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Das KULT vernetzt Wissenschaft, Praxis, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

© KULT / Hochschule Geisenheim University, KI-gestützt erstellt mit ChatGPT (OpenAI), 2026

WORAN WIR ARBEITEN

Kulturlandschaften stehen unter zunehmendem Veränderungsdruck. Das KULT verbindet Forschung und Praxis, um ihre charakteristischen Qualitäten zu erhalten und gleichzeitig Antworten auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.

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KULT AKTUELL

Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum Kulturlandschaft

Die Chancen einer historisch reichen Region

Bildquelle: Prof. Dr. Klaus Werk

Informationsveranstaltung zum kulturellen Erbe an Rhein und Taunus unter Beteiligung des KULT

Bereits seit 2018 steht die Idee für eine Biosphärenregion im Rheingau-Taunus-Kreis, der Stadt Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis im Raum. Am 13.12. war die hessenARCHÄOLOGIE Gastgeberin für ein Kolloquium zu diesem Thema. Eingeladen hatten die Bürgerstiftung „Unser Land! Rheingau und Taunus“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim (Kompetenzzentrum Kulturlandschaft), um der Frage nachzugehen, wie unser gemeinsames kulturelles Erbe in einer möglichen Biosphärenregion zu verorten sei.

Professor Klaus Werk (Bürgerstiftung Unser Land!) führte durch den Nachmittag und machte bereits in seinen einführenden Worten deutlich, dass eine solche Biosphärenregion als „Modellregion nachhaltiger Entwicklung“ natürlich „aus ihrer Historie wächst“. Das kulturelle Erbe sei ein bedeutender Bestandteil ihres Wiedererkennungswertes und für die Region zwischen Rhein und Taunus mit über 7.000 Jahren menschlicher Geschichte „etwas besonders Qualitätvolles“. „Sie leben hier in einer ganz besonderen Region und das wollen wir Ihnen nahebringen“, erklärte Werk.

Weder Käseglocken noch Indianer

Wie besonders diese Region ist, erläuterte im Anschluss Dr. Frauke Druckrey, Mitglied des deutschen UNESCO-Nationalkomitees. Sie hob dabei unter anderem die vielfältige Abwechslung von unterschiedlichsten Landschaften und urbanen Zentren hervor, von denen Teile von der UNESCO bereits als Biosphärenregionen anerkannt sind. Besonders wichtig war es Druckrey, einen klaren Gegenentwurf zum Angstbild einer Biosphärenregion als „Käseglocke“, als „Musealisierung“ einer Region, in der sich nichts mehr bewegen würde, aufzuzeigen. Es gehe vielmehr darum, die Chance der Biosphärenregion als Zukunftswerkstätte, als „institutionalisierte Plattform zum Aushandeln von Kompromissen“ zu betrachten, die die Region an sich weiterbringe. Das kulturelle Erbe sei einer der Motoren, der diese Entwicklung voranbringen könne.

Wie diese Überzeugung funktionieren kann, demonstrierte Torsten Raab (Biosphärenreservat Rhön). Er erläuterte, wie sich in der Rhön nicht nur Akzeptanz, sondern Begeisterung für das dortige Biosphärenreservat entwickelte. „Wir sind angekommen bei den Leuten, die Region steht hinter dem Biosphärenreservat“, freute er sich. Dies sei jedoch nicht immer einfach gewesen, so Raab. Schon der Begriff „Reservat“ führte anfangs zu Missverständnissen und Unsicherheit. „Wir sind keine Indianer, wir werden da nicht ausgestellt“, erläuterte er. Dabei spielt die Vergangenheit für ihn eine wichtige Rolle. „Auch unsere Spuren gehen weit zurück“, so Raab – beginnend mit den Kelten auf der Milseburg vor über 2.500 Jahren.

Was war und was wir daraus machen

Um sich seines kulturellen Erbes bewusst zu werden, bedarf es jedoch oftmals erst des Wissens um seine Hinterlassenschaften. Jörn Schultheiß (Hochschule Geisenheim) stellte in diesem Rahmen das Kulturlandschaftliche Informationssystem „KuLaDig“ vor. Dieses System, an dem auch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen teilnimmt, bietet eine wissenschaftlich betreute Datenbank mit vielen Anknüpfungsmöglichkeiten, denn „es muss bekannt sein, was geschützt und entwickelt werden soll“.

