Projekte des Instituts für Landschaftsplanung und Naturschutz

Ausgewählte Projekte

Die Forschungsprojekte des Instituts für Landschaftsplanung und Naturschutz untersuchen ökologische, planerische und gesellschaftliche Aspekte der Entwicklung von Kulturlandschaften. Schwerpunkte liegen auf Biodiversität, nachhaltiger Landnutzung, Klimaanpassung und der Weiterentwicklung planerischer Instrumente.

Methoden

  • räumliche Modellierung
  • ökologische Feldforschung
  • partizipative Governance-Analysen
  • sozial-ökologische Systemanalyse

Praxisbezug

  • Handlungsempfehlungen für Politik und Planung
  • Unterstützung regionaler Akteur:innen
  • Entwicklung praxisnaher Instrumente
  • Wissenstransfer in Land- und Forstwirtschaft

Biodiversität & Ökosystemleistungen

Intakte Kulturlandschaften sind Hotspots der Biodiversität und liefern essenzielle Ökosystemleistungen wie CO₂-Speicherung oder Hochwasserschutz. 

Das KULT engagiert sich für den Schutz artenreicher Lebensräume, z. B. durch Forschungsprojekte zu extensiven Weidesystemen und Trockenstandorten. Veranstaltungen wie „Offene Trockenstandorte: Hotspots der Biodiversität erhalten“ verknüpfen Forschung und Praxis, um Strategien zur Landschaftspflege zu entwickeln. Die Vernetzung von Akteur*innen ist zentral, um Naturschutz und nachhaltige Nutzung in Einklang zu bringen.

AMBITO

Entwicklung und Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits für den Weinbau in Deutschland

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

AmBiTo ist ein Projekt zur Entwicklung und Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits für den Weinbau in Deutschland. Ziel von AmBiTo ist die Umsetzung und langfristige Anwendung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Weinbau.
Durch die direkte Beteilung von 34 Modellbetrieben und mehr als 50Partnerbetrieben wird sichergestellt, dass praxisnahe und anwendungsfreundliche Lösungen entstehen.

Biodiversität muss sich auch wirtschaftlich lohnen: Für eine nachhaltige Entwicklung der Weinbaubetriebe ist neben der ökologischen gleichrangig auch die soziale und die wirtschaftliche Perspektive entscheidend. Die sozioökonomische Begleitforschung analysiert daher die Tragfähigkeit und Effizienz von Biodiversitätsmaßnahmen aus Sicht der Betriebe. Erarbeitet werden zugleich die Grundlagen, um die Agrar- und Naturschutzförderung spezifisch für Weinbaubetriebe zu verbessern. Zugleich werden weitere Finanzierungsoptionen entwickelt.

Ansprechpersonen

Dr. Nora Mehnen

Gebäude 6601
Raum 117
Tel. +49 6722 502 655
Nora.Mehnen(at)hs-gm.de

Mira Franziska Foerster, M.Sc.

Gebäude 7100
Raum 01.03
MiraFranziska.Foerster(at)hs-gm.de

PlaCES

Improving landscape Planning and design with Cultural Ecosystem Services in HEIs

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Das Erasmus+-Projekt PlaCES (11/2024–10/2027) verfolgt das Ziel, die Integration von kulturellen Ökosystemleistungen (KÖSL / Cultural Ecosystem Services, CES) systematisch in die Hochschullehre zu verankern. Kulturelle Ökosystemleistungen – etwa Erholung, Identität, ästhetische Wahrnehmung oder Bildung – spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Landschaftsplanung und -gestaltung, sind jedoch bislang in vielen Curricula nur unzureichend berücksichtigt.
Im Rahmen von PlaCES werden offene Lern- und Lehrmaterialien entwickelt, die Hochschulen dabei unterstützen, kulturelle Ökosystemleistungen praxisnah in Studiengänge der Landschaftsplanung, Umweltwissenschaften und verwandter Disziplinen zu integrieren.
Der Fokus liegt dabei auf urbanen Flusslandschaften als komplexen Mensch-Natur-Systemen. Sie dienen als Modellräume, um ökologische, soziale und kulturelle Dimensionen integrativ zu analysieren und innovative Planungsansätze zu erproben.

