Professor Müller-Thurgau-Preis

Der Professor Müller-Thurgau-Preis

Der Professor Müller-Thurgau-Preis wird von der VEG-Geisenheim Alumni Association e.V. als Dank und Anerkennung an Persönlichkeiten verliehen, die sich in vielen Jahren um die Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst und Gartenbau (Ingenieurschule, Fachhochschule/Forschungsanstalt - heutige Hochschule Geisenheim University) in Geisenheim, insbesondere durch die Erhaltung und Förderung von Lehre oder Forschung bzw. um die Belange ihrer Studierenden außergewöhnlich verdient gemacht haben.

Dr. Hermann Müller - sein Leben und Wirken

"Der Botaniker, Biologe, Phytopatologe, Züchter und Lehrer Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Müller (Thurgau)  war erster Leiter der pflanzenphysiologischen Versuchsstation in Geisenheim. Er hat in dieser Zeit und während seiner späteren Tätigkeit als Gründer und Leiter der Eidgenössischen Versuchsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Wädenswil (Schweiz) menschliche Impulse gegeben und wissenschaftliche Leistungen vollbracht, die weit über seine Zeit hinauszeichnen. "

Verleihung des Professor Müller-Thurgau-Preises 2018 - "coole Hochschule"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Robert Lönarz zeichnen Dr. Franz Josef Jung und seinen Neffen Ingmar Jung für Verdienste um „coole Hochschule“ aus.

 

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Kontakt

Präsident
Dipl-Ing. Robert Lönarz
VEG-Geisenheim Alumni Associtaion e.V.
- Geschäftsstelle -
Von-Lade-Str.1
65366 Geisenheim 
praesident(at)geisenheimer.de

Preisträger

Paul Meuer (2017)
ehem. Vorstandsvorsitzender Rheingauer Volksbank eG

"GEISENHEIM - Mit dem Müller-Thurgau-Preis hat die Alumni-Vereinigung der Hochschule Geisenheim Paul Meuer im Rahmen von Open Campus ausgezeichnet. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Rheingauer Volksbank habe als „Bindeglied zwischen der wissenschaftlichen Einrichtung und den Winzern vor Ort“ agiert, so die Hochschule. Zudem hat Meuer den Rheingauer-Volksbank-Preis für Bachelor-Arbeiten aus dem Fach Weinbau und Oenologie ins Leben gerufen.

Der erste, der in einem Müller-Thurgau-Weg wohnt

Seit 1972 zeichnet die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer (VEG) Persönlichkeiten mit dem Professor-Müller-Thurgau-Preis aus, die sich um die Hochschule besonders verdient gemacht haben. Der 28. Preisträger ist der erste, der in einem Müller-Thurgau-Weg wohnt und nicht aus der Branche kommt: Diplom-Bankbetriebswirt Paul Meuer. Von 2007 bis zu seinem Ruhestand im Sommer 2017 leitete er die Rheingauer Volksbank als Vorstandsvorsitzender. Preisurkunde und Kristallkaraffe übergab ihm VEG-Präsident Robert Lönarz bei der Jahreshauptversammlung im Müller-Thurgau-Haus auf dem Campus. Zuvor würdigte Klaus Schaller, ehemaliger Direktor der Forschungsanstalt, Meuers Verdienste.

Im Haus des Professors Hermann Müller-Thurgau, der in Geisenheim 1882 die nach ihm benannte Rebe züchtete und mit dem Ausbau der kaiserlichen Lehranstalt das Fundament der Hochschule legte, betonte Professor Schaller die gute Wahl der VEG. 1952 in Rüdesheim geboren, schloss Paul Meuer 1974 die Ausbildung zum Bankkaufmann nach dem Abitur in Geisenheim und Wehrdienst in Lorch „exzellent“ ab. Vor und nach dem Studium übernahm er im Wechsel bei der Wiesbadener und Rheingauer Volksbank verantwortungsvolle Funktionen. Dabei habe Meuer die Hochschule vielfältig gefördert, an der zuvor „das Interesse der Bankenwelt nie hoch“ war, sagte Schaller. Der „Wahrer der Region und Identität“ habe erst Forschung und Lehre gefördert, indem er „unprätenziös in Geldangelegenheiten“ beriet und sich dann „mutig“ mit dem „Bankenableger Winzerbedarf“ für den regionalen Handel eingesetzt habe. Zudem habe er den seit 2007 verliehenen und mit 1000 Euro dotierten Preis der Rheingauer Volksbank für herausragend Abschlussarbeiten der Studenten initiiert. Schaller erklärte an Beispielen, wie sie die Weinbau-Praxis von der Züchtung bis zur Betriebsplanung vorantreiben. Der Preis zwinge Dozenten, bei der Sichtung der Arbeiten „Schätze zu heben“ und öffne den ausgezeichneten Absolventen international Türen. Schaller dankte Meuer, wie er über den Ruhestand hinaus den Preis garantierte: „Die Volksbank hat zugesichert, dass er dauerhaft im Spendenportfolio verankert bleibt.“ Schallers und Lönarz’ Lob gab Meuer zurück.

„Den Preis haben wir ja zusammen initiiert“, sagte Meuer und betonte: „Die Hochschule trägt den Namen Rheingau in die ganze Welt.“ Die Leistung in Forschung und Lehre sorge für „herausragende Ergebnisse in der Praxis“. Davon profitierte wiederum nicht nur, aber vor allem der Wein, „von dem unsere Region maßgeblich lebt“, erklärte Meuer die Wechselbeziehung. Er dankte umgekehrt für die „gute, angenehme und intensive Zusammenarbeit“ mit der Hochschule. Den Preis nehme er „stellvertretend für unsere vielen Mitarbeiter an“.Auszug aus Wiesbadener Kurier, 5.9.2017 von Christine Dressler
http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/geisenheim/paul-meuer-von-geisenheimer-alumni-mit-mueller-thurgau-preis-ausgezeichnet_18157440.htm

Ferdinand Staab (2016)
Professor Müller-Turgau-Preisträger Dipl.-Ing. Wolfgang Heeß (2002), Dipl.-Ing. Ferdinand Staab (2016), Prof. Karl Bayer (2011), Prof. Wolfgang Prollius (2015)

Der Müller-Thurgau Preis 2016 ging an den Rebenveredler und Rebenzüchter Ferdinand Staab. Er studierte von 1966 bis 1969 selbst in Geisenheim und widmete den Preis allen Rebenveredlern. Kurz nach seinem Studium starb sein Vater und Herr Staab übernahm den elterlichen Rebenveredlungsbetrieb. Die Rebenveredlung stand hier aber noch ganz am Anfang. Zwar war bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Verwendung amerikanischer Unterlagen als elegante biotechnologische Bekämpfung der Reblaus erkannt worden, dennoch war die Verwendung von Unterlagen aus Quarantänegründen in Deutschland bis Mitte der 1930er Jahre nicht generell zugelassen. Mitte der 1960er Jahre entwickelte Helmut Becker Chinosol zur Rebenhygiene. Es folgten 1971 die Einführung der Omega-Veredlung und ab 1977 der Einsatz der Mulchfolie. All diese Techniken waren wichtige Entwicklungsschritte, erforderten jedoch auch eine Anpassung an die betrieblichen Verhältnisse. Man half sich gegenseitig, besichtigte Ende des Sommers die Rebschulen der Mitglieder, besprach Probleme und suchte gemeinsam nach Lösungen. Hierbei spielte Herr Staab ab 1969 als Vorsitzender des Arbeitskreises der Hessischen Rebveredler und Mitglied des Bundesvorstands der deutschen Rebenpflanzguterzeuger eine wichtige Rolle. Ab Mitte der 1980er Jahre erfolgte die Einführung virusgetesteter Edelreis- und Unterlagssorten. Herr Staab übernahm hier die Vorstufen- und Basisvermehrung für Geisenheim. ,,Insbesondere auch Dank der hervorragenden Kommunikation und guten Beziehungen durch den Preisträger habe sich im Bereich der Rebenzüchtung viel getan“, so Prof. Dr. Ernst Ruehl vom Institut für Rebenzüchtung.

In seiner Dankesrede erzählte er, dass sein verstorbener Vater damals davon träumte, dass er promoviert. ,,Nun habe ich sogar einen Professor: den Professor Müller-Thurgau- Preis“, lächelte Staab. ,, Ich liebe die super Zusammmenarbeit mit den Kollegen der Geisenheimer Rebenzüchtung, es ist wie eine Familie der Rebenveredler. Diese und langjährige Verbundenheit zu den Kunden machen es mir nicht leicht, dass Leben nach den Reben zu leben“, ergänzte der Preisträger weiter.

Herr Staab verfügt über einen großen Gemeinschaftssinn, ist hilfsbereit, ausgleichend und sieht in den anderen Rebenveredlern den Kollegen, nicht den Konkurrenten.

Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius (2015)

In einer Feierstunde im Park der Villa Monrepos auf dem Campus der Hochschule Geisenheim University wurde am 12. September 2015 Professor Wolfgang Prollius mit dem Professor Müller-Thurgau-Preis 2015 ausgezeichnet. U.a. nahmen der Hochschul-Präsident Prof. Dr. Hans Reiner Schultz und die früheren Preisträger Prof. Dr. h.c . mult. Clemens Klockner und Prof. Dr. Klaus Schaller, sowie Bürgermeister Frank Kilian, an der Feierlichkeit teil.

Der zuvor in seinem Amt bestätigte Präsident der Geisenheimer Alumni-Vereinigung, Robert Lönarz, überreichte als Vorsitzender des Kuratoriums die Urkunde und die wertvolle Glas-Skulptur (gesponsert von der Firma Schott-Zwiesel).

Nur wenige Meter von Professor Prollius alten Wirkungsstätte entfernt, dem Hörsaal 10, lauschten die Gäste gespannt der Laudatio. Diese wurde vorgetragen vom derzeitigen Studiengangsleiter des Studiengangs Landschaftsarchitektur Prof. Klaus Werk.

Der Professor Müller-Thurgau Preis wird als Dank und Anerkennung an Persönlichkeiten verliehen, die sich in vielen Jahren um die Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst und Gartenbau (Ingenieurschule, Fachhochschule, heute Hochschule Geisenheim University ) in Geisenheim, insbesondere durch die Erhaltung und Förderung von Lehre oder Forschung bzw. um die Belange ihrer Studierenden außergewöhnlich verdient gemacht haben.

Namensgeber der Auszeichnung ist der Botaniker, Biologe, Phytopatologe, Züchter und Lehrer Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Müller (Thurgau), der erster Leiter der pflanzenphysiologischen Versuchsstation in Geisenheim war. Er hat in dieser Zeit und während seiner späteren Tätigkeit als Gründer und Leiter der Eidgenössischen Versuchsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Wädenswil (Schweiz) menschliche Impulse gegeben und wissenschaftliche Leistungen vollbracht, die weit über seine Zeit hinauszeichnen.
Wir gratulieren Professor Wolfgang Prollius für seine verdiente Auszeichnung!

Das Leben und Wirken von Wolfgang Prolius hat der ehemalige Präsident der Hochschule RheinMain (ehemals FH Wiesbaden), Prof. Dr. h.c. mult. Clemens Klockner in einem Journalbeitrag aus dem Jahr 2007/08 festgehalten:

(aus seiner Laudatio auf Prof. Wolfgang Prollius anlässlich der Fachtagung „Die Qualität von städtischen Grün flächen – Anspruch und Realität“, Geisenheim, 6. Juni 2007)

“ Professor Wolfgang Prollius, scheidet mit dem Ende des Monats August 2007 offiziell aus den Diensten unserer Hochschule, seines Fachbereichs Geisenheim und seines Studiengangs Landschaftsarchitektur aus. Ich selbst konnte als damals noch junger Rektor der Fachhochschule Wiesbaden
im Jahre 1987 Wolfgang Prollius als Professor im Fachbereich Gartenbau und Landespflege, Vertiefungsrichtung Landschaftsbau mit den Lehrinhalten Projektplanung, Bauabwicklung und Darstellungstechnik einstellen. Ich erinnere mich noch genau an dieses erste Berufungsgespräch: Hier hatte ich erstmals ein „eigenes Gewächs“ vor mir sitzen. Wolfgang Prollius hatte nach Gärtnerlehre und Gesellenjahren in Deutschland und der Schweiz in der Zeit von 1964 – 1967 in Geisenheim, Studienrichtung Gartenarchitektur und Landschaftspflege, studiert und das Studium als Ingenieur erfolgreich abgeschlossen. Dass er nach den Geisenheimer Studienjahren und einer einschlägigen Berufspraxis als Ingenieur in Berlin bei renommierten
Firmen an der Technischen Universität Berlin, Fachbereich Landschaftsbau, Studienrichtung Landschaftsplanung (1973 – 1975) erfolgreich studierte, war einer der Türöffner, eine Professur in Geisenheim zu erlangen. Von mindestens genau so hohem Gewicht war seine herausragende berufspraktische Tätigkeit im Anschluss an das Berliner Studium als Leiter des Gartenamtes Bremen-Nord (1976 – 1986), er stand hier einem Aufgabenbereich mit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 480 Hektar zu betreuenden öffentlichen Grünflächen vor. Der Stadt Mannheim,die ihn 1986 zum Leiter des Grünflächenamtes berufen hatte, haben wir dann Wolfgang Prollius einfach weggeschnappt.


Ich habe Wolfgang Prollius in den 20 Jahren seiner Hochschullehrertätigkeit als einen am Hochschulort Geisenheim äußerst „präsenten“ Kollegen wahrgenommen. Die Präsenz in Geisenheim, wobei sich diese nicht an der Deputatspflicht von 18 SWS ausrichtete, wurde als eine wesentlich umfassendere verstanden. Das Credo von Wolfgang Prollius lautete: Die Ansprechbarkeit für Studentinnen und Studenten darf sich nicht auf die Sprechzeiten beschränken, der Professor soll für die Studierenden ganzheitlich da sein. Wolfgang Prollius hat das vorbildlich praktiziert.
Er war ein Professor, dem die gute Lehre ein Herzensanliegen war, der dieselbe gut vor- und nachbereitete. Wolfgang Prollius hat mit großen Engagement
die Studienfachberatung, die sehr zeitaufwendig ist, über all die Jahre höchstverantwortlich wahrgenommen.
Die Vielzahl der von ihm durchgeführten Exkursionen, oft in der vorlesungsfreien Zeit, die vor allem der Studierenden der Vertiefungsrichtung „Ingenieurwesen im Landschaftsbau“ zugute kamen, unterstreichen einen weiteren Teil seiner Hochschullehreraktivitäten.
Von der kraftkostenden intensiven Betreuung von über 200 Diplomarbeiten, dem Aufbau neuer Lehrveranstaltungen, der Betreuung von Projekten, der Koordination und Betreuung von Lehrbeauftragten in den vergangenen 20 Jahre ganz zu schweigen.
Wolfgang Prollius hat auch wesentliche Aufgaben in den Selbstverwaltungsgremien seines Fachbereichs, seiner Hochschule wahrgenommen. Er war zu Beginn der 90er Jahre Dekan seines Fachbereichs, über mehrere Perioden hinweg Mitglied des Fachbereichsrates und des Rats der Fachhochschule Wiesbaden, Vorsitzender diverser Berufungskommissionen.

Wie er zu Beginn der 90er Jahre auch noch die Kraft hatte, wissenschaftspolitische Verantwortung in den neuen
Bundesländern zu übernehmen, ist vielen von uns ein Rätsel gewesen:
Wolfgang Prollius übernahm 1991/92 als Vorsitzender der Fachkommissionen zur Gründung der Fachbereiche Gartenbau und Landespflege an der Fachhochschule Erfurt eine große Verantwortung für diese Fachhochschulneugründung. Er hatte den Vorsitz der Berufungskommissionen von insgesamt
18 Professuren an der neuen Fachhochschule Erfurt inne. An der Erarbeitung der Lehrinhalte, Studien- und Prüfungsordnungen bei den Erfurter Gartenbauern und Landschaftspfleger hatte er einen großen Anteil.


Wie eng Wolfgang Prollius im Dialog mit den Berufsverbänden, mit Firmen und Planungsbüros sowie den berufsständigen Vereinigungen stand und steht, wird bei der heutigen Fachtagung hier in der Villa Monrepos in Geisenheim einmal mehr deutlich.
Wolfgang Prollius hat sich um die akademische Ausbildung der Landschaftsarchitekten hier bei uns in Geisenheim und in Erfurt sehr verdient gemacht,
dafür möchte ich ihm an diesem Tag ein herzliches Wort des Dankes sagen.“

Peter Jost (2014)
Peter Jost per Videobotschaft zugeschaltet

Herr Jost absolvierte von 1968 bis 1971 in Geisenheim sein Weinbau-Studium und blieb der Hochschule über all die Jahre hinweg verbunden. Er übernahm 1975 das Familienweingut Hahnenhof in Bacharach von seinem Vater, welches aus zwei Teilen besteht. Zehn Hektar in Bacharach und fünf Hektar in Walluf. Beide Betriebsteile sind Mitglied im VDP. Der Bacharacher Hahn, ein Weinberg mit Steigungen bis 70 Prozent ging nahezu in den Eigenbesitz über und damit war das bedeutendste außenbetriebliche Arbeitsfeld der Steillagenbewirtschaftung zugehörig. Mittlerweile ist Tochter Cecilla in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und führt seit einigen Jahren nach dem Studium- ebenfalls in Geisenheim- das Weingut Hahnenhof in Bacharach. Sie nahm auch den Preis stellvertretend für den Vater an, der auf Geschäftsreise in Asien unterwegs war. Der Müller-Thurgau-Pokal, gesponsert durch die Firma Schott- Zwiesel, sowie die Urkunde, wurde von VEG-Präsident Robert Lönarz, ausgehändigt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Werner Rühling, der langjährige Leiter des Instituts für Technik der ehemaligen Forschungsanstalt Geisenheim.

