Modellierung der Phänologie von 2 Schädlingsinsekten in Abhängigkeit von Temperaturvarianz (MOST)

Der Klimawandel kann das Populationswachstum von Schadinsekten mit hoher gesell­schaftlicher Relevanz in Hessen fördern, in bestimmten Fällen aber auch hemmen. Eigene Vorarbeiten und Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass die Populationen von zwei Schadinsekten von hoher medizinischer und öko­no­mi­scher Relevanz, der Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus japonicus) und der Kirsch­essig­fliege (Drosophila suzukii), unter zunehmend höheren Sommertemperaturen zusammen­brechen und es somit evtl. für Teile Hessens unter bestimmten Bedingungen zu einer Entlastung kommen kann. Die Populationsentwicklung der Asiatische Buschmücke und der Kirschessigfliege unter veränderten und saisonal heterogenen Temperaturregimes ist aller­dings noch weitgehend unklar. In diesem Vorhaben sollen Zeiträume und Regionen in Hessen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eines gesteigerten oder verringerten Be­falls­drucks mithilfe von phänologischen Modellen, angetrieben durch ein Ensemble von Klimaprojektionen, identifiziert wer­den. Im parallel bearbeiteten Projekt PEST werden dazu wichtige Daten zu den Aus­wir­kung­en von spezifischen Temperaturschwankungen und Wetter­extremen ermittelt, um in dem hier vorliegenden Antrag Abschätzungen im Kontext des Klimawandels zu einem ge­stei­gerten bzw. einem verringerten Befallsdruck von beiden relevanten Insektenarten physiolo­gisch fundiert zu ermöglichen. Dieser stark synergistische Effekt zwischen beiden Vorhaben führt zu einem deutlichen Mehr­wert für eine realitätsnahe Abschätzung der zukünftigen Ent­wicklung der Risiken, bzw. Schadens­situationen und damit zu einer soliden Ent­scheidungsgrundlage für die ent­sprechenden Behörden in Hessen.

Dieses Vorhaben wird in Zusammenarbeit mit der Goethe Universität Frankfurt, dem Senckenberg Institut Frankfurt und dem meteorologischen Institut der Universität Bonn durchgeführt und vom Fachzentrum Klimawandel Hessen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie finanziell unterstützt.

Ansprechpartner

Peter Braun
Prof. Dr. Peter Braun
Markus Müller
Dipl.-Ing. Markus Müller