Wie man diese bekannten Objekte dann ganz praktisch wieder erlebbar machen kann, demonstrierte Kjell Schmidt (Regionalpark RheinMain). Ob es darum geht, eine früher vorhandene Bebauung durch Bepflanzungen wieder sichtbar zu machen oder z. B. den römischen Limes durch weiß gekalkte Pfosten – die geschickte Einbindung des kulturellen Erbes in die Entwicklung der Region kenne viele Möglichkeiten. Die Biosphäre könnte hier, so Schmidt, „als Klammer und Katalysator“ dienen, um die Bemühungen vieler Einzelner zu einem großen Ganzen zusammenzuführen.

Das große Ganze nahm auch Dr. Kai Mückenberger (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE) in den Blick. Der Bezirksarchäologe vertrat den Landesarchäologen Dr. Udo Recker zur Eröffnung der Veranstaltung und vermittelte in seinem Vortrag einen kurzweiligen und doch umfangreichen Rundumschlag über die archäologischen Erkenntnisse „zwischen Feldberg und Binger Loch“. Von den Bandkeramikern an herrschte ein reges Treiben zwischen Rhein und Taunus und „wo der Mensch geht und steht, macht er Löcher“, schmunzelte Mückenberger. Es sei nun eine der wichtigsten Aufgaben der Archäologen, nicht nur das Wissen um dieses Erbe zu erfassen und nach außen zu tragen, sondern auch Möglichkeiten zu schaffen, um dieses der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Auch das Thema von Wenzel Bratner (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege) wurzelte im wahrsten Sinne des Wortes im Boden. Der Oberkonservator ist Experte für die Gartendenkmalpflege und vermittelte einen umfassenden Eindruck davon, wie Gartendenkmalpflege und Naturschutz nicht nur im Rahmen einer Biosphärenregion in Einklang zu bringen sind und sich gegenseitig positiv beeinflussen können.

In welchem Naturraum wollen wir leben?

Damit dieses Gebiet zustande kommen kann, bedarf es jedoch des Mitwirkens vieler Gemeinden. Volker Diefenbach, Bürgermeister der Gemeinde Heidenrod, holte das Thema daher wieder auf die kommunale Ebene zurück und beschrieb die Möglichkeiten für Nachhaltigkeit auf jener Ebene. Damit dies funktionieren könne, müsse man jedoch aus dem Klein-Klein entkommen und das Projekt als großes Ganzes angehen. Schließlich gehe es um nicht weniger als „eine moderierte Chance für die Zukunft“.

Auf eine Reise von der Vergangenheit bis zu jener möglichen Zukunft lud Andreas Wennemann (Naturpark Rhein-Taunus) die Tagungsteilnehmer ein. Vom Urknall bis zur Moderne malte er dabei Bilder in den Köpfen der Anwesenden, um sie zielgerichtet zu einer Kernfrage zu führen: „Wie wird unser Naturraum in 60 Jahren aussehen und in welchem wollen sie leben?“ Mit einem klaren Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit und Respekt vor unserer Umgebung warb auch er dafür, diese als Chance zu betrachten.

Mit einem konkreten Beispiel, dem Kloster Eberbach, schloss Sebastian Macho (Stiftung Kloster Eberbach) die Reihe der Vorträge ab. Das Kloster, welches heute unter anderem auch als nachhaltiger Tagungsort genutzt wird, verbindet soziales, ökologisches und historisches Engagement an einem Ort und dient damit als ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Unterfangen dieser Art gelingen können.

Reger Austausch von Ideen

Nicht nur in der anschließenden Abschlussdiskussion, sondern auch zwischen den einzelnen Vortragsblöcken öffnete sich die Veranstaltung immer wieder zu regen Diskussionsrunden und einem stetigen Austausch an Ideen. Ein Thema, welches dabei besonders in den Vordergrund gestellt wurde war die ökologische Bildung sowie die Frage, wie man die nächsten Generationen für die Idee der Biosphärenregion gewinnen und diejenigen erreichen könne, die der Idee einer Biosphärenregion wenig aufgeschlossen gegenüberstehen. Denn die Zukunft dieses Unterfangens ist keineswegs gewiss: „Das wird hochspannend“, brachte es Diefenbach auf den Punkt.

