Martin Reiss

Dr. Martin Reiss

Postanschrift:Von-Lade-Straße 1
D-65366 Geisenheim
Vita
  • seit 06 / 2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HGU, Kompetenzzentrum Kulturlandschaft
  • seit 07 / 2019: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HGU, Landschaftsarchitektur, Inst. f. Landschaftsplanung und Naturschutz, Landschaftsentwicklung
  • 2011 - 2019: Post-Doc; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Geographie, Bodenkunde und Hydrologie
  • 2011: Promotion Dr. rer. nat. (Uni Marburg)
  • 2007 - 2011: Doktorand; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Geographie, Bodenkunde und Hydrologie
  • 2002 - 2007: Selbständig (Ökologische Gutachten, Naturschutzkartierungen, Landschaftsplanung und Renaturierung von Gewässern, Objektplanung im Garten- und Landschaftsbau)
  • 1996 - 2002: Studium Geographie, Botanik, Geologie in Tübingen und Marburg (Diplom-Geograph)
  • 1995 - 1996: Studium Landespflege in Nürtingen
  • 1993 - 1995: Berufstätigkeit als Landschaftsgärtner
  • 1989 - 1992: Ausbildung zum Gärtner, Fachrichtung Garten, Landschafts- und Sportplatzbau
Publikationen
Forschungsprojekte

Projektanfang: 01.07.2023
Projektende: 30.06.2026
Förderer: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Der Erhalt und die Vermehrung städtischen Grüns, insbesondere von Bäumen, spielen eine zentrale Rolle bei der Anpassung von Städten an den Klimawandel, da sie eine natürliche Kühlung ermöglichen. Größere Bäume transpirieren bis 500 Liter Wasser pro Tag. Schatten und Verdunstungskälte mindern den Effekt urbaner Hitzeinseln. Streusalz, Bodenverdichtung und Schadstoffe belasten Stadtbäume jedoch. Hitze und Trockenheit intensivieren sich, sodass Neupflanzungen oft nicht anwachsen und Bestandsbäume vermehrt absterben, bevor sie eine klimawirksame Größe erreichen. Alternative Baumsubstrate könnten hier Abhilfe schaffen und auch die Infiltration von Wasser aus Starkregenereignissen verbessern. Ein vielversprechender Ansatz sind Pflanzenkohle-Macadam-Substrate (PMS), d.h. definierte Gemische aus Gesteinsschotter, Pflanzenkohle und Kompost. Der Schotter ergibt nach Verdichtung eine befahrbare, aber porenreiche Struktur, die Raum und Luft für Wurzelwachstum schafft und hohe Niederschläge aufnehmen können. Durch die Herstellung der Pflanzenkohle wird zudem Biomasse-Kohlenstoff langfristig gebunden (Kohlenstoffsenken). PMS wurden in Stockholm entwickelt und werden bisher nur in Schweden, Österreich und der Schweiz angewendet. Das Ziel von "Black2GoGreen" ist der Aufbau eines Netzwerks aus Kommunen, kommunalen Betrieben, Verbänden sowie Herstellern von Pflanzenkohle und Substraten, um Wissen über bereits implementierte Lösungen nach Deutschland zu transferieren.

Projektanfang: 03.08.2022
Projektende: 01.08.2025
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, die zeitlichen Veränderungen der Makroinvertebratengemeinschaften im arktischen gletschergespeisten Fluss Vestari-Jökulsá seit 1996 zu untersuchen und relevante umweltbedingte Faktoren zu ermitteln. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Längsverteilung von Makroinvertebraten in von Gletschern gespeisten Bächen sind in den letzten Jahren immer stärker ins Bewusstsein gerückt. Es ist zu erwarten, dass mit der klimabedingten Gletscherschmelze auch die Wassertemperatur und die Gerinnestabilität in gletschergespeisten Bächen zunehmen werden. Nach einer Abnahme der α-Diversität in der Anfangsphase des höheren Abflusses aufgrund des Verlusts größerer Gletschermassen wird schließlich eine Zunahme der Taxa-Diversität (α-Diversität) und der Abundanz folgen, zusammen mit einer Aufwärtswanderung von flussabwärts lebenden Makroinvertebraten. In Island ist die aquatische Makroinvertebratenfauna sehr artenarm, und die isländischen Gletscherflüsse weisen die geringste Dichte und Vielfalt an benthischen Wirbellosen aller arktischen Flusstypen auf, was es der Wasserfauna erschweren könnte, sich an die sich rasch ändernden Umweltbedingungen anzupassen und es für Makroinvertebraten schwer wird flussaufwärts zu wandern. Die Reaktion benthischer Makroinvertebraten in arktischen, von Gletschern gespeisten Bächen auf künftige Umweltveränderungen könnte sich deutlich von derjenigen in Klimaregionen niedrigerer Breiten unterscheiden. Daher besteht ein Bedarf an vergleichenden experimentellen Studien, die die langfristigen Veränderungen von longitudinalen Mustern in gletschergespeisten Bächen in arktischen Regionen bewerten.

