Schulterschluss zwischen internationaler Weinindustrie und zentralen Interessensgruppen zur gemeinsamen Definition von Nachhaltigkeitsstrategien

Forschung an der Hochschule Geisenheim

Aktuelles und neue Projekte

Schulterschluss zwischen internationaler Weinindustrie und zentralen Interessensgruppen zur gemeinsamen Definition von Nachhaltigkeitsstrategien

Erstmalig haben sich über 40 der weltweit führenden Vertretenden der Weinindustrie zusammengeschlossen, um geeignete Maßnahmen angesichts stetig wachsender Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit voranzutreiben. Die neu gegründete Nachhaltigkeitsallianz Sustainable Wine Roundtable (SWR) ist ein einzigartiger Zusammenschluss von führenden Weinmarken, Betrieben, Groß- und Einzelhändlern, Umweltverbänden und anderen, die sich gemeinsam entschlossen dafür einsetzen, den Weinsektor zu einem Spitzenreiter der Nachhaltigkeit zu machen.

London, 15. September 2021

Von Dürreperioden und Überschwemmungen über steigende Temperaturen und zunehmende Waldbrände bis hin zu gesellschaftlichem Druck im Hinblick auf Arbeitnehmerrechte und Diversität – wie jede andere Branche muss auch die Weinindustrie große Herausforderungen meistern, um Stabilität zu gewährleisten, den Anforderungen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden und zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beizutragen.

Aufbauend auf den zahlreichen Nachhaltigkeitsstandards für Wein auf lokaler Ebene wird der SWR einen weltweiten Referenzstandard erarbeiten, der verdeutlicht, was Nachhaltigkeit für die gesamte Weinindustrie bedeutet und wie sie umgesetzt und gemessen wird. Dadurch entstehen klare Vorgaben, wie Weingüter und Betriebe zu mehr Nachhaltigkeit angeleitet werden können, und es hilft Händlerinnen und Händlern und Verbraucherinnen und Verbrauchern, die verschiedenen Öko-Angaben und Labels einzuordnen.

Der SWR bildet Arbeitsgruppen, um Best Practices und Maßnahmen zu zentralen Nachhaltigkeitsfragen zu erarbeiten, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen, Vertretende der Weinwirtschaft miteinander ins Gespräch zu bringen und als starke Stimme der weltweiten Weinindustrie aufzutreten, die sich für das Gute einsetzt.

Richard Bampfield, Master of Wine und Vorsitzender des SWR, erklärte: „Es gibt viele innovative Programme und Projekte, um den Weinbau umweltfreundlicher und sozial gerecht zu machen. Unser Ziel ist es, diese Programme und Projekte zu bündeln, um dadurch klare Vorgaben sowie die notwendige Zusammenarbeit zu erreichen, damit die Weinindustrie eine Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit einnimmt.“

„Wir laden sämtliche Akteure in der Weinindustrie ein, sich uns anschließen“, ergänzt Bampfield und weist darauf hin, dass eine allgemeine Mitgliedschaft im SWR ab dem Jahr 2022 möglich sein wird.

Dr. Laura Catena, Geschäftsführerin des Weinguts Catena Zapata & Gründerin des Catena Institute of Wine, sagte: 

„Unser Ziel ist es, unsere Region für die nächsten 200 Jahre zu stärken und dafür müssen wir unser Ökosystem schützen und unsere Anbautraditionen bewahren. Vor über 10 Jahren haben wir den Sustainability Code for Argentina eingeführt und heute konzentriert sich die Forschung am Cantena Institute of Wine darauf, unser Terroir sowie unsere Rebenauswahl und ihr Ökosystem zu verstehen, damit wir sie für die kommenden Generationen erhalten können. Angesichts unseres Engagements freuen wir uns sehr, Teil des SWR zu sein.“

Riccardo Ricci Curbastro, Präsident von Equalitas erklärte:

„Unnötige Doppelarbeit für Betriebe zu vermeiden, ist seit Beginn des Projekts eines der wesentlichen Ziele von Equalitas. Die Zusammenarbeit mit dem SWR geht in die gleiche Richtung und nachdem wir uns bereits auf nationaler Ebene dafür stark gemacht haben, wollen wir nun auch zur mehr internationaler Angleichung beitragen.“

Marcus Ihre, Nachhaltigkeitsmanager bei Systembolaget sagte:

„Die Weinindustrie muss gemeinsam Nachhaltigkeitsziele definieren, einen weltweiten Standard festlegen, zusammenarbeiten und Strategien entwickeln, wie die Botschaft an die Verbraucher kommuniziert wird. Wir bei Systembolaget freuen uns, diese Arbeit als Gründungsmitglied zu unterstützen.“

Anne Jones, Leiterin der Sparten Bier, Wein und Spirituosen bei Waitrose & Partners erklärte:

„Als führender Einzelhändler wissen wir, wie wichtig unseren Kunden Nachhaltigkeit ist. Der SWR bietet eine hervorragende Möglichkeit, mit anderen Akteuren zusammenzuarbeiten, um Strategien zu entwickeln, wie wir Nachhaltigkeit in der Weinindustrie klar kommunizieren und Veränderungen vorantreiben können.“

Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim erklärte:

„Wir sind uns bewusst, dass ökologische und soziale Nachhaltigkeit nur im Einklang mit ökonomischer Nachhaltigkeit Einzug halten können. Deshalb spielt auch der Austausch mit Unternehmen der Praxis im SWR und aus diesem Kreis heraus eine zentrale Rolle. Als Hochschule ist es unsere Aufgabe, die Fach- und Führungskräfte von morgen zu befähigen, umfassend nachhaltig zu denken und zu handeln. Dazu benötigen wir einen stetigen und umfassenden Austausch mit anderen, auch internationalen, Partnern. Im Kreis der „Gründer“ der SWR ist Geisenheim die einzige ausbildende Institution, aber gerade der Bildungsweg ist entscheidend für die zukunftsfähige und nachhaltige Handlungsfähigkeit unserer Branche und die verantwortungsvolle Verwendung von Ressourcen, vom Anbau über die Verarbeitung, Verpackung, Logistik und Vertrieb. Der SWR gibt uns die Möglichkeit, hier wichtige Impulse zu geben – und zu erhalten.“

Zu den SWR Gründungsmitgliedern gehören: Ahold Delhaize, Alko, Alliance Wine, Amfori, Amorim Cork, BLB Vignobles, British Glass, BSI, Catena Institute of Wine, Château Léoube, CIVB, Cloudy Bay, Concha y Toro, Diversity in Food and Beverage, Domaine Bousquet, Dr. Loosen, Enotria&Coe, Equalitas, Famille Perrin, Fish Friendly Farming, Food Alliance, Grupo Avinea, Hochschule Geisenheim University, International Wineries for Climate Action, JancisRobinson.com, Journey’s End Vineyards, Lidl GB, Napa Green, New York Wine & Grape Foundation, North South Wines, Preferred by Nature, Ramón Bilbao, Schenk Group, Ste. Michelle Wine Estates, Sustainable Agriculture Network, Sustainable Winegrowing Australia, Sustainable Winegrowing British Columbia, Systembolaget, The Co-op UK, The Fairtrade Foundation, The Porto Protocol, The Wine Society, Treasury Wine Estates, Vingruppen, Vintage Wine Estates, Waitrose & Partners, Whole Foods Market, Wines of South Africa, WWF South Africa.

Der SWR ist ein einzigartiger Zusammenschluss von Vertretenden der Weinindustrie und die einzige globale, unabhängige, non-profit Allianz, die sämtliche Interessensgruppen und Vertretende der Branche einbezieht – vom Erzeuger bzw. der Erzeugerin bis hin zum Verbraucher bzw. der Verbraucherin. Der SWR unterstützt die Weinindustrie in ihrem Bemühen, dass hochwertige Weine auf eine Weise produziert, vermarktet und konsumiert werden, die die Ökosysteme schützt, Menschenrechte achtet, Gleichberechtigung und Inklusion fördert sowie zu Wohlstand und einem leidenschaftlichen Engagement für Spitzenprodukte führt. Unsere Aufgabe ist es, die Vertretenden der Branche auf globaler Ebene zusammenzubringen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der SWR wird von der Sustainable Wine Ltd betrieben, einem non-profit Unternehmen, dass sich zum Ziel gesetzt hat, Nachhaltigkeit im Weinsektor zu etablieren.