Autor: Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen

 

Kategorien: Landschaftsplanung und Naturschutz, Nachrichten

Veranstaltungen des Kompetenzzentrums Kulturlandschaft

1. September 2026 KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

KuLaDig-Netzwerktreffen Rheinland-Pfalz 2026

1. September 2026 | ab 10:00 Uhr | Weingut Raddeck, Nierstein
Kostenfreie Teilnahme

Das diesjährige KuLaDig-Netzwerktreffen findet in der KuLaDig-Kommune Nierstein statt. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Kulturlandschaft, Tourismus und Weinbau, das sich auch in einem Markt der Möglichkeiten widerspiegelt.

Neben Impulsvorträgen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen KuLaDig-Kommunen sowie mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern von KuLaDig RLP und der SGD Süd. Auch eine Führung durch die Weinberge ist vorgesehen.

Anmeldung bis 24. August 2026 per E-Mail an Christine.brehm(at)sgdsued.rlp.de, bitte mit Angabe, ob Sie an der Weinbergführung teilnehmen möchten.

Veranstalter: Kultur.Landschaft.Digital – Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz an der SGD Süd

1. September bis 22. Oktober 2026 Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“

1. September bis 22. Oktober 2026 | insgesamt 9 Online-Veranstaltungen

Wie lassen sich genetische Nutztiervielfalt, Landschaftsvielfalt und Wertschöpfung für nachhaltige Ernährungssysteme verbinden?

Dieser Frage widmet sich unsere Online-Veranstaltungsreihe „Diversität von Nutztierrassen als Beitrag zu nachhaltigen Ernährungssystemen“. An insgesamt neun Terminen, jeweils dienstags oder donnerstags, werden verschiedene Aspekte der genetischen Vielfalt von Nutztierrassen und ihrer Bedeutung für nachhaltige Ernährungssysteme betrachtet.

Direkt zur Anmeldung:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdUKCr5EMFDAtpdCy6sn0nQslQRRfmi_hksDbJp-c75IshK_A/viewform

29. September 2026 8. Straße und Landschaft „Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?“

Straße und Landschaft – Was bedeutet die Wiederherstellungsverordnung für Planung und Bau von Straßen?

29. September 2026 | Hochschule Geisenheim University
Teilnahmegebühr: 60 €

Anmeldung:
https://veranstaltungen.hs-geisenheim.de/event/8-sl2026

Die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur wird in der Praxis die Planung und den Bau von Straßen erheblich beeinflussen. Doch was bedeutet das konkret für Straßenbauverwaltungen, Planungsbüros sowie Gutachterinnen und Gutachter?

Die Fachtagung widmet sich unter anderem der Frage, welche Artikel der Wiederherstellungsverordnung für den Straßenbau besonders relevant sind, was der Nationale Wiederherstellungsplan vorsieht und welche Konsequenzen sich aus dem neuen Verschlechterungsverbot ergeben. Zudem geht es um zusätzliche Erfassungserfordernisse sowie die Anpassung von Eingriffsregelung, UVP und LBP.

Veranstalter und Partner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement sowie der Bundesverband Beruflicher Naturschutz Rheinland-Pfalz e. V.

6. & 7. Oktober 2026 IALE-D Jahrestagung 2026 „Schwammlandschaften als integrativer Ansatz der Klimaanpassung: Analyse, Planung und Governance“

Termin: 6. & 7. Oktober 2026

Ort: Universität Hildesheim

ie Jahrestagung steht unter dem Leitmotiv zukunftsfähiger Kulturlandschaften im Kontext von Klimawandel und nachhaltiger Landnutzung. Vor diesem Hintergrund gewinnen Schwammlandschaften zunehmend an Bedeutung – als landschaftsökologischer und planerischer Ansatz zur Stärkung von Wasserretention, Speicher- und Regulationsfunktionen sowie zur Erhöhung der Klimaresilienz urbaner und ruraler Räume.

