Von 1967 bis 1993 prägte Prof. Dr. von Hentig mit seiner wissenschaftlichen Arbeit den Zierpflanzenbau in Geisenheim nachhaltig. Als erster promovierter Wissenschaftler übernahm er die Leitung des Instituts für Zierpflanzenbau, das 1954 aus dem Institut für Gärtnerischen Pflanzenbau hervorgegangen war. Mit Unterstützung des zuständigen Ministeriums in Wiesbaden stellte er das Institut neu auf.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag neben der Lehre in der Erforschung der Grundlagen sowie der Verbesserung der vegetativen Vermehrung bedeutender Zierpflanzenkulturen. Diese Arbeiten erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Sondergruppe Jungpflanzen im ZVG, verschiedenen Jungpflanzenbetrieben und der Fachberatung. Einen Höhepunkt dieser Tätigkeit bildete die Ausrichtung des internationalen ISHS/IPPS „Symposiums on Propagation of Ornamental Plants“ in Geisenheim im Jahr 1987.
Internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung erlangte Prof. Dr. von Hentig zum Beginn der 1980er Jahre mit der Entwicklung neuer Zierpflanzenkulturen. Sein besonderes Interesse galt der australischen Flora, die er auf Reisen und teils längeren Studienaufenthalten vor Ort in den natürlichen Habitaten entdeckte. Mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untersuchte er in Geisenheim die wichtigsten Kulturparameter sowie die Eignung für den gärtnerischen Anbau in zahlreichen Anbauversuchen. Bereits die ersten Kulturen, darunter Brachyscome multifida und Helichrysum bracteatum stießen in der gärtnerischen Praxis auf großes Interesse und bereicherten fortan das Beetpflanzensortiment. Sie markierten den Beginn zahlreicher weiterer Produktentwicklungen in den folgenden Jahren.
Von 1969 bis weit in die 90er Jahre war Prof. Dr. von Hentig zudem Herausgeber der „Kulturkartei Zierpflanzenbau“. In ihr wurden alle wesentlichen Daten zur Kultur einer Zierpflanzenart auf einem DIN-A5-Blatt zusammengefasst sowie regelmäßig überarbeitet und ergänzt.
Besondere Verdienste erwarb sich Prof. Dr. von Hentig nach der deutschen Wiedervereinigung, durch den Einsatz für den Erhalt der Schwestereinrichtung in Erfurt-Kühnhausen. Dies gelang durch eine vertraglich abgesicherte Partnerschaft zwischen dem 1992 gegründeten Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Erfurt-Kühnhausen und der Forschungsanstalt Geisenheim.
Als international anerkannter Wissenschaftler hat Prof. Dr. von Hentig die gärtnerische Praxis weit über Deutschland hinaus beeinflusst.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen.
Wir werden sein Andenken in Dankbarkeit bewahren.
Hochschule Geisenheim
Präsidium und Personalrat,
VEG – Geisenheim Alumni Association e. V.



