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Das KULT vernetzt Wissenschaft, Praxis, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

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Kulturlandschaften stehen unter zunehmendem Veränderungsdruck. Das KULT verbindet Forschung und Praxis, um ihre charakteristischen Qualitäten zu erhalten und gleichzeitig Antworten auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.

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Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum Kulturlandschaft

Hessische Staatsweingüter und Hochschule Geisenheim sichern Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Weinbergen in Steillagen

Prof. Dr. Ilona Leyer mit Prof. Dr. Manfred Stoll (r.) und Dieter Greiner © Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: „Umgestaltung steil gelegener Weinberge in Querterrassen hat Vorbildcharakter, ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz und bietet Vorteile für den Weinbau.“

Bagger im Weinberg: Diesen Anblick gab es am 10. März 2020 in Assmannshausen am Höllenberg zu sehen und in den kommenden Wochen in weiteren Weinbergen im Rheingau sowie an der Hessischen Bergstraße. „Die Hessischen Staatsweingüter starten gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim ,BioQuiS: Förderung der Biodiversität durch Querterrassierung im Steillagenweinbau‘, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU. Dabei handelt es sich um ein Projekt mit Vorbildcharakter – durch die Umgestaltung steil gelegener Weinberge in Querterrassen sowie das Anlegen von blühenden Böschungen wird die Artenvielfalt gestärkt und ein Beitrag zum Gewässerschutz durch die Vermeidung von Erosion geleistet“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hessischen Staatsweingüter ist.

Bislang gebe es in den Weinbaugebieten des Rheingaus und Mittelrheintals nur einzelne querterrassierte Weinberge, erläuterte Schäfer. „Dabei bietet diese Form der Bewirtschaftung nicht nur ein großes Potential für den Schutz von Fauna und Flora – durch die hangparallele Anordnung der Reben können diese auch besser und sicherer bearbeitet werden. Neben der Querterrassierung wird auch eine Anpflanzung blühender Böschungsstreifen in den ausgewählten Steillagen erfolgen. Unsere Staatsweingüter gehen mit gutem Beispiel voran und ermöglichen damit den Erhalt der ökologisch wertvollen Steillagenweinberge. Die Ergebnisse des Projekts werden auch über die Staatsweingüter hinaus hilfreiche Erkenntnisse für alle hessischen Winzerinnen und Winzer liefern“, sagte der Minister.

Vor Ort in Assmannshausen stellten der Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach, Dieter Greiner, sowie Professorin Dr. Ilona Leyer und Professor Dr. Manfred Stoll von der Hochschule Geisenheim das gemeinsame Projekt zum nachhaltigen Weinbau vor:

„Neben der arbeitssparenden Bewirtschaftung haben Querterrassen-Weinberge einen großen ökologischen Vorteil. Ein Teil des Weinbergs besteht aus Böschungen, die der direkten Bewirtschaftung entzogen sind und ein großes Potenzial für den Naturschutz haben“, so Professorin Dr. Ilona Leyer vom Institut für angewandte Ökologie der Hochschule Geisenheim. „Fachgerecht begrünt mit Saatgut regionaler Wildpflanzen fördern Terrassenweinberge die Artenvielfalt, denn sie sind wichtige Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Gleichzeitig tragen sie zum Erosionsschutz bei“, erklärte die Professorin.

Professor Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau der Hochschule Geisenheim hat noch einen anderen Aspekt im Fokus: „Die geänderte Zeilenorientierung und die in Querterrassen-Weinbergen geringere Rebdichte beeinflussen das Mikroklima und die Wasserversorgung des Rebbestandes. Dies kann Auswirkungen auf den Ertrag, die Aroma- und Inhaltsstoffbildung und die Rebengesundheit haben. Diese Wechselwirkungen zwischen Rebe und ihrer Umwelt wollen wir vergleichend für Falllinien- und Querterrassen-Weinberge untersuchen.“

