Ob mit Bahn, Bus, Fahrgemeinschaft oder Fahrrad: Es gibt viele Möglichkeiten, nachhaltig zu reisen – und jede davon hilft, Ressourcen zu schonen und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Nachhaltiges Reisen bedeutet dabei nicht Verzicht. Im Gegenteil: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder gemeinsam mit anderen unterwegs ist, erlebt oft mehr vom Weg, entdeckt neue Orte und reist entspannter. So wird die Reise selbst schon Teil des Erlebnisses.
Mobilität von morgen beginnt mit den Entscheidungen, die heute getroffen werden. Jeder klimafreundlich zurückgelegte Kilometer zählt!

Dass sich die Klimabilanz verschiedener Verkehrsmittel deutlich unterscheidet, ist inzwischen allgemein bekannt. Je nach gewähltem Verkehrsmittel können die entstehenden CO₂-Emissionen um ein Vielfaches höher oder niedriger ausfallen. Vor dem Hintergrund der planetaren Grenzen und des begrenzten CO₂-Budgets, das jeder Person jährlich zur Verfügung steht, um die Erderwärmung zu begrenzen, spielt die Wahl des Verkehrsmittels daher eine entscheidende Rolle. Gerade bei Auslandsaufenthalten bietet die An- und Abreise ein großes Potenzial, die eigenen Emissionen deutlich zu reduzieren.
Wie groß die Unterschiede zwischen einzelnen Verkehrsmitteln tatsächlich sind, lässt sich mit verschiedenen CO₂-Rechnern anschaulich vergleichen. Hilfreiche Werkzeuge sind beispielsweise der EcoPassenger, der die Emissionen verschiedener Verkehrsmittel auf derselben Strecke gegenüberstellt, oder der Quarks-CO₂-Rechner, mit dem sich der CO₂-Ausstoß unterschiedlicher Reiseoptionen berechnen lässt. Die Ergebnisse machen eindrucksvoll sichtbar, welchen Einfluss die Wahl des Verkehrsmittels auf die persönliche Klimabilanz haben kann.
| Verkehrsmittel | Flugzeug | Auto (Verbrenner) | Fahrgemeinschaft (drei Personen im Auto) | Fernbus | Zug | Fahrrad |
| CO2 Emissionen in kg | 143,8** | 125,5 | 41, 8 | 28,6 | 24,3 | vernachlässigbar |
| Reisezeit in h | 4:01 | 7:18 | 7:18 | 15:30 | 9:58 | 45:00 |
| Kosten | 90-110€ | 110-160€ | 50€ | 40-50€ | 60-70€ | variabel |
| Förderung der Mobilität durch Erasmus+ | 309€ | 309€ | 417€ | 417€ | 417€ | 417€ |
*Die Emissionen und Reisezeit wurden mittels EcoPassenger ermittelt. Die Kosten wurden mittels des DB Navigators, Spritkostenrechner und der Flugvergleichsseite Momondo erhoben.
**Die Klimawirkung des Flugverkehrs ist damit nur teilweise abgedeckt. Nicht berücksichtigt werden hier die zusätzliche Klimawirksamkeit weiterer Treibhausgasemissionen, insbesondere in großen Flughöhen (Stickstoffoxid, Ozon, Wasserdampf, Ruß, Schwefel).
Je nach Distanz des Reiseziels variiert der Reisekostenzuschuss, welchen man durch das Erasmus+ Stipendium erhält. Entscheidet man sich zu einer nachhaltigen Reise für Hin- und Rückweg, erhöht sich diese Pauschaule. Wie hoch die Pauschale ist, ist auf der Seite des International Office unter dem Reiter der Reisekostenpauschale nachzulesen.
Die An- und Abreise verursacht bei einem Auslandsaufenthalt in der Regel den größten Teil der entstehenden CO₂-Emissionen. Gleichzeitig bietet sie aber auch das größte Potenzial, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Für viele Reiseziele – insbesondere innerhalb Europas – gibt es attraktive Alternativen zum Flugzeug, die deutlich klimafreundlicher sind und oft zu einem ganz besonderen Reiseerlebnis werden.
Innerhalb Europas gibt es zahlreiche Optionen auch längere Strecken zurückzulegen. Von Nachzügen bis hin zu normalen Zügen, Busreisen, Fahrgemeinschaften oder auch das Fahrrad ist alles möglich. Wie genau und womit das möglich ist zeigen die folgenden Informationen.
Bei der Planung der Reiseroute mit dem Zug sind die Webseiten Trainline, RailEuropa and The Man In Seat Sixty-One sehr hilfreich.
