THEMEN

KULTURLANDSCHAFTEN IM WANDEL

Kulturlandschaften entstehen durch das Zusammenwirken von Natur und menschlicher Nutzung. Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Veränderungen der Landnutzung und gesellschaftliche Transformationsprozesse stellen sie heute vor neue Herausforderungen.

Das KULT verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis, um diesen Wandel zu verstehen und nachhaltige Entwicklungsperspektiven für Kulturlandschaften zu erarbeiten.

UNSERE THEMEN

HISTORISCHE KULTURLANDSCHAFT

Erbe verstehen. Zukunft gestalten.

Historische Kulturlandschaften sind das Ergebnis langfristiger Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur. Ihre charakteristischen Strukturen und Elemente prägen regionale Identität, besitzen kulturellen und ökologischen Wert und dokumentieren historische Formen der Landnutzung.

Projekte zum Thema Historische Kulturlandschaften

KuLaDig

Das digitale System KuLaDig (Kulturlandschaft Digital) zur Erfassung und Darstellung von Kulturlandschaftselementen wird zur Lösung einer Vielzahl verschiedener kulturlandschaftlicher Fragestellungen genutzt, etwa in der Regionalentwicklung, dem Naturschutz, der Umweltbildung und dem Tourismus. Um die Vernetzung unter den verschiedenen KuLaDig-Akteuren zu fördern und Synergien für die Zukunft freizusetzen, wurde unter dem Dach des KULT ein länderübergreifender KuLaDig-Arbeitskreis gegründet. Dieser trifft sich in regelmäßigen Abständen.

 

Landschaftsentwicklung in der Ukraine

Seit 2020 kooperiert das KULT mit der Polytechnischen Universität Lwiw und seit Januar 2022 mit der Universität Czernowitz, um das kulturelle Erbe der Westukraine in Galizien und der Bukowina zu erfassen, darzustellen und zu erhalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erfassung historisch bedingter multiethnischer Einflüsse beider Regionen. Ein Teil dieser Arbeit ist unter https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-334742 abrufbar. Mit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 intensivierte sich die Zusammenarbeit. Neben der Erfassung von Kulturerbe, das durch den Krieg bedroht ist, wird die gemeinsame Lehre fortgeführt. Zudem unterstützt das KULT das Zentrum Gedankendach an der Universität Czernowitz bei der Hilfe für ukrainische Binnenflüchtlinge, unter anderem durch die Sammlung von Hilfsgütern.

 

HIKULA

Historische Kulturlandschaften und ihre wertgebenden Kulturlandschaftselemente finden heute in der Planung kaum Anwendung. Das KULT arbeitet gemeinsam mit der Hochschule Erfurt und der Hochschule Neubrandenburg im Projekt „HiKuLa-Historische Kulturlandschaften planerisch sichern“ an der Entwicklung einer bundesweit anwendbaren Methode zur Identifikation, Bewertung und Erhaltung wertgebender Kulturlandschaftselemente. Dafür werden praxisnahe Verfahren zur Erfassung und Analyse weiterentwickelt, Schutz- und Entwicklungsstrategien erarbeitet und rechtliche sowie planerische Instrumente geprüft. Ein bundesweit anwendbarer Praxisleitfaden soll dazu beitragen, diese Elemente stärker in Planungserfahren zu Berücksichtigen

KLIMAANPASSUNG

Wasser sichern. Landschaften resilient machen.

Der Klimawandel verändert Kulturlandschaften durch zunehmende Hitze, Trockenheit und Starkregen. Gleichzeitig beeinflussen Landnutzung und Landschaftsstruktur, wie stark sich diese Folgen regional auswirken.

Projekte zum Thema Kilmaapassung in ländlichen Räumen
(C) Stadt Eltville

KliA-Net Rheingau

Das Projekt KliA-Net wird als KliA-Net Rheingau weitergeführt:
Die Hochschule Geisenheim University setzte zusammen mit dem Wuppertal Institut für Umwelt, Klima und Energie und der Stadt Eltville am Rhein von 2019-2022 das Projekt KliA-Net um. Innerhalb der ersten Projektphase wurden praxisrelevante und anwendungsorientierte Handlungs- und Umsetzungskonzepte zur Klimaanpassung für unterschiedliche Akteure erarbeitet. Grundlage für den Aufbau und die Arbeit des Akteurnetzwerks ist ein Katalog mit Maßnahmenbeschreibungen zur Klimaanpassung im Weinbau. Über 250 Netzwerkmitglieder zählt KliA-Net mittlerweile, es wurden zahlreiche Netzwerktreffen, Stakeholder-Workshops sowie Winzerinnen-, Winzer- und Weingutsgespräche vor Ort organisiert.

