Umwelteinflüsse Himbeere

Einfluss unterschiedlicher Umweltbedingungen auf den Kohlenhydrathaushalt von Himbeeren und deren antioxidative Kapazität in Blättern und Früchten

Himbeeren werden heute, neben dem traditionellen Anbau im Freiland, zunehmend im geschützten Anbau, d.h. unter Regenkappen aus Plastik, im Tunnel oder Gewächshaus kultiviert. Ziel ist es, die empfindlichen Früchte vor Witterungseinflüssen zu schützen bzw. den Angebotszeitraum für Himbeerfrüchte aus zu dehnen. Für die Eindeckung von Regenkappen und Tunneln stehen mittlerweile verschiedene Materialien zur Verfügung.

Himbeeren sind reich an Vitamin C und enthalten zudem eine Vielzahl an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Den Pflanzen dienen hierbei die Polyphenole als Farb-, Duft- oder Lockstoffe (Anthocyane, Flavonoide) sowie als Abwehrstoffe (Ellagtannine) gegen Pathogene. Diese Polyphenole werden aber auch bei abiotischen Stress gebildet und schützen durch ihre antioxidative Wirkung die Pflanzen vor freien Radikalen und deren oxidativen Schäden. Polyphenole kommen in allen Pflanzenteilen vor, besonders aber in Früchten und Blättern. Neben der Schutzfunktion für die Pflanzen besitzen Polyphenole aber auch eine gesundheitsfördernde Wirkung für Menschen. So soll u.a. das Risiko von Krebs, Arteriosklerose, Herz-Kreislaufbeschwerden und neurodegenerativen Erkrankungen bei obst- und gemüsereicher Ernährung und damit polyphenolreicher Nahrung reduziert sein.

Bisher liegen nur wenige Erfahrungen vor, welchen Einfluss die erhöhten Temperaturen sowie die verringerte Luftbewegung im geschützten Anbau und verschiedene Tunnelfolien (mit und ohne UVB-Durchlässigkeit bzw. schattierend) auf die Photosyntheseleistung der Himbeerpflanzen und damit auf ihren Kohlenhydrathaushalt haben. Die veränderten Stoffwechselaktivitäten könnten auch die Synthese der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe beeinflussen

Daher soll in einem Vergleich von Freiland- und Tunnelanbau der Einfluss veränderter Umweltbedingungen wie Lichtintensität und –qualität, Temperatur und rel. Luftfeuchte auf Photosynthese und Kohlenhydrathaushalt von Himbeerpflanzen sowie die Bildung von sekundären Inhaltsstoffen in Blättern und Früchten erarbeitet werden.

Das Projekt wird im Rahmen des EUBerry-Forschungsvorhabens (FP7-KBBE-2010-4 Euberry Grand Agreement 265942) in Kooperation der Institute Obstbau sowie Weinanalytik und Getränkeforschung bearbeitet.

Ansprechpartner:

Erika Krüger-Steden
Dr. Erika Krüger-Steden
Helmut Dietrich
Prof. Dr. Helmut Dietrich

Dipl. Lebensmittelchemikerin Anne Zaar

Anne.Zaar(at)hs-gm.de