Projektanfang: 01.07.2020
Projektende: 31.10.2025
Förderer: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

In dem Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) stehen prioritäre Wildpflanzenarten für Ernährung und Landwirtschaft (WEL-Arten) im Fokus, die in der Regel keine Zielarten des behördlichen Naturschutzes darstellen. Dennoch wird auch für diese Arten, als Teil der biologischen Vielfalt nach § 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), die dauerhafte Sicherung gefordert. Für den Ausbau eines deutschen Netzwerks genetischer Erhaltungsgebiete sollen bundesweit WEL-Schirmarten und Kandidaten für genetische Erhaltungsgebiete (GenEG) aus WEL-Arten-Hotspots identifiziert sowie GenEG in bestimmten Regionen modellhaft umgesetzt werden. Bei diesem Konzept ist das GenEG nicht mehr auf einzelne Arten ausgerichtet, vielmehr stehen Hotspots von WEL-Arten unterschiedlicher Habitattypen im Fokus. Somit besitzt das MuD gegenüber bislang durchgeführten Projekten (Wildsellerie, Wildapfel, Wildrebe, Grünland), die stets von einem engen Artenspektrum, einer spezifischen Art oder ähnlichen Habitattypen ausgingen, einen erheblich breiteren und grundlegend neuen Ansatz. Weiter sollen - Arbeitsschwerpunkt der Hochschule Geisenheim im Projekt - Empfehlungen zur strukturellen Finanzierung erarbeitet werden, etwa durch Integration von Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen in die Entwicklungspläne für den ländlichen Raum (EPLR) der Bundesländer, mit Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und/oder der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP). Dies sind essenzielle, noch fehlende Komponenten einer In-situ-Erhaltungsstrategie für WEL-Arten. Im Gesamtergebnis entsteht ein GenEG-Auswahlverfahren für prioritäre WEL-Arten, welches ökonomisch effizient ist und in bestehendes Handeln des Naturschutzes und der Agrarfinanzierung integriert werden kann.

Hochschule Geisenheim
© Prof. Dr. Eckhard Jedicke

Projektanfang: 01.08.2019
Projektende: 30.12.2020
Förderer: Entwicklungsagentur RHEINLAND-PFALZ E. V.

In einem Kooperationsprojekt erarbeiten die Hochschulen Koblenz, Bingen und Geisenheim ein Rahmenkonzept zur kommunale Klimaanpassung im UNESCO-Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal. Es werden der Klimawandel im Welterbe-Gebiet Oberes Mittelrheintal gekennzeichnet, der Erkenntnisstand und die zu erwarteten Entwicklungen vor dem Hintergrund der globalen Entwicklungen und der bestehenden räumlichen Rahmenbedingungen beschrieben sowie kommunale Möglichkeiten zur Vorsorge, zur Vermeidung und Minimierung negativer Folgen des Klimawandels dargestellt. Link zum Abschlussbericht: https://www.hs-geisenheim.de/forschung/institute/landschaftsplanung-und-naturschutz/ueberblick-institut-fuer-landschaftsplanung-und-naturschutz/kachel-3-institut-lun/

Hochschule Geisenheim
© Prof. Dr. Eckhard Jedicke

Projektanfang: 01.05.2019
Projektende: 31.10.2022
Förderer: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Ziel des Projektes ist es, lokale und v.a. interkommunale Kooperationen auf- und zu einem konzertieren Handeln zur Anpassung an den Klimawandel im Weinbau am Beispiel des Rheingaus auszubauen. Innerhalb des Netzwerkes werden effektive, zukunftsgerichtete Handlungs- und Umsetzungskonzepte zur Klimaanpassung im Weinbau für verschiedene Akteursgruppen entwickelt und anhand von Gratis-Naturleistungen mit Hilfe des Ökosystemleistungs-Konzepts begründet. Resultierende Impulse münden in Maßnahmen zur Verringerung von Klimaschäden unter der Prämisse des Klimaschutzes und der bestmöglichen Erbringung von Ökosystemleistungen. Am Ende des Vorhabens stehen (a) das Netzwerk „KliA-Net_Weinbau" mit Akteursgruppen der Region, (b) eine Sensibilisierung und Befähigung der Akteure zu Klimaanpassungskompetenz anhand der praktischen Anwendung des Konzepts der Ökosystemleistungen, (c) die erfolgreiche Integration der klimasensiblen Handlungsbereiche in das lokale und regionale, insbesondere politische Handeln, (d) der Beginn einer breiten Umsetzung von konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen unterschiedlichster Akteure in der Weinbaulandschaft. Im Hinblick auf den stark ausgewiesenen Modellcharakter, nicht nur für andere Weinbauregionen Deutschlands und Europas, werden die entwickelten und angewendeten Methoden und Konzepte zugleich übertragbar sein auf andere Agrarsysteme wie Obst-, Gemüse- und Ackerbaugebiete. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Wuppertal Institut für Umwelt, Klima, Energie, der Stadt Eltville und dem Rheingauer Weinbauverband realisiert. Link zur Projekthomepage: https://klianet.de/

Hochschule Geisenheim
© Wuppertal Institut, Projekt KliA-Net