KULTURLANDSCHAFT - WANDEL GEMEINSAM GESTALTEN.

WISSEN VERBINDEN. WANDEL GESTALTEN.

Das KULT vernetzt Wissenschaft, Praxis, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

WORAN WIR ARBEITEN

Kulturlandschaften stehen unter zunehmendem Veränderungsdruck. Das KULT verbindet Forschung und Praxis, um ihre charakteristischen Qualitäten zu erhalten und gleichzeitig Antworten auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

GEMEINSAM KULTURLANDSCHAFT GESTALTEN.

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KULT AKTUELL

Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum Kulturlandschaft

Querterrassierung im Steillagenweinbau

Böschung mit Gasse und Zeile im querterrassierten              Weinberg (Foto Gilbert Laquai)
Böschung mit Gasse und Zeile im querterrassierten Weinberg (Foto: Gilbert Laquai)

Hochschule Geisenheim startet Projekt BioQuiS zur Verbindung von wirtschaftlich tragfähigen Weinbau und Naturschutz

Der Weinbau in Steillagen hat das Landschaftsbild in vielen wärmebegünstigten Regionen Deutschlands über Jahrhunderte geprägt und führte zu abwechslungsreichen Landschaften. Allerdings ist die Bewirtschaftung der heutzutage meist in Falllinie angelegten Weinberge sehr arbeitsintensiv, was vor dem Hintergrund sich verteuernder Produktionskosten oft nicht mehr tragfähig ist. Die vielen Weinbergsbrachen im Mitterheintal und an der Mosel machen das Dilemma deutlich.

Als Lösungsansatz untersucht die Hochschule Geisenheim im Rahmen des Forschungs- und Umsetzungsprojektes BioQuiS die Querterrassierung im Steillagenweinbau. Das im Januar 2018 begonnene Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit knapp 400.000 Euro gefördert. Die Zeilen und Gassen werden bei der Querterrassierung hangparallel angeordnet und können wesentlich einfacher bewirtschaftet werden. „Neben der arbeitssparenden Bewirtschaftung mit normalen Schmalspurschleppern haben Querterrassen-Weinberge auch einen ökologischen Vorteil. Ein Teil des Weinbergs besteht aus Böschungen, die der direkten Bewirtschaftung entzogen sind und ein großes Potenzial für den Naturschutz haben“, so Projektleiterin Prof. Dr. Ilona Leyer vom Institut für angewandte Ökologie. „Es gibt aber noch zahlreiche offene Fragen, die z. B. die Erstbegrünung, den Erosionsschutz, Böschungspflege, sowie Biodiversitäts- und rechtliche Aspekte betreffen. Diese gilt es im Projekt zu klären, damit die Querterrassierung für Winzerinnen und Winzer als eine attraktive Alternative zur Bewirtschaftung in Falllinie wahrgenommen wird“, erklärt die Professorin.

Mit-Projektleiter Prof. Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau hat noch einen anderen Aspekt im Fokus: „Die geänderte Zeilenorientierung und die in Querterrassen-Weinbergen geringere Rebdichte beeinflussen das Mikroklima und die Wasserversorgung des Rebbestandes. Dies kann Auswirkungen auf den Ertrag, die Aroma- und Inhaltsstoffbildung und die Rebengesundheit haben. Diese Wechselwirkungen zwischen Rebe und ihrer Umwelt wollen wir vergleichend für Falllinien- und Querterrassen-Weinberge untersuchen“.

Drei Weingüter legen als Praxispartner von BioQuis in diesem Frühjahr Querterrassen-Weinberge im Mittelrheintal neu an, damit unterschiedliche Begrünungsmischungen und Ansaattechniken erprobt werden können. Leyer und Stoll freuen sich, dass sie mit den Hessischen Staatsweingütern und dem Weingut Laquai (Lorch) auf hessischer Seite sowie dem Weingut Ratzenberger (Bacharach) aus Rheinland-Pfalz engagierte Winzer für die Umsetzung und Erprobung der Querterrassierung gewinnen konnten. Aber auch schon bestehende Querterrassenanlagen werden unter die Lupe genommen, um deren Bedeutung für die biologische Vielfalt zu bewerten und um unterschiedliche Böschungspflegevarianten einschließlich Schafbeweidung zu testen. Die Ergebnisse von BioQuiS und daraus ableitbare Handlungsempfehlungen sollen in Form eines Praxisleitfadens dem Weinbau, dem Naturschutz und der Politik zur Verfügung gestellt werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

