Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist das wissenschaftliche Gremium der Vereinten Nationen zur Bewertung des Klimawandels. Seine Berichte bilden die Grundlage für internationale Klimapolitik und globale Klimaverhandlungen – die Auswahl als Autorin ist daher eine besondere fachliche Auszeichnung.
Worum geht es im neuen IPCC-Report?
Der Special Report behandelt Methoden zur
- Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal, CDR) sowie
- Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂ (Carbon Capture, Utilization, and Storage, CCUS).
Dazu zählen u. a. Bodenkohlenstoffsenken (z.B. durch Humusaufbau), Biochar (Pflanzenkohle), Biomasse-Verbrennung mit CO₂-Speicherung, Direct Air Capture, CO₂-Nutzung in Produkten, aber auch Fragen des Transports, der Messbarkeit und der internationalen Vergleichbarkeit. Ziel der Methoden-Guidelines ist es, belastbare wissenschaftliche Standards zu schaffen, auf deren Basis Staaten ihre Klimaschutzmaßnahmen bewerten können.
Der Beitrag von Prof. Kammann
Prof. Kammanns Forschung liegt an der Schnittstelle von Landnutzung, Landwirtschaft, Klimaanpassung und Klimaschutz. Ein besonderer Fokus ist die Produktion und Nutzung von Pflanzenkohle (Biochar):
Pflanzen entziehen der Atmosphäre CO₂ durch Photosynthese. Wird die Biomasse pyrolysiert und die entstehende, langfristig stabile Pflanzenkohle in Böden eingesetzt, bleibt ein Teil dieses Kohlenstoffs über Jahrzehnte bis Jahrhunderte gebunden – während gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherung und die Resilienz von Agrarökosystemen verbessert werden. Damit verbindet Biochar CO₂-Entzug (CDR) mit Anpassung an den Klimawandel.
Darüber hinaus erforscht ihre Arbeitsgruppe u. a.
- die Auswirkungen steigender CO₂-Konzentrationen auf Spezialkulturen (FACE-Experimente),
- biogeochemische Stoffkreisläufe,
- die Minderung von Methan- und Lachgasemissionen sowie
- bislang wenig beachtete Treibhausgasquellen in Böden.
Die Mitwirkung an IPCC-Methodenleitlinien bedeutet, dass diese Forschung direkt in internationale Klimaberichterstattung und politische Entscheidungsprozesse einfließt. Sie hilft mit, festzulegen, wie CO₂-Entzug wissenschaftlich korrekt gemessen, berichtet und bewertet wird – ein zentraler Baustein für glaubwürdigen Klimaschutz.
Herzlichen Glückwunsch, Prof. Dr. Claudia Kammann, zu dieser verdienten Anerkennung Ihrer Arbeit!
Mehr Informationen zur Pflanzenkohlen-Forschung an der Hochschule Geisenheim gibt es hier: https://www.hs-geisenheim.de/forschung/institute/angewandte-oekologie/professur-fuer-klimafolgenforschung-an-sonderkulturen
Mehr Informationen zu CDRterra – Forschungsprogramm zu landbasierten CO₂-Entnahmemethoden gibt es hier: https://cdrterra.de/



