Fairtrade an der HGU

Wir sind Fairtrade University

Seit April 2023 ist die Hochschule Geisenheim offiziell als “Fairtrade University” ausgezeichnet – ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu einer ganzheitlich nachhaltigen Hochschule. Mit dem Titel bekennt sich die Hochschule sichtbar zur Förderung von sozial gerechtem Konsum und unterstützt aktiv den fairen Handel. Die Zertifizierung wurde in der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule festgeschrieben und belegt das Engagement für fairen Handel und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Die Auszeichnung unterstreicht das Profil der Hochschule Geisenheim als forschungsstarke Institution entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Lebensmitteln und Getränken. Produkte wie Kaffee, Kakao oder Baumwolle – typische Fairtrade-Produkte – stehen dabei exemplarisch für globale Zusammenhänge, die auch in Forschung, Lehre und Transfer der Hochschule thematisiert werden.

Im Rahmen ihrer strategischen Nachhaltigkeitsziele integriert die Hochschule fair gehandelte Produkte in den Alltag auf dem Campus, z. B. durch nachhaltige Beschaffung, Bildungsaktivitäten oder Kooperationen mit regionalen Initiativen wie der Steuerungsgruppe des Fairen Rheingau-Taunus-Kreises.

Die Fairtrade-Zertifizierung ist kein Selbstzweck, sondern der Startpunkt für eine breite, partizipative Nachhaltigkeitskultur an der Hochschule. Sie schafft neue Räume für Austausch, Wissenstransfer und verantwortungsvolle Entscheidungen – getragen von Studierenden, Mitarbeitenden und Lehrenden.

Wie wird eine Hochschule "Fairtrade"?

Um als Fairtrade University zertifiziert zu werden müssen einige Kriterien erfüllt werden:

  1. Hochschulbeschluss: Die zentralen Organe der Hochschulverwaltung und der Studierendenschaft, in unserem Fall der Senat und das StuPa, fassen den gemeinsamen Beschluss, sich für die Auszeichnung bewerben zu wollen.
  2. Steuerungsgruppe: Essenz der Zertifizierung ist ein gemeinsames Wirken. Deshalb hat die Hochschule hat eine Gruppe aus Studierenden und Mitarbeitenden gebildet, die die Aktivitäten rund um fairen Handel an der Hochschule plant und koordiniert, den Fairtrade-Lenkungskreis.
  3. Produkte bei Veranstaltungen: Bei Veranstaltungen oder internen Besprechungen werden Fairtrade-Getränke und Snacks gereicht.
  4. Produkte in Geschäften und Gastronomie: In unserer Mensa wird Fairtrade-Kaffee, -Tee und Snacks angeboten. Außerdem wurde zum 150-jährigen Jubiläum der Forschungsanstalt ein Hoodie aus zertifizierter Baumwolle verkauft.

Medien und Öffentlichkeitsarbeit: Mindestens zwei Mal im Semester finden Veranstaltungen zur Bewusstseinsbildung am Campus statt. Das können zum Beispiel Workshops oder thematische Filme- oder Spieleabende sein.

Die Kampagne "Fairtrade-Universities"

Die Kampagne Fairtrade-Universities wurde als Projekt Nachhaltigkeit 2019 durch die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ausgezeichnet. Fairtrade-Universities fördern das Bewusstsein und das Engagement von Hochschulakteur:innen für fairen Handel – verbunden mit der Umsetzung konkreter Projekte auf dem Campus. Die Kampagne bietet Hochschulen und Universitäten:

  • Einarbeitung und Weiterbildung im fairen Handel mit seinen sozialen, ökologischen, kulturellen und ökonomischen Aspekten
  • Vernetzung, Kooperation und Partnerschaften – national und international, u.a. Fairtrade-Universities in anderen Ländern
  • Orientierungsrahmen im Nachhaltigkeitsdiskurs und konkrete Handlungsoption für Verwaltung, Gastronomie, Gewerbe und Studierendenschaft
  • Plattform für studentische Initiativen, Projekte und Aktionen
  • Synergieeffekte durch das Zusammenspiel von Praxis, Lehre und Forschung
  • Startschuss für die Etablierung eines transdisziplinären Dialogs von Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft zur nachhaltigen Entwicklung

(Quelle: www.fairtrade-universities.de)

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Fairer Handel

Was sind die Grundsätze des Fairen Handels?

Wer sich mit dem Thema Fairer Handel auseinandersetzt, sollte darauf achten, wie die Anbieter fairen Handel wirklich definieren. Dieser umfasst nämlich weit mehr Aspekte als rein finanzielle. Die World Fair Trade Organisation (WFTO) hat 10 Grundsätze fairen Handels definiert:

  1. Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzentinnen und Produzenten schaffen
  2. Transparenz und Rechenschaftspflicht
  3. Faire Handelspraktiken
  4. Faire Bezahlung
  5. Keine ausbeuterische Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit
  6. Verpflichtung zu Nicht-Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit & wirtschaftlichem Empowerment von Frauen und Versammlungsfreiheit
  7. Sicherstellung guter Arbeitsbedingungen
  8. Förderung der Aus- und Weiterbildung
  9. Förderung des Fairen Handels
  10. Schutz der Umwelt

Wie fair ist ein Produkt mit dem Fairtrade-Siegel wirklich?

Im Gegensatz zu „bio“ ist der Begriff „fair“ rechtlich nicht geschützt. Jedes Unternehmen kann ihn nach eigenen Vorstellungen in seiner Kommunikation verwenden; in der Regel geht mit der Nutzung aber die Einhaltung verschiedener sozialer und ökologischer Mindesstandards in Produktion und Vermarktung einher. Es gibt jedoch anerkannte Siegel und Zeichen, die nach den international definierten Fair-Handels-Prinzipien arbeiten. 

Und ist das Produkt mit diesen Labels auch wirklich zu 100 Prozent fair? Anerkannte Siegel agieren nach der „All that can be fair must be fair“-Regel. Besteht ein Produkt nur aus einem Rohstoff, muss dieser immer zu 100 Prozent fair gehandelt sein. Lebensmittel wie Schokolade oder Kekse sind aber Mischprodukte, da sieht es schon anders aus. Da nicht alle Zutaten über den Fairen Handel verfügbar sind, gilt bei solchen Produkten: Alle Bestandteile des Produktes, die fair gehandelt erhältlich sind, müssen aus Fairem Handel stammen. So liegt der Anteil der fair gehandelten Bestandteile in der Regel bei über 50 Prozent, teilweise bei 100 Prozent. Nach den Fairtrade-Standards muss dieser allerdings „nur“ mindestens 20 Prozent betragen.

Welchen Siegeln kann ich vertrauen?

Bei insgesamt rund 1.000 Siegeln und Labels allein auf Lebensmittelverpackungen in Deutschland können Verbraucher:innenschnell den Überblick verlieren. Insbesondere der Begriff „fair“ und dessen Verwendung auf Siegeln, sind nicht klar geregelt. Für Verbraucher:innen  ist es deshalb wichtig, die einzelnen Siegel näher unter die Lupe zu nehmen: Gibt es transparente und überprüfbare Kriterien, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert werden? Das Portal LABEL-ONLINE des Vereins Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. gibt einen Überblick und bietet eine Suchfunktion für Labels an. Auf Label-online werden Labels nach einer einheitlichen Matrix bewertet. Untersucht wird beispielsweise, welchen Anspruch Labels formulieren, wie unabhängig ihre Vergabe ist, welche Kontrollen vorgesehen sind und wie transparent dieser Prozess für Verbraucher:innen ist. Gefördert wird das Portal durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.