Projektanfang: 01.05.2023
Projektende: 30.04.2029
Förderer: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Im Projekt HUMAX sollen verschiedene Maßnahmen zum Humusaufbau in unterschiedlichen Kombinationen untersucht werden. Ziel ist es, mögliche Synergien der Maßnahmen zu identifizieren und kombinierte Anwendungsoptionen aufzuzeigen. Das innovative Potenzial des Projektes HUMAX liegt darin, dass etablierte Maßnahmen des Humusaufbaus (Zwischenfrüchte, Winterbegrünung, Untersaaten, Kompostapplikation, u.a.) mit vielversprechenden Maßnahmen wie Pflanzenkohle, u.a. kombiniert und getestet werden sollen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Projektes HUMAX ist es, dass diese Maßnahmen in Kombination mit Agri-Photovoltaik- Anlagen und Agroforstsystemen angewendet werden sollen. Die Verbindung mit Agroforstsystemen eröffnet dabei, neben dem Humusaufbau, weitere Potenziale als Kohlenstoffsenke, da die Bäume und Sträucher Kohlenstoff in der ober- und unterirdischen Biomasse speichern und darüber hinaus noch ein großes Substitutionspotenzial durch die Holzprodukte und das beim Management der Gehölze anfallende Material mit sich bringen. Dieses soll genau quantifiziert werden um auf diese Weise nicht nur Aussagen über die gesamte Kohlenstoffspeicherung im Boden und der Biomasse treffen zu können, sondern auch die Substitutionseffekte und Biomassepotentiale für die Pflanzenkohleproduktion durch Pyrolyse quantifizieren zu können. Durch die Kombinationen der verschiedenen humusaufbauenden Maßnahmen sollen Wege gefunden werden, den Humusaufbau und damit die Kohlenstoffbindung, d.h. die Funktion des Bodens als C-Senke zu maximieren. Darauf aufbauend soll ein modulares System entwickelt werden, das es Landwirt*innen erlaubt, die für ihre Rahmenbedingungen bestmögliche Maßnahmenkombination für ein gezieltes Kohlenstoff- und Humusmanagement in ihrem Betrieb zusammenzustellen
Projektanfang: 01.03.2025
Projektende: 28.02.2029
Förderer: Europäische Union
EU-GIFT ist ein Bündnis von sieben Universitäten in Europa, das sich für nachhaltige und wettbewerbsfähige Ernährungssysteme mit regionalem Bezug einsetzt. Ziel ist es, umweltfreundliche, gesunde und faire Lebensmittelproduktion und Lieferketten zu fördern, um langfristig Chancen für alle zu sichern. Im Einklang mit dem Europäischen Green Deal, der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Farm-to-Fork-Strategie stellt sich EU-GIFT zentralen Herausforderungen wie Klimawandel, Störungen in der Lebensmittelversorgung, Wassermangel, Bio-Landwirtschaft und Landflucht. Gerade nach der COVID-19-Pandemie ist die Abwanderung aus ländlichen Regionen ein großes Problem. EU-GIFT wirkt dem entgegen, indem es Bildungsangebote schafft, Innovation fördert und die wirtschaftliche Entwicklung durch regionale Lebensmittelproduktion stärkt – mit positiven Effekten wie neuen Arbeitsplätzen, stabileren ländlichen Gemeinschaften und besseren Lebensbedingungen.
Die Arbeit von EU-GIFT basiert auf fünf zentralen Säulen: (1) exzellente Lehre und Ausbildung, (2) Forschung, Innovation und gesellschaftliches Engagement, (3) internationale Zusammenarbeit, (4) Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion sowie (5) Nachhaltigkeit. Dabei setzt das Bündnis auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Umwelt, um nachhaltige Ernährungssysteme zu stärken und gleichzeitig Forschung, Bildung und internationale Vernetzung voranzutreiben. Universitäten werden so zu Innovationszentren für eine wissensbasierte Gesellschaft und gestalten aktiv die Zukunft der europäischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion mit.
Projektanfang: 01.01.2026
Projektende: 31.12.2028
Förderer: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
In Deutschland und Europa beginnt ein massiver Veränderungsprozess in der Weinbranche. Ursachen sind stark gestiegene Produktions- und Energiekosten sowie eine rückläufige Weinnachfrage. Ein Lösungsansatz ist die Reduzierung der Weinmenge durch (temporäre) Flächenstilllegung.
Durch diesen Prozess sind erhebliche Auswirkungen auf die Weinbaulandschaften zu erwarten. Damit bietet sich durch die Entwicklung von Nutzungsalternativen für Weinbergsparzellen und ganze Weinbergsfluren eine große Chance der Transformation. Die ausgeräumten Weinbergsfluren, die bisher fast ausschließlich der Traubenproduktion dienen, können stärker multifunktional gestaltet werden, indem eine Vielfalt nicht mehr vorhandener Strukturen, aber auch eine Vielfalt an anderen Kulturpflanzenarten integriert wird. Dies könnte den Weg zur Entwicklung weiterer Geschäftsmodelle ebnen, z.B. durch touristische Angebote oder als Produzent ausgewählter Sonderkulturen. Gleichzeitig kann damit ein substanzieller Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der Biodiversität geleistet werden, was eine klare Mehrgewinnstrategie für Weinbaulandschaften darstellen würde.
Hier setzt das Vorhaben an, das zum Ziel hat, den beginnenden Veränderungsprozess steuernd zu begleiten. Hierfür wird zum einen das vorhandene Wissen über die Möglichkeiten der Weinbergsumnutzungen aufbereitet. Gleichzeitig werden gemeinsam mit Praxispartnern, Weinbauverbänden und anderen Stakeholdern innovative Ideen für zukünftige (temporäre) Nutzungen gesammelt und auf ihre Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit hin geprüft. Hierbei werden auch die Fördermöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Begleitend wird untersucht, inwieweit diese Veränderungen, z.B. die Erhöhung der Kulturpflanzenvielfalt und die Integration von Gehölzen in weinbaulich geprägten Kulturlandschaften, die Biodiversität fördern können. Ein weiterer Aspekt sind die Auswirkungen von Gehölzstrukturen wie Einzelbäume und Hecken auf die Rebe.
Projektanfang: 20.03.2025
Projektende: 31.12.2028
Förderer: Deutscher Akademischer Auslandsdienst
Mit dem Projekt „EUN Geisenheim“ stärkt die Hochschule Geisenheim University ihre digitale Infrastruktur und baut ihre Rolle im europäischen Hochschulnetzwerk aus. Ziel ist es, flexibles und lebenslanges Lernen durch sogenannte Microcredentials – kleine, gezielt einsetzbare Lerneinheiten – zu ermöglichen und so die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden zu fördern.