Ansprechperson

Dr. Nora Mehnen

Gebäude 6601
Raum 117
Tel. +49 6722 502 655
Nora.Mehnen(at)hs-gm.de

Landschaftsökologie und Landnutzungssysteme

Das Institut trägt durch die Analyse von Wechselwirkungen zwischen Biodiversität, Wasserhaushalt und Nutzungssystemen dazu bei, nachhaltige und klimaresiliente Kulturlandschaften zu entwickeln. Auf dieser Grundlage werden praxisorientierte Konzepte und Maßnahmen zur Weiterentwicklung multifunktionaler Landnutzungssysteme erarbeitet.

AGRECO4CAST

Das EU-Projekt AGRECO4CAST (2025–2028) entwickelt mit Partnern aus Dänemark, Spanien, Italien und Deutschland einen Werkzeugkasten zur Unterstützung der agrarökologischen Transformation in Dauerkulturen des Obst-, Wein- und Olivenbaus. Es untersucht und bewertet ökologische als auch sozioökonomische Aspekte und formuliert Empfehlungen unter Einbezug der Praxis sowie künftiger klimatischer und gesellschaftlicher Szenarien. Dafür nutzt das Projekt modellbasierte Ansätze, aktive Stakeholder-Beteiligung und KI-gestützte Kommunikation.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Das EU-Projekt AGRECO4CAST (2025-2028) entwickelt mit Partnern aus Dänemark, Spanien, Italien und Deutschland einen Werkzeugkasten, der die agrarökologische Transformation in Dauerkulturen des Obst-, Wein- und Olivenbaus in Europa unterstützt. Dabei werden ökologisch und sozio-ökonomische Aspekte der agrarökologischen Transformation untersucht, bewertet und Empfehlungen unter Berücksichtigung der Praxis und künftiger klimatischer und gesellschaftlicher Szenarien ausgesprochen. Dabei nutzt das Projekt modellbasierten Ansätze, aktive Stakeholder-Beteiligung und KI-gestützte Kommunikation.

Ansprechpersonen

David Eisenhauer

Gebäude 7100
Raum 01.03
David.Eisenhauer(at)hs-gm.de

Mira Franziska Foerster, M.Sc.

Gebäude 7100
Raum 01.03
MiraFranziska.Foerster(at)hs-gm.de

Rheingauer Wasser- und Bodenverband

Die Gründung eines Rheingauer Wasser- und Bodenverbands (RWB) hat das Ziel, die Einzelprojekte zum Wasserrückhalt, zur Bewässerung und Anfragen auf Wasserrechte zu bündeln und rheingauweit den Wasserbedarf langfristig und zukunftsorientiert über die Gemarkungsgrenzen hinaus zu decken.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Die durch den Klimawandel bedingten Häufungen von extremen ungewöhnlichen Wetterereignissen, wie beispielsweise zunehmende Dürreperioden oder Starkregenereignisse, stellen den zukünftigen Weinbau ebenso wie das Management aller Landnutzungen zusätzlich vor große Herausforderungen. Diese Situation wirkt sich negativ auf die Rebengesundheit und die Landschaftsfunktion aus. Hiervon ist auch das Weinanbaugebiet Rheingau in Südhessen betroffen. Um gerade im Weinbau die Landnutzungen aufrecht zu erhalten, muss verstärkt Niederschlagswasser in Boden und Gewässern zurückgehalten und müssen insbesondere Junganlagen bewässert werden.

Die Gründung eines Rheingauer Wasser- und Bodenverbands hat das Ziel, die Einzelprojekte zum Wasserrückhalt, zur Bewässerung und Anfragen auf Wasserrechte zu bündeln und rheingauweit den Wasserbedarf langfristig und zukunftsorientiert über die Gemarkungsgrenzen hinaus zu decken. Während fachliche Konzepte nach aktuellem Stand des Wissens vorliegen, mangelt es an einer Kooperationsstruktur, welche – idealerweise als Körperschaft öffentlichen Rechts organisiert – die vorliegenden Konzepte und allgemein, nicht flächenscharf formulierten Vorschläge zur Klimaanpassung in großem Maßstab umsetzt.

