KULTURLANDSCHAFT - WANDEL GEMEINSAM GESTALTEN.

WISSEN VERBINDEN. WANDEL GESTALTEN.

Das KULT vernetzt Wissenschaft, Praxis, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

WORAN WIR ARBEITEN

Kulturlandschaften stehen unter zunehmendem Veränderungsdruck. Das KULT verbindet Forschung und Praxis, um ihre charakteristischen Qualitäten zu erhalten und gleichzeitig Antworten auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

GEMEINSAM KULTURLANDSCHAFT GESTALTEN.

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KULT AKTUELL

Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum Kulturlandschaft

Steillagen-Allianz

Wissenschaftler und Winzer kooperieren, um Steillagenweinbau zukunftsfähig zu machen

Steillagen prägen seit Jahrhunderten einen großen Teil der Fluss-Kulturlandschaften. Diese einmaligen Landschaften und die Winzerinnen und Winzer stehen vor großen Herausforderungen im Kontext der klimatischen Entwicklungen, des massiven Verlusts an Biodiversität in vielen Agrarproduktions-Standorten, der wirtschaftlichen Zwänge und der rasanten technologischen Entwicklung. Um zukunftsfähig zu sein, benötigt es starke Partnerschaften zwischen Forschung/Ausbildung und Praxis. Unsere Hochschule und die hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach bilden eine solche Partnerschaft zur Zukunftssicherung der Steillagen. Aus diesem Anlass fand am 29. Mai 2018 in der Domäne Assmannshausen eine Pressekonferenz zur „Steillagen-Allianz“ statt.

Gleich mehrere Institute unserer Hochschule befassen sich mit dem umfangreichen Thema. Zum einen das Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau, das sich mit der Bewässerungssteuerung und neuen Anbaumethoden im Steilhang beschäftigt. Das Institut für Wein- und Getränkewirtschaft befasst sich mit der Ökonomie und Wirtschaftlichkeitsanalysen und das Institut für Technik ist mit dem Einsatz einer Drohne mit am Start. Die Hochschule hat zwar ein eigenes Weingut, aber mit einer kleinen Ausnahme, keine Steillagen. Diese, sowie personelle Unterstützung bringen die Staatsweingüter ein, denn von den bewirtschafteten 240 Hektar entfallen knapp 40 Prozent auf die Anbauform. Deswegen profitieren die Hochschule als auch die Staatsweingüter gegenseitig und haben die Möglichkeit, im größeren Rahmen Prozesse abzubilden und Versuche durchzuführen.

Ziel ist es, Antworten auf die Fragen, wie man sich im Zuge der klimatischen, technischen und ökonomischen Entwicklung zukunftsfähig aufstellen kann, zu finden. Denn es gilt immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. „So steigt die Quote der Erosionsproblematik an“, betont Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim und ergänzt, dass alte Strukturen und die Kultur nicht erhalten werden können, wenn neue Technologien wie Drohnen nicht eingesetzt werden. Außerdem haben Steillagen in vielen Fällen keine wirtschaftlichen Alternativen. „Wir müssen immer wieder überlegen, wie wir Steillagen auf Dauer erhalten können und gewinnbringend bewirtschaften können“, so der Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach, Dieter Greiner. Prof. Dr. Hans-Peter Schwarz vom Institut für Technik macht auf die Schwachstelle „Arbeitszeit“ aufmerksam und erklärt, dass sich mittels Drohne und Traubenvollernter Einsparungen ergeben können. Derzeit wird in den Steillagen mit dem Agronator, einem Prototyp einer Drohne mit über 4,60 Meter Spannweite, fleißig getestet, wie Pflanzenschutzmittel effizient und präzise ausgebracht werden können. Bislang passiert dies an schwierig zugänglichen Stellen noch durch den Einsatz durch Hubschraubern, die aber leider sehr laut sind und durch die hohe Abdrift nicht optimal Pflanzenschutzmittel verteilen.

Laut Prof. Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau ist die zentrale Herausforderung des gegründeten Bündnisses, die Forschungsergebnisse in den Betrieben umzusetzen. Ein weiteres Forschungsfeld ist der Vergleich der Bewirtschaftung in der Falllinie mit der Querterrassierung. Hier entsteht zusätzlich zur weinbaulich genutzten Fläche eine ökologische Fläche zur Biodiversitätsverbesserung und die Begrünung sorgt zudem für Erosionsschutz. Außerdem ist sie für normale Schmalspurschlepper zugänglich. Da Forschung auch immer finanzielle Unterstützung braucht, wird die Steillagen-Allianz durch das HMWK (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) unterstützt. Das BioQuiS Projekt, welches sich mit der Querterrassierung befasst und zusammen mit drei Pilotbetrieben (Staatsweingüter, Weingut Laquai und Weingut Ratzenberger) arbeitet, wird von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) gefördert.