Zugleich verbessert die HGU ihre digitale Kommunikation und Zusammenarbeit – intern und mit internationalen Partnerhochschulen. Eine modernisierte Webseite, neue Tools sowie ein begleitender Change-Management-Prozess sorgen für eine zukunftsfähige Hochschulstruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Auslandsaufenthalten für Studierende und Mitarbeitende. Ein neues digitales System vereinfacht die Organisation und stärkt die internationale Mobilität – auch über Erasmus+ hinaus. Formate wie Summer Schools und Staff Weeks fördern den Austausch und greifen wichtige Themen wie Nachhaltigkeit und Mehrsprachigkeit auf.
So positioniert sich die Hochschule Geisenheim nachhaltig als aktive Partnerin im Europäischen Hochschulraum.
Projektanfang: 21.10.2024
Projektende: 31.12.2027
Förderer: Regierungspräsidium Gießen
Im Projekt Vitiforst sollen in der hessischen Weinbauregion Rheingau die Möglichkeiten und Grenzen des ökologischen und integrierten Anbaus von Reben in Mischkultur mit Gehölzen bewertet werden. Insbesondere ist vorgesehen, einen Leitfaden als Pflanz- und Pflegeplan für den gemeinsamen Anbau von Reben und Gehölzen zu erarbeiten, der u.a. Empfehlungen zur Auswahl geeigneter Gehölzpartner, zu Pflanzabständen, nötigen Schnittmaßnahmen im Jahresverlauf etc. enthält. Zugleich sollen die Effekte eines Vitiforstsystems sowohl als Anpassungsstrategie des Weinbaus an die Auswirkungen des Klimawandels als auch als Maßnahme zur Erhöhung der Biodiversität in Rebanlagen bewertet werden. Potentiale und Grenzen dieser neuen Anbauform von Reben und ihr Beitrag zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten sollen gemeinsam mit der Praxis in Workshops und Feldtagen diskutiert und in Netzwerktreffen bewertet werden. Das Weinbaugebiet Rheingau bietet aufgrund seines hohen Anteils ökologisch bewirtschafteter Rebfläche hierfür hervorragende Voraussetzungen und könnte somit zukünftig eine führende Rolle als Modellregion für eine Transformation der derzeit in Deutschland und Europa praktizierten Weinanbausysteme einnehmen.
Projektanfang: 01.01.2024
Projektende: 31.12.2027
Förderer: Europäische Union
Das DESTINY Joint Doctoral Network (JDN) wird eine neue Generation von Wissenschaftlern und Praktikern durch einen multidisziplinären Lehrplan ausbilden. Insgesamt werden 15 Doktorand*innen mit dem Wissen ausgestattet, das sie zur Entwicklung und Bewertung neuartiger Biomasseproduktionssysteme und biobasierten Wertschöpfungsketten benötigen.
Im Rahmen der jeweiligen Forschungsaktivitäten arbeiten die Doktorand*innen an der Schnittstelle von Bioökonomie und Nachhaltigkeitswissenschaft mit Ziel, zukunftsfähige Bioökonomiesysteme für Europa zu entwerfen unter Berücksichtigung sozialer, wirtschaftlicher und institutioneller Aspekte und Rahmenbedingungen.
Dadurch tragen die DESTINY-Absolvent*innen dazu bei, bestehende Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen und Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft, der Bioökonomieindustrie, der Wissenschaft, Beratungsunternehmen und Regierungen einzunehmen, um die nachhaltige Bioökonomie weiterzuentwickeln.
Projektanfang: 01.01.2024
Projektende: 31.12.2027
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Die Anpassung an den Klimawandel mit zunehmender Trockenheit ist derzeit eine der größten Herausforderungen für die Landwirtschaft. Über die Integration tiefwurzelnder annueller oder mehrjähriger Pfahlwurzelpflanzen in die Fruchtfolgen können Mischkulturen Ressourcen effizienter nutzen und es ist somit höhere Trockenstresstoleranz zu erwarten. Gleichzeitig sollten Pflanzengesundheit, Klimaschutz durch Kohlenstoffspeicherung in den Böden und Artenvielfalt zunehmen. Diese Hypothesen prüft das Projekt „TRIO: Transformative Mischkultursysteme für One Health“, das als Verbundprojekt zwischen der Hochschule Geisenheim und den Universitäten Kassel und Gießen bearbeitet wird und über ein LOEWE-Schwerpunktprogramm gefördert wird, über den gemeinsamen Anbau der Heil- und Gewürzpflanzen Fenchel, Kümmel und Koriander als Mischkulturpartner mit Weizen. Im Institut für Phytomedizin der Hochschule Geisenheim wird das Teilprojekt „Diversität, Nahrungsnetze und Wanderbewegungen von Arthropoden in Mischkultursystemen“ untersucht. Arthropoden erbringen wichtige Ökosystemleistungen, die u.a. relevant für Pflanzengesundheit und Ertrag sind. Entsprechend der Hypothese der biotischen Resistenz kann biologische Vielfalt in einem Anbausystem die Schäden durch Schädlinge mindern und zugleich die Produktivität erhöhen. Dies wird in diesem Teilprojekt über eine vergleichende Analyse der Arthropodendiversität und ihren ökosystemaren Funktionen in Misch- im Vergleich zu den entsprechenden Reinkulturen geprüft und vergleichend analysiert. Neben der Analyse der Diversität werden Wanderbewegungen von Nutzarthropoden zwischen Mischungspartnern erfasst und volatile Pflanzenstoffe der Mischungspartner hinsichtlich ihrer Attraktivität für ausgewählte Nützlinge und Schädlinge in Wahlversuchen bewertet.
Projektanfang: 01.01.2023
Projektende: 31.12.2027
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Das Projekt GeisTreich geht eine der großen Herausforderungen unserer Zeit an, indem Lösungsstrategien für eine zukunftsweisende Landwirtschaft am Beispiel des Weinbaus und eine nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung in den Blick genommen werden. Angesichts des Klimawandels, des intensiven Ressourcenverbrauchs im Weinbau und des Verlusts der Arten- und Strukturvielfalt in der weinbaulich geprägten Kulturlandschaft ist der Druck groß, wirtschaftlich tragfähig und praktikabel innovative Konzepte für eine Transformation zu entwickeln.
