Hochschuldidaktik

Aktuell: Blitzlichter der digitalen Lehre!

Vor dem Hintergrund der Corona Pandemie, die die Arbeit der Dozierenden im ganzen Land vor völlig neue Herausforderungen gestellt hat, sind innerhalb des hessenweiten digLL Projektes viele schöne Beispiele einer gelungenen digitalen Lehre entstanden. Diese Beispiele wurden in kurzen Videosequenzen, den Blitzlichtern digitaler Lehre, gesammelt. Auch Geisenheim ist mit drei Best Practice Beispielen vertreten!

Einen Trailer, der die Ergebnisse in ca. 5 Minuten zusammenfasst, finden Sie hier.

Die einzelnen Interviews unter Beteiligung der Geisenheimer Dozierenden Eike Kaim, Larissa Strub und Yasmin Peters können Sie sich hier ansehen oder indem Sie das Bild anklicken.

Sehen Sie sich die Geisenheimer Best Practice Beispiele an, indem Sie auf das Bild klicken!

Synchrone oder asynchrone Lehre - eine zentrale Frage für eine optimale Gestaltung der Lehre!

Die Frage, die sich Lehrende bei der Planung ihrer Lehrveranstaltung stellen müssen, lautet nicht „Lehre ich digital oder nicht?“ sondern viel mehr „Was macht didaktisch Sinn und was nicht?“ Die technischen Möglichkeiten allein rechtfertigen nicht den Einsatz von eLearning-Elementen. Auch gibt es kein Entweder-oder – die Mischung aus synchroner und asynchroner Lehre macht den Unterschied! In welchem Maße eLearning sowohl in synchronen als auch in asynchronen Lerneinheiten zum Einsatz kommt, muss didaktisch hergeleitet werden und kann je nach Bedarf und Zielsetzung unterschiedlich ausfallen.

Was ist der Unterschied zwischen synchroner und asynchroner Lehre?

Synchrone Lehre bedeutet, dass Lehrperson und Studierende gleichzeitig in einem fest definierten Zeitraum mit fixem Start- und Endzeitpunkt an einer Lehrveranstaltung teilnehmen. Asynchrone Lehre hingegen findet orts- und zeitunabhängig statt. Lehrperson und Studierende treffen also nicht direkt aufeinander.

Beide Varianten können sowohl digital als auch analog umgesetzt werden. Eine Kombination aus synchroner und asynchroner Lehre verleiht Ihnen mehr Flexibilität und Sie können gezielt auf Lerndefizite eingehen. Die Studierenden können ihr Lerntempo selbst bestimmen und entwickeln Schlüsselkompetenzen wie Selbstorganisation, Zeitmanagement und Medienhandlungskompetenz.

Synchrone Lehre

Lehrinhalte selektieren

Was muss in die synchrone Lehre? Insbesondere Inhalte, die gemeinsam erarbeitet und hergeleitet werden müssen oder aufgrund ihrer Komplexität nicht selbsterklärend sind, sollten in gemeinsamen Sessions behandelt werden.

Reine Vorlesungsformate vermeiden

Die Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt, besonders bei Online-Formaten. 90minütige Vorlesungen per Online-Seminar ohne methodischen Wechsel fördern keinen nachhaltigen Lernerfolg.

Gemeinsame Zeit mit Studierenden nutzen

Die Zeit mit den Studierenden ist kostbar (2-4 SWS). Nutzen Sie sie daher gewinnbringend zur Diskussion und Vertiefung. Geben Sie den Studierenden Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Inhalte gemeinsam ggf. auch praktisch einzuüben.

Studierende aktivieren

Insbesondere in Online-Formaten kann es mitunter herausfordernd sein, die Studierenden zur aktiven Mitarbeit zu motivieren. Nutzen Sie verschiedene aktivierende Methoden wie bspw. Live Votings oder Breakout Rooms.

Weitere Informationen finden Sie im Handout "Online-Seminare didaktisch sinnvoll gestalten."

Studierende präsentieren lassen

Präsentationen erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema und fördern neben fachlichen auch weitere Kompetenzen wie Präsentations- und Medienhandlungskompetenz.

Asynchrone Lehre

Reine Wissensvermittlung auslagern

Insbesondere theoretisches oder prozessuales Wissen lässt sich zielführend in asynchronen Formaten wie Lernmodulen oder Lernvideos vermitteln. Die Studierenden können diese Formate in ihrem eigenen Tempo und zu einem günstigen Zeitpunkt rezipieren.

Quizzes zur Lernfortschrittskontrolle nutzen

Formatives eAssessment – also unbenotete Tests stellen ein wirkungsvolles Tool zur Vertiefung von Inhalten dar. Durch spielerische Elemente wie „Joker“ oder Highscore-Listen kann die Motivation und Akzeptanz dieser Formate zusätzlich gesteigert werden.