Steillagenweinbau zu verbessern, zu vereinfachen, zu optimieren: Lösungen für dieses Problem hat Peter Jost in entsprechenden Ausschüssen wie etwa dem Ausschuss für Technik im Weinbau (ATW) angestoßen und gemeinsam mit den aktuellen Erkenntnissen der Forschung auch gefunden. ,, Es ist für mich eine große Ehre und ich bin sehr stolz darauf“, zeigte er sich ebenso überrascht wie erfreut über die Auszeichnung. Mit diesem Preis sieht er nicht nur den Steillagenweinbau gewürdigt, sondern auch den Auftrag, Ideen an nachfolgende Generationen weiterzugeben und die Kulturlandschaft Mittelrhein zu erhalten.

Verlegerfamilie Meininger (2013)

Mit der Preisverleihung der Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer (VEG) soll die hervorragende Arbeit des Verlages Meiningerund der Familie Meininger im deutschen Weinbau und für den deutschen Weinbau, aber insbesondere die Verdienste für den Wissenschafts- und Studienort Geisenheim gewürdigt werden. Die Kontakte zu Geisenheim sind sehr unterschiedlich und teilweise sehr alt.  Der Meininger-Verlag stellt der Hochschule Geisenheim Weine, mehrere tausend Flaschen, aus Verkostungsaktionen zur Verfügung, die im Rahmen des Wiesbadener Ostermarktes  versteigert werden und einen jährlichen Erlös von rund 12000 Euro erbringen, die in die Förderung von Hochbegabten in Geisenheim fließen, so der Vizepräsident der Hochschule, Prof. Dr. Otmar Löhnertz, der die Laudatio hielt.

Professor Dipl.-Kfm. Karl Bayer (2011)

Seit 1971 wird der „Müller-Thurgau-Preis“ an Personen vergeben, die sich um die Lehre und Forschung sowie die Belange der Studenten in Geisenheim besonders verdient gemacht haben.2011 wurde dieser Preis an Karl Bayer verliehen. Die Verleihungsrede hielt der ehemalige Präsident der Hochschule Rhein-Main Professor Clemens Klockner – im Jahre 1992 selbst Müller-Thurgau-Preisträger.

 Karl Bayer wurde an der Mosel geboren und verlor nie den Bezug zum Weinbau. Auch als er nach dem Studium der Betriebswirtschaft in der Industrie arbeitete, führte er über 20 Jahre hinweg den elterlichen Betrieb im Nebenerwerb weiter. Mitte der 1960er Jahre führte Bayers beruflicher Werdegang nach Geisenheim, wo er zunächst in Forschungsprojekten, ab 1969 fest als Mitarbeiter am Institut für Betriebswirtschaft und Marktforschung arbeitete.

1971 wurde Karl Bayer Hochschullehrer in Geisenheim; in dieser Funktion war er von 1976 bis 1982 und dann wieder von 1990 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 Dekan des damaligen Fachbereichs Weinbau und Getränketechnologie.

Bayer nutzte sein Amt, um die Arbeitsmarktchancen der Geisenheimer Absolventen zu verbessern und die Berufsabschlüsse aufzuwerten. Er sorgte ebenso für die Wiedereinführung des Aufbaustudiengangs Oenologie in Kooperation mit der Uni Gießen und die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Lehre im Weinbau. Ausserdem gilt er in Geisenheim auch als Vater des Studiengangs „Ökologischer Weinbau“. Erst durch seine Studien bezüglich der „Absatzmöglichkeiten ökologisch erzeugter Weine“ gewann dieser Zweig an wirtschaftlicher Bedeutung. Klockners Fazit lautete: „Karl Bayer hat sich um den Lehr- und Forschungsstandort Geisenheim sehr verdient gemacht. Mit der Verleihung des diesjährigen Müller-Thurgau-Preises wird dieser Einsatz für Geisenheim zu Recht gewürdigt“.

Karl Bayer reagierte jedoch mit Bescheidenheit: „Zuviel der Ehre“ sei seine erste Reaktion gewesen, als er von der Nominierung erfahren habe. Die Satzung zur Preisverleihung schreibe vor, „dass der Preisträger über viele Jahre sich für die Erhaltung und Förderung von Lehre und Forschung außergewöhnlich verdient gemacht hat“. Er aber habe in seiner 18-jährigen Tätigkeit als Fachbereichsleiter bzw. Dekan nur seine Arbeit getan und „nichts Außergewöhnliches feststellen können, was zur Preisverleihung hätte reichen können“.So nahm Bayer den Preis auch als Anerkennung der Arbeit seiner Mitarbeiter, die ihn all die Jahre unterstützten. Verbunden mit dem Dank war das Versprechen, „Geisenheim als Forschungs- und Hochschulstandort stets zu unterstützen, wo immer sich die Gelegenheit bietet und soweit es meine altersbedingten Fähigkeiten noch zulassen.“

Renate Werum (2010)

Frau Dipl.Ing. Renate Wurm erhielt 2010 für Ihre großen Verdienste, um den Forschungs- und Studienstandort Geisenheim und der VEG, den Professor-Müller-Thurgau-Preis.

Frau Werum konnte den Preis leider nicht mehr persönlich entgegennehmen, da sie Ende September 2009 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Den seit 1072 verliehenen Preis nahm ihr Mann Heiner Werum, selbst ein Geisenheimer Gartenbau- Ingenieur, in Empfang. Der frühere Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim Klaus Schaller würdigte ihre Verdienste. Renate Werum kam 1980 als Gartenbau- Studentin nach Geisenheim und blieb dann als Labor-Ingenieruin. Sie wurde außerdem zur Sicherheits- und Konfliktbeauftragten, war Teil des Personalrats und kümmerte sich um die Hochschulpolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Auch als Vizepräsidentin der Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer e.V. zeigte sie immer großes Engagement.

Auszug aus Gemüse mit Gemüsebau, Das Magazin für den profesionellen Gemüsebau, 2010:

Ehrung für Renate Werum

Wie dem Auszug aus dem „Wiesbadener Kurier” vom 19. Juli 2010 zu entnehmen ist, erreichte Renate Werum die Nachricht, dass sie den Müller-Thurgau-Preis erhalten soll, noch auf dem Krankenbett.

In Händen halten konnte sie die Auszeichnung nicht mehr: Ende September 2009 starb die Wissenschaftlerin 50-jährig an Krebs. 
Forschungsanstalt und Hochschule Geisenheim ehrten sie nun posthum im Rahmen der Absolventenfeier. Den seit 1972 verliehenen Müller-Thurgau-Preis nahm ihr Mann Heiner Werum in Empfang.  Zuvor ging der Preisträger und frühere Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, Klaus Schaller, auf die Verdienste Renate Werums ein, die 1980 als Gartenbau- Studentin der Fachrichtung Gemüsebau nach Geisenheim kam.  Ihre Diplomarbeit hatte den Nitratgehalt in Möhren zum Thema.  Als Labor-Ingenieurin blieb sie vor Ort, was Schaller als „Glücksmoment“ für beide Seiten charakterisierte. Werum wurde Sicherheits- und Konfliktbeauftragte, gehörte dem Personalrat an, kümmerte sich um Hochschulpolitik und Öffentlichkeitsarbeit.  Alles in allem war Renate Werum eine „hoch motivierte Geisenheimerin“. Großes Engagement brachte sie auf für die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer (VEG) e.V. auf, deren Vizepräsidentin sie war.  Zum Gedenken an Renate Werum wächst nun eine Säulenbuche im Park der Forschungsanstalt.“

Bilderreihe

Professor Dr. Klaus Schaller (2009)

Die Preisverleihung des Professor Müller-Thurgau-Preises an Prof.Dr. Klaus Schaller, scheidender Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim erfolgte am 26. März 2009 im Rahmen der Feierlichkeiten zur Verabschiedung von Prof. Dr. Schaller in den Ruhestand.

Die Laudatio hielt Dipl.-Ing. Robert Lönarz, Präsident der VEG- Geisenheim Alumni Association.

Herr Prof. Dr. Schaller hat sich auf vielfältige Weise für den deutschen und internationalen Weinbau verdient gemacht. Er verbrachte 37 Jahre in der Forschungsanstalt, davon 23 Jahre in leitender Funktion. Prof. Dr. Schaller ist, wie auch Professor Müller-Thurgau, als Bodenkundler und Pflanzenphysiologe, aber auch weit über die Sonderkultur Weinbau hinaus, aktiv gewesen. Herr Lönarz betonte sein tiefes Verständnis für die wichtigen naturwissenschaftlichen Zusammenhänge der Natur, in Verantwortung einer göttlichen Schöpfung, was ihn als einen gefragten Ansprechpartner für Interviews, auf Fachtagungen und wissenschaftlichen Symposien gemacht hat.