Das Projekt, das in Kooperation mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) durchgeführt wird, adressiert zwei Handlungsfelder. Das Handlungsfeld „Weinbau der Zukunft“ hat die Innovationspotenziale beim Weinbau im Blick. Das zweite Handlungsfeld „Transformation der Kulturlandschaft“ bezieht sich auf das Potenzial für mehr Biodiversität, Ökosystemleistungen und Multifunktionalität in der Weinbergsflur und der weinbaugeprägten Kulturlandschaft. Über neue und innovative Formate werden gemeinsam mit regionalen Akteur*innen Lösungsstrategien für die Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme und artenreicher, attraktiver Kulturlandschaften erarbeitet.
Projektanfang: 01.09.2023
Projektende: 31.08.2027
Förderer: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Insekten spielen eine zentrale Rolle bei vielen Ökosystemprozessen und vollbringen auch für den Menschen wichtige Funktionen (z.B. Bestäubung von Pflanzen, Schädlingsregulierung), gleichzeitig sind sie jedoch von einem massiven Rückgang betroffen. Städte und Gemeinden können mit ihren kommunalen und privaten Grünflächen zum Schutz von Insekten beitragen – doch welche Pflanzen sind in diesem Kontext wirklich wertvoll? Während in angelegten, urbanen Grünflächen oft Zierpflanzen dominieren, sind ihre Vorteile für eine breite Insektenvielfalt unklar. Wildpflanzen hingegen gelten als insektenfreundlich und könnten gleichzeitig pflegeleichter sein.
Das Forschungsprojekt WiZik untersucht, welche Pflanzen die Insektenvielfalt am besten fördern. Dazu werden auf verschiedenen Versuchsflächen in Hessen Zier- und Wildpflanzen und deren Sorten gemeinsam angepflanzt und ihre Insektenbesucher über drei Jahre hinweg dokumentiert und unmittelbar miteinander verglichen. Zudem wird die Klimaresistenz der Pflanzen unter Trockenstress getestet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für eine insektenfreundliche Begrünung in Städten und Gemeinden zu entwickeln.
Projektanfang: 01.04.2024
Projektende: 31.03.2027
Förderer: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Agri-Photovoltaik (PV) Systeme sind eine innovative Lösung, landwirtschaftliche Flächen sowohl für die Nahrungsmittelproduktion als auch für die Energieerzeugung nutzt. Besonders im Weinbau, wo Land knapp und Wetterrisiken hoch sind, gewinnen sie an Bedeutung. Diese Systeme erhöhen die Flächenproduktivität, indem sie zusätzlich zur Traubenproduktion auch Strom erzeugen, der entweder vor Ort genutzt oder ins Netz eingespeist werden kann. Zudem bieten sie Schutz für Trauben vor Wetterextremen wie Hagel und Sonnenbrand.
Basierend auf dem Viti-PV System der Hochschule Geisenheim University zielt das CANOPY Projekt darauf ab, die Wirtschaftlichkeit von Agri-PV Systemen im Weinbau genauer zu untersuchen. Dabei werden nicht nur direkte Kosten betrachtet, sondern auch die indirekten Umweltkosten einbezogen. Durch eine umfassende Kostenbewertung können ökonomische und ökologische Aspekte optimiert und potenzielle Trade-Offs zwischen ihnen identifiziert werden.
Die Ergebnisse dieser Analyse sollen nicht nur helfen, die Implementierung von Viti-PV Systemen zu verbessern, sondern auch Winzer und andere Interessengruppen informieren und ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Sie tragen somit zur Förderung nachhaltiger Praktiken im Weinbau bei.
Projektanfang: 01.01.2025
Projektende: 31.12.2026
Förderer: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Ziel des Vorhabens PK-BODENABC ist es, Langzeit-Veränderungen in Böden mehr als 10 Jahre nach Einbringung von Pflanzenkohle (PK) an vier verschiedenen Standorten mit Bodeneigenschaften von sandig über lehmig bis tonig zu charakterisieren, um die Frage zu beantworten, ob eine additive Bodenkohlenstoff-Speicherung auftritt und ob langfristig eher positive oder negative Effekte zu erwarten sind: Die Untersuchungen fokussieren auf eine Reihe von Bodenfruchtbarkeitsparametern (bodenbiologische und -physiko-chemische Kenngrößen) sowie auf eine ggfs. zusätzliche Boden-C-Speicherung über die vergangene Dekade über die PK-Gabe hinaus; und exemplarisch auf die C-Retention frischer Assimilate in „alten“ PK-Böden (13C pulse labeling-tracing). Neben dem Einfluss auf die C-Speicherung soll auch quantifiziert werden, ob die Stickstoff (N)-Verluste (u.a. N2O, Nitrat) in diesen Böden langfristig reduziert sind. Im Projekt werden zudem über ISO- bzw. OECD-standardisierte terrestrische und aquatische ökotoxikologische Wirktests Effekte auf die Bodenfauna (Reproduktionstests) sowie auf die Auswaschbarkeit von pulsartig applizierten, in der Landwirtschaft häufig verwendeten Pflanzenschutzmittel geprüft, die normalerweise in Grund- und Oberflächenwasser gelangen können und nach derzeitigem Wissensstand in PK-Böden möglicherweise besser zurück gehalten werden, was in den Effekten auf Boden- und aquatische Fauna sichtbar werden sollte.
Projektanfang: 01.01.2026
Projektende: 30.06.2026
Förderer: QS Qualität und Sicherheit GmbH
Wie klimafreundlich sind Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln?
Der Bedarf an verlässlichen CO₂-Bilanzen in der Obst-, Gemüse- und Kartoffelproduktion steigt – doch bislang gibt es keinen einheitlichen, einfach anwendbaren Standard.
In einem neuen Forschungsprojekt vergleicht die Hochschule Geisenheim zwei wichtige Methoden zur Berechnung von betrieblichen Treibhausgasemissionen: den deutschen BEK-Standard des KTBL und die europäischen PEFCR-Regeln. Anhand realer Betriebsdaten aus der Kartoffel-, Möhren- und Zwiebelproduktion wird untersucht, wie gut die beiden Ansätze in der Praxis funktionieren und wie vergleichbar die Ergebnisse sind.
Das Projekt zeigt auf, welche Methode sich für den Betriebsalltag eignet, wo es Verbesserungsbedarf gibt und wie eine praxistaugliche, standardisierte CO₂-Bilanzierung für Sonderkulturen künftig aussehen kann.