„Mit rund 90 Hektar Steillage, davon 30 im UNESCO Welterbe Mittelrheintal, ist das Weingut Kloster Eberbach das größte deutsche Steillagenweingut und trägt eine große Verantwortung, die jahrhundertealte Kulturlandschaft zu bewirtschaften und zu schützen. Zusammen mit der Hochschule Geisenheim und geschätzten Kollegen des Weinguts Laquai in Lorch sowie des Weinguts Ratzenberger in Bacharach ist es für uns von besonderer Bedeutung, die Steillagen in Rüdesheim und Assmannshausen mit dem Projekt BioQuiS auf die neuen klimatischen und sozio-ökonomischen Herausforderungen auszurichten“, erklärte Geschäftsführer Greiner. Steillagenweinberge böten eine äußerst wertvolle Biodiversität. Gleichzeitig sei die Rentabilität des Steillagenweinbaus in Zeiten des Klimawandels gefährdet, so Greiner weiter. „Es gilt, Wege zu finden, Ökologie und Ökonomie zu verbinden, um die Steillagen erhalten zu können. In Verantwortung für Mensch und Umwelt entstehen so genussvolle Botschafter der einzigartigen Weinkultur von Kloster Eberbach“, fügte er hinzu.

Finanzminister Dr. Schäfer dankte den Verantwortlichen der Staatsweingüter sowie den Forscherinnen und Forschern der Hochschule Geisenheim, die das Projekt wissenschaftlich begleiten: „Sie leisten mit diesem Projekt echte Pionierarbeit und ich bin gespannt darauf, wie wir auch vonseiten der Staatsweingüter mit einem besonders naturnahen Weinanbau zur Bewahrung unserer heimischen Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt beitragen können.“

Quelle: Pressemeldung des Hessischen Ministeriums für Finanzen + red

Kategorien: FORSCHUNG, Projekte, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten

Veranstaltungen des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft

1. September 2026 KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

1. September 2026 | ab 10:00 Uhr | Weingut Raddeck, Nierstein
Kostenfreie Teilnahme

Das diesjährige KuLaDig-Netzwerktreffen findet in der KuLaDig-Kommune Nierstein statt. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Kulturlandschaft, Tourismus und Weinbau, das sich auch in einem Markt der Möglichkeiten widerspiegelt.

Neben Impulsvorträgen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen KuLaDig-Kommunen sowie mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern von KuLaDig RLP und der SGD Süd. Auch eine Führung durch die Weinberge ist vorgesehen.

Anmeldung bis 24. August 2026 per E-Mail an Christine.brehm(at)sgdsued.rlp.de, bitte mit Angabe, ob Sie an der Weinbergführung teilnehmen möchten.

Veranstalter: Kultur.Landschaft.Digital – Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz an der SGD Süd

1. September bis 22. Oktober 2026 Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

1. September bis 22. Oktober 2026 | insgesamt 9 Online-Veranstaltungen

Wie lassen sich genetische Nutztiervielfalt, Landschaftsvielfalt und Wertschöpfung für nachhaltige Ernährungssysteme verbinden?

Dieser Frage widmet sich unsere Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“. An insgesamt neun Terminen, jeweils dienstags oder donnerstags, werden verschiedene Aspekte der genetischen Vielfalt von Nutztierrassen und ihrer Bedeutung für nachhaltige Ernährungssysteme betrachtet.

Direkt zur Anmeldung:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdUKCr5EMFDAtpdCy6sn0nQslQRRfmi_hksDbJp-c75IshK_A/viewform

29. September 2026 8. Straße und Landschaft „Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?“

Straße und Landschaft – Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?

29. September 2026 | Hochschule Geisenheim University
Teilnahmegebühr: 60 €

Anmeldung:
https://veranstaltungen.hs-geisenheim.de/event/8-sl2026

Die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur wird in der Praxis die Planung und den Bau von Straßen erheblich beeinflussen. Doch was bedeutet das konkret für Straßenbauverwaltungen, Planungsbüros sowie Gutachterinnen und Gutachter?

Die Fachtagung widmet sich unter anderem der Frage, welche Artikel der Wiederherstellungsverordnung für den Straßenbau besonders relevant sind, was der Nationale Wiederherstellungsplan vorsieht und welche Konsequenzen sich aus dem neuen Verschlechterungsverbot ergeben. Zudem geht es um zusätzliche Erfassungserfordernisse sowie die Anpassung von Eingriffsregelung, UVP und LBP.

Veranstalter und Partner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement sowie der Bundesverband Beruflicher Naturschutz Rheinland-Pfalz e. V.

