Kompetenzzentrum Kulturlandschaft (KULT)

Der Anlass: Entwicklungen und Defizite im Kontext Kulturlandschaft

In Kulturlandschaften verändert und überprägt der nutzende Mensch die natürliche Geo- und Biodiversität. Über Jahrtausende der Menschheitsgeschichte stand dabei der reine Überlebenswille im Vordergrund. Mit steigender Geschwindigkeit der anthropogen bedingen Landschaftsveränderungen und dem Erkennen negativer Folgen für den Naturhaushalt und dessen Funktionsfähigkeit wächst das Bestreben, die weitere Landschaftsentwicklung nachhaltig zu gestalten. Dieses wird durch vielfältige Rechtsvorschriften gestützt. Verschiedenste Akteure drehen an den "Rädern" der Mechanik, welche Kulturlandschaftsentwicklung bewirkt – bewusst-geplant und / oder auch unbewusst. Sie alle sehen sich u. a. folgenden Schwierigkeiten ausgesetzt:

  • rasant steigender fachlicher Anspruch
  • wachsende rechtlich-administrative Komplexität
  • zu wenig Praxisbezug in Studiengängen, Wegfall landschaftsrelevanter Professuren
  • drohende Engpässe bei der qualifizierten Stellenbesetzung
  • Entwicklung neuer Berufsfelder

Die Situation lässt sich als gegenläufiger Prozess beschreiben: Mit steigendem Nutzungs- und Transformationsdruck auf Kulturlandschaften bei zugleich wachsenden fachlich-rechtlichen Anforderungen sinkt das Potenzial an für diese Aufgaben aktuell und gut ausgebildeten Landschaftsexperten.

Das Kompetenzzentrum Kulturlandschaft an der Hochschule Geisenheim University (HGU) soll mit Fokussierung auf praxisnah aus- und fortgebildete Kulturlandschafts-Experten in einer großen fachlichen Diversität an Teildisziplinen Antworten auf diese Problematik liefern.

Handlungsfelder des KULT

(1) Die Weiterbildung

Vorgesehen ist das Angebot eines modularen Fortbildungssystems, berufsbegleitend und / oder  direkt nach Studienabschluss, mit unterschiedlichen Intensitäten (ein- bis mehrtägige Seminare bis hin zu berufsbegleitenden Master-Studiengängen). Dieses nicht allein in Geisenheim, sondern in einem bundesweiten Verbund. In vielen Fällen werden Methoden des selbstbestimmten eLearnings mit Präsenzphasen genutzt.

(2) Die Forschung und Erprobung

Nische des Kompetenzzentrums ist die enge Vernetzung von Wissenschaft und Praxisanwendung – ganz besonders hier bestehen große Defizite in Bund und Ländern. Es wird ein Akteursnetzwerk im Dreieck von anwendungsorientiert fördernden potenziellen Geldgebern, Forschungsnehmern und Praxispartnern aufgebaut, welche an der direkten Umsetzung von Forschungsergebnissen in ihrer täglichen Arbeit interessiert sind. Im Ergebnis wird praxisorientierter an den drängendsten Fragen der Kulturlandschaftsentwicklung unter Disziplinen übergreifender Vernetzung gemeinsam mit Akteuren, die bereit sind die Ergebnisse direkt in die Umsetzung zu bringen, gearbeitet.

(3) Das Netzwerk

Explizit vermieden wird, dass das KULT in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen und Aktivitäten tritt. Im Gegenteil soll von Geisenheim aus ein Netzwerk an Hochschulen, Berufs- und Lobbyverbänden, Akademien, Behörden und weiteren Akteuren aufgebaut und koordiniert werden, welches in Themenfeldern der Entwicklung von Kulturlandschaften engagiert ist und sich gegenseitig unterstützt. Eigenverantwortlich realisierte Angebote Dritter, welche den aufgezeigten Defiziten begegnen, sind ausdrücklich erwünscht; im Mittelpunkt steht das Ziel, dass ein als defizitär identifiziertes Thema bearbeitet wird, nicht die Frage, wer dieses offeriert.

Kontakt

Anne Grimmich

Müller-Thurgau Haus Raum 01.10

Tel. +49 6722 502 725

E-Mail: kulturlandschafths-gmde

Team

Prof. Dr. Eckhard Jedicke

Prof. Klaus Werk

Alexander Peters

Anne Grimmich

Gründungsmitglieder

Pressemitteilung zur Gründung

Aufgaben des Netzwerks

  • als "Denkfabrik" den fachlichen Diskurs zu neuen und aktuellen Themen zwischen Experten fördern und daraus Initiativen entwickeln (Bildungs- und Informationsangebote, Forschungs- und Praxisprojekte, dies in enger Kooperation mit dem Geisenheimer Institut für Weiterbildung (GIW)),

  • den „State-of-the-art“ zu aktuellen Fragen des Naturschutzes und der Kulturlandschafts-entwicklung mit Kenntnis- und Umsetzungs-defiziten pointiert darstellen,

  • Akteure zu eigenständigen Aktivitäten motivieren und hierfür untereinander austauschbare Materialien entwickeln / verbreiten (z. B. einmal entwickeltes Tagungs- und Kursmaterial wird durch verschiedene Akteure bundesweit genutzt),

  • als Projektnetzwerk Ergebnisse der Forschung in die Praxis transferieren und gemeinsame praxisorientierte Forschungs- und modellhafte Umsetzungsprojekte anregen.