Hochschule Geisenheim öffnete erstmals im Rahmen der European Researchers’ Night ihren Campus – Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachen und Entdecken
Was steckt in unseren Lebensmitteln und Getränken? Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Wie können digitale Technologien Wein- und Gartenbau verändern? Und was haben Roboter-Assistenzhunde auf einer Baustelle zu suchen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es am Freitag, 25. September 2026, bei der ersten Langen Nacht der Wissenschaft an der Hochschule Geisenheim. Mehr als 1.500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, Forschung hautnah zu erleben, selbst aktiv zu werden und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.
Forschung zum Anfassen für Groß und Klein
Unter dem Motto „Spannende Forschung Made in Geisenheim“ verwandelte sich der Campus von 17 bis 22 Uhr in einen lebendigen Ort des Austauschs. In fünf Zonen zwischen Zentralcampus, Forschungseinrichtungen und Gewächshäusern erwarteten die Gäste rund 50 Stationen mit interaktiven Aktionen, Führungen, Vorträgen und Demonstrationen. Ob digitale Reben, Roboter-Assistenzhunde auf der Baustelle, Campusführungen zu Fuß und mit dem Fahrrad oder Saft-Selbstbaukästen – die Vielfalt der Hochschule und ihrer Forschung war an diesem Abend unmittelbar erlebbar.
Besonders begeistert zeigte sich das junge Publikum. Bei einer Kinderuni-Rallye konnten Kinder den Campus spielerisch erkunden und an verschiedenen Stationen Stempel sammeln. Ein Highlight war die Möglichkeit, ein eigenes Getränk zu entwickeln: An mehreren Laborstationen konnten die jungen Forschenden ihre Kreationen selbst mischen, dabei Süßung, Säuerung, Farbe, Aroma und Karbonisierung ausprobieren und anschließend verkosten. Auch der Vortrag von Prof. Dr. Michael Hagemann und seiner Tochter Emma zum Thema „Ist die Nektarine nur ein nackter Pfirsich?“ stieß auf großes Interesse.
Prof. Dr. Annette Reineke, Vizepräsidentin Forschung, betont die Bedeutung des direkten Austauschs mit der Gesellschaft: „Unsere Forschung entwickelt gemeinsam mit Partnern aus der Praxis Lösungen für die Herausforderungen in den Bereichen Wein und Getränken, Lebensmittel, Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Bei der Langen Nacht möchten wir zeigen, woran wir arbeiten, und mit Menschen aller Generationen dazu ins Gespräch kommen.“
Im Rahmen der Begrüßung nutzte Hochschulpräsident Prof. Dr. habil. Karl H. Mühling die Gelegenheit, Prof. Dr. Annette Reineke zugleich aus ihrem Amt als Vizepräsidentin Forschung zu verabschieden und ihr für ihr langjähriges Engagement zu danken. Seit 2017 hat sie das Ressort Forschung maßgeblich geprägt und wichtige Impulse gesetzt. Zum 1. Oktober 2026 folgt Prof. Dr. Katrin Kahlen auf sie.
Prof. Mühling zeigte sich begeistert von der Resonanz: „Die Lange Nacht zeigt, wie vielfältig an unserer Hochschule Geisenheim geforscht wird. Ich freue mich, dass heute so viele Menschen zu uns kamen, um unsere Lösungen, unsere Forschenden und ihre Arbeit kennenzulernen und persönlich zu erleben.“
Wissenstransfer und europäische Vernetzung
Der Wissenstransfer stand im Mittelpunkt des Abends. Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in Forschung, die ihren Alltag unmittelbar berührt – von Lebensmitteln und Getränken über Wein- und Gartenbau bis hin zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Landschaftsarchitektur. Gleichzeitig bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten, direkt mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen.
Auch die internationale Zusammenarbeit der Hochschule wurde sichtbar. Im European Corner konnten Besucherinnen und Besucher Projekte und Partnerschaften kennenlernen, die Geisenheim mit Hochschulen und Regionen in ganz Europa verbinden. Dabei wurde deutlich, welchen Beitrag internationale Forschungskooperationen zur gemeinsamen Bearbeitung von Herausforderungen wie Ernährung, Landwirtschaft, Klimaanpassung und nachhaltiger Entwicklung leisten.