 

Prof. Dr. Ilona Leyer

Institut für angewandte Ökologie

Professur für Biodiversität und Ökosystemfunktionen

Hochschule Geisenheim

Ilona.Leyer@hs-gm.de

 

Prof. Dr. Manfred Stoll

Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau

Professur für allgemeinen Weinbau

Hochschule Geisenheim

Manfred.Stoll@hs-gm.de

 

Kategorien: Veranstaltungen, STUDIUM, Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft (M.Sc.), VITIS-VINUM (M.Sc.), Vinifera EuroMaster (M.Sc.), Weinwirtschaft (M.Sc.), Oenologie (M.Sc.), Getränketechnologie (M.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.), HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Wein- und Getränkewirtschaft, Oenologie, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten

Bilderreihe

Querterrassierter Weinberg im Mittelrheintal (Foto Gilbert Laquai)
Querterrassierter Weinberg im Mittelrheintal (Foto: Gilbert Laquai)

Veranstaltungen des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft

1. September 2026 KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

1. September 2026 | ab 10:00 Uhr | Weingut Raddeck, Nierstein
Kostenfreie Teilnahme

Das diesjährige KuLaDig-Netzwerktreffen findet in der KuLaDig-Kommune Nierstein statt. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Kulturlandschaft, Tourismus und Weinbau, das sich auch in einem Markt der Möglichkeiten widerspiegelt.

Neben Impulsvorträgen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen KuLaDig-Kommunen sowie mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern von KuLaDig RLP und der SGD Süd. Auch eine Führung durch die Weinberge ist vorgesehen.

Anmeldung bis 24. August 2026 per E-Mail an Christine.brehm(at)sgdsued.rlp.de, bitte mit Angabe, ob Sie an der Weinbergführung teilnehmen möchten.

Veranstalter: Kultur.Landschaft.Digital – Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz an der SGD Süd

1. September bis 22. Oktober 2026 Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

1. September bis 22. Oktober 2026 | insgesamt 9 Online-Veranstaltungen

Wie lassen sich genetische Nutztiervielfalt, Landschaftsvielfalt und Wertschöpfung für nachhaltige Ernährungssysteme verbinden?

Dieser Frage widmet sich unsere Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“. An insgesamt neun Terminen, jeweils dienstags oder donnerstags, werden verschiedene Aspekte der genetischen Vielfalt von Nutztierrassen und ihrer Bedeutung für nachhaltige Ernährungssysteme betrachtet.

Direkt zur Anmeldung:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdUKCr5EMFDAtpdCy6sn0nQslQRRfmi_hksDbJp-c75IshK_A/viewform

29. September 2026 8. Straße und Landschaft „Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?“

Straße und Landschaft – Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?

29. September 2026 | Hochschule Geisenheim University
Teilnahmegebühr: 60 €

Anmeldung:
https://veranstaltungen.hs-geisenheim.de/event/8-sl2026

Die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur wird in der Praxis die Planung und den Bau von Straßen erheblich beeinflussen. Doch was bedeutet das konkret für Straßenbauverwaltungen, Planungsbüros sowie Gutachterinnen und Gutachter?

Die Fachtagung widmet sich unter anderem der Frage, welche Artikel der Wiederherstellungsverordnung für den Straßenbau besonders relevant sind, was der Nationale Wiederherstellungsplan vorsieht und welche Konsequenzen sich aus dem neuen Verschlechterungsverbot ergeben. Zudem geht es um zusätzliche Erfassungserfordernisse sowie die Anpassung von Eingriffsregelung, UVP und LBP.

Veranstalter und Partner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement sowie der Bundesverband Beruflicher Naturschutz Rheinland-Pfalz e. V.