Die Aufgaben eines Wasser- und Bodenverbandes umfassen:

  • Beratung und Unterstützung,
  • Überwachung und Kontrolle,
  • Förderung von Maßnahmen sowie
  • Öffentlichkeitsarbeit.
Ansprechperson

Ruth Bindewald, M.Sc.

Gebäude 6601
Raum 117
Tel. +49 6722 502 654
Ruth.Bindewald(at)hs-gm.de

Wasserretention und Klimaanpassung

Der Klimawandel verändert unsere Landschaften tiefgreifend. Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkregen setzen Ökosysteme unter Druck. Wir entwickelt und vermittelt Strategien zur Klimaanpassung in der Kulturlandschaft – von wassersensiblen Landnutzungskonzepten bis hin zur klimaresilienten Waldbewirtschaftung.

Schwammregion Soonwald-Nahe

Der Naturpark Soonwald-Nahe ist zunehmend von Starkregen, Überschwemmungen und Trockenphasen betroffen. Ursachen sind der Klimawandel und ein geringes Wasserrückhaltevermögen der Landschaft. Das Projekt Schwammregion Soonwald-Nahe stärkt den Wissenstransfer und bringt Akteurinnen und Akteure aus Land-, Forst- und Weinbau zusammen. Gemeinsam werden Maßnahmen entwickelt, die Wasser länger in der Landschaft halten und den Wasserrückhalt verbessern.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Mit dem Projekt „Schwammregion Soonwald-Nahe“ engagiert sich die Hochschule Geisenheim University für eine klimaresiliente Entwicklung der Kulturlandschaft zwischen Hunsrück und Nahetal. Gemeinsam mit dem Naturpark Soonwald-Nahe und dem Regionalbündnis Soonwald-Nahe entsteht ein Netzwerk, das Akteurinnen und Akteure aus Land- und Forstwirtschaft, Kommunen, Verwaltung und Wissenschaft verbindet.

Im Mittelpunkt steht, den Wasserrückhalt in der Fläche zu erhöhen – mit dem Fokus auf naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions), die die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber Starkregen und Trockenperioden machen.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Vorhaben läuft bis Ende 2026. Es reagiert auf zunehmende klimabedingte Extremereignisse und setzt auf intensiven Wissenstransfer zwischen Praxis und Forschung: Wie lässt sich Wasser in der Fläche halten, statt es schnell abzuleiten? Welche Maßnahmen wirken auch über Nutzungs- und Verwaltungsgrenzen hinweg? In den Arbeitsgruppen der Land- und Forstwirtschaft werden praktische Erfahrungen ausgetauscht und neue Lösungswege entwickelt. Dazu zählen Retentionsmulden, Agroforstsysteme, Grabenverschlüsse und angepasste Bewirtschaftung – naturbasierte Maßnahmen, die auf die Prozesse der Landschaft setzen, statt auf technische Großlösungen. Die Erfahrungen zeigen: Viele kleine Maßnahmen können gemeinsam große Wirkung entfalten.

Ansprechperson

Jenny Eckes, M.Sc.

Gebäude 7100
Raum 01.03
Tel. +49 6722 502 6592
Jenny.Eckes(at)hs-gm.de

KARL

Die Kommunen Eltville am Rhein, Kiedrich, Oestrich-Winkel, Schlangenbad und Walluf erarbeiten ein Integriertes Klimaanpassungskonzept. Dessen Prozess wird wissenschaftlich begleitet. 

Governance von Naturschutzmaßnahmen

Das Institut stärkt die Umsetzung wirksamer Naturschutzmaßnahmen, indem es planerische Instrumente analysiert, weiterentwickelt und in konkrete Entscheidungsprozesse integriert. Durch die Verknüpfung von Wissenschaft, Verwaltung und Praxis werden geeignete Governance-Ansätze für eine nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften entwickelt.

