Praxisorientiertes Masterstudium Weinwirtschaft: Zahlreiche Exkursionen im Modul „Vertrieb und Logistik“

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Praxisorientiertes Masterstudium Weinwirtschaft: Zahlreiche Exkursionen im Modul „Vertrieb und Logistik“

© Prof. Dr. Simone Loose

Der Austausch mit der Unternehmenspraxis steht im Zentrum des Moduls „Vertrieb und Logistik“ im Masterstudiengang Weinwirtschaft (M.Sc.) der Hochschule Geisenheim. In insgesamt acht Exkursionen und persönlichen Gesprächen mit Branchenexpertinnen und -experten erhielten die Studierenden unter Leitung von Prof. Dr. Simone Loose in diesem Jahr einen umfassenden und detaillierten Einblick in die Bereiche Logistik und Vertrieb entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wein. Von den großen Kellereien, über Premiumproduzenten, Vertriebsagenturen, den gehobenen Fachhandel bis zum Premium-Onlinehandel deckten die Termine die gesamte Bandbreite ab.

Von Dr. Evelyn Pabst, Leiterin Global Procurement von Henkell-Freixenet und selbst Geisenheimer Alumna, erfuhren die Studierenden, wie der weltweit größte Schaumweinproduzent die Beschaffung und Logistik von Sektgrundwein und Wein über seine gesamte internationale Holding koordiniert. Die Qualitätssicherung, die Entwicklung des globalen Markenportfolios sowie Verkostungen und Betriebsführung rundeten den beeindruckenden Besuch in Wiesbaden-Biebrich ab.

Bei Reh-Kendermann in Bingen besichtige die Geisenheimer Gruppen den neuen effizienten und energetisch nachhaltigen Kellerbau und erhielt von Tillmann Schütz und Cornelia Schlepper detaillierte Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhandel, die Lohnfüllung sowie die Auswirkungen der Kosten- und Beschaffungskrise.

Die Notwendigkeit der flexiblen Anpassung der Produktions- und Beschaffungsprozesse auf die sich ständig ändernde Verfügbarkeit von Erdgas, Glas, Kartonagen und Verschlüssen wurde auch in der Weinkellerei Hechtsheim deutlich. In seiner Führung zeigt Betriebsleiter Klaus Malinowsky, wie im weiteren Ausbau der Kellerei auf diese Herausforderungen reagiert wird. Anhand eines Beispielprojektes verdeutlichte Peter Kinback im Detail den Prozess einer Produktentwicklung für die Sonderlistung im Discount und die strategische Einbindung von Hechtsheim innerhalb von Grand Chais du France. 

Produktinnovationen sowie die strategische Positionierung und Kommunikation von Premiumsekt bilden den Kern der kleinen Sektmanufaktur Schloss Vaux in Eltville, in der Geschäftsführer Christoph Graf die Studierenden willkommen hieß und zur spannenden Verkostung neuer Produkte einlud.

Von Othmar Schregel von Remy & Kohlhaas aus Eltville erfuhren Studierenden detailliert mehr über die Aufgaben und Prozesse eines Key Account Managers in einer Vertriebsagentur. Auch hier führen die Kostensteigerungen zu einem höheren Koordinationsbedarf in den Jahresgesprächen mit dem Handel.

Der Besuch im Frischeparadies in Frankfurt zeigte, welche konkreten Anforderungen der Handel in Bezug auf Produkt und Margen an die Produzenten hat und diese in seiner Vertriebsstrategie an die eigenen Kunden umsetzt. Klaus Kneib berichtete über die erfolgreiche Erweiterung des ehemaligen Gastro-Spezialisten um das zweite Standbein des Feinkostengeschäftes mit Endverbraucher:innenfokus. Eine umfassende Verkostung zeigte deutlich auf, wie stark der internationale Qualitäts- und Preiswettbewerb für deutsche Weine im gehobenen Fachhandel ist.

Der Onlinehandel von Wein hat sich durch die Pandemie verdoppelt. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an die Versandlogistik von Vicampo, mit diesem starken Wachstum Schritt zu halten. Es war für die Gäste aus Geisenheim in der Führung durch Julia Löw im Vicampo-Lager in Mainz-Gustavsburg spannend zu sehen, wie die Digitalisierung und die ständige Verbesserung von Prozessen das Wachstum mit ermöglicht haben und wie short-tail und long-tail Sortiment im Lager effizient umgesetzt werden.

Lobenbergs Gute Weine haben sich auf das Ultra-Premiumsegment des Onlinehandels von Wein spezialisiert. Welche weitere Entwicklung nach der Pandemie kann für diese Marktnische erwartet werden? Welche Fähigkeiten muss ein Geisenheimer Absolvent oder eine Geisenheimer Absolventin mitbringen, um als Weinscout oder im Content-Bereich tätig werden zu können. Elias Schlichting und Luca Lobenberg gaben dazu per Videokonferenz aus Bremen spannende Einblicke.

Nach zwei Corona-Jahren ohne Betriebsbesichtigungen sind wir den Unternehmen besonders dankbar, dass Sie sich trotz krisenbedingt hoher Arbeitsbelastung Zeit für die Geisenheimer Studierenden genommen haben. In den Exkursionen wurde auch deutlich, wie hoch der aktuelle Bedarf an praxisnah ausgebildeten Geisenheimer Fachkräften in der Weinbranche ist. Wir möchten uns bei allen beteiligten Unternehmen und den vielen ehemaligen Geisenheimern ganz herzlich bedanken.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Simone Loose

Kategorien: STUDIUM, Weinwirtschaft (M.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.), Wein- und Getränkewirtschaft, Nachrichten

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