Projektanfang: 01.07.2023
Projektende: 30.06.2026
Förderer: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Ziel des hier beschriebenen Projektes ist die Quantifizierung des Beitrages des Bioweinbaus
zur ökologischen Nachhaltigkeit in der Weinbauregion Rheingau. Hierfür wird in
Kooperationen mit verschiedenen weinbaulichen Praxisbetrieben analysiert, wie sich die Umweltwirkung des
Weinbaus im Rahmen der Betriebsumstellung von integrierter auf ökologische Bewirtschaftung
bezüglich Klima, Biodiversität, Gewässerschutz, Bodenfruchtbarkeit sowie
Ressourceneffizienz auswirkt.
Projektanfang: 01.07.2023
Projektende: 30.06.2026
Förderer: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Der Erhalt und die Vermehrung städtischen Grüns, insbesondere von Bäumen, spielen eine zentrale Rolle bei der Anpassung von Städten an den Klimawandel, da sie eine natürliche Kühlung ermöglichen. Größere Bäume transpirieren bis 500 Liter Wasser pro Tag. Schatten und Verdunstungskälte mindern den Effekt urbaner Hitzeinseln. Streusalz, Bodenverdichtung und Schadstoffe belasten Stadtbäume jedoch. Hitze und Trockenheit intensivieren sich, sodass Neupflanzungen oft nicht anwachsen und Bestandsbäume vermehrt absterben, bevor sie eine klimawirksame Größe erreichen. Alternative Baumsubstrate könnten hier Abhilfe schaffen und auch die Infiltration von Wasser aus Starkregenereignissen verbessern. Ein vielversprechender Ansatz sind Pflanzenkohle-Macadam-Substrate (PMS), d.h. definierte Gemische aus Gesteinsschotter, Pflanzenkohle und Kompost. Der Schotter ergibt nach Verdichtung eine befahrbare, aber porenreiche Struktur, die Raum und Luft für Wurzelwachstum schafft und hohe Niederschläge aufnehmen können. Durch die Herstellung der Pflanzenkohle wird zudem Biomasse-Kohlenstoff langfristig gebunden (Kohlenstoffsenken). PMS wurden in Stockholm entwickelt und werden bisher nur in Schweden, Österreich und der Schweiz angewendet. Das Ziel von "Black2GoGreen" ist der Aufbau eines Netzwerks aus Kommunen, kommunalen Betrieben, Verbänden sowie Herstellern von Pflanzenkohle und Substraten, um Wissen über bereits implementierte Lösungen nach Deutschland zu transferieren.
Projektanfang: 01.03.2020
Projektende: 28.02.2026
Förderer: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Die Arten- und Strukturvielfalt in Weinbergslandschaften ist aktuell sowohl auf Rebflächen als auch in deren Umfeld gering und entspricht bei weitem nicht ihrem Potenzial. Daher sollen in ca. 30 Modellbetrieben und weiteren 50 Partnerbetrieben des ökologischen und konventionellen/integrierten Weinbaus aus den meisten Weinbaugebieten Deutschlands Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt und durch ein Monitoring begleitet werden. Dazu findet eine Biodiversitätsberatung statt, unterstützt durch ein im Projekt zu entwickelndes und erprobendes Beratungs-Toolkit mit Maßnahmenhandbuch. Das Toolkit, das mit einer Webapplikation ausgestattet ist, liefert anhand von Kriterien wie naturräumlicher Ausstattung und Betriebsform individuell mögliche Maßnahmen, Ansprechpartner und Fördermöglichkeiten für die Betriebe. Intensive Öffentlichkeitsarbeit soll dazu führen, dass schon während der Projektlaufzeit mehrere hundert Weinbaubetriebe eigenverantwortlich darauf zugreifen, um Biodiversitätsmaßnahmen umzusetzen. Eine Anwendung in allen 13 Weinbaugebieten Deutschlands wird angestrebt. Begleitforschung liefert bisher fehlende Antworten zur Umsetzung in das Projekt, z.B. für ein optimales Bewirtschaftungsmanagement der Weinbergsgassen und Randbereiche, das dauerhaft eine hohe Artenvielfalt gewährleistet, und für die Ausgestaltung eines optimalen Instrumentenmixes aus Förderpolitik und Marktanreizen. Im Ergebnis werden, u.a. durch Überführung der Ergebnisse in neu programmierte ELER-Maßnahmen der Länder, Weinbaubetriebe in die Lage versetzt, einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt und damit zur Entwicklung einzigartiger Kulturlandschaften zu leisten.
Projektanfang: 01.01.2024
Projektende: 31.12.2025
Förderer: Deutscher Akademischer Auslandsdienst
Das nationale Treibhausgasbudget Pakistans stützt sich nicht auf reale Messungen, sondern auf IPCC Faktoren, da es keine Infrastruktur zur Messung der stabiler Treibhausgase (N2O, CH4, CO2) gibt. Daher könnten die tatsächlichen THG-Emissionen falsch eingeschätzt werden und das Bewusstsein für Minderungsmaßnahmen fehlt. Eine neuartige Technik (MIRA; https://aerissensors.com/) ermöglicht die Messung der Konzentration von THG mit einem robusten tragbaren Analysator direkt im Feld mit höherer Präzision bei geringeren Kosten als über Gaschromatographie. Die Gruppe Kammann verfügt über einen MIRA CO2/N2O-Analysator. In „AssessGHG-RemoveC“ sind jährliche THG-Summer Schools in Deutschland in 2024 und 2025 geplant, bei denen je 6 bzw. 7 pakistanische Wissenschaftler*innen zusammen mit 10 deutschen Nachwuchswissenschaftler*innen ausgebildet werden. Die pakistanischen Teilnehmer*innen verpflichten sich dazu, das Gelernte in einem THG-Workshop an der NUST weiter zu geben (Multiplikatoransatz); HGU-Kolleginnen unterstützen und bringen Messgeräte mit. Der THG-Workshop in Pakistan findet jeweils zeitgleich mit einer Biochar Academy statt. Herstellung und Verwendung von Biochar ist eine etablierte CDR-Technologie (carbon dioxide removal), die C-Senken in Böden mit vielen Vorteilen für die Landwirtschaft in subtropischen/tropischen Klimaten vereint. Ziel ist es, ländliche Biochar-Produktion und Nutzung durch den wachsenden globalen Handel mit Kohlenstoffsenken zu inzentiveren. Durch eine neue Zertifizierungsrichtlinie für Länder mit kleinbäuerlicher Kultur wurde die Voraussetzung für C-Senken Zahlungen an Kleinbauern geschaffen. Hierzu finden jährlich Biochar-Akademien an der NUST in Pakistan mit Unterstützung der Internationalen Biochar-Initiative und Carbon Standards International statt. Workshops / Akademien werden zur Netzwerkbildung und problemorientiert konzipiert.
