Maren Stollberg, M.Sc., gewinnt ISHS Young Minds Award

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Maren Stollberg, M.Sc., gewinnt ISHS Young Minds Award

© Maren Stollberg, M.Sc.

Maren Stollberg, M.Sc., vom Institut für urbanen Gartenbau und Pflanzenverwendung, ist im Rahmen der VIII International Conference on Landscape and Urban Horticulture der International Society for Horticultural Science (ISHS) mit dem ISHS Young Minds Award für die beste Präsentation ausgezeichnet worden. Ihr Vortrag trug den Titel „Plants & polyester: suitable plants for a textile based living wall system“. Dabei stellte sie eine über drei Jahre an der Hochschule Geisenheim laufende Studie zu Living Walls vor.

Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben und die vielen kulturellen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten genießen. Auch die Nähe zum Arbeitsplatz und die gut ausgebaute Infrastruktur sind Gründe um im urbanen Raum zu leben. Um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen, haben sich die Menschen bisher damit abgefunden, auf engstem Raum zu leben. In der Stadt lebt man in kleinen Wohnungen, ohne Garten, Park oder Wald in der Nähe, in dem man sich entspannen oder bewegen könnte. Dazu kommt, dass die dichte Bebauung eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur braucht, sodass Grünflächen wegfallen und die Stadt zunehmend unattraktiv wirkt. Dicht besiedelte Städte haben insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, etwa mit dem städtischen Wärmeinseleffekt. Diese Probleme könnten durch die Einbeziehung von mehr Naturflächen innerhalb der Stadtgrenzen, die städtische grüne Infrastruktur, abgemildert werden. Gleichzeitig könnten diese Grünflächen für Abkühlung sorgen und die Stadt attraktiver machen.

Ein Ansatz ist dabei die Verwendung von Fassadenbegrünung bzw. Living Walls zur Integration von Vegetation in unsere Städte. Living walls bezeichnet ein System für den vertikalen Anbau von Pflanzen. Die vertikale Begrünung nutzt den bisher verwaisten Platz an Fassaden und Wänden. Die Pflanzen in Living walls benötigen keinen Bodenanschluss, da sie direkt im System wachsen. Die Systeme stellen die Pflanzenernährung und Bewässerung sicher. Ziel der von Maren Stollberg vorgestellten Studie war es, ein neuartiges Living Wall System aus Polyester Spinnvlies zu testen. Die Forschung konzentrierte sich auf die Eignung der Pflanzen in diesem System. Die Geisenheimer Forschenden analysierten die Entwicklung von 30 verschiedenen Stauden im Laufe von drei Jahren. Dazu wurden die begrünten Systeme an Versuchswänden angebracht, die nach Norden, Süden, Osten und Westen ausgerichtet waren. Die Daten zeigten, welche Pflanzen sich gut für Living Walls in einem gemäßigten ozeanischen Klima eignen. Jahreszeitliche Unterschiede im Erscheinungsbild wurden dokumentiert und es konnte herausgestellt werden, dass einige der getesteten Pflanzen sich für Living walls eignen. Mit diesen Erkenntnissen können wir eine lebenswerte und grüne Stadt für die Zukunft planen!

Kategorien: FORSCHUNG, Wissenschaftlicher Nachwuchs, Urbanen Gartenbau, Nachrichten

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© Maren Stollberg, M.Sc.
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