Für nähere Informationen zum Sustainable Wine Roundtable sowie für Mitgliedsanfragen wenden Sie sich bitte an:

Tom Owtram – Outreach and Development Manager (E-Mail: tom@sustainablewine.co.uk)

oder besuchen Sie unsere Webseite www.swroundtable.org

 

 

 

 

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Wir schaffen Strategien für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft

Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Nachhaltigkeitsziele – die globalen Anforderungen unserer Zeit sind vielfältig!

Für unsere Hochschule mit ihrem klaren Schwerpunkt auf Sonderkulturen und deren Produkten sowie der nachhaltigen Entwicklung von Kulturlandschaften und städtischen Freiräumen ergeben sich aus diesen Herausforderungen zahlreiche Fragen: Wie können wir zukünftige Formen der Landbewirtschaftung entwickeln, insbesondere im Hinblick auf Pflanzen wie Weinreben, Obst und Gemüse, die eine intensive Kulturführung benötigen? Wie lassen sich Städte und Kulturlandschaften so gestalten, dass sie an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst sind und zugleich Potenzial bieten, selbigem entgegenzuwirken? Wie können wir auch zukünftig eine wachsende Bevölkerung mit gesunden, sicheren und nachhaltig produzierten Lebensmitteln versorgen? Dies sind Beispiele, denen sich unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im globalen wie auch regionalen Maßstab stellen und an die sie in Forschung und Lehre anknüpfen – und deren Lösung mit Sicherheit zukünftig eine riesige Aufgabe darstellt! Unsere Forschung muss dabei gleichermaßen anwendungs- wie grundlagenorientiert sein. Durch zahlreiche Kooperationen sind wir mit renommierten Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch mit Partnern aus Wirtschaft und Verbänden, im In- und Ausland vernetzt. Diese Netzwerke müssen wir in Zukunft noch stärker nutzen, da die Dimension der Herausforderungen mittlerweile einen globalen Maßstab erreicht hat und Lösungswege kaum mehr adäquat von einzelnen Institutionen – unabhängig von deren Größe – bearbeitet werden können. So stellen wir uns gemeinsam, im grenzüberschreitenden Verbund, mit guten Ideen, klugen Köpfen sowie Engagement und Vehemenz den zahlreichen Herausforderungen in unseren Branchen.

Auf unserer Website wollen wir Ihnen einen Einblick in unsere Themengebiete und zum Teil weltweit einmaligen Infrastrukturen für Forschung und Lehre auf unserem Campus geben. Als Hochschule mit einem besonderen Profil und einem Fokus auf Arbeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Sonderkulturen fühlen wir uns besonders verpflichtet, Strategien für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft zu schaffen. Erfahren Sie, welche Ansätze wir hierfür verfolgen:

Unsere Forschungsschwerpunkte

Nachhaltigkeit und Anbausysteme

Ertragssichere, qualitätsorientierte und nachhaltige Anbausysteme für Sonderkulturen entwickeln

