„Heitere Räume – Kurpark Bad Neuenahr“: Geisenheimer Studierende präsentieren Ergebnisse des Projekts GaLaBau II

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„Heitere Räume – Kurpark Bad Neuenahr“: Geisenheimer Studierende präsentieren Ergebnisse des Projekts GaLaBau II

Die Teilnehmenden des Projektes © Hans-Jürgen Vollrath

30 Studierende der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Geisenheim präsentierten Ende Januar insgesamt elf spannende Ideen zur Gestaltung des Kurparks Bad Neuenahr vor einer hochrangigen Jury. Die Entwürfe samt Kostenermittlung waren das Ergebnis des Projekts GaLaBau II unter Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Gerd Helget, Professor für Baubetrieb, Garten- und Landschaftsbau.

Die Ideenvielfalt reichte von Entwürfen, die sich auf die historischen Qualitäten beziehen, bis zu Lösungen, die dem Park eine neue Mitte geben. Der Mühlteich – eigentlich ein künstlicher Graben, der im weiteren Verlauf zum Teil überbaut in den östlich gelegenen Schwanenteich mündet – wurde ebenso thematisiert, wie die Gestaltung des neuen Ahrufers, welches in einigen Entwürfen mit ingenieurbiologischen Maßnahmen gesichert, in anderen Entwürfen mit Promenaden und Sitzstufenanlagen bereichert wurde. Der Kurpark selbst ist schon seit Mitte der 70er Jahre als Retentionsfläche und Überflutungsraum ausgewiesen; diesen Sachverhalt haben alle Entwürfe berücksichtigt. Die ermittelten Kosten bewegen sich zwischen drei und sechs Millionen Euro und liegen damit in einer Größenordnung, die dem Park und seiner zukünftigen Nutzung gerecht werden.

Den ersten Platz im Rahmen der Kurzpräsentationen belegten Johanna Klippel und Johanne Raßmann. Ihr ruhig gegliederter Entwurf besticht einerseits durch die Großzügigkeit in der Raumbildung, andererseits durch eine Vielzahl sehr durchdachter und unauffällig arrangierter Details, so die Bewertung der Jury. Der renaturierte Mühlteich wird ebenso erfolgreich thematisiert wie Sitzstufen am Ahrufer und ein Platz, der als Gedenkort für die Folgen der Hochwasserkatastrophe dienen kann. Besonders zu erwähnen sei die hohe Qualität der handgezeichneten Perspektiven, so Prof. Dipl.-Ing. Gerd Helget: „CAD, Photoshop und Co. sind für das Auge, Bleistift, Kreide und Tusche gehen ins Herz.“

Den 2. Platz belegte die Gruppe Daniel Gutmann, Wieland Kaldemeyer, Pauline Kohlmann und Niclas Schneider und ihrer Idee „Fließende Erholung“. Den Park definieren sie als einen großen monolithischen Raum, strukturiert durch ein lineares Wegesystem, das verschiedene Blickachsen auf die andere Ahrseite, die Stadt und die umgebenden Höhenrücken mitdenkt. Das Ahrufer und die Promenade werden stark betont und geben dem Park eine neue offene Atmosphäre.

Lennart Schriefer, Max Schroers und Alex Zahn belegten den 3. Platz. Auch sie setzten sich intensiv mit dem Thema Wasser auseinander. Ihre Lösung beinhaltet eine neue Mitte im Park, der Mühlteich mit einem großen Wasserrad rückt deutlich in den Fokus der Betrachtenden. Daneben spielen die Verfasser mit historischen Motiven und lassen den Park eher als abgeschlossenen Innenraum aufleben.

„Hervorzuheben ist, dass zwischen den ersten und nachfolgenden Rängen am Ende nur sehr geringe Unterschiede in der Gesamtpunktzahl zu verzeichnen waren. Die Studierenden haben sich diesem Projekt mit Engagement und Sensibilität genähert“, lobt Helget.

Jan Ritter, Geschäftsführer der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH, und Mitglied der Jury, ergänzt: „Selbst wenn kein einziger Entwurf eine umsetzbare Lösung präsentieren würde, so stecken doch in jedem einzelnen Beitrag Ideen und Ansätze, die die Diskussion um die Neugestaltung des Parks bereichern und Möglichkeiten aufzeigen, gewohnte Wege zu verlassen und den Park für zukünftige Anforderungen zu ertüchtigen. So haben wir aber die Qual der Wahl, weil viele Entwürfe es wert sind, durchgearbeitet und umgesetzt zu werden.“

Besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Jury: Jan Ritter (GF), Gesundheitsreferentin Diana Münch und Nico Neugebauer (Marketinggesellschaft) Christiane Diehl (Stadtverwaltung) Ralph Wershofen (Stadtrat), Jörn Kampmann (ehem. GF Landesgartenschaugesellschaft), Eberhard Neumann (Projektleiter Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler mbH) sowie Michael Wershofen (GF Wershofen Gartenbau GmbH).

Kategorien: STUDIUM, Landschaftsarchitektur (B.Eng.), Nachrichten

Bilderreihe

© Johanna Klippel und Johanne Raßmann
© Johanna Klippel und Johanne Raßmann
© Daniel Gutmann, Wieland Kaldemeyer, Pauline Kohlmann und Niclas Schneider
© Lennart Schriefer, Max Schroers und Alex Zahn

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