Zentrum für Angewandte Biologie

Die Forschungsschwerpunkte der Institute des Zentrums für Angewandte Biologie liegen in den Bereichen der Klimafolgenforschung, Biodiversität, Züchtungsforschung und Erhaltung genetischer Ressourcen, sowie in der Erarbeitung von umweltschonenden Pflanzenschutzverfahren und Maßnahmen zur Erhöhung der Wasser- und Nährstoffnutzungseffizienz bei Sonderkulturen.

Das Institut für Phytomedizin erforscht Pathogene und tierische Schaderreger an der Rebe und an diversen gartenbaulichen Gewächshaus- und Freilandkulturen, wobei sich die Arbeiten von der Erarbeitung umweltschonender Pflanzenschutzstrategien über die Entwicklung von Diagnosemethoden bis hin zur Analyse der Interaktionen zwischen Pflanzen, Schaderregern und Mikroorganismen erstrecken.

Das Institut für Rebenzüchtung betreibt Klonenselektion bei traditionellen deutschen Rebsorten mit dem Ziel der Verfügbarkeit besser angepasster Klone, insbesondere hoher Botrytis-Toleranz sowie Kreuzungszüchtung von Unterlagen mit dem Ziel vollständiger Reblaus-Resistenz und guter Standortanpassung. 

Das Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung bearbeitet insbesondere Fragen der Wasser- und Nährstoffversorgung von Pflanzen. Im Fokus stehen auch deren Wechselwirkungen mit anderen Umweltfaktoren, die Einfluss auf die Bildung von Pflanzeninhaltsstoffen haben. 

Dabei ist der effiziente Einsatz von Nährstoffen, insbesondere von Stickstoff, zur Reduzierung der Auswirkungen spezifischer Umweltbelastungen (speziell die Vermeidung eines erhöhten Nitrataustrages) ebenso zu berücksichtigen wie eine verbesserte Humuswirtschaft mit dem Ziel der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit.

Übergeordnetes Ziel unserer Forschung ist die Sicherung der Pflanzenqualität (im Wein- und Gartenbau), die Bedeutung des sich abzeichnenden Klimawandels auf die unterschiedlichen Pflanzen sowie dem Einfluss von Stressfaktoren auf die Bildung von Inhaltsstoffen.
Ein besonderes Arbeitsgebiet ist die Untersuchung von Lachgas und anderen klimarelevanten Gasen im Wein- und Gartenbau.

Weitere Schwerpunkte im Bereich Gartenbau sind die Optimierung von Fertigation (vor allem im geschützten Anbau) in den Tropen und Subtropen, Pflanzenreaktion und Nährelementaufnahme sowie Energie- und Ressourcennutzungseffizienz unter verschiedenen Gewächshauseindeckungen, Waste-water reuse und die Beeinflussung des pflanzlichen Sekundärmetabolismus durch externe Faktoren (Nährelementmangel- oder Überschuss, Umwelteinflüsse). Aktuelle Kooperationen und Projekte zu diesen Themen bestehen mit Partnern in Griechenland, Finnland, der Schweiz, Liechtenstein, Thailand, Vietnam, Namibia und Kenia.

Die AG Klimafolgenforschung an Spezialkulturen widmet sich den Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere der Effekte steigender atmosphärischer CO2-Konzentrationen auf Spezialkulturen, Ökosystemdienstleistungen und biogeochemischen Prozessen der Produktion und Konsumption von stabilen Treibhausgasen. Zudem liegt der Focus auf der Erforschung von Mitigations- und Adaptationsstrategien im Bereich der Spezialkulturen sowie für städtische Räume, um negative Auswirkungen des Klimawandels nach Möglichkeit zu minimieren und nachhaltige Landnutzungs- und Landschaftsplanungsstrategien zu entwickeln.

Das Institut für Botanik forscht in den Bereichen der angewandten pflanzlichen Biotechnologie mit Schwerpunkten in der molekularen Pflanzenzüchtung, den molekularbiologische Grundlagen der Biodiversität, der Cyto- und Gendiagnostik, sowie der Entwicklung von in vitro-Kulturverfahren.

Die AG Pflanzenökologie und Naturschutz erforscht Optionen zum Schutz, der Wiederherstellung  und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität sowie Auswirkungen des globalen Wandels auf Arten und Lebensräume, wobei je nach Fragestellungen freilandökologische, experimentelle und molekulare Methoden sowie Modellierungsansätze zum Einsatz kommen.

Zentrumssprecherin

Prof. Dr. Annette Reineke
(Stellvertreter: Prof. Dr. Ernst Rühl)


Zentrales Institutsgebäude
Von-Lade-Str. 1
65366 Geisenheim
Tel. +49 6722 502 411
Fax +49 6722 502 430
E-Mail Annette.Reinekehs-gmde