Projektanfang: 01.01.2023
Projektende: 31.12.2025
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ziel des Projekts ist die erstmalige Entwicklung und Erprobung einer ästhetisch ansprechenden, mobilen, also mit geringem Aufwand auf- und abbaubaren PV-Anlage für die Nutzung in Weinbergen (Viti-PV-Anlage), welche die Winzer überall dort einsetzen können, wo der Bedarf nach Schutz und Verschattung sowie künftig für regenerative Energie im Weinbau selbst (Digitalisierung) besonders hoch ist. Die Ausgestaltung soll auf weitere Reihenkulturen (Obstbau) übertragbar sein, was durch die Expertise des Partners HGU gewährleistet ist. Damit sollen gleichzeitig die Ziele der Energiewende und des Weinbaus, nämlich Anpassung an den Klimawandel, Digitalisierung und reduzierter Pestizideinsatz bzw. gesteigerter Nachhaltigkeit erreicht werden, in dem Synergien über eine doppelte Flächennutzung hinaus identifiziert und nutzbar gemacht werden. Basierend auf weitreichenden Erfahrungen in der Planung von Anlagen und beweglichen Strukturen zur Nutzung der Solarenergie soll eine maßgeschneiderte Anlage für den Einsatz im Weinbau geplant, gefertigt und erprobt werden. Die weinbauliche Eignung und die Akzeptanz bei Winzern und Bevölkerung in verschiedenen Regionen Deutschlands werden untersucht. Die Ergebnisverwertung ist wissenschaftlich (Weinbau, Akzeptanz, Energieertrag) und auch kommerziell: Die wirtschaftliche Verwertung durch das KMU soll durch die Lizenzierung des entwickelten Systems oder die Fertigung durch ein Partnerunternehmen und bei Vermarktung durch das KMU erfolgen.
Projektanfang: 01.07.2020
Projektende: 30.06.2025
Förderer: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
Ziel des Vorhabens VitiVoltaic4Future ist es, in einem neu zu schaffenden Reallabor für den Einsatz von Agrophotovoltaik (APV) Forschung für den Weinbau zu betreiben. Die Infrastruktur soll auch über die Projektlaufzeit hinaus als Innovationsplattform dienen; sie soll Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer ermöglichen, sowie gesellschaftliche Partizipation bei der Ausgestaltung der Energiewende am praktischen Beispiel ermutigen. Ein übergeordnetes Ziel ist, die Landnutzung bei Sonderkulturen (hier am Beispiel des Weinbaus) nachhaltiger zu gestalten, neue Wege für die Anpassung des Anbaus von Sonderkulturen an den Klimawandel zu eröffnen und zugleich im Rahmen der Energiewende erneuerbare, dezentrale Stromerzeugung plus landwirtschaftliche Produktion in der Fläche iterativ mit den betroffenen Akteuren zur Anwendungsreife zu entwickeln.
Das konkrete Ziel von VitiVoltaic4Future ist es, die Effekte und Möglichkeiten von Weinbau unter der ersten Agro-PV-Anlage Deutschlands zu quantifizieren, Daten für den Wissenstransfer bereit zu stellen und Anpassungsstrategie-Möglichkeiten, die durch solche Solarinseln entstehen könnten, durch weinbauliche Forschung und Know-How Aufbau wissenschaftlich zu begleiten. Im Rahmen des Projekts werden Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung im Weinbau (--> Projekt "AMBITO) integriert. Wir streben insbesondere die Verknüpfung von "Sonneninseln" mit Biodiversitätsinseln in Weinbau-Kulturlandschaften an, um die Nachhaltigkeit des Weinbaus ganzheitlich zu fördern.
Projektanfang: 01.03.2022
Projektende: 28.02.2025
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Für die Einhaltung des 1,5°C und auch des 2,0°C Ziels ist nicht nur eine rasche Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen notwendig, sondern auch – zusätzlich – ein Netto-Entzug von CO2 aus der Atmosphäre (sog. Carbon Dioxide Removal, CDR). Es gibt vier terrestrischen CDR Methoden, die rasch umgesetzt werden können und von denen jede eine ganze Reihe von nachhaltigen Entwicklungszielen unterstützt (wie z.B. Ernährungssicherheit und saubere Umwelt):(1) pyrogene Kohlenstoffbindung (Pflanzenkohle), (2) Gesteinsmehl-Verwitterung („enhanced weathering“, EW), (3) Humusaufbau im Boden (SOC = soil organic carbon) und (4) Biomasse-Kohlenstoffbindung (BCC. Biomass carbon capture), zum Beispiel durch Nutzung von Agroforstsystemen. Um Kohlenstoff-Einbindung (pro Fläche) zu maximieren, müssen aber auch die Synergien dieser Methoden untersucht und verstanden werden. Sie wurde bisher fast ausschließlich separat untersucht – die möglichen Synergien sind Teil unserer PyMiCCS Projektziele. Pflanzenkohle und vulkanisches Gesteinsmehl für EW binden nicht nur Kohlenstoff in Böden, sondern gleichen auch den pH-Wert und das Redoxpotenzial des Bodens aus, liefern Nährstoffe, verbessern die Bodenhydrologie und fördern die biologische Vielfalt des Bodens, das Wurzelwachstum, die Ernteerträge und damit auch BCC. Wenn theoretisch zwei Tonnen Dünger auf Pflanzenkohlebasis und eine Tonne vulkanisches Gesteinsmehl jährlich pro Hektar ausgebracht werden, würden Kohlenstoffsenken von 5,4 t CO2eq entstehen – noch ganz ohne Synergien auf SOC und BCC. Hochskaliert auf 50% der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzflächen wären dies
13 Gt CO2eq bei verbesserter Produktivität von Nahrungs- und Futtermitteln. In verschiedensten iterativen Experimenten und Analysen vom Labor- bis zum Feldmaßstab, mit und ohne Böden und Pflanzen, erzeugen wir Daten zur Parametrisierung globaler Modelle für C-Senken-Potenzialanalysen und zur Bewertung der wirtschaftlichen Machbarkeit.
Projektanfang: 01.05.2023
Projektende: 30.04.2024
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Das green-COW Projektes, welchen im Rahmen des DFG Calls "African-German Scientific Exchange: Sustainable Intensification of Agriculture" gefördert wird, dient der Initiierung einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus Deutschland und Afrika. Mit verschiedenen afrikanischen sowie deutschen Partnern wird jeweils ein Workshop in Afrika und ein Workshop in Deutschland durchgeführt um Kooperationsmöglichkeiten sowie gemeinsame Anträge im Bereich der Kaskadennutzung von agroindustriellen, landwirtschaftlichen und kommunalen organischen Abfällen zu entwickeln.