6. & 7. Oktober 2026 IALE-D Jahrestagung 2026 „Schwammlandschaften als integrativer Ansatz der Klimaanpassung: Analyse, Planung und Governance“

Termin: 6. & 7. Oktober 2026

Ort: Universität Hildesheim

ie Jahrestagung steht unter dem Leitmotiv zukunftsfähiger Kulturlandschaften im Kontext von Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung. Vor diesem Hintergrund gewinnen Schwammlandschaften zunehmend an Bedeutung – als landschaftsökologischer und planerischer Ansatz zur Stärkung von Wasserretention, Speicher- und Regulationsfunktionen sowie zur Erhöhung der Klimaresilienz urbaner und ruraler Räume.

Aktuelle Entwicklungen, unter anderem im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung und des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz, verdeutlichen die wachsende Relevanz integrierter wasserbezogener Landschaftsansätze.

Für die Fachsitzung freuen wir uns insbesondere über Beiträge in drei Themenfeldern:

  • Erfassung und Bewertung: Wie können wasserhaushaltsbezogene Funktionen auf Landschaftsebene differenziert erfasst und bewertet werden, und welche Indikatoren eignen sich zur belastbaren Quantifizierung ihres Klimaanpassungsbeitrags?
  • Planung und Integration: Wie lassen sich integrative räumliche Konzepte entwickeln, die naturbasierte Maßnahmen kohärent kombinieren?
  • Implementierung und Governance: Welche institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Umsetzung und welche Governance-Ansätze überwinden Implementierungshemmnisse?

Ausgerichtet wird die Fachsitzung in Kooperation der EU Projekte SpongeScapes, SpongeBoost und SpongeWorks, in Kooperation mit dem Netzwerk Schwammlandschaften.

Abstracts können bis zum 30.06.2026 eingereicht werden.

Informationen zur Konferenz, zur Fachsitzung und zur Anmeldung von Beiträgen finden Sie auf dem IALE-D-Konferenzportal: https://www.iale.de/tagungen/iale-2026/fachsitzungen/#session2

15.–16. Oktober 2026 viSiOONWALD-Transfer 2026 „Kann man den Klimawandel wegpflanzen? – Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung“

viSiOONWALD-Transfer 2026 – Kann man den Klimawandel wegpflanzen? Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung

15.–16. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)

Teilnahmegebühr: 80 € inkl. Rahmenprogramm
Übernachtung im Walderlebniszentrum: 51 €

Anmeldung:
https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=252094&style=wez-soonwald

Der Aufbau klimastabiler Wälder ist eine zentrale Aufgabe des Waldmanagements. Ein Faktor, der dabei bislang häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist das Bodenleben – obwohl Mikroorganismen, Pilze und Mykorrhiza-Netzwerke entscheidend für Wachstum, Vitalität und Resilienz von Wäldern sind.

Im Mittelpunkt der zweiten viSiOONWALD-Transfer-Veranstaltung steht daher der Boden als Grundlage des Ökosystems Wald. Fachleute aus Forschung und Praxis beleuchten die Bedeutung des Bodenmikrobioms für Waldentwicklung, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt und Ökosystemleistungen. Außerdem diskutieren wir, wie dieses Wissen stärker in die waldbauliche Planung und Praxis integriert werden kann und welchen Beitrag neue Technologien zur Entwicklung degradierter Böden leisten können.

Veranstaltungspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Regionalbündnis Soonwald-Nahe, Naturpark Soonwald-Nahe und von Nell’sche Forstverwaltung eGbR.

23.–25. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Offenland

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

30.–31. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Wald

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

Veranstaltungen des KULT an der Hochschule

Hessische Staatsweingüter und Hochschule Geisenheim sichern Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Weinbergen in Steillagen

Prof. Dr. Ilona Leyer mit Prof. Dr. Manfred Stoll (r.) und Dieter Greiner © Hessische Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: „Umgestaltung steil gelegener Weinberge in Querterrassen hat Vorbildcharakter, ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz und bietet Vorteile für den Weinbau.“

Bagger im Weinberg: Diesen Anblick gab es am 10. März 2020 in Assmannshausen am Höllenberg zu sehen und in den kommenden Wochen in weiteren Weinbergen im Rheingau sowie an der Hessischen Bergstraße. „Die Hessischen Staatsweingüter starten gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim ,BioQuiS: Förderung der Biodiversität durch Querterrassierung im Steillagenweinbau‘, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU. Dabei handelt es sich um ein Projekt mit Vorbildcharakter – durch die Umgestaltung steil gelegener Weinberge in Querterrassen sowie das Anlegen von blühenden Böschungen wird die Artenvielfalt gestärkt und ein Beitrag zum Gewässerschutz durch die Vermeidung von Erosion geleistet“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hessischen Staatsweingüter ist.

