Nachhaltigkeitsbericht

Warum ein Nachhaltigkeitsbericht?

Nachhaltigkeit ist ein weitgreifendes Konzept, welches in allen Bereichen des Alltags Anwendung finden kann. So auch an der Hochschule Geisenheim, doch was genau bedeutet Nachhaltigkeit für die Hochschule? Welche Ideen, Ziele und Maßnahmen verfolgt sie in Bezug auf nachhaltige Entwicklung?

Um diese Themen übersichtlich und nachvollziehbar darzustellen, hat die Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit den auf dieser Seite präsentierten Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Der wichtigste Aspekt dabei ist der systemische Ansatz, denn der Bericht beschreibt nicht nur, was die Hochschule für Vorstellungen von Nachhaltigkeit hat, sondern fasst sie mit konkreten, messbaren Indikatoren zusammen.

Der Rahmen des Berichts, wie auch die Arbeit der Abteilung und der Hochschule allgemein, wird vom Prinzip der BNE, also der Bildung für nachhaltige Entwicklung, gesetzt. Diese Bildungskampagne der Vereinten Nationen setzt sich zum Ziel zu bewirken, dass jede Person versteht, wie sich ihr eigenes Handeln auf die Welt auswirkt.

Das klingt wie eine große Aufgabe. Wie soll das konkret an der Hochschule umgesetzt werden? Dabei hilft der Whole Institution Approach, der als ganzheitlicher BNE-Ansatz u.A. für Hochschulen festgelegt wurde. Hier werden konkrete Bereiche und Handlungsfelder, die für Bildungseinrichtungen relevant sind, benannt und beschrieben. Das hilft es, Ziele zu setzen und nachzuvollziehen, ob geplante Maßnahmen das erreichen, was von ihnen erwartet wird.

Die Bereiche, auf die sich die Hochschule konzentriert, sind Governance, Betrieb, Lehre, Forschung und Transfer. So kann sichergestellt werden, dass Nachhaltigkeit in alle Prozesse und Handlungen der Hochschule eingebunden wird:

Governance - umfasst die Art und Weise, wie in einer Verwaltung Entscheidungen getroffen, politische Inhalte formuliert und umgesetzt werden;

Betrieb - bezieht sich auf das alltägliche Funktionieren der Hochschule in Bezug auf Energieverbrauch, Mobilität, Ressourcen und Beschaffung;

Lehre - thematisiert nicht nur Inhalte in den Vorlesungen, sondern auch das Bereitstellen von Lernräumen und die Gestaltung des Campus;

Forschung - beruft sich auf den Inhalt der untersuchten Themen und Fragen, sowie auf die Ausstattung und Nutzung der Labore;

Transfer - beinhaltet die Vermittlung von nachhaltigen Prinzipien und die Zusammenarbeit der Hochschule mit Partner:innen wie Kommunen, regionalen Produktionsbetrieben, Hochschulen usw., die die gleichen Ziele verfolgen.

Projekte & Ergebnisse

© Katharina Koch und Kaban Tofik

Wie wird die BNE-Theorie konkret an der Hochschule umgesetzt? Unser erster Nachhaltigkeitsbericht beschreibt den Zeitraum von 2023 bis 2025 und kann mit diesem Visual Recording, also einer grafischen Aufzeichnung, auf einen Blick zusammengefasst werden. Einerseits zeigt die Grafik, dass alle fünf Bereiche des Whole Institution Approach mit konkreten Maßnahmen weiterentwickelt wurden. Andererseits können wir dank des Visual Recordings verstehen, wie viel die Hochschule in den letzten Jahren für Nachhaltigkeit geleistet hat.

Dabei ist es uns wichtig zu betonen, was das übergreifende Ziel all dieser Leistungen ist: Nachhaltigkeit als Leitprofil der Hochschule zu etablieren und sie in allen Facetten des Hochschulalltags zu integrieren. Das bedeutet, dass nachhaltige Entwicklung und Methoden nicht nur in der Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit stattfinden, sondern ein Teil von allem sind, was die Hochschule tut und anbietet.

Die genauen Fakten und Daten diesbezüglich sind im Bericht zu finden, wir möchten allerdings einige Highlights kurz präsentieren:

  1. Strategie & Governance:
    • 2023: Nachhaltigkeitskonzept etabliert, welches hilft, als Hochschule nachhaltige Entscheidungen zu treffen
    • Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit gegründet
    • EU GIFT-Allianz: internationale Zusammenarbeit im Bereich Nachhaltigkeit
  2. Campus (Betrieb):
    • PV-Ausbau: 500–700 kWp auf Dachflächen (Fertigstellung Ende 2026)
    • Deutschlands erste Agri-PV über Weinreben: 99 kWp
    • elektrisch gefahrene km: 2.500 (2019) → 85.000 (2025)
    • ca. ⅓ der Dienstfahrten elektrisch, 45,7 t CO₂ vermieden seit 2019
    • Biomassekreislauf: Küchenreste → Wurmkompost → Kompost
    • 5.700 Blatt Papier recycelt → 570 Notizblöcke
  3. Studium & Lehre:
    • alle BA-Studiengänge mit Nachhaltigkeitsbezug
    • Anteil Nachhaltigkeitsmodule: 15 % (2019) → 25 % (2025)
    • CoLAB als Prototyp kompetenzorientierter Lernräume umgesetzt
    • Kompostierworkshop
    • Summer School Dach-/Fassadenbegrünung
  4. Forschung:
    • Projekte mit SDG-Bezug: 76 % (2019) → 87 % (2025)
    • IAT: Reallabore für nachhaltige Agrarlandschaften ab 2026 (mit ZALF, JLU, Uni Kassel)
    • Green Labs: Bestandsaufnahme abgeschlossen — Umsetzungsgrad von Nachhaltigkeitsmaßnahmen 54 % (Wasser, Abfall, Energie)
  5. Transfer:
    • LOEWE-Transferprofessur eingerichtet (2024–2029)
    • nachhaltigkeitsRhein-Nahe-Allianz mit TH Bingen & EBS aufgebaut
    • GeisTreich: Transferformat nachhaltiger Weinbau (2023–2027)
    • BUGA 2029: HGU als Partnerin mit Reallabor-Ansatz, Buga-Pavillon in Umsetzung
    • Fairtrade: Mitwirkung im Lenkungskreis Rheingau-Taunus-Kreis, Fairtrade-Universität seit 2023, Re-Zertifizierung 2025

 

… und natürlich den Nachhaltigkeitsbericht an sich, der mit seinem Indikatorensystem (einer IST/Ziel-Bewertung) ein weiteres Element der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule bildet.

Nachhaltigkeit an der Hochschule in Bildern

Ausblick

Der Nachhaltigkeitsbericht schließt die Arbeit in diesem Bereich nicht ab, sondern ganz im Gegenteil. Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreichen konnten und stellen uns nun den weiteren Aufgaben. Dank des Berichts können wir konkret bestimmen, was diese Aufgaben sind und wohin wir uns weiterentwickeln möchten.

Aufbauend auf unserer Arbeit in den Jahren 2023-2025 möchten wir im nächsten Berichtszyklus die bestehenden Maßnahmen und Projekte dauerhaft in die Struktur der Hochschule einbinden. Das bedeutet, dass wir die angestoßenen Aktivitäten in den fünf Handlungsfeldern, also Governance, Betrieb, Lehre, Forschung und Transfer, weiterentwickeln und ausbauen möchten.

Darüber, wie und was wir genau machen, um all das zu erreichen, werden wir stets berichten. Im monatlichen AStA-Newsletter, auf unseren Webseiten und gerne auch persönlich!