Projektanfang: 01.05.2023
Projektende: 31.12.2023
Förderer: Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V.
Das Vorhaben setzt sich zum Ziel, ein Industriegespräch zur doppelten Flächennutzung bei Sonderkulturen zu veranstalten. Hierzu soll im Vorfeld von der Arbeitsgruppe ein Übersichtsbeitrag in Fachzeitschriften erstellt werden. Im Mittelpunkt steht das ATW-HGU Industriegespräch zum Thema Agri- Photovoltaik (APV), das eine offene Diskussionsplattform zu diesem Thema bietet. Hierzu ist es erwünscht, die Kontakte der DLG zu nutzen und über das KTBL das Industriegespräch organisatorisch zu unterstützen, sodass das Thema auch auf weitere Sonderkulturen übertragen werden kann. In Form einer Maschinenvorführung soll das Thema der autonomen, elektrifizierten Bewirtschaftung sowie der Innovationen in diesem Bereich v.a. in Kombination mit der Agri-PV Stromerzeugung praxisnah mit aufgegriffen werden.
Projektanfang: 14.06.2022
Projektende: 31.03.2023
Förderer: Europäische Union
Der Schwerpunkt der Hochschule Geisenheim in Forschung und Lehre liegt auf den Sonderkulturen und deren Produkten sowie der nachhaltigen Entwicklung von Kulturlandschaften und städtischen Freiräumen. Die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeitsziele und Biodiversitätsverlust sind essentieller Bestandteile aller Forschungsfragen, denen sich Geisenheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im regionalen aber auch nationalen und internationalen Kontext widmen. Sie stellen sich damit in ihren Fachbereichen den globalen Anforderungen und tragen zur Bewältigung der Klimakrise bei.
Die Hochschule hat fünf Forschungsfelder definiert, in denen sie sich den Anforderungen der heutigen Zeit im Bereich der gesamten Wertschöpfungskette der Sonderkulturen – von der Landschaft zum Anbau über primäre und sekundäre Verarbeitungsprodukte bis hin zur Vermarktung und Ökonomie – widmet.
1. Ertragssichere, qualitätsorientierte und nachhaltige Anbausysteme für Sonderkulturen entwickeln
2. Agrarische Produkte mit Schwerpunkt pflanzliche Erzeugnisse innovativ und sicher verarbeiten und vermarkten und im Sinne der Bioökonomie nutzen
3. Kulturlandschaften und städtische Freiräume zukunftsfähig gestalten und weiterentwickeln
4. Risiken des Klimawandels beurteilen und Strategien zur Anpassung und Minderung der Folgen erarbeiten
5. Digitalisierung in der Produktion und Vermarktung von Sonderkulturen und in der durch Landschaftsplanung verwirklichten Abläufe.
Um Nachhaltigkeitsaspekte in der Forschung auf breiter Basis zu verankern, wurde in diesem Projekt apparative Ausstattung für die anwendungsbezogene Forschungs- und Innovationsinfrastruktur im Kontext der Nachhaltigkeit beantragt. Die Infrastruktur kommt vier der fünf oben genannten Forschungsfelder zu Gute, häufig auch in Querschnittsfunktion über mehrere Bereiche.
Projektanfang: 23.03.2022
Projektende: 31.03.2023
Förderer: Europäische Union
In Folge des Klimawandels verursachen vor allem Extremwetterereignisse massive Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Durch die im Projekt aufgebaute Forschungsinfrastruktur werden neuartige systemische Bewirtschaftungs- und Lösungsansätze für einen nachhaltigen, Klimawandel-resilienten Sonderkulturanbau der Zukunft erarbeitet, erprobt, erforscht und weiterentwickelt. Dies schließt die doppelte Flächennutzung unter gleichzeitiger Energieerzeugung (SDG 7, ‚affordable and clean energy‘) mit der kulturbezogenen Nutzung dezentral erzeugter Energie zum Betrieb von (Robotik-)Infrastruktur mit ein (SDG 8 ‚decent work and economic growth‘), um Klimawandel-Resilienz und Nachhaltigkeit im Anbau zu evaluieren und zu stei-gern (SDG 12, ‚responsible production and consumption‘, SDG 13, ‚climate action‘ und SDG 15, ‚life on land‘). Hieraus ergibt sich ein sehr hohen Innovationsgrad.
Konkret werden diesem Falle Investitionen und Beschaffungen innerhalb von drei Projekten gefördert werden:
(1) Die Automatisierung, Digitalisierung und Robotik-Ausstattung im entstehenden Reallabor „VitiVoltaic“ in Bezug auf Reduktion von Pflanzenschutz
(2) Die Anlage und Ausstattung eines biodiversen, sortenvielfältigen Zukunftsweinbergs
(3) Die Ausstattung der Flächen des Gemüsebaus mit Mikro-Lysimetern, mit denen Stoff- und Energieflüsse im gewachsenen Bestand unter heutigen und künftigen klimatischen Bedingungen und CO2-Konzentrationen in zwei verschiedenen Anbausystemen (integriert und ökologisch) untersucht werden können.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie finanziert.
Projektanfang: 01.04.2020
Projektende: 31.03.2023
Förderer: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
Ziel des Verbundprojektes "AKHWA" ist es, einen Beitrag zur Maßnahme L 19 des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 zu leisten. Das Verbundprojekt befasst sich mit der Erforschung der Umsetzung von Bewirtschaftungsmaßnahmen aus dem "Werkzeugkasten" der Regenerativen Landwirtschaft (ReLaWi) auf die Bodenfruchtbarkeit und Ökosystemleistungen, insbesondere im Hinblick auf den Wasserrückhalt im Boden, der vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und der jüngsten Hitzesommer immer wichtiger wird.
Projektanfang: 01.07.2020
Projektende: 31.12.2022
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Europäische Union
Im Rahmen von "APV-Weinbau4Real" soll eine für den Weinbau adaptierte Agro-PV-Forschungsinfrastruktur auf einer Nord-Süd gezeilten Weinbau-Versuchsfläche der Hochschule Geisenheim konzipiert und errichtet werden, um als Reallabor
(a) die Infrastruktur für die weinbauliche Forschung zu schaffen,
(b) erstmalig Betriebsdaten im realen Betrieb zu erheben (Stromerzeugung, Kosten, Benefits),
(c) als Innovationsplattform für weitere assoziierte Forschung zur Verfügung zu stehen und
(d) den Wissenstransfer für Weinbaubetriebe, die interessierte Öffentlichkeit und für weitere Sonderkulturen (Bsp. Obstanbau) ermöglichen zu können.