Für eine besondere Atmosphäre sorgten die illuminierten Hochschulgebäude und Gewächshäuser, die Weinberge und Forschungsflächen sowie der sternenklare Himmel mit Vollmond. Live-Musik auf der Campuswiese, Speisen und Getränke sowie die Weine und Sekte des Hochschulweinguts rundeten das Programm ab. Auch zahlreiche Alumni fanden den Weg zurück nach Geisenheim und nutzten den Abend für Begegnungen und Wiedersehen.
Öffentlicher Höhepunkt der Agri Food Week
Die Lange Nacht der Wissenschaft bildete zugleich den öffentlichen Höhepunkt einer ganzen Themenwoche an der Hochschule Geisenheim: der Agri Food Week vom 22. bis 25. September 2026 rund um nachhaltigere Ernährungssysteme. Die neue Themenwoche ist im Rahmen der Mitarbeit der Hochschule Geisenheim in der EU-Allianz EU-GIFT entstanden.
Mit ihrem vielfältigen Programm brachte die Agri Food Week Schülerinnen und Schüler, Studieninteressierte, Studierende, Forschende, Fachleute aus der Praxis und die breite Öffentlichkeit zusammen. Im Mittelpunkt standen Zukunftsfragen rund um Ernährung, Landwirtschaft und Landschaftsentwicklung. Den Auftakt bildeten unter anderem die Kinderuni „Expedition zum Saft – Saftari“ und ein neues Schnupperangebot für Erwachsene zum Thema Brauen. Weitere Programmpunkte waren ein Vorlesungsformat für Schülerinnen und Schüler sowie zwei Fachtagungen.
Mit der Langen Nacht der Wissenschaft öffnete sich die Agri Food Week zum Abschluss für die gesamte Region und lud dazu ein, die Zukunft von Ernährung, Landwirtschaft und Landschaftsentwicklung direkt vor der eigenen Haustür zu entdecken.
Teil einer europäischen Wissenschaftsnacht
Die Lange Nacht der Wissenschaft wird im Rahmen der European Researchers’ Night veranstaltet. Die Veranstaltungsreihe bringt Wissenschaft und Gesellschaft zusammen und macht Forschung für die Öffentlichkeit erlebbar. Die Hochschule Geisenheim beteiligte sich 2026 erstmals an der Initiative.
Die Veranstaltungsreihe wird durch das EU-Projekt ReNourish unterstützt. Die Beteiligung an der European Researchers’ Night unterstreicht zugleich die internationale Vernetzung der Hochschule und ihren Anspruch, Forschung aktiv in die Gesellschaft zu tragen.
Bürgermeister Christian Aßmann hebt die enge Verbindung von Hochschule und Stadt hervor: „Die Hochschule bringt junge Menschen und neue Ideen in unsere Stadt und trägt ihren Namen weit über den Rheingau hinaus. Die Lange Nacht der Wissenschaft zeigt, wie lebendig diese Verbindung ist – wenn Bürgerinnen und Bürger auf dem Campus Fragen stellen, selbst etwas ausprobieren und mit Forschenden ins Gespräch kommen.“
Die große Resonanz der Besucherinnen und Besucher machte die erste Lange Nacht der Wissenschaft an der Hochschule Geisenheim zu einem besonderen Abend für Wissenschaft und Gesellschaft. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, Forschung unmittelbar zu erleben, Fragen zu stellen, selbst aktiv zu werden und mit den Menschen hinter der Forschung ins Gespräch zu kommen.
Die Hochschule Geisenheim bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern, Forschenden, Mitarbeitenden, Partnern und Unterstützenden, die diesen besonderen Abend zu einem lebendigen Fest der Wissenschaft gemacht haben.
Über die EU-GIFT-Initiative: Die Hochschule Geisenheim ist Teil der EU-GIFT Allianz, einem Zusammenschluss von sieben Hochschulen aus Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Ungarn, Rumänien und Deutschland sowie mehr als 30 Partnerorganisationen. EU-GIFT steht für „European University for Geographical Identity as a driver for Food Systems Transition to Sustainability“. Die Allianz fördert die europäische Zusammenarbeit in Lehre, Forschung und Innovation mit besonderem Fokus auf nachhaltige Lebensmittel- und Getränkesysteme sowie regionale Wertschöpfungsketten. Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Weinbau, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Nachhaltigkeit. Durch die Mitarbeit in der Allianz verstärkt die Hochschule Geisenheim ihre Internationalisierung und wird im Verbund zu einer Europäische Hochschule. Mehr: https://www.hs-geisenheim.de/profil/projekte/eu-gift












