Norbert Weber (2007)
Dipl.-Ing. Günther Eymael, der Preisträger Norbert Weber und Dr. Dirk Haupt von der VEG (von li. nach re.)

Der Professor-Müller-Thurgau-Preis wurde 2007 an Herr Weber verliehen, da er sich auf vielfältige Weise für den Deutschen Weinbau und die heimischen Winzerinnen und Winzer verdient gemacht hat. Die Laudatio hielt Dipl. Ing. Guenther Eymael, Vizepräsident des BDO und Mdl Rheinland-Pfalz.

Herr Weber absolvierte nach seiner Schulausbildung eine Winzerlehre und beschloss seine berufliche Qualifikation mit der Winzermeisterprüfung im Jahre 1972. Seither leitete er mit seiner Familie in Bischoffingen am Kaiserstuhl einen eigenen Weinbaubtrieb. Seine Verbandsarbeit begann er schon in den frühen 70er Jahren und war von 1985-1990 Vizepräsident im Badischen Weinbauverband. Darauf folgten diverse Ämter und Funktionen im deutschen Weinbauverband, wo er 1997 zum Präsidenten ernannt wurde. Die Tätigkeit als Vorsitz des Aufsichtsrats und Verwaltungsrats beim Deutschen Weinfond übte er ebenfalls aus.,,Die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für den deutschen Wein sind Betätigungsfelder, die Norbert Weber zu Höchstleistungen auflaufen lassen“, so Eymael. In der Geisenheimer Forschungsanstalt lieferte er viele Anregungen und Diskussionsbeiträge zur Weiterentwicklung von Forschung und Lehre.

 

Laudatio von Günter Eymael

Der Prof. Müller-Thurgau-Preis wurde 1969 von der Vereinigung ehemaliger Geisenheimer (VEG) gestiftet. Er wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich um das Wohl der Forschung und Lehre am Wissenschafts- und Studienort Geisenheim verdient gemacht haben.

Die Auszeichnung erinnert an den Wissenschaftler Prof. Müller-Thurgau, der von 1876-1890 in Geisenheim als Pflanzenphysiologe und Mikrobiologe tätig war. Als Schweizer, der sein Studium in Würzburg absolvierte und in Geisenheim und später in Wädenswil tätig war, demonstrierte er bereits im vorletzten  Jahrhundert als Europäer, dass die Wissenschaft keine Grenzen kennt. Ihm ist die Züchtung der in weiten Teilen Europas verbreiteten und der in Deutschland zweitwichtigsten Rebsorte Müller-Thurgau zu verdanken. Es waren auch die Errungenschaften einer modernen Wissenschaft, die nach über 100 Jahren die Kreuzungspartner Riesling x Madeleine Royal zweifelsfrei feststellten.

Heute wird dieser Preis an Sie - sehr verehrter Herr Weber - verliehen, da Sie sich auf vielfältige Weise für den Deutschen Weinbau und die heimischen Winzerinnen und Winzer verdient gemacht haben. Viele unserer Weinerzeuger haben die Vollendung ihrer beruflichen Qualifikation hier in Geisenheim erfahren und sind in verantwortlichen Positionen der Weinbranche tätig.

Das Kuratorium hat sich auf Antrag des BDO einstimmig für ihre Nominierung - Herr Weber - ausgesprochen.

Wir würdigen damit heute einen Menschen, Winzer, Weinbaupolitiker und damit einen Standesvertreter, der sich seit vielen Jahren leidenschaftlich für die Belange des deutschen Weinbaus in Bonn, Berlin und Brüssel einsetzt. Sie, Herr Weber sind - Jahrgang 1948, ein sehr guter Jahrgang mit vielen Prädikatsweinen - absolvierten nach Ihrer Schulausbildung eine Winzerlehre und beschlossen Ihre berufliche Qualifikation mit der Winzermeisterprüfung im Jahre 1972. 

Seither leiten Sie in Bischoffingen am Kaiserstuhl gemeinsam mit Ihrer Familie einen eigenen Weinbaubetrieb. Hier erwächst auch Ihr Verständnis für die Chancen und Risiken, die sich aus dem Berufsfeld des Winzers und Obstbauern ergeben. Es entsteht das Verlangen sich aktiv, nicht nur im kommunalen Bereich, sondern auch für den Berufsstand über die Region hinaus zu engagieren.

Ihre Verbandsarbeit begannen Sie in den frühen 70er Jahren als Vorsitzender der Landjugend in Bischoffingen und Freiburg. Schon bald weiteten Sie diese wichtige Basisarbeit auf Baden und später auf ganz Deutschland aus. In dieser frühen Verbandstätigkeit liegen die Wurzeln des heute kämpferischen und handelnden Norbert Weber. Die unzähligen Diskussionen als Vertreter des Branchennachwuchses mit den Funktionären von Bauern- und Weinbauverbänden haben Sie frühzeitig geprägt. Schon damals waren es weinbaupolitische Themen, die den jungen Norbert Weber berührten und begeisterten, wie beispielsweise der Start der EU-Weinmarktordnung 1970 oder das neue Deutsche Weingesetz, das 1971 in Kraft trat.

In etwa der gleichen Zeit übernahmen Sie mit den ersten Aufgaben auch die ersten Funktionen im Bauernverband in Südbaden sowie im Badischen Weinbauverband, dessen Vizepräsident Sie von 1985 - 1990 waren. Als Präsident des Badischen Weinbauverbandes machte Sie sich ab 1990 über die Grenzen Badens hinaus einen Namen. Geschätzt für Redegewandtheit, Überzeugungskraft und Durchsetzungsfähigkeit folgten diverse Ämter und Funktionen im deutschen Weinbauverband, dessen Präsident Sie seit 1997 sind.
Sie traten damit die Nachfolge von Dr. Reinhard Muth an, der den Deutschen Weinbauverband zuvor 17 Jahre lang geführt hatte und in den 90er Jahren ebenfalls mit dem Prof. Müller-Thurgau-Preis ausgezeichnet wurde.

Die an die Funktion des Weinbaupräsidenten gekoppelten Aufgaben sind so vielfältig, dass es zu viel Zeit kosten würde sie alle aufzuzählen. Trotzdem möchte ich den Vorsitz des Aufsichtsrats und Verwaltungsrats beim Deutschen Weinfond erwähnen, zwei zeitraubende und gestalterische Tätigkeiten zugleich.
Die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für den Deutschen Wein sind Betätigungsfelder, die den Gestalter Norbert Weber zu Höchstleistungen auflaufen lassen - seien es das Weinmarketing oder die Organisation. Die zwischenzeitlich erfolgte Neupositionierung deutscher Weine im In- und Ausland ist nicht zuletzt der Verdienst der von Norbert Weber mit Sachverstand, Dynamik und dem Blick für das Mögliche geführten Gremien bei Weinfond und Weininstitut.

Ihr Rat und Ihre Unterstützung sind auch gefragt bei der organisatorischen und inhaltlichen Neustrukturierung des Deutschen Weinbaumuseums in Oppenheim.
Ihr verbindliches, höfliches und kompetentes Auftreten motivieren nicht nur Ihre Mitstreiter und Zuhörer.

Für Geisenheim nehmen Sie die Position des Weinbauverbandes im Kuratorium der Forschungsanstalt war. Sie liefern Anregungen und Diskussionsbeiträge zur Weiterentwicklung von Forschung und Lehre am Studienstandort. Hier kommt Ihnen Ihre praktische Tätigkeit als Winzer und die unmittelbaren Berührungspunkte zur alltäglichen Arbeit im Weinberg ebenso zugute wie Ihre Erfahrungen im Bildungsbereich. Als Mitglied des Berufsbildungsausschusses im DBV sowie als bildungspolitischer Sprecher im DWV kennen Sie die Anforderungen, die an einen modernen Betriebsleiter im Weinbau gestellt werden müssen, um erfolgreich im Wettbewerberumfeld zu agieren.

Erst kürzlich haben Sie hier in Geisenheim im Rahmen der Diplomfeierlichkeiten leidenschaftlich die Positionen des Deutschen Weinbauverbandes im Zusammenhang mit der EU-Weinmarktreform vertreten. Ein Metier, in dem Sie leidenschaftlich für die Zukunftssicherung des Deutschen Weinbaus kämpfen.
In der Zukunft des Weinbaus liegt auch zukünftige Bedeutung einer weltweit anerkannten Hochschulausbildung im Bereich Weinbau und Oenologie, wie sie hier in Geisenheim angeboten wird. Nicht nur die Forschung und das Studium entsprechen internationalen Anforderungen, auch viele Absolventen aus Geisenheim sind weltweit in der Weinbranche in Führungspositionen tätig. Diese Reputation lässt keinen, der in der Weinbranche tätig ist oder dieses anstrebt, an Geisenheim vorbeikommen. Lassen Sie mich zum Schluss nach dem Politiker und Verbandsfunktionär noch den Menschen Norbert Weber würdigen. Was wären erfolgreiche Verbandpolitiker ohne Ihre Familien. Ihre Frau und Ihre beiden Kinder sind für Sie Ruhepol und Inspiration zugleich. Sie geben Ihnen beruflich wie privat die Freiräume, die ein öffentlich interessierter und engagierter Mensch wie Sie für eine zielgerichtete Arbeit braucht.