Ziel des Vorhabens ist es, an der Hochschule Geisenheim ein Agro-Photovoltaik-Reallabor im Freiland für die weinbauliche Forschung, für die technische Weiterentwicklung und vor allem für den APV-Wissenstransfer für Betriebe und Bevölkerung zu schaffen und mögliche Synergien, sowie Anpassungs- und Mitigationsstrategien an den Klimawandel für die Praxis zu entwickeln, zu erproben und zu optimieren. Die APV-Anlage dient als F&E Innovationsplattform der HGU-Forschungsinfrastruktur „Weinberg“.
Projektanfang: 01.11.2021
Projektende: 31.10.2022
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Um gesetzte Klimaschutzziele zu erreichen, erfordert es ehrgeizige Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Da ein Großteil dieser Emissionen im urbanen Raum verursacht wird, spielen Städte und Kommunen bei der Umsetzung eine entscheidende Rolle. Um den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen zu gewährleisten und Klimaschutzpläne regelmäßig lokal anpassen zu können, muss die Reduktion der Emissionen kontinuierlich überprüft werden.
Das bisherige Monitoring weist aufgrund seiner Abhängigkeit von einer umfangreichen, jedoch oft eingeschränkten Datenverfügbarkeit Schwachstellen auf. Daher arbeitet die Hochschule Geisenheim in diesem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit der Hochschule Darmstadt an der Entwicklung eines innovativen Sensornetzwerks für die lokale Bestimmung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre, um somit den Kommunen neue Monitoring-Instrumente zur Verfügung zu stellen, mit denen der kommunale Klimaschutz besser gesteuert werden kann.
Auf der technischen Seite entwickelt die Hochschule Darmstadt einen präzisen und dennoch preiswerten CO2-Sensor, mit dem das Sensornetzwerk für die lokale Überwachung des CO2-Gehalts aufgebaut werden kann. Auf der Anwendungsseite ermittelt die Hochschule Geisenheim konkrete Einsatzfelder der Sensoren für das lokale Monitoring der Treibhausgasemissionen und entwickelt Ideen für begleitende Instrumente für effektiven Klimaschutz in den hessischen Kommunen.
Im Rahmen des Projekts werden bereits erste konkrete Schritte zur Realisierung des Sensornetzwerks und zur Verbesserung des kommunalen Klimaschutz-Monitorings gegangen. Um das Sensornetzwerk optimal einsetzen zu können werden Expert:innen aus Klimaschutzpolitik und -beratung, Industrie und Stadtverwaltung frühzeitig in das Vorhaben mit einbezogen.
Projektanfang: 01.01.2018
Projektende: 30.09.2022
Förderer: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Der Steillagenweinbau hat aus ökonomischen Gründen ist in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Dadurch sind viele gefährdete xerothermophile Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume zurückgegangen. Das übergeordnete Ziel dieses Vorhabens ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur Erhaltung der Biodiversität-sichernden und Landschaftsbild-prägenden Bewirtschaftung der Steillagen durch eine ökonomisch rentablere Querterrassierung im Weinbau.
Projektanfang: 01.02.2019
Projektende: 31.01.2022
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Die Echte Arnika, Arnica montana, zeigt starke Trends im Rückgang ihrer Tieflagen-Bestände in Deutschland und Europa. Zum Schutz und Erhalt existierender Populationen und deren genetischer Vielfalt wird das Einbringen von Pflanzen aus ex-situ Maßnahmen diskutiert. Unklar dabei ist, inwieweit Bestände von A. montana lokal an ihre Umwelt angepasst sind und eine Durchmischung von Individuen verschiedener Populationen für Renaturierungszwecke potenziell zu negativen Effekten führen könnte.
Ziel des Vorhabens ist es daher, Muster der genetischen Vielfalt sog. neutraler und anpassungsrelevanter Marker zu identifizieren. Die Verknüpfung genomischer Werkzeuge mit traditionellen ökologischen Studien soll ein tieferes Verständnis der Mechanismen lokaler Anpassung ermöglichen und so zur Optimierung von Naturschutzstrategien für diese gefährdete Art beitragen.
Projektanfang: 05.04.2019
Projektende: 30.11.2021
Förderer: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
Im ZIM-Kooperationsprojekt mit der Prodana GmbH geht es um die Entwicklung eines neuen Batch-Reaktors zur Karbonisierung von betriebseigenen holzigen Reststoffen oder von Holzhackschnitzeln von Seitens der Start-up Firma. Die Aufgabe des Partners HGU besteht in der Entwicklung und Evaluierung von Pflanzenkohle-basierten organischen Düngemitteln unter Überprüfung ihrer Umweltwirkungen und Umwelt- und Ertrags-Wirksamkeit. An der HGU werden daher Tests mit Pflanzenkohlen aus der neuartigen Retorte vorgenommen, bei denen entweder im Gewächshaus ein umfänglicheres Screening verschiedener Kohle-Düngemittel-Kombinationen auf ihr Nitratretentionsvermögen und die mögliche N2O-Emissionsminderung erfolgt, oder im Freiland unter natürlichen Witterungsbedingungen eine Testung ausgewählter Kohle-Düngemittelkombinationen auf eine mögliche Ertragsteigerung und Verbesserung der Umweltbilanz geprüft wird. Die Ergebnisse des Projektpartners HGU sollen dazu dienen, den Batchprozess der Kohleherstellung entsprechend zu verbessern und eine Feld-Datengrundlage zu erarbeiten, die möglichen Interessenten und Anwendern zur Verfügung gestellt werden können.
Projektanfang: 01.01.2017
Projektende: 31.12.2020
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Ziel des Projekts "FACEING COMPENSATION" ist der zunächst rechnerische Ausgleich der unvermeidbaren CO2-Emissionen der experimentelle Plattform "Geisenheimer FACE Experimente" durch das Abschätzen der CO2-Emissionsminderungs- und Energieeinspar-potentiale am Standort Hochschule Geisenheim (HGU). Verschiedene Maßnahmen zur CO2-Kompensation sollen in ihrer Effektivität, den nötigen Investitionskosten und der Amortisierung verglichen und bewertet werden.