Aktuelle Entwicklungen, unter anderem im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung und des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz, verdeutlichen die wachsende Relevanz integrierter wasserbezogener Landschaftsansätze.

Für die Fachsitzung freuen wir uns insbesondere über Beiträge in drei Themenfeldern:

  • Erfassung und Bewertung: Wie können wasserhaushaltsbezogene Funktionen auf Landschaftsebene differenziert erfasst und bewertet werden, und welche Indikatoren eignen sich zur belastbaren Quantifizierung ihres Klimaanpassungsbeitrags?
  • Planung und Integration: Wie lassen sich integrative räumliche Konzepte entwickeln, die naturbasierte Maßnahmen kohärent kombinieren?
  • Implementierung und Governance: Welche institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Umsetzung und welche Governance-Ansätze überwinden Implementierungshemmnisse?

Ausgerichtet wird die Fachsitzung in Kooperation der EU Projekte SpongeScapes, SpongeBoost und SpongeWorks, in Kooperation mit dem Netzwerk Schwammlandschaften.

Abstracts können bis zum 30.06.2026 eingereicht werden.

Informationen zur Konferenz, zur Fachsitzung und zur Anmeldung von Beiträgen finden Sie auf dem IALE-D-Konferenzportal: https://www.iale.de/tagungen/iale-2026/fachsitzungen/#session2

15.–16. Oktober 2026 viSiOONWALD-Transfer 2026 „Kann man den Klimawandel wegpflanzen? – Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung“

viSiOONWALD-Transfer 2026 – Kann man den Klimawandel wegpflanzen? Das Bodenmikrobiom und seine Bedeutung für die Waldentwicklung

15.–16. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)

Teilnahmegebühr: 80 € inkl. Rahmenprogramm
Übernachtung im Walderlebniszentrum: 51 €

Anmeldung:
https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=252094&style=wez-soonwald

Der Aufbau klimastabiler Wälder ist eine zentrale Aufgabe des Waldmanagements. Ein Faktor, der dabei bislang häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist das Bodenleben – obwohl Mikroorganismen, Pilze und Mykorrhiza-Netzwerke entscheidend für Wachstum, Vitalität und Resilienz von Wäldern sind.

Im Mittelpunkt der zweiten viSiOONWALD-Transfer-Veranstaltung steht daher der Boden als Grundlage des Ökosystems Wald. Fachleute aus Forschung und Praxis beleuchten die Bedeutung des Bodenmikrobioms für Waldentwicklung, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt und Ökosystemleistungen. Außerdem diskutieren wir, wie dieses Wissen stärker in die waldbauliche Planung und Praxis integriert werden kann und welchen Beitrag neue Technologien zur Entwicklung degradierter Böden leisten können.

Veranstaltungspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Regionalbündnis Soonwald-Nahe, Naturpark Soonwald-Nahe und von Nell’sche Forstverwaltung eGbR.

23.–25. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Offenland

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

30.–31. Oktober 2026 Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“ - Schwerpunkt: Wald

Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland“

Das praxisorientierte Bildungsprogramm „Naturbasierter Wasserrückhalt in Wald & Offenland – Von der Theorie zur nachhaltigen Landschaftsentwicklung“ widmet sich konkreten Ansätzen für einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und deren Umsetzung in der Praxis.

Das Programm steht nun fest und gliedert sich in zwei Veranstaltungen:

23.–25. Oktober 2026 | Walderlebniszentrum Soonwald, Schöneberg (Hunsrück)
Schwerpunkt: Offenland

30.–31. Oktober 2026 | Waldbildungszentrum Hachenburg
Schwerpunkt: Wald

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen und Anmeldung:
https://regionalbuero-nk.rlp.de/veranstaltungen

Im Walderlebniszentrum Soonwald sind Übernachtungen für 51 € pro Nacht möglich.