Sehr verehrter Herr Weber,
zur Verleihung des Prof. Müller-Thurgau-Preises für Ihre hervorragende Arbeit für den Deutschen Weinbau, den Brachennachwuchs sowie Ihre direkten und indirekten Verdienste für den Wissenschafts- und Studienort Geisenheim gratuliere ich Ihnen aufs Herzlichste. 

Gottfried Heintze (2005)
Prof. Bartfelder, der Preisträger und seine Ehefrau und Dr. Dirk Haupt von der VEG (von li. nach re.)

Die Preisverleihung des Professor Müller-Thurgau-Preises an Gartenbaudirektor a.D. Dipl. Ing. Prof. Gottfried Heintze erfolgte am 08. Juli 2005 im Rahmen der Fachveranstaltung Campus-Landschaft-Geisenheim in Geisenheim.

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Friedrich Bartfelder von der Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer.

Bilderreihe

Heinz Trogus (2005)
VEG-Vize Dr. Dirk Haupt, Müller-Thurgau-Preisträger Heinz Trogus und VEG-Geschäftsführer Robert Lönarz.

Geisenheim. (hhs) - Seit 1971 wird der "Müller-Thurgau-Preis" an Personen vergeben, die sich um die Lehre und Forschung sowie die Belange der Studenten in Geisenheim besonders verdient gemacht haben. Verliehen wird der Preis von der "Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer (VEG)", die sich im Zeitalter der Globalisierung auch "Geisenheim Alumni Association" nennt.

Weil der Name "Müller-Thurgau" etwas zu profan klingen könnte, wurde auch der Preis in diesem Jahr umbenannt: Er heißt jetzt "Professor Dr. Müller-Thurgau-Preis". Man wolle damit deutlich machen, so Dr. Dirk Haupt, Vizechef der VEG, daß der Preis nicht an die Rebsorte, sondern an den Wissenschaftler erinnern soll, der 1876 das erste wissenschaftliche Institut der Geisenheimer Anstalt übernahm.

Erster Träger des "umetikettierten" Preises wurde Heinz Trogus. Der Geisenheimer Absolvent aus dem Jahr 1971 leitet heute den Badischen Winzerkeller in Breisach, der als Aushängeschild moderner deutscher Kellerwirtschaft gilt. Schon zwei Jahre nach seinem Abschluß rückte Trogus in den Vorstand des Bundes Deutscher Oenologen auf, im dem er 27 Jahre an verantwortlicher Stelle mitarbeitete.

Gleichzeitig ist er seit 1985 Mitglied im Ausschuß Kellerwirtschaft der Forschungsanstalt, seit 1993 sogar dessen Vorsitzender. Er sei "der Oenologe, der viele wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt" habe, oft zusammen mit den Wissenschaftlern aus Geisenheim, lobte Dr. Haupt.

Trogus gab und gibt vielen Studierenden aus Geisenheim die Möglichkeiten eines Praktikums im Badischen Winzerkeller. In seiner weiteren Funktion als Präsident der "Internationalen Interessengemeinschaft für moderne Kellertechnik und Betriebsführung" ermöglichte er auch vielen Geisenheimer Forschern, ihre Ergebnisse einem internationalen Fachgremium zu präsentieren. Er habe damit dazu beigetragen, so Dirk Haupt, "daß der Ruf und das Ansehen der Geisenheimer Forschungsanstalt ausgebaut und gefördert wurde".

Quelle: Rheingau-Echo

Wolfgang Heeß (2002)

Wolfgang Heeß war seit 1964 Mitglied im BDO, davon war er seit über 32 Jahren im Vorstand und seit über 21 Jahren als Vorsitzender tätig. Im Vorstand des internationalen Oenolagenverbandes arbeitete er ebenfalls und war über zwei Wahlperioden dessen Vizepräsident. Während Fachtagungen des BDOs wählte Herr Heeß immer interessante Themen, gewann gute Referenten und schaffte es somit die Fachtagungen zu einer großartigen Weiterbildungschance zu gestalten. Unter seiner Leitung ist der BDO von 498 auf 1400 Mitglieder angewachsen.

Von 1976 bis 1993 gehörte er dem Fachausschuss Getränketechnologie in Geisenheim an, wo er über 10 Jahre dessen Vorsitzender war. Dank seiner Fachkompetenz konnte der BDO Forschungsvorhaben initiieren und finanziell fördern. Sein großes Engagement widmete er auch vielen Projekten, wie zum Beispiel das Aromarad oder Untersuchungen zu dem untypischen Alterston und der Mostkonzentration.

In der Weinwirtschaft wirkte Herr Heeß als Berater, Beisitzer Mitglied oder als Vorsitzender mit. 1996 wurde ihm das Bundesverdientskreuz der Bundesrepublik Deutschland durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau verliehen.

Im März 2002 gab er sein Amt ab, aber versicherte weitere Unterstützung und führte seine Tätigkeiten beim internationalen Oneologenverband weiter aus.

Hans-Josef Eisenbarth (1999)
Hans Josef Eisenbarth , Norbert Heine und Robert Lönarz (2005)

Hans-Josef, Dipl.-Ing. und Önologe. * 16.11.1932 in Oberlahnstein, † 29.9.2005 in Rüdesheim. Verh. 14.6.1960 mit Erika Kuhn, 2 Kinder.

Nach Abschluss der Mittleren Reife in St. Goarshausen zog die Familie vom Mittelrhein nach Lieser an die Mosel. Es folgte eine weinbauliche Praxis in der Pfalz und anschließend eine Fortsetzung derselben beim Weingut Langwerth von Simmern in Eltville im Rheingau. Nach der vierjährigen Lehre schloss sich ein viersemestriges Studium für Weinbau und Kellerwirtschaft an der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim von 1955 bis 1957 an. So bestens vorbereitet, lernte er an der Lehr- und Versuchsanstalt in Veitshöchheim bei Würzburg den fränkischen Weinbau von 1958 bis 1961 kennen. Anschließend übernahm E. eine Aufgabe in der Industrie. Bis 1965 war er als Fachberater für den Pflanzenschutz im Weinbau in den Regierungsbezirken Trier und Koblenz für die Fa. Spieß in Kleinkarlbach in der Pfalz tätig, eine Zeit, in der er die Sorgen und Nöte der Winzer an Rhein und Mosel kennenlernte. Am 1.4.1965 wurde ihm die Leitung des Weingutes beim Institut für Weinbau der Lehr- und Forschungsanstalt übertragen. Es wurde seine Lebensaufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung am 6.12.2002 unter dem Institutsleiter Prof. Dr. Wilhelm Kiefer wahrnahm. Es war ihm möglich, die Familie nachzuziehen und in Geisenheim ein Haus zu erwerben, was ihm im Rheingau Wurzeln zu schlagen erleichterte. Es gelang E. schnell, sich bei den Rheingauer Winzern unentbehrlich zu machen. Zu den vielen Problemen und Aufgaben, die auf ihn zukamen, gehörte vor allem die Neuordnung der Gemarkung. Nur durch eine Flurbereinigung mit Beseitigung der Besitzzersplitterung und neuer Wegeführung konnten die technischen Errungenschaften, verbunden mit der Arbeitserleichterung Eingang finden und so die Bebauungskosten gesenkt und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe gesichert werden. So wurde E. zum Motor für die Durchführung der Flurbereinigung. 1967 kam es zur Gründung eines Winzerstammtisches, der zur Umsetzung vieler Anregungen beitrug. Auch sonst stand E. bei der Verwirklichung vieler neuer Aktivitäten in vorderster Front. So unterstützte er mit seiner Sachkenntnis die Durchführung der 1968 gegründeten Rheingauer Weinseminare, die einen großen Zuspruch hatten. 1969-1993 war er Vorsitzender des Ortsvereins des Rheingauer Weinbauverbandes. Während dieser Zeit, ja sogar bis 1998 gehörte er dem Beirat im Vorstand des Verbandes an. Als Vizepräsident nahm er sechs Monate die Aufgaben der Geschäftsführung des Verbandes wahr. Als Vorsitzender im Ausschuss für Weinbau und Umwelt war er im gleichen Ausschuss im Deutschen Weinbauverband tätig. Seine Bemühungen galten einem umweltschonenden Weinbau. Alle Besucher der Deutschen Weinbaukongresse erinnern sich gern an seine Mitwirkung bei den Lehrschauen und Maschinenvorführungen. Auch der Stadt Geisenheim stellte er sein Wissen und seine Erfahrung zur Verfügung. So war er 1973-1991 Mitglied des Geisenheimer Verkehrsvereins. Besonders verbunden war E. mit seinen Berufskollegen. So wurde er bereits 1971 zum Geschäftsführenden Vorstandsmitglied im Bund der Deutschen Önologen gewählt, eine Aufgabe, die er bis an sein Lebensende wahrnahm. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Herausgabe der Fachzeitschrift "Der Önologe", die er 1973-2004 verantwortlich redigierte. Seit 1995 war E. immer wieder als Delegierter bei internationalen Weinwettbewerben gefragt. Seit 2004 oblag ihm als "Senior-Alumni-Worker" die Aufgabe der Aufbereitung historischer Daten beim Campus Geisenheim. Einmalig war sein Ringen um eine Dokumentation der Flurbereinigung in den letzten Wochen vor seinem unerwarteten Weggang. E. kennzeichnete ein außergewöhnliches Engagement in seinem Beruf, für die Winzer und den Rheingauer Weinbau. Geschätzt wurden vor allem sein Ideenreichtum und der mit Humor gepaarte Umgang.

