchführung von grundlagenorientierten Forschungsprojekten legen wir großen Wert auf die Initiierung von angewandten Forschungsprojekten in Kooperation mit der Praxis, z. B. Zierpflanzenbetrieben, Baumschulen, Jungpflanzenbetrieben, Pflanzenzüchtern, Soft- und Hardwareherstellern, Städten und Verbänden. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Stressphysiologie von Pflanzen an urbanen Standorten, die Interaktionen von Mikroorganismen mit Pflanzen und die Verwendung vertikaler Begrünungssysteme im Innen- und Außenbereich.

Wir haben die Supply Chain im Blick

Das Institut für Frischproduktlogistik beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit vielfältigen Fragestellungen rund um die Logistik, Qualität, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln. Dabei steht bei nahezu allen Themen in Forschung und Lehre die ganzheitliche Betrachtung der Supply Chain von der Produktion bis zum Kunden im Fokus.

Durch das interdisziplinäre Team aus Logistikern, Ökonomen, Technologen und Agrarwissenschaftlern am Institut sowie durch die gute Vernetzung mit den anderen Instituten an der HGU gewähren wir Forschung und Lehre auf höchstem Niveau. Die engen Kontakte und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Unternehmen der Supply Chain „Lebensmittel“ sorgen außerdem für eine hohe Praxisrelevanz in Forschung und Lehre in einem zukunftsträchtigen Anwendungsbereich.

Das Institut organisiert darüber hinaus den bis dato in Deutschland einmaligen Studiengang „Logistik und Management Frischprodukte“.

Meine Wahl, an der Hochschule Geisenheim zu studieren, war goldrichtig. Das Studium zeichnete sich durch Arbeiten in kleinen Gruppen aus – eine intensive und individuelle Betreuung durch die Dozenten war kennzeichnend.Jan A. Solbach, Absolvent Gartenbau (B.Sc.) und Gartenbauwissenschaft (M.Sc.)