6. & 7. Oktober 2026 IALE-D Jahrestagung 2026 „Schwammlandschaften als integrativer Ansatz der Klimaanpassung: Analyse, Planung und Governance“

Termin: 6. & 7. Oktober 2026

Ort: Universität Hildesheim

ie Jahrestagung steht unter dem Leitmotiv zukunftsfähiger Kulturlandschaften im Kontext von Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung. Vor diesem Hintergrund gewinnen Schwammlandschaften zunehmend an Bedeutung – als landschaftsökologischer und planerischer Ansatz zur Stärkung von Wasserretention, Speicher- und Regulationsfunktionen sowie zur Erhöhung der Klimaresilienz urbaner und ruraler Räume.

Aktuelle Entwicklungen, unter anderem im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung und des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz, verdeutlichen die wachsende Relevanz integrierter wasserbezogener Landschaftsansätze.

Für die Fachsitzung freuen wir uns insbesondere über Beiträge in drei Themenfeldern:

  • Erfassung und Bewertung: Wie können wasserhaushaltsbezogene Funktionen auf Landschaftsebene differenziert erfasst und bewertet werden, und welche Indikatoren eignen sich zur belastbaren Quantifizierung ihres Klimaanpassungsbeitrags?
  • Planung und Integration: Wie lassen sich integrative räumliche Konzepte entwickeln, die naturbasierte Maßnahmen kohärent kombinieren?
  • Implementierung und Governance: Welche institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Umsetzung und welche Governance-Ansätze überwinden Implementierungshemmnisse?

Ausgerichtet wird die Fachsitzung in Kooperation der EU Projekte SpongeScapes, SpongeBoost und SpongeWorks, in Kooperation mit dem Netzwerk Schwammlandschaften.

Abstracts können bis zum 30.06.2026 eingereicht werden.

Informationen zur Konferenz, zur Fachsitzung und zur Anmeldung von Beiträgen finden Sie auf dem IALE-D-Konferenzportal: https://www.iale.de/tagungen/iale-2026/fachsitzungen/#session2

15.–16. Oktober 2026 viSiOONWALD-Transfer 2026 „Kann man den Klimawandel wegpflanzen? – Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung“

viSiOONWALD-Transfer 2026 – Kann man den Klimawandel wegpflanzen? Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung

15.–16. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)

Teilnahmegebühr: 80 € inkl. Rahmenprogramm
Übernachtung im Walderlebniszentrum: 51 €

Anmeldung:
https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=252094&style=wez-soonwald

Der Aufbau klimastabiler Wälder ist eine zentrale Aufgabe des Waldmanagements. Ein Faktor, der dabei bislang häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist das Bodenleben – obwohl Mikroorganismen, Pilze und Mykorrhiza-Netzwerke entscheidend für Wachstum, Vitalität und Resilienz von Wäldern sind.

Im Mittelpunkt der zweiten viSiOONWALD-Transfer-Veranstaltung steht daher der Boden als Grundlage des Ökosystems Wald. Fachleute aus Forschung und Praxis beleuchten die Bedeutung des Bodenmikrobioms für Waldentwicklung, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt und Ökosystemleistungen. Außerdem diskutieren wir, wie dieses Wissen stärker in die waldbauliche Planung und Praxis integriert werden kann und welchen Beitrag neue Technologien zur Entwicklung degradierter Böden leisten können.

Veranstaltungspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Regionalbündnis Soonwald-Nahe, Naturpark Soonwald-Nahe und von Nell’sche Forstverwaltung eGbR.

23.–25. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Offenland

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

30.–31. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Wald

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

Veranstaltungen des KULT an der Hochschule

Querterrassierung im Steillagenweinbau

Böschung mit Gasse und Zeile im querterrassierten              Weinberg (Foto Gilbert Laquai)
Böschung mit Gasse und Zeile im querterrassierten Weinberg (Foto: Gilbert Laquai)

Hochschule Geisenheim startet Projekt BioQuiS zur Verbindung von wirtschaftlich tragfähigen Weinbau und Naturschutz

Der Weinbau in Steillagen hat das Landschaftsbild in vielen wärmebegünstigten Regionen Deutschlands über Jahrhunderte geprägt und führte zu abwechslungsreichen Landschaften. Allerdings ist die Bewirtschaftung der heutzutage meist in Falllinie angelegten Weinberge sehr arbeitsintensiv, was vor dem Hintergrund sich verteuernder Produktionskosten oft nicht mehr tragfähig ist. Die vielen Weinbergsbrachen im Mitterheintal und an der Mosel machen das Dilemma deutlich.