Auskunft: Frau Erika Eisenbarth, Frau Doris Bleuel, VDW. Jost., Rheingau Echo, 15. 2. 1996, Wiesbadener Kurier, 30. 9. 2005.

Veröffentlichungen: Die Entwicklung des Weinbaus in Geisenheim 1956–2002. Band 9. 2005, Beiträge zur Kultur und Geschichte der Stadt Geisenheim.

Autor: Cl.

Auszug aus: https://www.geschichte-des-weines.de/index.php?option=com_content&view=article&id=213:eisenbarth-hans-josef-1932-2005&catid=45:persoenlichkeiten-a-z&Itemid=83

 

Dr. Reinhard Muth (1997)

1997 wurde Dr. Reinhard Muth, 17 Jahre lang Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, für die ,,konsequente Fortentwicklung einer deutschen Qualitätsweinpolitik in Form einer klaren Marktpolitik“ ausgezeichnet, wie Wolfgang Heeß in seiner Laudatio betonte.

Herr Dr. Muth wurde 1931 in Mainz geboren, wo er ebenfalls ein Studium der Volkswirtschaft und sein Abitur absolvierte.  Seine Praxiserfahrungen im Weinbau, sammelte er im elterlichen Betrieb in Alsheim. Unter Muth habe die deutsche Weinbaupolitik internationale Annerkennung gefunden, so Heeß.

1970 bis 1980 war er Mitglied des Hauptausschussses des Weinbauverbandes Rheinhessen, 1966-1973 Kreisvorsitzender und Vorstandsmitglied im Bauern- und Winzerverband Rheinhessen und es folgten zahlreiche Ämter, wie u.a das Amt des Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes.

Beim Bundeslandwirtschaftsministerium setzte er sich als Weinbaupräsident immer wieder für die Interessen Geisenheims ein. Mit Geisenheim trat er direkt nach seinem Studium in Kontakt, da sich Herr Dr. Muth für eine Stelle im Institut für Betriebswirtschaft interessierte. Letzlich nahm er diese Position nicht an, um sich doch mehr der Praxis zu widmen und einige Jahre später besuchte er als Gasthörer Geisenheim. Im Jahr 1987 wurde er zum Auschusssvorsitzenden des Fachbereichs Weinbau und engagierte sich für die Kooperation der verschiedenen Institute untereinander und auch für die Zusammenarbeit mit anderen Versuchs- und Forschungsanstalten.

Professor Dr. h.c. Clemens Klockner (1996)

Prof. Klockner wurde 1996 mit dem Professor-Müller-Thurgau-Preis ausgezeichnet. Als Vorsitzender der Fachhochschulrektorenkonferenz und als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz hat er die Architektur der Hochschullandschaft zum Ansehen der Fachhochschulen entscheidend mitverändert. Internationale Anerkennung der Fachhochschuldiplome und die Schärfung des praxisorientierten und somit zukunftsfähigen Profils der Fachhochschulen sind nur zwei Themenbereiche, die Prof. Klockner positiv mitgestaltet hat. Prof. Klockner hat sich über seine Dienstpflichten als Rektor der Fachhochschule Wiesbaden und sein Wirken im Kuratorium und Direktorium der Forschungsanstalt hinaus um die Lehre und Forschung in Geisenheim verdient gemacht. Durch sein Verhandlungsgeschick mit Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst konnten bauliche Fortschritte ermöglicht werden. Er erzielte ebenfalls Förderungen durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie für das Getränketechnologische Zentrum, welches durch seine Unterstützung eröffnet werden konnte.

Trotz seiner fachlichen Herkunft im Sozialwesen, war sein Problembewusstsein, sein Einfühlvermögen und sein Einsatz für Geisenheim weit größer als das, was auf der Grundlage des Hessischen Hochschulgesetzes von einem Rektor verlangt und erwartet werden konnte.

Hans Krollmann (1994)

Hans Krollmann wurde 1929 in Werdau im Kreis Zwickau geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften, tritt er 1959 in das Rechtsamt der Stadt Kassel und wechselte drei Jahre später zur Polzeiverwaltung, wo er zum Präsidenten ernannt wurde. Herr Krollmann leitete das Hessische Landwirtschaftsministerium, indem dann auch der erste Kontakt zur Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau entstand. 1974 bis 1984 war Hans Krollmann Hessischer Kultusminister. In dieser Zeit entwickelte sich die Forschungsanstalt Geisenheim bedeutend weiter. Die Verhandlungen über den Staatsvertrag mit Rheinland-Pfalz führten zu einem hohen jährlichen Zuschuss. Außerdem wurde vereinbart, dass Hessen die Forschungsanstalt mit zehn Millionen DM für Renovierungen unterstützt.

1984 übernahm er das Amt des Vorsitzes der Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim, welches er mit er treuer Verbundenheit zur Forschungsanstalt und den beiden Fachbereichen in Geisenheim ausübte. Er sorgte dafür, dass sich Geisenheim der internationalen Konkurrenz stellen kann.

Für Herrn Krollmann war es immer ein wichtiges Anliegen, dass die Forschung und Ausbildung in Geisenheim bestehen bleibt und sich weiterentwickelt. Hier ergibt sich auch die enge Berührung zu Müller-Thurgau, der gemeinsame Drang der Weiterentwicklung.

Dr. Werner Hoffmann (1988)

Dr. Werner Hoffmann wurde 1951 Gärtnermeister, absolvierte 1969 die Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim, Fachrichtung Gartenbau und beendete 1979 mit dem Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Giessen seine berufliche Ausbildung. Seine Promotion mit einem Thema der Agrarsoziologie und des tropischen Pflanzenbaus erfolgte in 1983.

Dr.Hoffmann war der einzige Wissenschaftler, der sich intensiv mit Forschungen über den Anbau von Kakteen als Nutzpflanzen für Menschen und Tiere beschäftigte. Seine Erfahrungen und Forschungsergebnisse wurden in Ländern der Dritten Welt in praktische Entwicklungspolitik umgesetzt. In Anerkennung seiner Tätigkeiten in Argentinien im Rahmen der deutschen Entwicklungshilfe, nämlich die Kartoffelzüchtung zu fördern und Genbänke mit geeignetem Pflanzenmaterial für die Resistenzzüchtung zu versorgen, argentinische Counterparts auszubilden und wissenschaftliche Beratungstätigkeit auszuüben, wurde Herrn Dr. Hoffmann 1970 von der Universität Buenos Aires die Würde eines ,,Investigator ad honoran“ verliehen.

Sein umfangreiches Wissen hat er in langjähriger Lehrtätigkeit in Geisenheim praxisnah an Studenten weitervermittelt und damit Praxis, Forschung und Lehre in beispielhafter Weise miteinander verknüpft.

Dr. Kurt Becker (1983)

Herr Kurt Becker, Doktor der Medizin und engagierter Winzer, war von 1959-1971 in seiner Eigenschaft als Präsident des Rheinhessischen Weinbauverbandes Mitglied des Fachausschusses Weinbau der Hessischen Forschungsanstalt. Schon in dieser Zeit hat er wesentliche Anregungen zur Vertiefung von Lehre und Forschung in Geisenheim gegeben und sich dafür tatkräftig eingesetzt. So war es für Dr. Becker eine Selbstverständlichkeit, bei der Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt im Jahr 1968 mitzuwirken und sich von Beginn an als Vorsitzender zur Verfügung zu stellen. Als Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt hat er nicht nur die finanzielle Unterstützung zahlreicher Forschungsarbeiten ermöglicht, sondern darüber hinaus die Belange der Forschungsanstalt sehr wirkungsvoll vertreten. Dr. Becker hat auch wesentlich beim Zustandekommen des Staatsvertrages zwischen den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz zur Absicherung der Forschung in Geisenheim mitgewirkt und seinen weitreichenden persönlichen Einfluss in politischen und weinwirtschaftlichen Gremien zur Förderung der Forschungsanstalt engagiert geltend gemacht. Im Kuratorium der Forschungsanstalt setzte er sich ebenfalls für die Geisenheimer Interessen ein. Bei der Beteiligung des Bundes an vier Geisenheimer Instituten und der damit verbundenen Anerkennung und Absicherung der Forschung hat Dr. Becker maßgeblich mitgewirkt.