Tickets könnt ihr bei den nationalen Anbietern wie beispielsweise e.g. DB Deutsche Bahn, SNCF, CP Comboios de Portugal, Renfe, Trenitalia, CFR Călători, etc.) oder euch ein Interrailticket buchen. Für Teilnehmende an Erasmus+ gibt es ein spezielles Interrail-Angebot mit einer längeren Gültigkeitsdauer von sechs Monaten, wobei die übrig gebliebene Reisetage von den Teilnehmenden privat genutzt werden dürfen.
Weitere gut aufgearbeitete ausführliche Informationen, wie man am einfachsten bei der Buchung vorgeht und wann die richtige Zeit ist, um Zugtickets zu buchen findest du auf erasmusbytrain. Mit diesen Tipps lässt sich zum einen Geld sparen, zusätzlich können auch Gruppenrabatte die Zugreise vergünstigen. Die Initiative Go2Rail hat sich dem Ziel angenommen, Studierende für ihre Auslandsreise miteinander zu verknüpfen, die die gleiche Strecke fahren. Neben netter Gesellschaft kann man so ganz nebenbei noch Geld sparen.
Die Initiative Go2Rail verbindet Studierende, die für ihren Auslandsaufenthalt zum selben Ziel reisen. So wird die Fahrt garantiert nicht langweilig und man lernt schon auf dem Weg weitere Austauschstudierende kennen.
Wenn man über Nacht mehrere hunderte Kilometer schlafend zurücklegen möchte, bieten sich auch Nachtzüge an. Welche europäischen Städte mittels Nachtzügen miteinander verbunden sind, zeigen die zwei sehr informativen interaktiven Karten von Nachtzugkarte und Back-on-Track.
Zusätzlich zeigen Back-on-Track auf ihrer Sammelseite So geht’s: Tickets für Nachtzüge in Europa buchen zahlreiche gute Tricks und Informationen zur Ticketbuchung von Nachtzügen auf.
Neben Zügen können auch Fernbusse sinnvolle Optionen für umweltverträglicheres Reisen sein. Oftmals verbinden sie auf direktem Wege Städte für die es keine Direktverbindung mit dem Zug gibt. Je nachdem was der Zielort ist, kann es Sinn machen bei unterschiedlichen Anbietern nach einer Verbindung zu gucken. Je nach Region sind die gängigsten Fernbusunternehmen Flixbus, BlaBlaCar Bus, alsa, Itabus und ECOLINES.
Ebenfalls lassen sich die Treibhausgas-Emissionen der An- und Abreise erheblich reduzieren, wenn im Auto mehrere Personen mitfahren. Es gibt unterschiedliche Portale, in denen Personen Fahrten anbieten und auch einstellen können, wie beispielsweise BlaBlaCar, europecarpooling oder MiFaZ.
Wer nicht allein fahren möchte und auch die Bahn eine Option ist, kann sich auch bei Go2Rail anmelden und dann mit weiteren Reisenden zusammengewürfelt werden.
Für manche besonders Abenteuerlustige und Radliebende ist auch die Anreise mit dem Fahrrad eine Option. Einen kleinen Eindruck, wie die An- und/oder Abreise mit dem Fahrrad aussehen kann, kann in den folgenden Erfahrungsberichten nachgelesen werden:
Natürlich ist das Rad aber auch im Besonderen eine gute Wahl, um vor Ort umherzukommen.
Alternativ lassen sich recht günstig auch vor Ort solide Räder gebraucht kaufen und am Ende des Auslandsaufenthalts wieder verkaufen.
Alle Studierende, die an der Hochschule Geisenheim University eingeschrieben sind, erhalten mit der Zahlung der Semestergebühren ein Deutschland-Ticket. Damit können deutschlandweit alle Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden, das sind zum Beispiel Regionalzüge, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen sowie Busse.
So können viele Städte, Regionen und Ausflugsziele in ganz Deutschland unkompliziert und klimafreundlich erreicht werden. Für längere Strecken kann das Deutschland-Ticket außerdem mit einem ICE- oder IC-Ticket kombiniert und so auch weiter entfernte Ziele flexibel erreicht werden.
Lassen sich CO₂-Emissionen nicht vollständig vermeiden, können sie kompensiert werden. Die Höhe der berechneten CO₂ Emissionen ist von Flugzeugtyp, Flughöhe und zahlreichen weiteren Faktoren abhängig, was begründet, wieso die berechnete Menge an CO₂ je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen kann. Auch bei der Art der Kompensation unterscheiden sich die Anbieter. So nutzen einige Anbieter die Kompensationen für die Förderung für Energie- und Klimaschutzprojekten, während andere auf das oftmals günstigere Pflanzen von Bäumen setzen, was jedoch keine langfristige CO₂-Bindung sichert, wenn die Bäume nicht anwachsen.
Empfehlenswerte Anbieter von Kompensationen sind beispielsweise Atmosfair, Klima Kollekte und PRIMAKLIMA.