Als Lösungsansatz untersucht die Hochschule Geisenheim im Rahmen des Forschungs- und Umsetzungsprojektes BioQuiS die Querterrassierung im Steillagenweinbau. Das im Januar 2018 begonnene Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit knapp 400.000 Euro gefördert. Die Zeilen und Gassen werden bei der Querterrassierung hangparallel angeordnet und können wesentlich einfacher bewirtschaftet werden. „Neben der arbeitssparenden Bewirtschaftung mit normalen Schmalspurschleppern haben Querterrassen-Weinberge auch einen ökologischen Vorteil. Ein Teil des Weinbergs besteht aus Böschungen, die der direkten Bewirtschaftung entzogen sind und ein großes Potenzial für den Naturschutz haben“, so Projektleiterin Prof. Dr. Ilona Leyer vom Institut für angewandte Ökologie. „Es gibt aber noch zahlreiche offene Fragen, die z. B. die Erstbegrünung, den Erosionsschutz, Böschungspflege, sowie Biodiversitäts- und rechtliche Aspekte betreffen. Diese gilt es im Projekt zu klären, damit die Querterrassierung für Winzerinnen und Winzer als eine attraktive Alternative zur Bewirtschaftung in Falllinie wahrgenommen wird“, erklärt die Professorin.

Mit-Projektleiter Prof. Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau hat noch einen anderen Aspekt im Fokus: „Die geänderte Zeilenorientierung und die in Querterrassen-Weinbergen geringere Rebdichte beeinflussen das Mikroklima und die Wasserversorgung des Rebbestandes. Dies kann Auswirkungen auf den Ertrag, die Aroma- und Inhaltsstoffbildung und die Rebengesundheit haben. Diese Wechselwirkungen zwischen Rebe und ihrer Umwelt wollen wir vergleichend für Falllinien- und Querterrassen-Weinberge untersuchen“.

Drei Weingüter legen als Praxispartner von BioQuis in diesem Frühjahr Querterrassen-Weinberge im Mittelrheintal neu an, damit unterschiedliche Begrünungsmischungen und Ansaattechniken erprobt werden können. Leyer und Stoll freuen sich, dass sie mit den Hessischen Staatsweingütern und dem Weingut Laquai (Lorch) auf hessischer Seite sowie dem Weingut Ratzenberger (Bacharach) aus Rheinland-Pfalz engagierte Winzer für die Umsetzung und Erprobung der Querterrassierung gewinnen konnten. Aber auch schon bestehende Querterrassenanlagen werden unter die Lupe genommen, um deren Bedeutung für die biologische Vielfalt zu bewerten und um unterschiedliche Böschungspflegevarianten einschließlich Schafbeweidung zu testen. Die Ergebnisse von BioQuiS und daraus ableitbare Handlungsempfehlungen sollen in Form eines Praxisleitfadens dem Weinbau, dem Naturschutz und der Politik zur Verfügung gestellt werden.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

 

Prof. Dr. Ilona Leyer

Institut für angewandte Ökologie

Professur für Biodiversität und Ökosystemfunktionen

Hochschule Geisenheim

Ilona.Leyer@hs-gm.de

 

Prof. Dr. Manfred Stoll

Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau

Professur für allgemeinen Weinbau

Hochschule Geisenheim

Manfred.Stoll@hs-gm.de

 

Kategorien: Veranstaltungen, STUDIUM, Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft (M.Sc.), VITIS-VINUM (M.Sc.), Vinifera EuroMaster (M.Sc.), Weinwirtschaft (M.Sc.), Oenologie (M.Sc.), Getränketechnologie (M.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.), HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Wein- und Getränkewirtschaft, Oenologie, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten

Bilderreihe

Querterrassierter Weinberg im Mittelrheintal (Foto Gilbert Laquai)
Querterrassierter Weinberg im Mittelrheintal (Foto: Gilbert Laquai)