Abwasserwiederverwertung im semi-arid tropischen Klima Nordnamibias

In einem Verbundprojekt mit Partnern von der TU Darmstadt (IWAR, FG Abwassertechnik), der University of Namibia (UNAM), dem Outapi Town Council, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (Frankfurt am Main), dem Cuvelai-Etosha Basin Management Committee (CEBMC), dem Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke sowie den Industriepartnern Bilfinger Water Technologies und GAUFF Ingenieure werden Abwasserponds in Outapi, einer Kleinstadt in Nordnamibia, ertüchtigt und die Eignung des behandelten Abwassers und der Klärschlämme zu Bewässerungs- und Düngezwecken untersucht.

Ein schnelles Wachstum der Stadtbevölkerung in vielen afrikanischen Regionen führt zu einer Überlastung urbaner Abwasserentsorgungs-infrastrukturen. Vielfach sind die Kommunen den Anforderungen von Urbanisierung, aber auch klimabedingten Ereignissen, wie Starkregen, nicht gewachsen. Daraus folgen gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Neben den gesundheitlichen Aspekten, stellt Abwasser, vor allem in Regionen mit geringer Wasserverfügbarkeit, eine wichtige Ressource dar. Wasser ist in vielen Regionen zu kostbar, um ungenutzt zu verdunsten. So kann das aufbereite Wasser für Bewässerungslandwirtschaft und der Klärschlamm als Dünger genutzt werden. Mit der daraus resultierenden Futtermittelproduktion kann somit der Druck auf die Weideflächen und Überweidung, wie es nicht nur in Namibia der Fall ist, entgegen gewirkt werden. Die Aspekte der landwirtschaftlichen Nachnutzung der aufbereiten Abwässer werden an der Hochschule Geisenheim im Teilprojekt „landwirtschaftliche Nutzung von Pondwasser und Klärschlamm“ bearbeitet. Beteiligt sind die Institute für Bodenkunde und Pflanzenernährung und das Institut für Gemüsebau. Umweltverträglichkeit und Effizienz verschiedener integrierter Anbausysteme, i.e. Futterpflanzen-Monokulturen und an Agroforestry/Intercropping angelehnte Kultursysteme werden auf Testflächen in Nordnamibia evaluiert. In einem weiteren Schritt wird die Eignung aufbereiteter Klärschlämme als Düngemittel in Feldexperimenten untersucht. Übergeordnetes Ziel ist die Identifizierung der unter den gegebenen Bedingungen optimalen Kombinationen aus Ertragsleistung und Umweltverträglichkeit. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung eines robusten Niederdruck-Bewässerungssystems, die Minimierung evaporativer Wasserverluste, agronomische und technische Maßnahmen zur Vermeidung von Bodenversalzung und die Ertragsoptimierung. Dazu werden u.a. Parameter zu Pflanzen-Phänologie und Physiologie, Erntemengen und Qualität, Phytopathologie, Wasser- und Nährstoffnutzungseffizienz sowie relevante Bodenkennwerte regelmäßig analysiert und die Ergebnisse anwendungsorientiert an die lokalen Akteure vermittelt.

Projektleitung

Dr. Johannes Max
Wissenschaftler

Arbeitsgebiet Gartenbau
Stellvertr. Institutsleiter
Raum ZIG 01.51
Tel. + 49 (0)6722 502 433
E-Mail Johannes.Maxhs-gmde

 

 

Projektpartner