Eine Biosphärenregion bietet echte Chancen für die Wissenschaft und Gesellschaft

Auch die Weinbau-Landschaft im Rheingau würde von einer UNESCO-Biosphärenregion profitieren.

Die Hochschule Geisenheim begrüßt die positive Bewertung der Machbarkeitsstudie

„Eine Marke, die die Region einen großen Schritt voranbringt“: Mit diesen Worten unterstützt der Präsident der Hochschule Geisenheim, Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, den Vorschlag der hessischen Umweltministerin, in der Region Rheingau-Taunus/Main-Taunus und Wiesbaden eine UNESCO-Biosphärenregion auf den Weg zu bringen. „Wir sind bereit, mit voller Kraft unser wissenschaftliches Knowhow in die Gestaltung einer Modellregion für Nachhaltigkeit vor unserer Haustür zu investieren“, erklärt der Präsident.

Die globalen Herausforderungen der Menschheit seien in erster Linie auf lokaler und regionaler Ebene zu lösen, sagt Schultz: Folgen des Klimawandels und des Artensterbens würden zunehmend spürbar und für die Gesellschaft stetig teurer. Die Hochschule Geisenheim fühle sich mitverantwortlich für die Umsetzung der 17 Ziele für Nachhaltigkeit der Vereinten Nationen. „Die Biosphärenregion bietet uns als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die einzigartige Chance, direkt vor der Haustür Modelle zu entwickeln und zu erproben, wie wir unseren Arbeits- und Lebensraum nachhaltig gestalten können.“ Ökonomische, ökologische und soziale Ziele seien dabei unter einen Hut zu bringen. Für die Lehre, Forschung und den Wissenstransfer in die Gesellschaft sei das eine einzigartige Herausforderung und Chance.

Die soeben vorgestellte Machbarkeitsstudie für die Biosphärenregion unterstreiche, dass in der Region bereits eine große Dichte an Forschungsinstitutionen vorhanden ist, sagt Schultz. „Dieses Potenzial lässt sich unter dem Label der UNESCO erheblich besser für die Entwicklung der Region einsetzen“, zeigt er sich sicher: So würden viel leichter Fördermittel zum Vorteil der Menschen vor Ort fließen. Das Alleinstellungsmerkmal von Biosphärenregionen sei, dass diese Nutzung und Entwicklung der Kulturlandschaft nicht reglementieren können: „Jede Entscheidung, sich einzubringen oder auch nicht, bleibt allen Beteiligten nach wie vor ganz allein überlassen“, so Schultz. Aus Sicht der Hochschule Geisenheim sei gerade eine fachliche Begleitung in den Fragestellungen zu Landnutzungen und Landschaftsentwicklung spannend.

„Wir können die Augen verschließen vor den Herausforderungen der Zukunft – oder aber die Initiative ergreifen und sie aktiv selber gestalten“, ergänzt Schultz. Die Hochschule wolle sich gerade auch im Interesse ihrer Studierenden engagieren, die die Diskussion selbst mit Spannung verfolgten. Der Hochschule Geisenheim als Ausbildungsstätte für junge Menschen im Wein-, Obst- und Gartenbau sowie der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung sei es extrem wichtig, dass die Landnutzenden die Chancen ergriffen. „Daher appelliere ich insbesondere an die Gegner der Biosphärenregion in Land- und Forstwirtschaft, ihre Positionen zu überdenken“, so Schultz. „Wir müssen die nachhaltige Entwicklung unserer Landschaft gemeinsam angehen“, wünscht er sich eine fortgesetzte intensive Kommunikation. „Keine Reglementierung, nur Chancen“ biete die Biosphärenregion. Im Interesse der nachfolgenden Generationen fordert er die noch zweifelnden Städte und Gemeinden auf, „die Zukunftsidee“ zu unterstützen.

 

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Tel. 06722 502 201, praesident@hs-gm.de

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