DialoBio

Die Umsetzung nationaler und internationaler Biodiversitätsziele erfordert neue Formen der Zusammenarbeit. Das Projekt DialoBio stärkt den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, um Handlungswissen für den Biodiversitätsschutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen gezielt zu entwickeln und zugänglich zu machen.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Mit dem Projekt „DialoBio – Dialog Biodiversität“ wird eine bundesweite Plattform aufgebaut, die den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis fördert. Ziel ist es, die Umsetzung zentraler Biodiversitätsstrategien in Deutschland zu unterstützen und konkrete Lösungsansätze für die Wiederherstellung von Ökosystemen, auch im Hinblick auf die EU-Wieder-herstellungsverordnung, zu entwickeln.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich unterschiedliche Wissensbestände, Interessen und Rahmenbedingungen besser miteinander verbinden lassen, um Maßnahmen wirksam umzusetzen. Dazu arbeitet das Projekt mit transdisziplinären Dialogformaten, Workshops und zwei regionalen Fallstudien aus den Bereichen Auen- und Weinbauökosysteme.

Drei thematische Schwerpunkte strukturieren die Projektarbeit: die integrierte Landnutzung und ihre Zielkonflikte (Nexus-Governance), die Finanzierung von Wiederherstellungs-maßnahmen sowie die Förderung eines transformativen Wandels hin zu einer nachhaltigen Flächennutzung. Dabei geht es nicht nur um technische oder ökologische Lösungen, sondern auch um gesellschaftliche und politische Veränderungsprozesse.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt (Projektlaufzeit 2026 bis 2027) wird gemeinsam dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und dem Museum für Naturkunde Berlin umgesetzt.

Ansprechperson

Prof. Dr. Marianne Darbi

Gebäude 7100
Raum 00.02
Tel. +49 6722 502 651
Marianne.Darbi(at)hs-​gm.​de

DanubeLifeLines

DanubeLifeLines – Planning and legal instruments

Wanderfische im Donauraum sind durch Querbauwerke, Lebensraumverlust und eingeschränkte Durchgängigkeit der Flüsse stark gefährdet. Das Projekt DanubeLifeLines entwickelt Lösungen zur Wiederherstellung von Wanderkorridoren und Lebensräumen und stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Donaueinzugsgebiet.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Mit dem Projekt „DanubeLifeLines – Planning and legal instruments“ wird ein internationaler Ansatz verfolgt, um die ökologische Durchgängigkeit und Lebensraumqualität im Donaueinzugsgebiet zu verbessern. Ziel ist es, den Schutz und die Wiederherstellung aquatischer Ökosysteme im Sinne der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“ voranzubringen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Planungs- und Rechtsinstrumente sowie konkrete Maßnahmen gestaltet werden können, um Wanderfische und ihre Lebensräume wirksam zu schützen und wiederherzustellen. Dabei werden neue Erkenntnisse zu Fischmigration, Habitatqualität und ökologischer Vernetzung gewonnen und in praxisnahe Lösungen überführt.

Das Projekt setzt auf einen transnationalen und transdisziplinären Ansatz: In verschiedenen Regionen der Ober-, Mittel- und Unteren Donau werden Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit und zur Verbesserung von Lebensräumen demonstriert und weiterentwickelt. Dazu zählen insbesondere der Rückbau von Barrieren sowie naturbasierte Lösungen zur Stärkung ökologischer Funktionen.

Ein zentraler Bestandteil ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Akteur:innen. Durch Dialogformate, Trainings und Kommunikationsmaßnahmen wird Wissen ausgetauscht und Handlungskompetenz aufgebaut. Die Ergebnisse fließen in konkrete Instrumente wie einen Donau-weiten Atlas zur Fischmigration, Aktionspläne sowie Leitlinien für die Übertragbarkeit und Skalierung der Maßnahmen ein.

Das Projekt läuft von 2025 bis 2028 und trägt dazu bei, die ökologische Vernetzung im Donauraum zu stärken und die Lebensbedingungen für wandernde Fischarten langfristig zu verbessern.

Ansprechperson

Prof. Dr. Marianne Darbi

Gebäude 7100
Raum 00.02
Tel. +49 6722 502 651
Marianne.Darbi(at)hs-​gm.​de

Nature Restoration DE

Nature Restoration DE  - Stakeholderbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

Mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (W-VO) steht Deutschland vor der Aufgabe, einen nationalen Wiederherstellungsplan (NWP) zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt stärkt die Beteiligung relevanter Akteur:innen und fördert durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit Verständnis, Akzeptanz und Mitwirkung für Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ökosystemen.