Der Anbau von Reben, Obst, Gemüse und Zierpflanzen ist mit einer intensiven Kulturführung und einem hohen Ressourceneinsatz verbunden. Damit steht auch der Wein- und Gartenbau im Spannungsfeld, einerseits qualitativ hochwertige und marktgerechte Erzeugnisse in ausreichender Menge zu produzieren, andererseits aber auch zukunftsorientiert zu handeln, Natur- und Umweltaspekte vermehrt zu berücksichtigen und Ressourcen nachhaltig einzusetzen. Ziel unserer Forschungsarbeiten ist daher die Entwicklung von innovativen und ökologisch verträglichen Anbaustrategien für Sonderkulturen. So arbeiten wir an der Züchtung neuer Sorten oder Wuchsformen, die besser an den Klimawandel, an Standorteigenschaften oder an Schaderreger angepasst sind, nur einen reduzierten Ressourceneinsatz benötigen und eine effiziente und für die Produzierenden ertragssichere Produktion ermöglichen. Des Weiteren erproben wir intelligente Sensorsysteme, um die Nutzung knapper Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe gezielt zu steuern und zu optimieren und prüfen alternative Strategien wie den Einsatz mikrobieller Antagonisten zur Kontrolle von Schaderregern oder den Zusatz von Stoffen zur Verbesserung der Standortbedingungen. Gemeinsam mit unseren Partnern erarbeiten wir Maßnahmen zur Diversifizierung der Anbausysteme von Sonderkulturen, um Ökosystemleistungen und Biodiversität zu erhalten.

Qualität, Vermarktung und Bioökonomie

Agrarische Produkte mit Schwerpunkt pflanzliche Erzeugnisse innovativ und sicher verarbeiten und vermarkten und im Sinne der Bioökonomie nutzen

Nachhaltiges Handeln in der Produktion von Lebensmitteln erstreckt sich von der Erzeugung der Kulturen über die Verarbeitung bis zur Abgabe der Produkte an die Verbraucherin bzw. den Verbraucher. Zugleich müssen die zu vermarktenden Produkte sicher und gesundheitlich unbedenklich sein. Ein nachhaltiges Wirtschaftssystem muss außerdem biologische Ressourcen, Prozesse und Systeme noch effizienter als bisher nutzen. Damit ist Bioökonomie in der Lebensmittelproduktion ein wichtiger Pfeiler, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dies greifen wir in unseren Forschungsarbeiten auf. So befassen wir uns mit der Entwicklung energieeffizienter und ressourcenschonender Verarbeitungsweisen von pflanzlichen Erzeugnissen sowie mit der Gewinnung und Formulierung von funktionellen Inhaltsstoffen aus Ernteprodukten und deren Nebenstoffströmen. Darüber hinaus werden Mikroorganismen hinsichtlich ihres Potentials als Schutzkultur bei der Lebensmittelherstellung untersucht. In Verbundprojekten mit externen Partnern bewerten wir auch die gesundheitliche Wirkung von pflanzlichen Inhaltsstoffen. Erzeugte Produkte werden durch unser hochschuleigenes Panel intensiv sensorisch bewertet. Marktforschungsdaten, Unternehmensanalysen und Analysen des Konsumverhaltens der Kundinnen und Kunden helfen, insbesondere im Bereich der Vermarktung von Wein Trends zu erfassen und daraus Muster für zukünftige Marketingstrategien abzuleiten. Des Weiteren analysieren wir die logistischen Herausforderungen in der Produktionskette von Lebensmitteln vom Betrieb zur Endkonsumentin und zum Endkonsumenten, von der Verpackung zur Distribution.

Kulturlandschaft und Urbane Räume

Kulturlandschaften und städtische Freiräume zukunftsfähig gestalten und weiterentwickeln

Kulturlandschaften und urbane Räume haben in der Vergangenheit tiefgreifende Veränderungen erfahren. So hat eine Intensivierung der Landnutzung zu einem Verlust wertbestimmender Merkmale und zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt geführt. Gesellschaftliche Veränderungen und Anforderungen beeinflussen auch die Freiraumplanung von Stadtregionen, deren Lebensqualität nicht zuletzt vom Vorhandensein grüner Infrastrukturen wie Grüngürtel oder Parks geprägt wird. Hier setzen unsere Forschungsarbeiten an, in denen wir uns mit der Entwicklung von Methoden zur Evaluierung der städtischen Freiraumgestaltung sowie der Untersuchung der sozialen Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit von urbanen Freiräumen befassen. Des Weiteren werden Verfahren zur Begrünung bodenferner Standorte entwickelt und Aspekte zur Verwendung von Pflanzen im urbanen Raum insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels erarbeitet. Zudem zeigen wir Strategien auf, um insbesondere Weinbau-Kulturlandschaften an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und biologische Vielfalt bzw. den Erhalt einzelner Zielarten in der Kulturlandschaft zu sichern. Anknüpfend an die Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme bieten unsere Arbeiten aber auch Raum für die Entfaltung neuer Produktionsszenarien, die nachhaltige und multifunktionale Kulturlandschaften mit hohem ökologischen und touristischen Wert schaffen.

