Bewässerungssteuerung im Obstbau – Ausbringung minimaler Wassermengen bei hoher Sicherheit für den Anbauer unter Berücksichtigung des Fruchtwachstums

1. Hintergrund
Die sich verstärkenden Auswirkungen des Klimawandels führen generell zu einem höheren Wasserbedarf der Pflanzen durch eine erhöhte Evapotranspiration. Hinzu kommt die Wahrscheinlichkeit längerer Trockenperioden und insgesamt ungleichmäßigerer, d.h. extremerer Niederschläge. Dies hat auch zunehmend Auswirkungen auf die Baumobstproduktion, die lange Zeit als relativ trockenunempfindlich galt und nur selten einer Zusatzbewässerung bedurfte. Die insgesamt ungünstigere Verteilung der Niederschläge und die parallel verlaufende Entwicklung zu kleineren Bäumen auf schwachwüchsigen Unterlagen haben aber in vielen Bereichen auch auf besseren Böden zur Einführung einer Bewässerung geführt. Besonders offensichtlich ist dies bei dem Trend zum geschützten Anbau bei Süßkirschen oder auch bei der heute routinemäßigen Nutzung des Wurzelschnitts bei fast allen wirtschaftlich wichtigen Baumobstarten. Ersteres hält Regen ab während letzteres die Wasseraufnahmekapazität der Bäume verringert. Beides sind jedoch logische Entwicklungen auf dem Weg zu einer optimierten Produktion von qualitativ hochwertigen Früchten bei einer hohen Ertragssicherheit, ohne die eine wirtschaftlich tragbare Produktion in vielen Anbaugebieten heute nicht mehr möglich wäre. Eine Zusatzbewässerung ist daher ebenfalls in vielen Ertragsanlagen zum Standard geworden.

Parallel dazu gilt es aber, die EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) in Deutschland umzusetzen und eine nachweislich grundwasserschützende Bewirtschaftungsweise der Ressource Wasser einzuführen. Anbauer werden also in der Zukunft in der Pflicht stehen, einen minimalen und schonenden Umgang mit der Ressource Wasser nachzuweisen. Ein „grüner Daumen“ alleine oder aber das Motto „viel hilft viel“ müssen daher der Vergangenheit angehören. Es gilt, den Anbauern Werkzeuge in die Hand zu geben, die zum einen zu einem sparsamen Umgang mit Wasser führen, gleichzeitig aber die Sicherheit für eine qualitativ und quantitativ hochwertige Produktion von Früchten ermöglicht, um damit den Wasserverbrauch je Einheit produziertem Lebensmittel zu minimieren und so den ökologisch und ökonomisch sinnvollen Einsatz der Ressource Wasser zu rechtfertigen und nachzuweisen.                                                                 ...mehr

Ansprechpartner:

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Institutsleiter

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M. Sc. Markus Kasnitz

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