Kurzbeschreibung & Forschungsfragen

Das Projekt „Nature Restoration DE – Stakeholderbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit“ unterstützt die Vorbereitung und nationale Umsetzung W-VO. Ziel ist es, die Entwicklung des nationalen Wiederherstellungsplans kommunikativ und partizipativ zu begleiten und eine breite Informations- und Beteiligungsbasis zu schaffen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie zentrale Akteursgruppen aus Politik, Verwaltung, Praxis und Gesellschaft wirksam eingebunden werden können, um die Umsetzung von Wiederherstellungsmaßnahmen zu fördern. Dazu werden Informations-, Dialog- und Beteiligungsformate entwickelt, die sowohl fachliche Inhalte verständlich aufbereiten als auch den Austausch zwischen den Beteiligten stärken.

Durch die gezielte Ansprache von Fachöffentlichkeit und relevanten Akteur:innen sowie die Unterstützung von Beteiligungsprozessen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der W-VO. Das Vorhaben läuft von 2024 bis 2027.

Ansprechperson

Prof. Dr. Marianne Darbi

Gebäude 7100
Raum 00.02
Tel. +49 6722 502 651
Marianne.Darbi(at)hs-​gm.​de


In-situ-Erhaltung von Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft mittels Schirmarten (IsWEL)

Echter Sellerie (Apium graveolens) (© Maria Boenisch, JKI)

Im Fokus des Projekts stehen Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL), d.h. wildwachsende Verwandte der Kulturpflanzen und potenziell für Ernährung und Landwirtschaft nutzbare Pflanzenarten. Sie sind häufig nicht Zielarten von Erhaltungsmaßnahmen. Für den Ausbau des Netzwerks Genetischer Erhaltungsgebiete Deutschland werden wir Schirmarten für WEL identifizieren, WEL-Hotspots für die Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete (GenEG) benennen und GenEG in Modellregionen einrichten. Mit der Fokussierung auf WEL-Hotspots und dem Schirmartenansatz, bei dem mehrere Arten vom Management für einige wenige Arten profitieren, zielt das Projekt darauf ab, möglichst viele WEL und deren innerartliche Vielfalt unter Aufwendung möglichst weniger Ressourcen zu bewahren.

 

IsWEL

Das Projekt IsWEL
Arnica montana (© JKI)

Ein GenEG ist definiert als eine Fläche, die für aktive und dauerhafte Erhaltungsmaßnahmen ausgewiesen wird und auf der Management und Monitoring der genetischen Vielfalt natürlich vorkommender Wildpflanzen-Populationen erfolgen. Die aktive Erhal­tung soll dabei prioritär für WEL-Arten mit wirtschaftlicher Relevanz stattfinden. Eine vorläufige Liste prioritärer Arten (134 Taxa) hat der Beratungs- und Koordinierungsausschuss für genetische Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen (BEKO) im Jahr 2019 verabschiedet. Die GenEG-Erhaltungstechnik wurde in mehreren Projekten (Wildsellerie, Wildapfel, Wildrebe, Grünland) erprobt, die stets von einem engen Artenspektrum oder ähnlichen Biotoptypen ausgingen. Im Gegensatz zu diesen Projekten liegt der Schwerpunkt nun auf WEL-Hotspots in verschiedenen Biotoptypen. Damit hat das Projekt einen breiteren und grundlegend neuen Ansatz. Da die langfristige Finanzierung von GenEG noch nicht gesichert ist, werden Empfehlungen für die strukturelle Finanzierung erarbeitet.