Neben den Studierenden erhalten auch Sie als Lehrperson einen Überblick über den Lernfortschritt der Studierenden und können die Lehre entsprechend anpassen!

Verschiedene Kommunikationskanäle nutzen

Asynchrone Lehre bedeutet nicht, dass der Kontakt zwischen Lehrperson und Studierenden zum Erliegen kommt. Er ist sogar umso wichtiger! In ILIAS stehen Ihnen verschiedene Kommunikationskanäle zur Verfügung (z.B. Forum, Chat, Sprechstunden-Verwaltung).

Feedback geben

Rückmeldungen sind ein entscheidendes Puzzleteil im Lernprozess. Dabei sollte nicht nur „korrigiert“ werden, sondern es sollte konkrete Hilfestellungen wie weiterführende Informationen, Lösungshinweise oder Tipps zu Lernstrategien geben.

Feedback lässt sich sowohl voll automatisiert oder individualisiert in zahlreichen Tools in ILIAS (z.B. Test, Übung, Lernmodul) übermitteln. Auch Peer-Feedback – also die gegenseitige Beurteilung unter Studierenden – lässt sich in ILIAS sehr gewinnbringend umsetzen.

Kollabratives Arbeiten fördern

Gemeinschaftliches Arbeiten wirkt sich positiv auf die Motivation der Studierenden aus und fördert zudem Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Selbstorganisation.

In ILIAS lassen sich die organisatorischen und didaktischen Rahmenbedingungen für kollaboratives Arbeiten in verschiedenen Tools (z.B. Übung, Wiki, Datensammlung) umsetzen.

Kompetenzorientierte Lehre: Constructive Alignment, Feedback und Formative Prüfungen

Dem übergeordneten bildungspolitischen Ziel, den Fokus der Hochschulen im Bereich Lehre auf den Kompetenzerwerb der Studierenden zu richten, wird an der Hochschule Geisenheim University auf Grund der sehr praxisnahen Studiengänge eine besondere Bedeutung beigemessen. Neben Fach- und Methodenkompetenzen werden verstärkt auch fächerübergreifende Schlüsselkompetenzen wie bspw. Analysefähigkeit, Selbstorganisation und Medienkompetenz vermittelt. Diese Kompetenzorientierung hat in der Hochschuldidaktik den „shift from teaching to learning“ (Biggs/Tang 2007) angestoßen und stellt den Studierenden in den Mittelpunkt der Lehr- / Lernkonzepte. Das eLearning-Team setzt bei der Umsetzung der Kompetenzorientierung auf drei Säulen: Constructive Alignment, Feedback und Formative Prüfungen.

Constructive Alignment

Was Dozierende lehren und was Studierende lernen steht leider nicht immer auf dem selben Blatt. Der Grund dafür ist einfach: Lehrende konzipieren ihre Lehrveranstaltungen in der Regel auf Grundlage der zu vermittelnden Inhalte während Studierende den Fokus auf das Prüfungsergebnis legen.

Die Lösung ist ebenfalls einfach - zumindest auf den ersten Blick: Constructive Alignment heißt das Stichwort.

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Klicken Sie auf das Bild und lassen Sie sich von Professor Smart das Modell des Constructive Alignment erklären.

Feedback

Lehren und Lernen bestehen aus Interaktion. Das trifft auf digitale Lernformate ebenso zu wie auf klassische Präsenzlehre. Feedback ist daher für jede Art der Lehre ein entscheidender Erfolgsfaktor. Bei einem Online-Test ist beispielsweise die Richtig-/Falsch-Rückmeldung der gegebenen Antwort die einfachste Form des Feedbacks. Allerdings ist diese Form nur wenig hilfreich, um den Lernerfolg nachhaltig zu steigern. Genauso wenig, wie nur die bestmögliche Antwort zurückzumelden.

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Formative Prüfungen

Am Ende einer Lehrveranstaltung steht in der Regel eine abschließende Prüfung, die über die Note der Studierenden entscheidet. Insbesondere extrinsisch motivierte Studierende neigen dazu, erst auf den letzten Drücker mit dem Lernen zu beginnen und sich dabei ausschließlich auf den prüfungsrelevanten Stoff zu fokussieren. Doch diese Art des Lernens behindert einen nachhaltigen Kompetenzerwerb, da die Inhalte nicht vertieft werden und oft schon kurz nach der Prüfung wieder in Vergessenheit geraten. Eine Lösung liegt im Ansatz der Formativen Prüfungen (Formatives Assessment).

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