Veranstalter: Regionalbüro für Natürlichen Klimaschutz Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner: Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Hochschule Geisenheim, Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fördermittelgeber: Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz (KNK)

Veranstaltungen des KULT an der Hochschule

Die Chancen einer historisch reichen Region

Bildquelle: Prof. Dr. Klaus Werk

Informationsveranstaltung zum kulturellen Erbe an Rhein und Taunus unter Beteiligung des KULT

Bereits seit 2018 steht die Idee für eine Biosphärenregion im Rheingau-Taunus-Kreis, der Stadt Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis im Raum. Am 13.12. war die hessenARCHÄOLOGIE Gastgeberin für ein Kolloquium zu diesem Thema. Eingeladen hatten die Bürgerstiftung „Unser Land! Rheingau und Taunus“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim (Kompetenzzentrum Kulturlandschaft), um der Frage nachzugehen, wie unser gemeinsames kulturelles Erbe in einer möglichen Biosphärenregion zu verorten sei.

Professor Klaus Werk (Bürgerstiftung Unser Land!) führte durch den Nachmittag und machte bereits in seinen einführenden Worten deutlich, dass eine solche Biosphärenregion als „Modellregion nachhaltiger Entwicklung“ natürlich „aus ihrer Historie wächst“. Das kulturelle Erbe sei ein bedeutender Bestandteil ihres Wiedererkennungswertes und für die Region zwischen Rhein und Taunus mit über 7.000 Jahren menschlicher Geschichte „etwas besonders Qualitätvolles“. „Sie leben hier in einer ganz besonderen Region und das wollen wir Ihnen nahebringen“, erklärte Werk.

Weder Käseglocken noch Indianer

Wie besonders diese Region ist, erläuterte im Anschluss Dr. Frauke Druckrey, Mitglied des deutschen UNESCO-Nationalkomitees. Sie hob dabei unter anderem die vielfältige Abwechslung von unterschiedlichsten Landschaften und urbanen Zentren hervor, von denen Teile von der UNESCO bereits als Biosphärenregionen anerkannt sind. Besonders wichtig war es Druckrey, einen klaren Gegenentwurf zum Angstbild einer Biosphärenregion als „Käseglocke“, als „Musealisierung“ einer Region, in der sich nichts mehr bewegen würde, aufzuzeigen. Es gehe vielmehr darum, die Chance der Biosphärenregion als Zukunftswerkstätte, als „institutionalisierte Plattform zum Aushandeln von Kompromissen“ zu betrachten, die die Region an sich weiterbringe. Das kulturelle Erbe sei einer der Motoren, der diese Entwicklung voranbringen könne.

Wie diese Überzeugung funktionieren kann, demonstrierte Torsten Raab (Biosphärenreservat Rhön). Er erläuterte, wie sich in der Rhön nicht nur Akzeptanz, sondern Begeisterung für das dortige Biosphärenreservat entwickelte. „Wir sind angekommen bei den Leuten, die Region steht hinter dem Biosphärenreservat“, freute er sich. Dies sei jedoch nicht immer einfach gewesen, so Raab. Schon der Begriff „Reservat“ führte anfangs zu Missverständnissen und Unsicherheit. „Wir sind keine Indianer, wir werden da nicht ausgestellt“, erläuterte er. Dabei spielt die Vergangenheit für ihn eine wichtige Rolle. „Auch unsere Spuren gehen weit zurück“, so Raab – beginnend mit den Kelten auf der Milseburg vor über 2.500 Jahren.

Was war und was wir daraus machen

Um sich seines kulturellen Erbes bewusst zu werden, bedarf es jedoch oftmals erst des Wissens um seine Hinterlassenschaften. Jörn Schultheiß (Hochschule Geisenheim) stellte in diesem Rahmen das Kulturlandschaftliche Informationssystem „KuLaDig“ vor. Dieses System, an dem auch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen teilnimmt, bietet eine wissenschaftlich betreute Datenbank mit vielen Anknüpfungsmöglichkeiten, denn „es muss bekannt sein, was geschützt und entwickelt werden soll“.