Klimawandel, Stoffkreisläufe und Ökobilanzen

Risiken des Klimawandels beurteilen und Strategien zur Anpassung und Minderung der Folgen erarbeiten

Der Klimawandel und die mit ihm verbundenen Änderungen hinsichtlich Temperatur- und Niederschlagsverteilung sowie atmosphärischer CO2-Konzentration zeigt bereits jetzt erhebliche Auswirkungen auf die Produktionssicherheit und die Produktionsbedingungen von Sonderkulturen, auf Stoffkreisläufe in Böden und Ökosystemen sowie auf die Planung und das Management von urbanen Grün- und Freiraumflächen. Damit werden Entwicklungen von Anpassungsstrategien für den Wein- und Gartenbau notwendig, die im Fokus unserer Forschungsarbeiten stehen. So werden Maßnahmen zur Deckung des zukünftigen Wasserbedarfs und zur Kontrolle von (neuen) Schaderregern entwickelt. Des Weiteren untersuchen wir Effekte veränderter klimatischer Verhältnisse auf Fruchtertrag, Fruchtqualität, Inhaltsstoffe sowie Aromen von Trauben und gartenbaulichen Produkten. Schließlich erarbeiten wir Strategien für eine aktive Verringerung der Treibhausgasemissionen (Mitigation) in der landwirtschaftlichen Praxis und bilanzieren diese im Sinne einer Nachhaltigkeitsbewertung hinsichtlich der CO2-Kompensation. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau in Steillagen, auch vor dem Hintergrund der Kulturlandschaftsentwicklung, der Steigerung der Biodiversität und damit der Förderung von Ökosystemdienstleistungen.

 

Digitalisierung und Modellierungen

Digitalisierung in der Produktion und Vermarktung von Sonderkulturen und in der Landschaftsplanung verwirklichen

Digitale Anwendungen haben in vielen Bereichen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Sonderkulturen Eingang gefunden. So werden intelligente Technologien und automatisierte Arbeitsprozesse beim Anbau der Kulturen, wie beispielsweise bei der Düngung und beim Pflanzenschutz, aber auch bei der Verarbeitung, dem Transport und der Vermarktung eingesetzt. Nachhaltige Anbau-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrategien werden digitale Techniken zukünftig noch stärker nutzen. Dies greifen wir in unseren Forschungsarbeiten auf und arbeiten so an der Entwicklung berührungsloser Sensortechnik und einfach zu bedienender Prognosemodelle zur Optimierung der Ressourcennutzung sowie zur Früherkennung von Stress und Krankheiten. Digitale Entwicklungen werden auch in verfahrenstechnischen Ansätzen eingesetzt, beispielsweise beim Einsatz von Drohnen zur Pflanzenschutzapplikation oder zur zielgerichteten Erfassung des Nährstoffbedarfs eines Pflanzenbestandes. Über eine digitale Simulation des Pflanzenwachstums und eine Modellierung von virtuellen Weinbergen wollen wir überdies die Folgen des Klimawandels auf Pflanzenarchitektur und Stressereignisse prognostizieren. In der Getränkeproduktion ermöglicht die Modellierung komplizierter Verfahrensschritte eine genaue Analyse und damit Optimierung dieser Abläufe. Eine optimierte Datenerfassung erlaubt es zudem, Lieferketten von der Erzeugerin bzw. vom Erzeuger zur Produzentin bzw. zum Produzenten effizienter zu gestalten.

Unsere Hochschule bietet einmalige Möglichkeiten, wissenschaftlich herausragende und zugleich praxisnahe Forschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Sonderkulturen zu betreiben. Vizepräsidentin Forschung Prof. Dr. Annette Reineke