In der Zukunft wird sich auch durch Robotik bei der Bewirtschaftung einiges ändern. Winzerinnen und Winzer können dadurch flexibler und mit alternativen Anbauformen, wie dem Minimalschnitt, anders agieren. Da die Böden in Steillagen nicht so viel Wasser aufnehmen wie andernorts, ist auch die gezielte Bewässerungssteuerung sehr wichtig. Von Interesse sind auch Untersuchungen an roten Rebsorten. Denn Steillagen bieten mehr Sonne und bei Rotwein liegt die Zahlungsbereitschaft höher. Dennoch ist es unabdingbar, die Besonderheit von Steillagen-Wein an die Verbraucher zu kommunizieren, den erhöhten Aufwand wertzuschätzen und sich für den Erhalt der Kulturlandschaft zu engagieren.  

 

Tina Kissinger

 

 

 

Kategorien: Veranstaltungen, STUDIUM, Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft (M.Sc.), VITIS-VINUM (M.Sc.), Vinifera EuroMaster (M.Sc.), Weinwirtschaft (M.Sc.), Oenologie (M.Sc.), International Wine Business (B.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.), HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Projekte, Wein- und Getränkewirtschaft, Technik, Rebenzüchtung, Phytomedizin, Oenologie, Mikrobiologie und Biochemie, Landschaftsplanung und Naturschutz, Landschaftsbau und Vegetationstechnik, Getränkeforschung, Bodenkunde und Pflanzenernährung, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten

Bilderreihe

Veranstaltungen des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft

1. September 2026 KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

1. September 2026 | ab 10:00 Uhr | Weingut Raddeck, Nierstein
Kostenfreie Teilnahme

Das diesjährige KuLaDig-Netzwerktreffen findet in der KuLaDig-Kommune Nierstein statt. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Kulturlandschaft, Tourismus und Weinbau, das sich auch in einem Markt der Möglichkeiten widerspiegelt.

Neben Impulsvorträgen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen KuLaDig-Kommunen sowie mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern von KuLaDig RLP und der SGD Süd. Auch eine Führung durch die Weinberge ist vorgesehen.

Anmeldung bis 24. August 2026 per E-Mail an Christine.brehm(at)sgdsued.rlp.de, bitte mit Angabe, ob Sie an der Weinbergführung teilnehmen möchten.

Veranstalter: Kultur.Landschaft.Digital – Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz an der SGD Süd

1. September bis 22. Oktober 2026 Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

1. September bis 22. Oktober 2026 | insgesamt 9 Online-Veranstaltungen

Wie lassen sich genetische Nutztiervielfalt, Landschaftsvielfalt und Wertschöpfung für nachhaltige Ernährungssysteme verbinden?

Dieser Frage widmet sich unsere Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“. An insgesamt neun Terminen, jeweils dienstags oder donnerstags, werden verschiedene Aspekte der genetischen Vielfalt von Nutztierrassen und ihrer Bedeutung für nachhaltige Ernährungssysteme betrachtet.

Direkt zur Anmeldung:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdUKCr5EMFDAtpdCy6sn0nQslQRRfmi_hksDbJp-c75IshK_A/viewform

29. September 2026 8. Straße und Landschaft „Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?“

Straße und Landschaft – Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?

29. September 2026 | Hochschule Geisenheim University
Teilnahmegebühr: 60 €

Anmeldung:
https://veranstaltungen.hs-geisenheim.de/event/8-sl2026

Die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur wird in der Praxis die Planung und den Bau von Straßen erheblich beeinflussen. Doch was bedeutet das konkret für Straßenbauverwaltungen, Planungsbüros sowie Gutachterinnen und Gutachter?

Die Fachtagung widmet sich unter anderem der Frage, welche Artikel der Wiederherstellungsverordnung für den Straßenbau besonders relevant sind, was der Nationale Wiederherstellungsplan vorsieht und welche Konsequenzen sich aus dem neuen Verschlechterungsverbot ergeben. Zudem geht es um zusätzliche Erfassungserfordernisse sowie die Anpassung von Eingriffsregelung, UVP und LBP.

Veranstalter und Partner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement sowie der Bundesverband Beruflicher Naturschutz Rheinland-Pfalz e. V.

