Am 21. Juni ist der Lebensmittel-Allergietag

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Am 21. Juni ist der Lebensmittel-Allergietag

Im Lolli deutlich zu erkennen: der Mehlwurm; Bildquelle: Prof. Dr. Simone Loos-Theisen

Die ersten essbaren Insekten wurden ganz aktuell im Mai 2021 als Novel Food in der EU zugelassen:

https://www.chemistryworld.com/news/eu-clears-way-for-the-sale-of-edible-insect-products/4013654.article

Das zugelassene Insekt ist Tenebriomolitor, der Mehlkäfer, ein Käfer aus der Familie der Schwarzkäfer. Seine Larven, die auch als Mehlwürmer aufgrund ihres wurmartigen Aussehens bezeichnet werden, werden als Speiseinsekten für den menschlichen Verzehr gezüchtet und können mit der Zulassung nun auch in Lebensmitteln verarbeitet werden.

Insekten beziehungsweise insektenhaltige Produkte als proteinreiche Lebensmittel sind Trend- oder Zukunftslebensmittel. Nahrungsmittel mit einem Anteil an Insekten können jedoch wegen der Gefahr von Kreuzreaktionen ein Risikofaktor für Allergikerinnen und Allergiker sein, insbesondere für Patientinnen und Patienten, die auf Hausstaubmilben oder Krustentiere (z. B. Garnelen) sensibilisiert sind. Hinsichtlich des Nachweises stellen essbare Insekten als neuartige Lebensmittel (Novel Food) eine neue Herausforderung für die derzeitigen Methoden der Analytik dar, denn Insekten können entweder als neue Nahrungsquelle oder als Verunreinigung, z. B. in einer Produktionslinie für Nahrungsmittel, angesehen werden. Neben dem Mehlwurm (Tenebrio molitor) sind die am meisten gegessenen Insekten der Buffalowurm (Alphitobius diaperinus), die Heuschrecke (Locusta migratoria) und die Grille (Acheta domesticus).

Auch an der Hochschule Geisenheim haben im Laufe des vergangenen Jahres drei Studierende des Bachelor-Studiengangs Lebensmittelsicherheit mit essbaren Insekten bei Prof. Dr. Simone Loos-Theisen im Institut für Lebensmittelsicherheit geforscht. Im Rahmen ihrer Projektarbeiten haben die Studierenden jeweils Versuche zum Nachweis von essbaren Insekten in verschiedenen, kommerziellen Lebensmitteln und Verarbeitungsprozessen durchgeführt. Sie konnten mit einem kommerziell erhältlichen immunologischen Schnelltest (Enzyme-linked Immunosorbent Assay, ELISA), der eigentlich für Krebstiere (Crustaceen) erhältlich ist, auch den Mehlwurm in geringen Mengen in verarbeiteten Lebensmitteln nachweisen.

 

Ein Beitrag von Prof. Dr. Simone Loos-Theisen

Kategorien: STUDIUM, Lebensmittelsicherheit M.Sc., Lebensmittelsicherheit (B.Sc.), HOCHSCHULE, Presse und Kommunikation, FORSCHUNG, Lebensmittelsicherheit, Nachrichten