Zielarten: Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL), insbesondere die, welche entsprechend des BEKO als bedeutende Ressource für die Pflanzenzüchtung prioritär zu erhalten sind

Projektziele: Effiziente Erhaltung und erleichterter Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen durch

  • Systematische Identifikation von WEL-Arten-Hotspots in verschiedenen Biotoptypen
  • Erprobung und Umsetzung des Schirmarten-Ansatzes in den WEL-Arten-Hotspots
  • Charakterisierung von ausgewählten WEL-Arten-Hotspots und Evaluierung des Managements
  • Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete an den ausgewählten WEL-Arten-Hotspots
  • Einlagerung von WEL-Saatgutproben in der Genbank WEL (mehr Informationen zur Genbank unter https://www.genbank-wel.uni-osnabrueck.de)
  • Empfehlungen zur strukturellen Finanzierung zur In-situ-Erhaltung von WEL

Vorgehensweise:

Zuerst werden wir Fundortangaben zu WEL-Arten in Deutschland sammeln, eine Inventarliste erstellen und WEL-Arten-Hotspots identifizieren. Für WEL-Arten in den Hotspots werden wir mittels der Art-Häufigkeit, Sensibilität gegenüber Störungen und Anzahl sympatrischer Vorkommen mit anderen Arten den Schirmarten-Index nach Fleishman et al. (2000, 2001) berechnen. Mittels weiterer Kriterien in Anlehnung an Jedicke (2016) werden wir schließlich die WEL-Schirmarten bestimmen. Anschließend werden wir rund 100 Hotspot-Flächen mit Schirmarten als Kandidaten für GenEG identifizieren. Für mindestens 30 dieser Flächen werden im Sommer des Jahres 2021 Vor-Ort-Begutachtungen zur Erfassung von WEL sowie zur Evaluierung des Erhaltungszustandes und des Managements der WEL-Schirmarten stattfinden. Von zwei WEL-Schirmarten werden wir dabei Blattproben mehrerer Vorkommen für die Untersuchung genetischer Differenzierungsmuster sammeln. Anhand der Evaluierung und der Ergebnisse der genetischen Analyse werden zum Jahr 2023 Flächen für die Einrichtung von GenEG nominiert werden. Relevante Fördermöglichkeiten werden wir evaluieren und Maßnahmen- und Finanzierungsvorschläge zur In-situ-Erhaltung von WEL erarbeiten. Bei Flächen, für die die Einrichtung von GenEG vorgeschlagen wird, werden standortspezifische Planungen zur Erhaltung der WEL-Vorkommen und die Sammlung von Saatgutproben zur Einlagerung in die Genbank WEL sowie die Abstimmung mit lokalen Akteuren erfolgen, um mindestens 15 GenEG einzurichten.

Projektpartner:

  • Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen (Quedlinburg)
    • Dr. Nadine Bernhardt und M. Sc. Maria Bönisch
      • Projekt-Koordination, Identifikation von WEL-Arten-Hotspots und WEL-Schirmarten, genetische Untersuchungen, Planung und Einrichtung genetischer Erhaltungsgebiete
  • Hochschule Anhalt (HSA), Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung (Bernburg)
    • Prof. Dr. Sabine Tischew, M. Sc. Thomas Engst und M. Sc. Vera Senße
      • Identifikation von WEL-Arten-Hotspots und WEL-Schirmarten, Entwicklung einer Gebietskulisse, Charakterisierung von WEL-Vorkommen und Evaluierung der bestehenden Flächenbewirtschaftung bei ausgewählten Flächen
  • Hochschule Geisenheim University (HGU), Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz & Kompetenzzentrum Kulturlandschaft (KULT)
    • Prof. Dr. Eckhard Jedicke und Dr. Martin Reiss
      • Evaluierung relevanter Fördermöglichkeiten, Maßnahmen- und Finanzierungsvorschläge

Kontakt:

Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen

Nadine Bernhardt

Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg

E-Mail:

Tel.: 03946/47-701

Projektträger:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 2819BM040

Projektlaufzeit: 1. Juli 2020 - 31. Dezember 2023

Förderkennzeichen: 2819BM040–042

Bilder
Arnica montana (© JKI)
Daucus carota ssp. carota (© JKI)
Kartierung von Wildpflanzen (© JKI)
Trifolium campestre (© JKI)
Ansprechpartner bei der Hochschule Geisenheim
Eckhard Jedicke
Prof. Dr. Eckhard Jedicke
Gebäude 7100
Raum 01.05
Tel. +49 6722 502 760
Eckhard.Jedicke(at)hs-gm.de Details