Düngung im Weinbau

Stickstoffdüngung im Weinbau

Stickstoff (N) ist essentiell für das Rebenwachstum und für eine gute Weinqualität. Dabei ist aber der N-Bedarf der Rebe im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen eher gering!

Die Pflanzen nehmen Stickstoff hauptsächlich als Nitrat (NO3-) auf und genau darin liegt das Hauptproblem der N-Düngung. Nitrat kann im Boden im Gegensatz zu vielen anderen Nährelementen nicht austauschbar gebunden werden und ist somit sehr leicht durch Regen auswaschbar. Wenn also zuviel Nitrat im Boden ungenutzt verbleibt, landet es irgendwann im Grundwasser und verschmutz somit unser Trinkwasser. Daher ist die Reduzierung der Nitrateinträge ins Grundwasser eines der Hauptziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. 

Bei der N-Düngung ist es wichtig, immer die natürliche Nachlieferung aus der Mineralisation des Bodenhumus zu berücksichtigen, welche oft den N-Bedarf der Rebe abdeckt. Dieses Nachlieferungspotential ist hauptsächlich von drei Faktoren abhängig: (1) Humusgehalt des Bodens, (2) Bodenmanagement und (3) regionale Witterung

Die N-Düngung ist in Deutschland durch die Düngeverordnung (DüV) wie folgt reglementiert:

Wenn mehr als 50 kg Stickstoff (N) pro Hektar und Jahr ausgebracht werden sollen, müssen Betriebe ab 2 Hektar Betriebsgröße gemäß § 3 (2) DüV den Stickstoff-Düngebedarf für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit ermitteln und dokumentieren. Nach § 10 (3) DüV muss der Betriebsinhaber die Aufzeichnungen zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung sieben Jahre lang nach Ablauf des Düngejahres aufbewahren und der nach Landesrecht zuständigen Stelle auf Verlangen vorlegen.

Um eine optimale N-Düngung im Weinbau zu erzielen, wurde ein Stickstoff-Düngebedarfsermittlungsverfahren gemeinsam mit allen weinbaurelevanten Bundesländern entwickelt, welches alle relevanten Faktoren (Rebenwachstum, Humusgehalt des Oberbodens und das Bodenpfegesystem) mit einbezieht. Im folgenden Schreiben finden Sie genaue Informationen zur Durchführung der N-Düngebedarfsermittlung und auf dessen letzter Seite ein Formular zum Dokumentieren und Aufbewahren: Stickstoff-Düngebedarfsermittlung im Weinbau (PDF)

 

Mit der folgenden Excel-Anwendung des DLR Rheinland-Pfalz können Sie die N-Düngebedarfsermittlung auch am PC durchführen: Stickstoff-Düngebedarfsermittlung im Weinbau (Excel-Datei, bitte Macros aktivieren)

Phosphatdüngung im Weinbau

Auch die Phosphatdüngung ist durch die Düngeverordnung in Deutschland reglementiert. So müssen für Schläge größer einem Hektar alle 6 Jahre der Phosphatgehalt (P2O5) im Oberboden bestimmt werden, sofern mehr als 30 kg Phosphat je Hektar und Jahr ausgebracht werden sollen. Außerdem gilt, dass auf Böden, die mit Phosphat überversorgt sind nur der Entzug nachgeführt werden darf (§3 (6) DüV). Dabei gelten Schläge mit einem Phosphat-Gehalt größer 20 mg pro 100 g Boden (CAL-Methode) als überversorgt. Dies trifft in Deutschland auf die meisten Weinbauflächen (ca. 90%) zu!

Die Phosphatabfuhr im Weinbau beträgt im Durchschnitt "nur" 10 kg P2O5 pro Hektar und Jahr. Somit dürfen in diesen Flächen maximal 30 kg P2O5 pro Hektar mit organischen Düngern (oder als mineralische Vorratsgabe) als Dreijahresgabe ausgebracht werden!

Nährstoffvergleich im Weinbau

Die Nährstoffbilanz dient im Rahmen der ngeverordnung (DüV) als Instrument zur Überprüfung des Nährstoffeinsatzes und zur Beurteilung der Nährstoffeffizienz eines Landnutzungssystems.

Zu bilanzieren sind laut DüV die Nährstoffe Stickstoff (N) und Phosphat (P2O5). Der errechnete Bilanzsaldo, auch Nährstoffsaldo genannt, sollte im Optimalfall ausgeglichen sein bzw. darf die von der DüV vorgegebenen Kontrollwerte für N und P2O5 über definierte Zeiträume nicht überschreiten.

 

Das Prinzip des Nährstoffvergleichs, der rechtliche Rahmen sowie eine Beispielrechnung sind in der folgenden PDF-Datei erläutert: Nährstoffvergleich für Weinbaubetriebe (Infoschreiben)

Ein Blanko-Formular zum Ausdrucken, Ausfüllen und Aufbewahren für zu Hause finden Sie hier: Nährstoffvergleich für Weinbaubetriebe (PDF-Formular) 

Eine Excel-Anwendung für die fachgerechte Dokumentation des Nährstoffvergleichs können Sie auf folgendem Link downloaden: Nährstoffvergleich für Weinbaubetriebe (Excel-Anwendung, bitte Macros aktivieren)