Projektanfang: 01.08.2014
Projektende: 31.12.2020
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Die Bestände der Pflanzenart Arnica montana, für die Deutschland aufgrund der Lage im Verbreitungszentrum eine besondere Verantwortung trägt, sind europaweit dramatisch eingebrochen. Daraus ergibt sich dringender Handlungsbedarf zur Erhaltung und Stützung der verbliebenen Populationen. Allerdings fehlen belastbare Informationen zu den Gefährdungsursachen und geeigneten Maßnahmen, mit denen sich die Bestände erfolgreich nachhaltig sichern lassen. Ziel dieses Vorhabens ist es daher, ein deutschlandweit übertragbares Managementkonzept zu entwickeln, das auf der Analyse der Gefährdungsursachen und der Identifikation geeigneter in situ- und ex situ-Maßnahmen basiert.
Projektanfang: 01.01.2018
Projektende: 31.12.2019
Förderer: Deutscher Akademischer Auslandsdienst
In diesem DAAD-Projekt im Rahmen des Deutsch-Pakistanischen Austauschprograms des DAAD geht es um die Entwicklung und Anwendung von Biochar-basierten Düngemitteln zur Steigerung der Erträge bei zugleich reduzierten THG-Kosten pro Einheit Ertrag bzw. pro Landfläche. Hierzu werden v.a. in Pakistan Feldversuche angelegt und das Equipment beschafft und entwickelt, um im Feld THG-Flussmessungen durchzuführen. Im Projektverlauf besuchen die Pakistanischen Partner Geisenheim und erlernen die notwendigen Techniken.
Projektanfang: 01.04.2017
Projektende: 31.03.2019
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
BioCAP-CCS quantifiziert die globalen Potenziale und Auswirkungen von prospektiv großräumiger Landbewirtschaftung mit Biomasse-Plantagen, um durch Negativ-Emissionen die Erderwärmung auf 1,5° zu begrenzen (Mitigation) bzw. eine temporäre Überschreitung zu kompensieren. Das Vorhaben quantifiziert daher erstmalig das globale C-Potential für Pflanzenkohle-CCS unter dezidierter Berücksichtigung von Konkurrenzen um Land und Wasser mit Welternährungs- und Ökosystemschutzzielen.
Projektanfang: 01.01.2015
Projektende: 31.10.2018
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Europäische Union
Eine Schlüsselrolle für die ressourcenschonende Bewirtschaftung von Agrarökosystemen spielen die Wechselwirkungen von Biodiversität mit assoziierten Ökosystemdienstleistungen. Hier setzt das PromESSinG‐Projekt an, das zum Ziel hat, biodiversitätsgestützte Ökosystemdienstleistungen im Weinbau zu identifizieren (z.B. Bodenfruchtbarkeit, Schädlings‐ und Unkrautkontrolle, Bodenstabilität und Wasserspeichervermögen), um Managementmaßnahmen zu ihrer Optimierung entwickeln zu können. Im Fokus steht die Bodenbiodiversität mit Bakterien, Pilzen inklusive Mykorrhiza, Pflanzen, Makro‐ und Mesofauna. Die Untersuchungen werden nach einem standardisierten Design in den ausgewählten Regionen der fünf teilnehmenden Länder (neben Deutschland Frankreich Schweiz, Österreich und Rumänien) durchgeführt, um überregionale Vergleiche durchführen zu können.
Projektanfang: 01.07.2014
Projektende: 30.09.2015
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Im Bundesnaturschutzgesetz wurde festgelegt, dass ab 2020 bei Pflanzungen in der freien Landschaft gebietsheimisches Pflanzmaterial zu verwenden ist. Für Gehölze gibt es jedoch kaum belastbare Untersuchungen zur genetischen Differenzierung von Populationen in Deutschland und entsprechend ist eine plausible Ausweisung von Herkunftsgebieten kaum möglich. Ziel des Projektes war es, auf Basis von populationsgenetischen Untersuchungen zweier Modellarten, dem Faulbaum (Franula alnus) und dem Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Aussagen zur räumlich-genetischen Struktur der Populationen in Deutschland und damit zur Abgrenzung regionaler Herkünfte zu liefern als Grundlage für die Ausweisung geeigneter Erntevorkommen und die Gewinnung von herkunftsgesichertem Saatgut.
Projektanfang: 01.12.2008
Projektende: 31.01.2015
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft
In Flussauensystemen Patagoniens bilden potenziell invasive, eurasische Arten aus der Familie der Salicaceae (Weiden und Pappeln) heutzutage große Galleriewälder und stehen dadurch in Konkurrenz zur dort einzigen heimischen Baumart Salix humboldtiana. Übergeordnetes Ziel des argentinisch-deutschen Projektes war es, Interaktionen zwischen der heimischen S. humboldtiana und den invasiven eurasischen Salix- und Populus-Arten aufzudecken und deren Einfluss auf die heimische Art entlang des Río Negro in Patagonien abzuschätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die invasiven Weiden-Arten bessere vegetative Reproduktions- und Wiederaustriebskapazitäten und eine bessere Wuchsleistung im adulten Stadium besitzen. Darüber hinaus zeigen sie die gleichen Habitatoptima mit Blick auf Wasserstand, Überflutungsdauer und Bodentextur, was auf ein signifikantes Konkurrenzpotenzial der invasiven Salix-Arten hindeutet. Außerdem konnte eine natürliche Hybridisierung mit S. humboldtiana festgestellt werden, was eine Ausweitung der Verbreitungsgrenzen der invasiven Taxa durch Introgression vermuten lässt.
Projektanfang: 31.01.2012
Projektende: 31.12.2014
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die Populationen der für Auen-Feuchtwiesen typischen Gewöhnlichen Brenndolde Cnidium dubium gehen aufgrund von flussbaulichen Maßnahmen und der Fragmentierung der Auen durch den Deichbau stark zurück. Um die Populationen und die genetischen Ressourcen zu erhalten bzw. wieder aufzubauen, ist es nötig die genetischen Strukturen der verbleibenden Bestände (klonale Diversität, genetische Diversität und Differenzierung) zu kennen. Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass entlang des betrachteten Flussabschnitts und zwischen den Auenkompartimenten keinerlei großräumige genetische Struktur besteht. Auf kleinräumiger Patch-Skala herrscht eine nur sehr geringe klonale Diversität. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Fehlen einer genetischen Struktur auf der großräumigen Skala nicht das Ergebnis von rezentem, intensivem Genfluss durch Bestäubung und/oder Samenausbreitung ist, sondern das Ergebnis von Genfluss-Prozessen früherer Zeiten und sich damit heutige Regenerationsereignisse vermutlich weitestgehend auf klonales Wachstum beschränken.