Die Stadt Eltville und die Hochschule Geisenheim University haben nun ein Abkommen zum Thema Kooperationen zur Klimaanpassung in Eltville – und auf regionaler Ebene im Rheingau – unterzeichnet. Damit soll die Arbeit in KliA-Net weitergeführt werden. Vor allem der Umgang mit der Ressource Wasser, die Reduzierung von Hitze, Trockenheit und Sturzfluten durch Umsetzung des Prinzips der Schwammstadt sowie die Möglichkeiten die Flurneuordnung als Instrument bei der Klimaanpassung einzusetzen bedürfen vielfältiger Lösungen.

 

Schwammregion

Der Naturpark Soonwald-Nahe ist zunehmend von Extremwetter betroffen – Überschwemmungen und Trockenheit nehmen zu. Der Klimawandel trifft auf eine stark hydrologisch modifizierte Kulturlandschaft, die ein nur geringes Wasserrückhaltevermögen besitzt. In der Region laufen bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserrückhaltes, die jedoch wenig koordiniert sind und daher kaum zusammenwirken. Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für flächigen Wasserrückhalt zu schärfen und praxisnahe Maßnahmen für Land- und Forstwirtschaft zu entwickeln. Dazu werden ein regionales Netzwerk aufgebaut, Handlungskompetenzen gestärkt und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Öffentlichkeitsarbeit begleitet das Vorhaben, um Wissenstransfer und Umsetzung zu fördern.

TRANSFORMATION VON AGRARSYSTEMEN

Nachhaltig produzieren. Kulturlandschaft erhalten.

Landwirtschaft prägt Kulturlandschaften und steht zugleich vor tiefgreifenden ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Zukunftsfähige Agrarsysteme müssen landwirtschaftliche Produktion mit dem Schutz natürlicher Ressourcen und der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen verbinden.

Projekte zum Thema Transformation von Agrarsystemen

Rheingauer Wasser- und Bodenverband

Die Gründung eines Rheingauer Wasser- und Bodenverbands (RWB) hat das Ziel, die Einzelprojekte zum Wasserrückhalt, zur Bewässerung und Anfragen auf Wasserrechte zu bündeln und rheingauweit den Wasserbedarf langfristig und zukunftsorientiert über die Gemarkungsgrenzen hinaus zu decken.

BIODIVERSITÄT & ÖKOSYSTEMLEISTUNGEN

Vielfalt erhalten. Leistungen der Natur sichern.

Strukturreiche und extensiv genutzte Kulturlandschaften können eine hohe biologische Vielfalt beherbergen und wichtige Ökosystemleistungen bereitstellen. Veränderungen der Landnutzung, Nutzungsintensivierung und Nutzungsaufgabe können diese Funktionen jedoch erheblich beeinflussen.

Projekte zum Thema Biodiversität & Ökosystemleistungen

IsWEL

IsWEL entwickelt einen Schirmartenansatz zur In-situ-Erhaltung von Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft. Über WEL-Hotspots sollen genetische Erhaltungsgebiete so ausgewählt und in bestehende Instrumente des Naturschutzes und der Agrarfinanzierung integriert werden, dass möglichst viele Arten und ihre genetische Vielfalt profitieren.

UNESCO-WELTERBE

Erbe bewahren. Wandel ermöglichen.

Welterbe-Kulturlandschaften stehen vor der besonderen Aufgabe, ihre außergewöhnlichen landschaftlichen und kulturellen Qualitäten zu erhalten und zugleich auf Klimawandel, Nutzungsaufgabe und gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren.

Projekte zum Thema UNESCO-Welterbe

WELMO – Landschaftsmosaik im Oberen Mittelrheintal

Das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal ist geprägt von terrassierten Weinbergen, Burgen und historischen Ortskernen. Doch der Landschaftswandel stellt neue Herausforderungen: Ehemals bewirtschaftete Flächen verbuschen, wodurch sich das historische Landschaftsbild schnell verändert. Dies betrifft nicht nur Belange der UNESCO, sondern auch von Naturschutz, des kulturellen Erbes oder des Tourismus. Zugleich ist die Region immer stärker vom Klimawandel betroffen. Im Modellprojekt „WELMO-Landschaftsmosaik Oberes Mittelrheintal“ wurde sich mit aktuellen Herausforderungen der Region auseinandergesetzt, die vergangene Landschaftsentwicklung nachvollzogen und Zukunftsprognosen erstellt. Kern des Projektes war die exemplarische Erstellung von Maßnahmenblättern zum Umgang mit der Kulturlandschaft und die Ausarbeitung nachhaltiger Entwicklungsstrategien.