6. & 7. Oktober 2026 IALE-D Jahrestagung 2026 „Schwammlandschaften als integrativer Ansatz der Klimaanpassung: Analyse, Planung und Governance“

Termin: 6. & 7. Oktober 2026

Ort: Universität Hildesheim

ie Jahrestagung steht unter dem Leitmotiv zukunftsfähiger Kulturlandschaften im Kontext von Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung. Vor diesem Hintergrund gewinnen Schwammlandschaften zunehmend an Bedeutung – als landschaftsökologischer und planerischer Ansatz zur Stärkung von Wasserretention, Speicher- und Regulationsfunktionen sowie zur Erhöhung der Klimaresilienz urbaner und ruraler Räume.

Aktuelle Entwicklungen, unter anderem im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung und des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz, verdeutlichen die wachsende Relevanz integrierter wasserbezogener Landschaftsansätze.

Für die Fachsitzung freuen wir uns insbesondere über Beiträge in drei Themenfeldern:

  • Erfassung und Bewertung: Wie können wasserhaushaltsbezogene Funktionen auf Landschaftsebene differenziert erfasst und bewertet werden, und welche Indikatoren eignen sich zur belastbaren Quantifizierung ihres Klimaanpassungsbeitrags?
  • Planung und Integration: Wie lassen sich integrative räumliche Konzepte entwickeln, die naturbasierte Maßnahmen kohärent kombinieren?
  • Implementierung und Governance: Welche institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Umsetzung und welche Governance-Ansätze überwinden Implementierungshemmnisse?

Ausgerichtet wird die Fachsitzung in Kooperation der EU Projekte SpongeScapes, SpongeBoost und SpongeWorks, in Kooperation mit dem Netzwerk Schwammlandschaften.

Abstracts können bis zum 30.06.2026 eingereicht werden.

Informationen zur Konferenz, zur Fachsitzung und zur Anmeldung von Beiträgen finden Sie auf dem IALE-D-Konferenzportal: https://www.iale.de/tagungen/iale-2026/fachsitzungen/#session2

15.–16. Oktober 2026 viSiOONWALD-Transfer 2026 „Kann man den Klimawandel wegpflanzen? – Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung“

viSiOONWALD-Transfer 2026 – Kann man den Klimawandel wegpflanzen? Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung

15.–16. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)

Teilnahmegebühr: 80 € inkl. Rahmenprogramm
Übernachtung im Walderlebniszentrum: 51 €

Anmeldung:
https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=252094&style=wez-soonwald

Der Aufbau klimastabiler Wälder ist eine zentrale Aufgabe des Waldmanagements. Ein Faktor, der dabei bislang häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist das Bodenleben – obwohl Mikroorganismen, Pilze und Mykorrhiza-Netzwerke entscheidend für Wachstum, Vitalität und Resilienz von Wäldern sind.

Im Mittelpunkt der zweiten viSiOONWALD-Transfer-Veranstaltung steht daher der Boden als Grundlage des Ökosystems Wald. Fachleute aus Forschung und Praxis beleuchten die Bedeutung des Bodenmikrobioms für Waldentwicklung, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt und Ökosystemleistungen. Außerdem diskutieren wir, wie dieses Wissen stärker in die waldbauliche Planung und Praxis integriert werden kann und welchen Beitrag neue Technologien zur Entwicklung degradierter Böden leisten können.

Veranstaltungspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Regionalbündnis Soonwald-Nahe, Naturpark Soonwald-Nahe und von Nell’sche Forstverwaltung eGbR.

23.–25. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Offenland

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

30.–31. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Wald

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

Veranstaltungen des KULT an der Hochschule

Steillagen-Allianz

Wissenschaftler und Winzer kooperieren, um Steillagenweinbau zukunftsfähig zu machen

Steillagen prägen seit Jahrhunderten einen großen Teil der Fluss-Kulturlandschaften. Diese einmaligen Landschaften und die Winzerinnen und Winzer stehen vor großen Herausforderungen im Kontext der klimatischen Entwicklungen, des massiven Verlusts an Biodiversität in vielen Agrarproduktions-Standorten, der wirtschaftlichen Zwänge und der rasanten technologischen Entwicklung. Um zukunftsfähig zu sein, benötigt es starke Partnerschaften zwischen Forschung/Ausbildung und Praxis. Unsere Hochschule und die hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach bilden eine solche Partnerschaft zur Zukunftssicherung der Steillagen. Aus diesem Anlass fand am 29. Mai 2018 in der Domäne Assmannshausen eine Pressekonferenz zur „Steillagen-Allianz“ statt.