Peter Huber (1982)

Herr Huber, ehemaliger Präsident des Landesverbandes Gartenbau Hessen e.V., Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau e.V., bis 1975 Mitglied des Kuratoriums der Forschungsanstalt, hatte sich in den langen Jahren seiner beruflichen Tätigkeit in vielfältiger Weise für den Erhalt und Ausbau von Forschung und Lehre in Geisenheim eingesetzt.

Dies kam ebenso durch seine jahrelange Mitarbeit im Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt zum Ausdruck.

Neben dem beruflichen Interesse für die Entwicklung des Instituts für Gemüsebau hatte Herr Huber sich auch für die Belange der anderen Institute eingesetzt, zum Beispiel für die Fachgruppe Gartenbau und Landespflege, sodass sie entsprechend ihrer Bedeutung den ihr gebührenden Platz erhalten hatte.

Im gleichen Masse hatte Herr Huber bei den Bauangelegenheiten dazu beigetragen, dass es zu einem vernünftigen, von allen Seiten akzeptierten Bauentwurf gekommen ist. Seine häufige Anwesenheit bei einer Vielzahl von Veranstaltungen und Beiträge als Redner haben seine Verbindung zu Geisenheim deutlich aufgezeigt.

Bei allen Anlässen hatte Herr Huber sich nie gescheut, seine Meinung zu sagen, auch wenn er befürchten musste, anzuecken. Sein persönlicher Mut, verbunden mit Umsicht und Ueberblick, in Verbindung mit dem ihm eigenen Humor, zeichneten ihn besonders aus.

In dem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Gartenbaubetrieb Huber in Frankfurt-Oberrad waren Dozenten mit ihren Studenten und Gästen aus Geisenheim immer gern gesehen. Die wichtige Verbindung zwischen Forschung und Lehre waren Herrn Huber ein besonderes Anliegen.

Werner Tyrell (1981)

 * 19.4.1916 in Berlin-Lichterfelde, † 16.11.2001 in Vöhrenbach/Schwarzwald. verh. 1947 mit Maria Rautenstrauch, 7 Kinder.

Nach Abitur 1934 Eintritt in die Wehrmacht, im 2. Weltkrieg Major im Generalstab. 1947 Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft und Einheirat in das Weingut Karthäuserhof in Trier-Eitelsbach. Danach anderthalb Jahre als Gasthörer an der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim. Den Weinbaubetrieb mit 18 ha Rebfläche modernisierte er unter Wahrung guter Weinbautradition. Neben der Leitung des Gesamtbetriebes war er bereit, Verantwortung für den Berufsstand zu übernehmen. 1949 wurde er Vorsitzender des Kreisbauern- und Winzerverbandes Trier, 1950 Vorsitzender der damaligen Arbeitsgemeinschaft der Weinbauverbände Mosel-Saar-Ruwer. Durch seine Bemühungen kam es zur Gründung des Weinbauverbandes, den er 14 Jahre führte. Bei der Beratung des neuen Weingesetzes und Weinwirtschaftsgesetzes hat er die Interessen des Gebietes nachhaltig vertreten. 1964 erfolgte seine Wahl zum Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes, ein Amt, das er 16 Jahre bis 1980 ausübte! Sein fundiertes Wissen und sein Verhandlungsgeschick ermöglichten es ihm, die oft sehr unterschiedlichen Interessen zu bündeln. Im Ehrenamt war er u.a. stellvertr. Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Weininstituts, Delegierter beim Internationalen Weinamt in Paris, Mitglied des Beratenden Ausschusses für Wein bei der EG-Kommission. Sein erfolgreiches und unermüdliches Eintreten für den deutschen Wein wurde durch die Ernennung zum Ehrenpräsidenten, die Verleihung des Großen Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Müller-Thurgau-Preises und der Bassermann-Jordan-Medaille gewürdigt. 1980 zeichnete der hessische Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Forsten, Karl Schneider, in der Forschungsanstalt Geisenheim T. für seine besonderen Verdienste um die Forschung im Weinbau und den Fortbestand der Forschung in Geisenheim mit der Ehrenplakette in Gold des Landes Hessen aus.

Literatur: Der Deutsche Weinbau 11/1981: Ehrenpräsident Werner Tyrell 85 Jahre; außerdem persönlich bekannt.

Auszug: Gesellschaft zur Geischte des Weins

Professor Fritz Ritter (1979)

Professor Fritz Ritter wurde nach einer vielfätigen beruflichen Tätigkeit im deutschen und europäschen Weinbau im Jahre 1951 als Leiter des Instituts für Weinbau und Kellerwirtschaft der Hessischen Forschungsanstalt in Geisenheim berufen.

Als Grundlage für seine umfangreiche Forschungstätigkeit legte Prof. Ritter erstmals im Weinbau Exaktversuche an. Er erkannte die Zusammenhänge von Assimilationsfläche und Leistung der Rebe nach Menge und Güte. Aus diesen Erkenntnissen schuf er mit seinen Versuchen über Standweiten und die Rebenerziehung mit den erhöhten Laubwänden die Grundlage für den heutigen modernen Weinbau in Deutschland. Prof. Ritter beschritt auch neue Wege in der Klonenselektion. Durch seine Selektionsarbeit wurden bei den drei Burgunder-Sorten die ersten blütefesten Klone gefunden.

Er verstand es als Lehrer seinen Schülern nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern durch den Praxisbezug seiner Lehre bei seinen Schülern auch ein tiefes Einfühlvermögen zur Rebe und zur Natur zu wecken. Der gute Ruf der Geisenheimer Absolventen auf dem Gebiet des Weinbaus ist mit auf seine Art der Wissensvermittlung zurückzuführen.

Prof. Ritter hat es vorzüglich verstanden, den fachlichen Kontakt zu seinen Schülern über die Ausbildungszeit hinaus aufrechtzuerhalten. Auch nach seiner Pensionierung im Jahre 1964 ließ er keine Gelegenheit aus, mit seinen Schülern zusammenzutreffen und seine Fachkenntnisse weiter zu geben.

Dr. Dr. h.c. Tassilo Tröscher (1978)

Staatsminister a.D.Dr.Dr. h.c. Tassilo Tröscher hat in den Jahren von 1955 bis 1966 als Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium und in den Jahren 1967 bis 1971 als zuständiger Ressortminister die Entwicklung der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst-, und Gartenbau in Geisenheim wesentlich beeinflusst und gefördert. Hierzu gehörte die Inangriffnahme der baulichen Erneuerung Anfang der 60er Jahre mit der Errichtung des Gebäudes und der Gewächshäuser für die Gartenbauinstitute. Zur gleichen Zeit wurde der Uebergang auf das sechssemestrige Ingenieurstudium vollzogen. Für Geisenheim nachteilige Forderungen des Rechnungshofes und des Wissenschaftsrates wusste Dr. Tröscher abzuwehren. Seiner Initiative verdankt Geisenheim die Empfehlung der Agrarminister im Jahr 1969, worin Geisenheim ein Schwerpunkt in der Weinforschung zugewiesen wurde. Die positive Entwicklung der Ingenieurschule veranlassten Dr. Tröscher, einen besonderen Schwerpunkt in der Foerderung im Haushalt des Landwirtschaftsministeriums zu bilden. So erfuhren Forschung und Lehre in diesen Jahren wesentliche Unterstützung durch die Zuweisung 20 neuer Planstellen für Wissenschaftler. Dies ermöglichte unter anderem 19868 auch den Studiengang Getränketechnologie einzurichten. Die wachsenden Hörerzahl (1970 erstmals über 400) und der damit verbundene Hörsaalengpass wurden schnell durch den Bau des Pavillions behoben. Während der Beratung des Fachhochschulgesetzes erhielt Geisenheim durch Dr. Trösche tatkräftige Unterstützung bei den Bemühungen um eine gute und tragfähige Lösung.

URL: https://www.asg-goe.de/stifter_troescher.shtml

 

Willi Berndt (1976)

Gartenbaudirektor Willi Berndt, ehemaliger Geisenheimer, war von 1965 bis 1971 der Vorsitzender des Bundes der Ingenieure des Gartenbaus.

