Wie können versiegelte Parkplatzflächen zu klimaresilienten, ökologisch wertvollen und lebenswerten Orten werden? Mit dieser Frage rief das Nachhaltigkeitsbüro der Hochschule Geisenheim in Zusammenarbeit mit Dr. Marcus Kreikebaum, Dozent für Ethik und Service Learning an der EBS Business School das Studierendenprojekt „Parkplatz-Wüsten neu denken“ ins Leben, welches am 30.10.2026 in Form einer Challenge am Campus der EBS in Oestrich-Winkel umgesetzt wurde. Das Event entstand im Rahmen der Rhein-Nahe-Allianz (nRNA), dem Zusammenschluss der HGU, TH Bingen und EBS Universität für Kooperationen im Bereich Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung sollte die Studierenden nicht nur vor reale Berufsherausforderung stellen, sondern auch die studentische Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen fördern.
In dem Austausch ging es allerdings nicht nur um Freundschaft. Am Ende der fünfstündigen Challenge standen den Teams Präsentationen vor einer interdisziplinären Jury bevor, bei denen nur das beste Konzept den ersten Platz gewinnen konnte.
Ablauf
Gegenstand des Projektes waren Konzepte zur nachhaltigen Umgestaltung des kommunalen Molsberger Parkplatzes und des ALDI-Parkplatzes, beide in Oestrich-Winkel. Nachdem die Teams, zusammengesetzt aus Studierenden der teilnehmenden Hochschulen, eine Bestandaufnahme vor Ort durchgeführt haben, haben sie in einer intensiven Arbeitsphase ihre Konzepte entwickelt und ihre Präsentationen vorbereitet.
Sowohl der Molsberger Parkplatz, als auch der ALDI-Parkplatz sind weitestgehend versiegelte Flächen, die den Herausforderungen der Klimakrise nicht gerecht werden. Die Studierenden waren angehalten, die spezifischen Fähigkeiten, die sie an ihren jeweiligen Hochschulen gelernt haben, in die Konzepte einzubringen. Dabei ist der ökologische und gestalterische Aspekt bei der Hochschule Geisenheim angesiedelt, während die technischen und wirtschaftlichen Dimensionen Fachbereiche der TH Bingen und EBS Universität sind.
Aus der Analyse und der Expertise der Studierenden sind in kürzester Zeit umfängliche Konzepte und Präsentationen entstanden, die im Anschluss von einer Fachjury bewertet wurden. Dozierende der drei Hochschulen wurden dabei von Experten aus der Praxis unterstützt, da sowohl der Bürgermeister von Oestrich-Winkel Carsten Sinß, als auch der Director Real Estate von ALDI Süd Gregor Leier Teil des Komitees waren.
Ergebnisse
Die Präsentationen enthielten eine breite Palette an kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen zur nachhaltigen Umgestaltung der Parkplätze. Dabei spielten sowohl sickerfähige Beläge, als auch heimische Pflanzungen eine große Rolle. Ein wichtiger Bereich, dem die Studierenden viel Aufmerksamkeit widmeten, war der soziale Charakter der Parkflächen. So waren beschattete Sitzgelegenheiten und Möglichkeiten zur Umfunktionierung der Flächen als Marktplätze stets Teil ihrer Ideen.
Nach vier spannenden Präsentationen war sich die Jury schlussendlich einig und den ersten Preis, dotiert mit 300€, erhielt die Gruppe „Fläche & Freiraum“, bestehend aus Ali Asad (TH Bingen), Louis Schenkel und Mark Wathuta (beide EBS). Ihr Konzept für die Umgestaltung des ALDI-Parkplatzes überzeugte die Jury vor allem durch ihre gelungene Einbindung aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Wirtschaft und Soziales.
Den kurzfristig beschlossenen zweiten Preis, dotiert mit 200€, erhielt die Gruppe „Asphalt & Aufbruch“, bestehend aus Lara Guthmann (Hochschule Geisenheim), Isabelle Schmid (TH Bingen), Julian Hofmann und Felix Mocken (beide EBS). Sie entwickelte ein Konzept zur Umgestaltung des Molsberger Parkplatzes. Die Entscheidung, auch einen zweiten Preis zu vergeben, galt als Anerkennung für die Gruppe, dass auch sie trotz der anspruchsvolleren Ausgangssituation ein überzeugendes Konzept vorgelegt hatte.
Ausblick
Dank der Zusammenarbeit innerhalb der Rhein-Nahe-Allianz und der Aufgeschlossenheit der externen Fachpersonen, sowie des starken Einsatzes der Studierenden, ist aus einer einzigen Ausgangsfrage ein gelungenes Event geworden. Da sich die Expertise der Hochschulen gut ergänzen und lokale Akteure dieser Art Veranstaltungen offen gegenüberstehen, wird es sicherlich nicht die letzte gemeinsame Challenge sein.
Mehr zur nRNA: https://www.hs-geisenheim.de/hochschule/profil/nachhaltigkeit/nrna
Mehr zum Nachhaltigkeitsbüro: https://www.hs-geisenheim.de/hochschule/profil/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-in-der-hochschulfuehrung-governance/green-office