Gleich mehrere Institute unserer Hochschule befassen sich mit dem umfangreichen Thema. Zum einen das Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau, das sich mit der Bewässerungssteuerung und neuen Anbaumethoden im Steilhang beschäftigt. Das Institut für Wein- und Getränkewirtschaft befasst sich mit der Ökonomie und Wirtschaftlichkeitsanalysen und das Institut für Technik ist mit dem Einsatz einer Drohne mit am Start. Die Hochschule hat zwar ein eigenes Weingut, aber mit einer kleinen Ausnahme, keine Steillagen. Diese, sowie personelle Unterstützung bringen die Staatsweingüter ein, denn von den bewirtschafteten 240 Hektar entfallen knapp 40 Prozent auf die Anbauform. Deswegen profitieren die Hochschule als auch die Staatsweingüter gegenseitig und haben die Möglichkeit, im größeren Rahmen Prozesse abzubilden und Versuche durchzuführen.

Ziel ist es, Antworten auf die Fragen, wie man sich im Zuge der klimatischen, technischen und ökonomischen Entwicklung zukunftsfähig aufstellen kann, zu finden. Denn es gilt immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. „So steigt die Quote der Erosionsproblematik an“, betont Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim und ergänzt, dass alte Strukturen und die Kultur nicht erhalten werden können, wenn neue Technologien wie Drohnen nicht eingesetzt werden. Außerdem haben Steillagen in vielen Fällen keine wirtschaftlichen Alternativen. „Wir müssen immer wieder überlegen, wie wir Steillagen auf Dauer erhalten können und gewinnbringend bewirtschaften können“, so der Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach, Dieter Greiner. Prof. Dr. Hans-Peter Schwarz vom Institut für Technik macht auf die Schwachstelle „Arbeitszeit“ aufmerksam und erklärt, dass sich mittels Drohne und Traubenvollernter Einsparungen ergeben können. Derzeit wird in den Steillagen mit dem Agronator, einem Prototyp einer Drohne mit über 4,60 Meter Spannweite, fleißig getestet, wie Pflanzenschutzmittel effizient und präzise ausgebracht werden können. Bislang passiert dies an schwierig zugänglichen Stellen noch durch den Einsatz durch Hubschraubern, die aber leider sehr laut sind und durch die hohe Abdrift nicht optimal Pflanzenschutzmittel verteilen.

Laut Prof. Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau ist die zentrale Herausforderung des gegründeten Bündnisses, die Forschungsergebnisse in den Betrieben umzusetzen. Ein weiteres Forschungsfeld ist der Vergleich der Bewirtschaftung in der Falllinie mit der Querterrassierung. Hier entsteht zusätzlich zur weinbaulich genutzten Fläche eine ökologische Fläche zur Biodiversitätsverbesserung und die Begrünung sorgt zudem für Erosionsschutz. Außerdem ist sie für normale Schmalspurschlepper zugänglich. Da Forschung auch immer finanzielle Unterstützung braucht, wird die Steillagen-Allianz durch das HMWK (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) unterstützt. Das BioQuiS Projekt, welches sich mit der Querterrassierung befasst und zusammen mit drei Pilotbetrieben (Staatsweingüter, Weingut Laquai und Weingut Ratzenberger) arbeitet, wird von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) gefördert.

In der Zukunft wird sich auch durch Robotik bei der Bewirtschaftung einiges ändern. Winzerinnen und Winzer können dadurch flexibler und mit alternativen Anbauformen, wie dem Minimalschnitt, anders agieren. Da die Böden in Steillagen nicht so viel Wasser aufnehmen wie andernorts, ist auch die gezielte Bewässerungssteuerung sehr wichtig. Von Interesse sind auch Untersuchungen an roten Rebsorten. Denn Steillagen bieten mehr Sonne und bei Rotwein liegt die Zahlungsbereitschaft höher. Dennoch ist es unabdingbar, die Besonderheit von Steillagen-Wein an die Verbraucher zu kommunizieren, den erhöhten Aufwand wertzuschätzen und sich für den Erhalt der Kulturlandschaft zu engagieren.  

 

Tina Kissinger

 

 

 

Kategorien: Veranstaltungen, STUDIUM, Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft (M.Sc.), VITIS-VINUM (M.Sc.), Vinifera EuroMaster (M.Sc.), Weinwirtschaft (M.Sc.), Oenologie (M.Sc.), International Wine Business (B.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.), HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Projekte, Wein- und Getränkewirtschaft, Technik, Rebenzüchtung, Phytomedizin, Oenologie, Mikrobiologie und Biochemie, Landschaftsplanung und Naturschutz, Landschaftsbau und Vegetationstechnik, Getränkeforschung, Bodenkunde und Pflanzenernährung, Angewandte Ökologie, Allgemeiner und ökologischer Weinbau, Nachrichten

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