„Ich möchte Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Arbeitswelt vorbereiten“

Stefanie Bürger mit Prof. Gerd Helget.

Stefanie Bürger hat als erste Absolventin der Spezialisierung „Berufsschullehrer/in für GaLaBau“ ihr Referendariat erfolgreich abgeschlossen

2013 haben die Hochschule Geisenheim und die TU Darmstadt eine deutschlandweit einmalige Kooperation gestartet: Studierende der Hochschule Geisenheim belegen bereits im Bachelor-Studium der Landschaftsarchitektur fachdidaktische und berufspädagogische Module, die sie auf den Master „Lehramt an beruflichen Schulen“ an der TU und die berufliche Praxis vorbereiten. Mit Stefanie Bürger hat nun die erste Absolventin, die diese Spezialisierungsmodule in Geisenheim belegt hat, auch den Master und ihr Referendariat erfolgreich abgeschlossen.

Als Bürger 2009 ihr Studium der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Geisenheim beendete, war das aber noch kein Thema. Die ausgebildete Landschaftsgärtnerin erwarb ihren Ausbilderschein und war nach dem Abschluss als Bauleiterin tätig. „In einem Gespräch mit Prof. Gerd Helget habe ich vier Jahre später von der Kooperation gehört und daraufhin meine Selbstständigkeit aufgegeben, frei nach dem Motto: jetzt oder nie!“

Was hat Sie an der Tätigkeit als Berufsschullehrerin so gereizt?

Gute Frage! Ich wollte immer mit dem Berufsfeld verbunden bleiben, jedoch nicht immer und ewig draußen auf der Baustelle unterwegs sein. Zudem hat mir die Arbeit mit jungen Menschen in der Ausbildung viel Spaß bereitet: junge Menschen auf ihrem Weg in die Berufswelt zu begleiten und ihnen Lern-Möglichkeiten zu eröffnen sowie überfachliche Kompetenzen zu fördern. Auch mit meinem Zweitfach Deutsch lässt sich an beruflichen Schulen viel vermitteln, was den jungen Menschen im Zeitalter des lebenslangen Lernens zu Gute kommt.

Sie haben im Wintersemester 2013/14 die Spezialisierungsmodule an der Hochschule Geisenheim belegt, um sich für das Master-Studium zu qualifizieren. Inwieweit hat sie das auch auf Ihre berufliche Tätigkeit vorbereitet?

Sehr gut. Gerade wegen der Möglichkeit der praktischen Verbindung von theoretischen Inhalten und tatsächlich erfahrbaren Eindrücken in der Berufsschule habe ich viel gelernt. Wir hatten Seminare direkt vor Ort, so dass wir ganz viele Dinge erkunden oder ausprobieren konnten.

Wie haben Sie Ihr Bachelor-Studium in Geisenheim in Erinnerung?

Das Studium in Geisenheim ist lebendig, praxisnah und findet in familiärer Atmosphäre statt. Ich würde das Studieren dort als persönlich, flexibel und kooperativ charakterisieren.

Kleiner Zeitsprung: Was kam nach dem Master-Studium?

Ich habe mein Referendariat von Mai 2016 bis Januar 2018 in der Philipp-Holzmann-Schule in Frankfurt absolviert und arbeite seit Februar an der Staatlichen Berufsschule Karben. Dort unterrichte ich ausschließlich Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der Berufsvorbereitung. Ich habe direkt eine Planstelle bekommen und bin sehr glücklich dort! Hier profitiere ich auch von meiner Berufserfahrung; so kann ich die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Ausbildungs- und Arbeitswelt vorbereiten.

Zu wem passt die Spezialisierung zum Berufsschullehrer oder zur Berufsschullehrerin?

Aus meiner Sicht sollten das unbedingt Menschen sein, die bereits eine Erfahrung in der Berufswelt haben! Das heißt, Studierende, die mindestens über eine Ausbildung im entsprechenden Fachbereich verfügen – die Auszubildenden merken sehr schnell, ob man Ahnung von den Prozessen und Abläufen im Berufsalltag hat. Zudem verlangt der Beruf meines Erachtens eine gefestigte Persönlichkeit, Freude am Fach sowie vor allem an der Arbeit mit Menschen!

Kategorien: Berufsschullehrer/-in GaLaBau