Die Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit begleitet die Hochschule Geisenheim auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Hochschule. Doch was genau stellen wir uns darunter vor?
Unser Verständnis von Nachhaltigkeit stützt sich auf einige ausgewählte Leitprinzipien und Theorien. Dazu gehören der Brundtland Bericht von 1987, das integrative Modell von Nachhaltigkeit, die Nachhaltigkeitsziele der UN, die Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der Whole Institution Approach.
Der komplette Titel des sogenannten Brundtland Berichtes lautet „Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung.“ Er war das Ergebnis der Arbeit der Brundtland Kommission, auch Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (UN), genannt. Die Abkürzung ist der damaligen Vorsitzenden und früheren Umweltministerin von Norwegen, Gro Harlem Brundtland, zu verdanken.
In dem Bericht wurde das erste Mal das Konzept der nachhaltigen Entwicklung definiert, als „eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Dieser prägende Satz ist auch für unser Nachhaltigkeitsverständnis von großer Bedeutung.
Das integrative Modell von Nachhaltigkeit wiederum ist eines von vielen Modellen, welches Nachhaltigkeit in greifbare, für die Praxis relevante Dimensionen unterteilt. Bei unserer Arbeit hilft uns der integrative Ansatz sehr, da die dort genannten Bereiche auch eine große Rolle an unserer Hochschule spielen: Als nachhaltig gilt, was innerhalb der planetaren Grenzen (Ökologie), sozial gerecht (Soziales) und wirtschaftlich effizient (Ökonomie) umgesetzt werden kann.
Außerdem spielen die drei genannten Dimensionen bei einem anderer Rahmengebung eine wichtige Rolle, nämlich bei der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese beim UN Nachhaltigkeitsgipfel in 2015 verabschiedete Strategie stellt einen Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit dar. Darin formuliert wurden die 17 Nachhaltigkeitsziele, auch SDGs (Sustainable Development Goals) genannt, die mit ihren vielen Unterzielen und zeitspezifischen Maßnahmen die Leitlinie für eine weltweit nachhaltige Entwicklung bildet.
Dabei stehen nicht nur die „ökologischen“ Aspekte im Vordergrund, die oft allein mit Nachhaltigkeit verbunden werden. Für intakte Ökosysteme, sozialen Fortschritt und ein neues, langfristig tragfähiges Verständnis von Wohlstand braucht es mehr, als Begrünungskonzepte und klimaresiliente Stadtbäume. Obwohl diese Dinge natürlich auch sehr wichtig sind.
Die SDGs erweitern jedoch das Spektrum, der für die nachhaltige Entwicklung relevanten Bereichen. So beinhalten sie auch Themen wie Armut und Wohlstand, hochwertige Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, bezahlbare Energie, Frieden und Gerechtigkeit und viele mehr.
Darüber hinaus wird Rahmen für die Arbeit der Abteilung und der Hochschule allgemein vom Prinzip der BNE, also der Bildung für nachhaltige Entwicklung, gesetzt. Dieses Bildungskonzept der UNESCO setzt sich zum Ziel zu bewirken, dass jede Person versteht, wie sich ihr eigenes Handeln auf die Welt auswirkt.
Für jede:n Einzelne:n geht es darum, sich die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Menschen - sowohl der eigenen Generation als auch für zukünftige Generationen überall auf der Welt - bewusst zu machen. Es gilt, dies zu verstehen und darauf basierend verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Das klingt wie eine große Aufgabe, schon für einen Menschen allein. Wie soll so etwas Komplexes denn an einer Hochschule umgesetzt werden? Dabei hilft der Whole Institution Approach, der als ganzheitlicher BNE-Ansatz u.A. für Hochschulen festgelegt wurde. Hier werden konkrete Bereiche und Handlungsfelder, die für Bildungseinrichtungen relevant sind, benannt und beschrieben. Dabei hilft es, Ziele zu setzen und nachzuvollziehen, ob geplante Maßnahmen das erreichen, was von ihnen erwartet wird. Außerdem wird Nachhaltigkeit so nicht als Einzelprojekt, sondern als langfristiger Transformationsprozess verstanden.