Das auf sechs Semester erweiterte Studium mit Lehrinhalten auszustatten, die den wachsenden Anforderungen gerecht wurden, war ihm ein Anliegen. Großen Verdienstes erwarb er sich bei der nicht ganz leichten Durchsetzung der Anerkennung der Ingenieure des Gartenbaus und der Landespflege einschließlich der Nachgraduierung. Willi Berndt sagt ja zur Integration in die Fachhochschule und half mit, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Er verstand es, wie wenig andere, zu überzeugen und Mitstreiter für die Sache der Ingenieure des Gartenbaus und ihrer Ausbildung zu gewinnen. Wenn sein unermüdlicher Einsatz dem Berufsstand, seiner Fortbildung und Stärkung galt, so gehörte doch auch seine Fürsorge den jungen Studenten. Hier hat er sich als Vorsitzender des Altherrenverbandes der Rhanania außerordentlich Verdienste erworben. Er war Motor beim Ankauf des Hauses Rhanania, indem eine große Zahl von Studenten Unterkunft finden und dort ihr Leben im Geiste bewährter studentischer Tradition gestalten konnten.

Gartenbaudirekor Willi Berndt hat sich im hohen Masse für die Ingenieure des Gartenbaus, um die Weiterentwicklung ihrer Ausbildung und um die Entwicklung von Lehre und Forschung in Geisenheim verdient gemacht.

Herbert Schmidt (1976)

Gartenbaudirektor Herbert Schmidt, ehemaliger Geisenheimer, gehörte dem Beirat der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau von 1949 bis 1971 an. In der Zeit von 1953 bis 1971 war er Vorsitzender des Fachausschusses Obstbau und Baumschulen. Er hat sich in diesen Gremien nicht nur aktiv für die Belange des Berufsstandes eingesetzt, sondern die Entwicklung der Lehr- und Forschungsanstalt und hier insbesonders der Obst- und Gartenbauinstituts positiv beeinflusst.

Als die VEG am 14.2.1948 wieder gegründet wurde, gehörte Herbert Schmidt zu den Männern der ersten Stunde. Die Einrichtung eines Ausbildungsausschusses durch die VEG gab ihm Gelegenheit, das Studium im Sinne des Berufsstandes weiterzuentwickeln und mitzuhelfen, es den veränderten Anforderungen anzupassen. Besonders erfolgreich war sein Wirken als Vorsitzender der VEG von 1957 bis 1969. Mit Gartenbaubeauftragten, die von ihm ausgebaut und neugestaltet wurden, erneuerte und vertiefte er die Verbindung der Ehemaligen zur Lehr- und Forschungsanstalt; ein großer Gewinn für die Ehemaligen wie für die Lehr- und Forschungsanstalt.

In diese Zeit hat Herr Schmidt auch die Entwicklung der Ingenieurschule entscheidend mitgeprägt. Seine vielseitigen Verbindungen nutzte er zum Wohle Ehemaliger, der Studentenschaft und zur Unterstützung für eine angemessene Weiterentwicklung von Lehre und Forschung. Gartenbaudirektor Herbert Schmidt hat sich um die Ehemaligen, das Studium in Geisenheim und um die Weiterentwicklung der Institute des Obst- und Gartenbaus der Lehr- und Forschungsanstalt überaus verdient gemacht.

Rudolf Koch (1976)

Weinbauinspektor Rudolf Koch, ehemaliger Geisenheimer, übernahm nach seiner Ausbildung im Weinbau 1933 die Stelle eines Lehrers für Kellerwirtschaft an der Lehr- und Forschungsanstalt, die er bis 1937 ausübte. So bestens vorbereitet und mit Studenten und der Lehranstalt vertraut, wurde ihm 1954 die Organisation der Fachtagung für Weinbau und Kellerwirtschaft übertragen. Er war es, der 1955 die Gründung des Bundes der Ingenieure des Weinbaus maßgebend beeinflusste und fünfzehn Jahre mit großem Geschick den Bund leitete. Die Fachtagungen, die von ihm wesentlich gestaltet wurden und denen er eine persönliche Note gab, wurden bald zu einem beliebten Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Seine Sorge galt aber nicht nur den Ehemaligen, sondern auch dem Ausbau des Studiums in Geisenheim und seiner Anpassung anwachsende Anforderungen im In- und Ausland. Hierbei verdient sein Einsatz für die Anerkennung des Ingenieurgrad für Weinbau und Getränketechnologie besonders hervorgehoben. Als langjähriges aktives Mitglied des Hauptvorstandes des ZBI wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste 1970 die ZBI-Ehrennadel verliehen.

Rudolf Koch hat sich um die Fortbildung der Ingenieure des Weinbaus, ihre berufliche Anerkennung, das Studium in Geisenheim und um die Entwicklung der Lehr- und Forschungsanstalt in hohem Masse verdient gemacht.

Professor Dr. Friedrich Stellwaag (1974)

Prof. Dr. Friedrich Stellwaag studierte in München, Würzburg und Erlangen Zoologie. Der Promotion folgte bald die Habilitation und die Anstellung als wissenschaftlicher Assistent am Zoologischen Institut der Universität Erlangen. Ein neuer Lebensabschnitt begann im Jahr 1917, als ihm die Leitung der Zoologischen Station der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt an der Weinstraße übertragen wurde.

1935 folgte er einem Ruf nach Geisenheim, wo er bis 1954 das Institut für Pflanzenkrankheiten leitete. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Erforschung der Lebensweise und Bekämpfung der Insekten mit dem Ziel, eine Minderung und der Schädigungen für den Gaertner und Winzer herbeizuführen. Mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen, darunter sein Standardwerk ,,Die Weinbauinsekten der Kulturländer“, erwarb sich Professor Stellwaag hohes Ansehen im In- und Ausland. Er erhielt zweimal einen Ruf an ausländische Universitäten. In Würdigung seiner Verdienste ernannte ihn 1925 die Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften zu ihrem ordentlichen Mitglied. 1927 wurde er ,,Honory Member of the American Association of Economic Entomology”, 1935 erwähntes Mitglied der Deutschen Akademie für Naturforscher und Aerzte und 1951 korrespondierendes Mitglied der Academia Italiana della Vite e de vino in Siena. Weitere Ehrungen wurden Prof. Stellwaag bei seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahre 1954 zuteil.

So erhielt er das Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD und wurde zum Ehrenmitglied des Deutschen Weinbauverbandes und der Deutschen Gesellschaft für angewandte Entomologie ernannt. Mit dem Rheingau fühlte er sich aufs engste verbunden. Die Gesellschaft für Rheingauer Heimatforschung hatte in ihm lange Jahre einen tatkräftigen zweiten Vorsitzenden. Auch nach der Versetzung in den Ruhestand war er in der Fachwelt nicht vergessen.

1959 erhielt er die Karl-Escherich-Medaille für die Förderungen der Wissenschaft. Die Universität Erlangen erneuerte 1960 sein Doktordiplom anlässlich der Feier der Goldenen Promotion.

Bilderreihe

Professor Dr. Hugo Schanderl (1972)

Prof.Dr. Hugo Schanderl

Die Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer hat 1971 erstmals, auf Anregung von Landwirtschaftsrat a.D. Ernst Weyl, den Müller-Thurgau-Preis verliehen.

Dieser ging an Prof. Dr. Hugo Schanderl, langjähriger Leiter des ehemaligen Instituts für Botanik, Gärungsphysiologie und Hefereinzucht der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim.

Nach seinem Studium war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Klimaforschungsinstitut Trier. 1932 kam er in die damalige Pflanzenphysiologische Versuchsstation Geisenheim. Prof. Dr. Schanderl übernahm 1937 dieses Institut, das von ihm in ,,Instituts für Botanik, Gärungsphysiologie und Hefereinzucht“ unbenannt wurde.

Seine Verdienste sind groß und vielseitig. Erwähnt sei zum Beispiel etwa die Erarbeitung einer einfachen Methode zur mikrobiologischen Stabilitätsprüfung restzuckerhaltiger Weine, die der deutschen Weinwirtschaft damals, als auch die EK-Filtration noch nicht so beherrscht wurde wie heute, Millionenverluste erspart hat. Hervorzuheben sind auch seine Arbeiten über Sherry, die dieses Veredlungsprodukt des Weines in völlig neuem Lichte darstellten, weiter seine Arbeiten über Sekt, die die Sektbereitung erst auf eine tragfähige Basis stellten.

Neben der Mikrobiologie des Weines, seiner Folgeprodukte und der Mikrobiologie der Fruchtsäfte, war auch die Physiologie und Anatomie der Rebe Gegenstand seines Forschens, darüber hinaus die Befruchtungsbiologie der Obstgehölze und schließlich auch Probleme der allgemeinen Biologie, die weitreichende theoretische Konsequenzen einschließen. Die Früchte seiner Arbeit sind unter anderem eine Vielzahl von Arbeiten und zwei Bücher, die zu Standardwerken und zu Lehrbüchern vieler Studenten geworden sind. Damit ist die Verbindung von Forschung und Lehre in der Person des Professors angesprochen. Er hat die Lehre stets als sehr verantwortungsvolle Verpflichtung empfunden und galt stets als beliebt.