Ein Netzwerker für den Naturschutz

Bildquelle: Winfried Schönbach

Prof. Klaus Werk, Professor für Umwelt- und Naturschutzrecht an der Hochschule Geisenheim, in den Ruhestand verabschiedet.

Klaus Werk im Ruhestand? Unvorstellbar für alle, die mit ihm zusammengearbeitet haben: Er ist ein Lobbyist in positivem Sinne, fast rund um die Uhr aktiv für den Naturschutz, die Landschaftsarchitektur und ihre Studierenden, die Hochschule als Institutionen und viele andere Akteure. 17 Jahre lang war er der Motor des Studiengangs der Landschaftsarchitektur. Wie viele Funktionen er aktiv ausfüllte, wurde erst nach und nach deutlich, als er seine ungezählten Nachfolgen regelte.

Werk verknüpft mit seiner Vita die berufliche Praxis in Landschaftsplanung und Naturschutz mit Lehre, Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule. Nach dem Studium der Landschaftsarchitektur in Hannover baute er ein Ingenieurbüro in der niedersächsischen Landeshauptstadt auf und organisierte Kampagnen wie „Mehr Natur in Dorf und Stadt“ für den BUND-Bundesverband in Kiel. Dann wechselte er in den Behördendienst und absolvierte in Hessen ein Landespflege-Referendariat. Ab 1989 arbeitete er beim Regierungspräsidium in Darmstadt: erst als Dezernent in der Oberen Naturschutzbehörde, ab 1993 als Abteilungsleiter mit Zuständigkeit u.a. für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft. 2002 wurde er an den Fachbereich Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden berufen (ab 2013 Hochschule Geisenheim).

Für die Studierenden hatte Werk immer ein offenes Ohr und fand pragmatische Lösungen für ihre Anliegen. In der Lehre sprang er über sein Berufungsgebiet hinaus immer dort ein, wo ein Bedarf nicht anders gedeckt werden konnte. Sein Lehrdeputat überschritt er damit regelmäßig bei weitem. Über zwölf Jahre lang leitete er den Studienbereich Landschaftsarchitektur. Die Studienschwerpunkte Garten- und Landschaftsbau und Freiraumplanung lagen ihm dabei ohne Unterschied genauso am Herzen wie sein eigener, Naturschutz und Landschaftsplanung.

Nach seiner Berufung lag der Vorschlag der Bauingenieure in Wiesbaden für einen gemeinsamen Master auf dem Tisch. Werk griff die Idee sofort auf, auch gegen manche Widerstände aus dem eigenen Fach: Ergebnis ist der stark nachgefragte Masterstudiengang Umweltmanagement und Stadtplanung in Ballungsräumen (UMSB), gemeinsam angeboten von der Hochschule RheinMain und der Frankfurt University of Applied Sciences. Diese disziplinenübergreifende Kooperation steht als Symbol für seine Denk- und Arbeitsweise. Diese bewies er auch bei der Einführung und Akkreditierungen des Bachelors (einschließlich Reakkreditierung), des dualen Bachelors und das Masters in der Landschaftsarchitektur. Permanent trieb der den Prozess (und die Kolleginnen und Kollegen) an, moderierte und protokollierte – mit der legendären monatlichen Monreposrunde als Dreh- und Angelpunkt. Ungezählte Module tragen seine Handschrift. In der Selbstverwaltung der Hochschule zählte Werk zu den Hauptakteuren – als Gründungsmitglied des Senats, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, im Ausschuss der Lehre und Studium, als wissenschaftlicher Leiter des Geisenheimer Instituts für Weiterbildung usw.

Der Wissenstransfer war und ist ihm ein besonders wichtiges Anliegen. Ungezählte Tagungen hat er organisiert und moderiert, er hat referiert und vor allem für den Naturschutz als seine Lebensaufgabe Lobbyarbeit betrieben. 25 Jahre lang war er Vorsitzender der von ihm initiierten Hessischen Vereinigung für Naturschutz und Landschaftspflege (HVNL). Als 2. Vorsitzender im Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) formuliert er nach wie vor Stellungnahmen, netzwerkt und organisiert den Deutschen Naturschutztag zentral mit (2020 in Wiesbaden). Und seit Jahren wirkt er wie ein Löwe für die Einrichtung einer Biosphärenregion Rheingau-Taunus-Wiesbaden als UNESCO-Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Die zahlreichen Gremien, in denen er mit seiner Fachexpertise von regionaler bis bundesweiter Ebene mitwirkt, lassen sich nicht annähernd aufzählen – er ist ein Netzwerker par excellence.

Werk ist geschätzt durch seine überaus kollegiale, auch andersdenkende mitnehmende Art, er ist hochgradig engagiert, verantwortungsbewusst, initiativ und innovativ. An der Hochschule riss sein Weggang eine große Lücke – im Ehrenamt bleibt er aktiv und sein Terminkalender ist gefüllt wie ehedem. Also doch kein Ruhestand ...

Ein Beitrag von Prof. Dr. Eckhard Jedicke

Die Hochschule Geisenheim wünscht Prof. Klaus Werk für seinen neuen Lebensabschnitt beste Gesundheit und weiterhin viel Energie!

 

 

 

Kategorien: STUDIUM, UMSB (M.Eng.), Landschaftsarchitektur (M.Sc.), Landschaftsarchitektur (B.Eng.), Berufsschullehrer/-in GaLaBau, Freiraumplanung, HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Landschaftsplanung und Naturschutz, Nachrichten

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Bildquelle: Winfried Schönbach
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