Wenn ein Lernort einen Whole Institution Approach verfolgt, ist Bildung für nachhaltige Entwicklung darüber hinaus nicht nur in den Inhalten der Lehrveranstaltungen ein Thema, sondern auch die Lernprozesse und Methoden werden nachhaltig gestaltet. Des Weiteren sensibilisiert die Institution Lernende, Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende für den bewussten Umgang mit Energie und Ressourcen und befähigt sie, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen. Lehrenden und Verwaltungsmitarbeitenden macht sie entsprechende Weiterbildungsangebote und bindet alle Hochschulangehörigen in Entscheidungsprozess ein. Außerdem arbeiten Lernorte mit einem ganzheitlichem Ansatz mit der kommunalen Verwaltung und weiteren zivilgesellschaftlichen Partner:innen und Vereinen zusammen.
Die Bereiche, auf die sich die Hochschule konzentriert, sind Governance, Betrieb, Lehre, Forschung und Transfer. So kann sichergestellt werden, dass Nachhaltigkeit in alle Prozesse und Handlungen der Hochschule eingebunden wird:
Governance - umfasst die Art und Weise, wie in einer Verwaltung Entscheidungen getroffen, politische Inhalte formuliert und umgesetzt werden;
Betrieb - bezieht sich auf das alltägliche Funktionieren der Hochschule in Bezug auf Energieverbrauch, Mobilität, Ressourcen und Beschaffung;
Lehre - thematisiert nicht nur Inhalte in den Vorlesungen, sondern auch das Bereitstellen von Lernräumen und die Gestaltung des Campus;
Forschung - beruft sich auf den Inhalt der untersuchten Themen und Fragen, sowie auf die Ausstattung und Nutzung der Labore;
Transfer - beinhaltet die Vermittlung von nachhaltigen Prinzipien und die Zusammenarbeit der Hochschule mit Partner:innen wie Kommunen, regionalen Produktionsbetrieben, Hochschulen usw., die die gleichen Ziele verfolgen.
Nachhaltigkeit lebt vom Mitgestalten. Studierende, Mitarbeitende und Lehrende sind eingeladen, sich mit Ideen, Projekten und Engagement einzubringen.
Mögliche Formate:
Melden Sie sich gerne bei uns unter nachhaltigkeit[@]hs-gm.de!
Die strategische Hochschulentwicklung schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Hochschule. Die Abteilung begleitet Entwicklungsprozesse, unterstützt Entscheidungsstrukturen und koordiniert zentrale Nachhaltigkeits- und Transformationsvorhaben.
Schwerpunkte
Unser Beitrag
Wir schaffen transparente Prozesse, fördern Zusammenarbeit und unterstützen die Hochschule dabei, Nachhaltigkeit strategisch und institutionell zu verankern.
Nachhaltigkeit im Hochschulbetrieb bedeutet, Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und den Campus schrittweise klimafreundlich weiterzuentwickeln.
Schwerpunkte
Unser Beitrag
Wir unterstützen die Hochschule dabei, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und nachhaltige Betriebsprozesse dauerhaft zu etablieren.
Die Hochschule Geisenheim versteht Nachhaltigkeit als Bildungsauftrag. Die Abteilung stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Studium und Lehre und entwickelt den Campus als lebendigen Lern- und Erfahrungsraum weiter. Der Campus wird dabei zunehmend als Reallabor verstanden – als Ort, an dem nachhaltige Lösungen gemeinsam erprobt, reflektiert und weiterentwickelt werden.
Schwerpunkte
Unser Beitrag
Wir fördern innovative Lehrformate, interdisziplinäres Lernen und praxisnahe Nachhaltigkeitskompetenzen.
Nachhaltige Hochschulentwicklung lebt vom Austausch. Die Abteilung fördert Dialog, Vernetzung und Beteiligung innerhalb der Hochschule sowie mit externen Partner:innen. Dabei schaffen wir Räume für Zusammenarbeit, Sichtbarkeit und gemeinsames Engagement.
Schwerpunkte
Unser Beitrag
Wir stärken den hochschulweiten Austausch und fördern eine aktive Nachhaltigkeitskultur.



Katharina Koch, B.Eng.
Studium: Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung (M.Sc.)
Beim Green Office seit: 03.2023

Benedikt Metternich
Studium: Gartenbau (B.Sc.)
Beim Green Office seit: 03.2024

Kaban Tofik
Studium: Landschaftsarchitektur (B. Eng.)
Beim Green Office seit: 01.2025

Maximilian Lange
Studium: Landschaftsarchitektur (B. Eng.)
Beim Green Office seit: 04.2026

Magdalena Schmid
Studium: Landschaftsarchitektur (B. Eng.)
Beim Green Office seit: 03.2026

Elena Schneider
Studium: Gartenbau (B. Sc.)
Beim Green Office seit: 03.2026