Wie man diese bekannten Objekte dann ganz praktisch wieder erlebbar machen kann, demonstrierte Kjell Schmidt (Regionalpark RheinMain). Ob es darum geht, eine früher vorhandene Bebauung durch Bepflanzungen wieder sichtbar zu machen oder z. B. den römischen Limes durch weiß gekalkte Pfosten – die geschickte Einbindung des kulturellen Erbes in die Entwicklung der Region kenne viele Möglichkeiten. Die Biosphäre könnte hier, so Schmidt, „als Klammer und Katalysator“ dienen, um die Bemühungen vieler Einzelner zu einem großen Ganzen zusammenzuführen.

Das große Ganze nahm auch Dr. Kai Mückenberger (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE) in den Blick. Der Bezirksarchäologe vertrat den Landesarchäologen Dr. Udo Recker zur Eröffnung der Veranstaltung und vermittelte in seinem Vortrag einen kurzweiligen und doch umfangreichen Rundumschlag über die archäologischen Erkenntnisse „zwischen Feldberg und Binger Loch“. Von den Bandkeramikern an herrschte ein reges Treiben zwischen Rhein und Taunus und „wo der Mensch geht und steht, macht er Löcher“, schmunzelte Mückenberger. Es sei nun eine der wichtigsten Aufgaben der Archäologen, nicht nur das Wissen um dieses Erbe zu erfassen und nach außen zu tragen, sondern auch Möglichkeiten zu schaffen, um dieses der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Auch das Thema von Wenzel Bratner (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege) wurzelte im wahrsten Sinne des Wortes im Boden. Der Oberkonservator ist Experte für die Gartendenkmalpflege und vermittelte einen umfassenden Eindruck davon, wie Gartendenkmalpflege und Naturschutz nicht nur im Rahmen einer Biosphärenregion in Einklang zu bringen sind und sich gegenseitig positiv beeinflussen können.

In welchem Naturraum wollen wir leben?

Damit dieses Gebiet zustande kommen kann, bedarf es jedoch des Mitwirkens vieler Gemeinden. Volker Diefenbach, Bürgermeister der Gemeinde Heidenrod, holte das Thema daher wieder auf die kommunale Ebene zurück und beschrieb die Möglichkeiten für Nachhaltigkeit auf jener Ebene. Damit dies funktionieren könne, müsse man jedoch aus dem Klein-Klein entkommen und das Projekt als großes Ganzes angehen. Schließlich gehe es um nicht weniger als „eine moderierte Chance für die Zukunft“.

Auf eine Reise von der Vergangenheit bis zu jener möglichen Zukunft lud Andreas Wennemann (Naturpark Rhein-Taunus) die Tagungsteilnehmer ein. Vom Urknall bis zur Moderne malte er dabei Bilder in den Köpfen der Anwesenden, um sie zielgerichtet zu einer Kernfrage zu führen: „Wie wird unser Naturraum in 60 Jahren aussehen und in welchem wollen sie leben?“ Mit einem klaren Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit und Respekt vor unserer Umgebung warb auch er dafür, diese als Chance zu betrachten.

Mit einem konkreten Beispiel, dem Kloster Eberbach, schloss Sebastian Macho (Stiftung Kloster Eberbach) die Reihe der Vorträge ab. Das Kloster, welches heute unter anderem auch als nachhaltiger Tagungsort genutzt wird, verbindet soziales, ökologisches und historisches Engagement an einem Ort und dient damit als ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Unterfangen dieser Art gelingen können.

Reger Austausch von Ideen

Nicht nur in der anschließenden Abschlussdiskussion, sondern auch zwischen den einzelnen Vortragsblöcken öffnete sich die Veranstaltung immer wieder zu regen Diskussionsrunden und einem stetigen Austausch an Ideen. Ein Thema, welches dabei besonders in den Vordergrund gestellt wurde war die ökologische Bildung sowie die Frage, wie man die nächsten Generationen für die Idee der Biosphärenregion gewinnen und diejenigen erreichen könne, die der Idee einer Biosphärenregion wenig aufgeschlossen gegenüberstehen. Denn die Zukunft dieses Unterfangens ist keineswegs gewiss: „Das wird hochspannend“, brachte es Diefenbach auf den Punkt.

Autor: Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen

 

Kategorien: Landschaftsplanung und Naturschutz, Nachrichten