Bislang gebe es in den Weinbaugebieten des Rheingaus und Mittelrheintals nur einzelne querterrassierte Weinberge, erläuterte Schäfer. „Dabei bietet diese Form der Bewirtschaftung nicht nur ein großes Potential für den Schutz von Fauna und Flora – durch die hangparallele Anordnung der Reben können diese auch besser und sicherer bearbeitet werden. Neben der Querterrassierung wird auch eine Anpflanzung blühender Böschungsstreifen in den ausgewählten Steillagen erfolgen. Unsere Staatsweingüter gehen mit gutem Beispiel voran und ermöglichen damit den Erhalt der ökologisch wertvollen Steillagenweinberge. Die Ergebnisse des Projekts werden auch über die Staatsweingüter hinaus hilfreiche Erkenntnisse für alle hessischen Winzerinnen und Winzer liefern“, sagte der Minister.

Vor Ort in Assmannshausen stellten der Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach, Dieter Greiner, sowie Professorin Dr. Ilona Leyer und Professor Dr. Manfred Stoll von der Hochschule Geisenheim das gemeinsame Projekt zum nachhaltigen Weinbau vor:

„Neben der arbeitssparenden Bewirtschaftung haben Querterrassen-Weinberge einen großen ökologischen Vorteil. Ein Teil des Weinbergs besteht aus Böschungen, die der direkten Bewirtschaftung entzogen sind und ein großes Potenzial für den Naturschutz haben“, so Professorin Dr. Ilona Leyer vom Institut für angewandte Ökologie der Hochschule Geisenheim. „Fachgerecht begrünt mit Saatgut regionaler Wildpflanzen fördern Terrassenweinberge die Artenvielfalt, denn sie sind wichtige Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Gleichzeitig tragen sie zum Erosionsschutz bei“, erklärte die Professorin.

Professor Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau der Hochschule Geisenheim hat noch einen anderen Aspekt im Fokus: „Die geänderte Zeilenorientierung und die in Querterrassen-Weinbergen geringere Rebdichte beeinflussen das Mikroklima und die Wasserversorgung des Rebbestandes. Dies kann Auswirkungen auf den Ertrag, die Aroma- und Inhaltsstoffbildung und die Rebengesundheit haben. Diese Wechselwirkungen zwischen Rebe und ihrer Umwelt wollen wir vergleichend für Falllinien- und Querterrassen-Weinberge untersuchen.“

„Mit rund 90 Hektar Steillage, davon 30 im UNESCO Welterbe Mittelrheintal, ist das Weingut Kloster Eberbach das größte deutsche Steillagenweingut und trägt eine große Verantwortung, die jahrhundertealte Kulturlandschaft zu bewirtschaften und zu schützen. Zusammen mit der Hochschule Geisenheim und geschätzten Kollegen des Weinguts Laquai in Lorch sowie des Weinguts Ratzenberger in Bacharach ist es für uns von besonderer Bedeutung, die Steillagen in Rüdesheim und Assmannshausen mit dem Projekt BioQuiS auf die neuen klimatischen und sozio-ökonomischen Herausforderungen auszurichten“, erklärte Geschäftsführer Greiner. Steillagenweinberge böten eine äußerst wertvolle Biodiversität. Gleichzeitig sei die Rentabilität des Steillagenweinbaus in Zeiten des Klimawandels gefährdet, so Greiner weiter. „Es gilt, Wege zu finden, Ökologie und Ökonomie zu verbinden, um die Steillagen erhalten zu können. In Verantwortung für Mensch und Umwelt entstehen so genussvolle Botschafter der einzigartigen Weinkultur von Kloster Eberbach“, fügte er hinzu.

Finanzminister Dr. Schäfer dankte den Verantwortlichen der Staatsweingüter sowie den Forscherinnen und Forschern der Hochschule Geisenheim, die das Projekt wissenschaftlich begleiten: „Sie leisten mit diesem Projekt echte Pionierarbeit und ich bin gespannt darauf, wie wir auch vonseiten der Staatsweingüter mit einem besonders naturnahen Weinanbau zur Bewahrung unserer heimischen Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt beitragen können.“

Quelle: Pressemeldung des Hessischen Ministeriums für Finanzen + red

Kategorien: FORSCHUNG, Projekte, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten