Der thematische Rahmen des Projekts greift eine aktuelle Entwicklung auf: Die Kulturlandschaften des Rheingaus und des Oberen Mittelrheintals sind das Ergebnis eines jahrhundertelangen Zusammenspiels von Natur, Weinbau und menschlicher Gestaltung. Terrassierte Steillagen, Trockenmauern und charakteristische Kulturräume prägen das Bild dieser einzigartigen Region. Doch Strukturwandel im Weinbau, wirtschaftliche Herausforderungen und veränderte Nutzungsformen setzen die historisch gewachsene Landschaft zunehmend unter Druck. Nutzungsaufgabe, Verbuschung und der Verlust wertvoller Lebensräume sind sichtbare Folgen dieses Kulturlandschaftswandels und stellen Kommunen wie Region vor ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund entwickelten die Studierenden praxisnahe und zukunftsorientierte Lösungsansätze:
Die erste Gruppe (Maren Krämer, Julian Otte, Elias Schmittgen und Arthur Bottner) untersuchte die Potenziale von Steillagenweinbau-Flächen für die Biotopvernetzung angrenzender Natura-2000-Gebiete in Lorch und Umgebung. Ziel war ein ganzheitlicher Ansatz, der ökologische Aufwertungen mit einem Mehrwert für den regionalen Weinbau sowie für die soziale und touristische Infrastruktur verbindet. Im Zentrum stand dabei insbesondere die Ermöglichung von ko-kreativen Prozessen mit der Lorchner Bevölkerung.
Die zweite Gruppe (Lara Pschorn, Josephine Gyra, Jennifer Neu und Felina Richter) entwickelte konkrete Ansätze für eine zukunftsfähige Bewirtschaftung der Flächen. Um Verbuschung zu reduzieren, wirtschaftliche Einbußen abzufedern und Winzer*innen neue Perspektiven zu eröffnen, erarbeiteten die Studierenden eine Website. Herzstück ist ein Online-Filtertool, das passgenaue Maßnahmen für unterschiedliche Flächentypen ausgibt und so konkrete Handlungsoptionen aufzeigt. Die Website wird in Kürze online verfügbar sein.




